{"id":19853,"date":"2024-09-18T03:14:05","date_gmt":"2024-09-18T01:14:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19853"},"modified":"2024-11-17T16:00:37","modified_gmt":"2024-11-17T15:00:37","slug":"die-langen-schatten-des-ersten-weltkriegs-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19853","title":{"rendered":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (5)"},"content":{"rendered":"<h4>Teil 5: Die kurze Halbwertszeit von Kriegspl\u00e4nen<br \/>\nDeutschland stolpert in den Krieg<\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 1:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19595\">Der lange Weg in das Verh\u00e4ngnis Europas<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 2:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19644\">Keineswegs schlafwandelnd in den Krieg<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 3:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19716\">Diplomatische Winkelz\u00fcge pflastern den Weg in den Krieg<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 4: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19803\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Abendland marschiert in den Abgrund<\/a><\/span><\/p>\n<p><em><span class=\"tm12\">Ein Kommentar von\u00a0<strong>Wolfgang Effenberger.<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Auch ver\u00f6ffentlicht als Tagesdosis vom 22.08.2024 auf <a href=\"https:\/\/apolut.net\/die-langen-schatten-des-ersten-weltkriegs-teil-5-von-wolfgang-effenberger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">apolut.net<\/a><\/span><\/p>\n<p>Der Beitrag ist auch als Audiopodcast verf\u00fcgbar:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-19853-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240822-apolut.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240822-apolut.mp3\">https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240822-apolut.mp3<\/a><\/audio>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bereitgestellt von <a href=\"https:\/\/apolut.net\/die-langen-schatten-des-ersten-weltkriegs-teil-5-von-wolfgang-effenberger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">apolut.net<\/a><\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240822-apolut.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Download<\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den vorangegangenen Artikeln wurden vor allem die politisch-diplomatischen Facetten des anscheinend unaufhaltsamen Wegs in den Ersten Weltkrieg aufgezeigt. Nun soll mit der Darstellung des deutschen Angriffs auf die von 12 Festungsanlagen gesch\u00fctzte belgische Stadt L\u00fcttich Einblick in den generellen Wahnsinn und die vollkommene Absurdit\u00e4t eines Krieges vermittelt werden. Jedes rationale Denken l\u00f6st sich im Pulverdampf auf. Darauf hat schon der preu\u00dfische Heeresreformer, Milit\u00e4rwissenschaftler und Kriegsphilosoph Generalmajor Carl von Clausewitz (1780-1831) hingewiesen. F\u00fcr ihn f\u00fchren Friktionen, etwa Verz\u00f6gerungen, Fehler und Missverst\u00e4ndnisse, zu \u201eAbweichungen\u201c von akribischen Kriegsplanungen.(1)<\/p>\n<h5>Der \u201cHandstreich\u201d auf L\u00fcttich<\/h5>\n<p>Am ersten August-Wochenende 1914 zogen \u00fcber Deutschland bedrohliche Wolken auf. In Grenzn\u00e4he stationierte Truppen wurden alarmiert sowie Posten an wichtigen Verkehrsknotenpunkten, z.B. Bahnh\u00f6fen, Br\u00fccken und Nachschubrouten, in Stellung gebracht.<\/p>\n<p>Dem in Hannover stationierten Generalkommando des X. Armeekorps wurde vom Gro\u00dfen Generalstab eine h\u00f6chst geheime \u201cDenkschrift\u201d ausgeh\u00e4ndigt. Darin wurde dem Kommandierenden, General der Infanterie Otto von Emmich, die Aufgabe \u00fcbertragen, L\u00fcttich f\u00fcr den Fall der Weigerung Belgiens, Deutschland den Durchmarsch des deutschen Heeres zu gestatten, im Handstreich zu nehmen. Der Generalstab rechnete mit einer Bereitstellung des belgischen Heeres s\u00fcdlich von Br\u00fcssel oder bei Namur \u2013 ein Eingreifen bei L\u00fcttich wurde f\u00fcr wenig wahrscheinlich gehalten.(2) Die belgische Operationsf\u00e4higkeit wurde von den Planern f\u00fcr die ersten Mobilmachungstage als gering eingesch\u00e4tzt. Die Friedensbesatzung der Festung L\u00fcttich mit ihren Forts bzw. Fortins wurde auf 6.000 Soldaten gesch\u00e4tzt, im Kriegsfall rechneten die deutschen Generalstabsoffiziere mit 19.000 Mann zuz\u00fcglich 3.000 Angeh\u00f6rigen der nur f\u00fcr Hilfsdienste hinter der Front verwendbaren \u201cGarde Civique\u201d.<\/p>\n<p>Am 2. August 1914 trat in Quedlinburg um 15.00 Uhr das 1. und 2. Bataillon mit der Maschinengewehrkompanie feldmarschbereit auf den Kasernenhof. Nach der Rede des Oberst von Oven, Kommandeur des Infanterieregiments 165 (ca. 1.500 Soldaten), segnete der Garnisonsgeistliche die Truppe. Um 20.30 Uhr stand das 1. Bataillon unter klingendem Spiel am Marktplatz, um vom Oberb\u00fcrgermeister verabschiedet zu werden. Um 22.40 Uhr war dieser Kampfverband bereits verladen und der Zug rollte an. Doch wohin? Die Soldaten kannten den Zielort nicht. Doch bald merkten sie, dass es in Richtung Westen geht. Knapp drei Stunden sp\u00e4ter folgte der Regimentsstab mit Oberst von Oven, dann das 2. Bataillon unter Major Graf v. Matuschka mit der Maschinengewehrkompagnie. Um 03.20 Uhr folgte das 3. Bataillon unter Major von Saldern.<\/p>\n<p>Kaum am Bahnhof in Aachen angekommen, erhielt die Truppe schon die Befehle f\u00fcr die n\u00e4chsten 24 Stunden, samt Antreten am Morgen des 4. August 1914.<\/p>\n<p>Inzwischen war auch der Stab des X. Armeekorps aus Hannover in Aachen eingetroffen. Der Befehlshaber all dieser rasch an die Grenze geworfenen sechs Infanteriebrigaden (3) (in Summe ca. 18.000 Mann) \u2013 jede mit Artillerie und anderen Waffen ausger\u00fcstet \u2013 und drei Kavalleriedivisionen(4) (in Summe ca. 30.000 Mann), General Emmich, samt einem kleinen Teil seines Korpsstabes, hatte den Standort Hannover unauff\u00e4llig verlassen und war mit dem Auto nach Aachen gefahren.<\/p>\n<p>Auf ihn wartete schon der Oberquartiermeister der II. Armee, Generalmajor Ludendorff, der bis 1913 als Chef der 2. Abteilung, der \u201cAufmarschabteilung im Gro\u00dfen Generalstab\u201d war und der den Handstreich auf L\u00fcttich geplant hatte, sollte nun dessen Durchf\u00fchrung \u00fcberwachen.(5)<\/p>\n<p>Die \u201eDenkschrift\u201c beinhaltet f\u00fcr den 5. August 1914 nachstehende Auftr\u00e4ge:<\/p>\n<ul>\n<li>Die 34. Brigade sollte noch vor Tagesanbruch die Maas bei Vis\u00e9 \u00fcberschreiten und die Gegend zwischen Slins und Heurele-Romain erreichen. Die 27. Brigade sollte ihre Sicherungen bis an den S\u00fcdwestrand von Blegny vortreiben und mit ihren beiden 21cm-M\u00f6rser-Batterien das Feuer auf die Forts de Pontisse und de Barchon er\u00f6ffnen.<\/li>\n<li>Die 38. Brigade sollte das linke Ourthe-Ufer bei Poulseur erreichen und die 43. Brigade \u2013 im Ambl\u00e8ve-Tal vormarschierend \u2013 die Gegend s\u00fcdlich von Poulher.<\/li>\n<li>Die 2. und 4. Kavalleriedivision sollte im Norden, in der N\u00e4he zur holl\u00e4ndischen Grenze, die Maas \u00fcberschreiten und gegen Antwerpen \u2013 Br\u00fcssel \u2013 Charleroi aufkl\u00e4ren, w\u00e4hrend die 9. Kavalleriedivision im S\u00fcden die Maas zwischen L\u00fcttich und Huy zu \u00fcberschreiten hatte. Sie sollte weiter in Richtung Namur und Givet aufkl\u00e4ren und die Angriffstruppen gegen Namur absichern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Mitte, zwischen der 34. und 27. Brigade, sollte die 14. Brigade unter Generalmajor von Wussow den Sto\u00df entlang der Stra\u00dfe von Aachen nach L\u00fcttich zur Karthause und schlie\u00dflich zur Zitadelle am anderen Maas-Ufer mitten durch eine Kette von 6 Panzerforts(6) f\u00fchren.\u00a0 Direkt an der befohlenen Marschroute befanden sich das Fortin d\u00b4Evegn\u00e9e im Norden und das Fort de Fl\u00e9ron im S\u00fcden.<\/p>\n<p>Am linken Maas-Ufer gab es weitere sechs Forts und im Stadtbereich die Zitadelle. Die Bewaffnung der Forts bestand aus 8 schweren, 4 leichten Gesch\u00fctzen (bei den Fortins waren es 7 schwere und 3 leichte). Zus\u00e4tzlich hatten alle 5,7 cm-Schnellfeuergesch\u00fctze, die f\u00fcr den beweglichen Einsatz zwischen den Forts vorgesehen waren. Der Durchbruch war f\u00fcr die Nacht vom 4. auf den 5. Mobilmachungstag geplant. Die an den Planungen beteiligten deutschen Generalstabsoffiziere d\u00fcrften diesen Kriegsschauplatz mit \u00e4hnlicher Akribie analysiert haben, wie ihr englischer Kamerad Henry Wilson mit seinen franz\u00f6sischen Freunden die Gefechtsr\u00e4ume in Belgien.<\/p>\n<p>Der Handstreich bedeutete einen Gewaltangriff auf eine starke Festung bei schwierigen Gel\u00e4ndeverh\u00e4ltnissen. Der Durchmarsch musste erzwungen werden, und das hie\u00df: Krieg mit Belgien \u2013 einem Land, das mit der politischen Krise \u00fcberhaupt nichts zu tun hatte! Dieses 15 Jahre nach Waterloo gegr\u00fcndete Staatengebilde sollte nach dem Willen der Gro\u00dfm\u00e4chte eine Art Pufferstaat zwischen Deutschland und Frankreich werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr England war Belgien nur ein Spielball. Am 23. April 1912 hatte der belgische Generalstabschef, General Jungbluth, im Beisein eines hohen Beamten des Au\u00dfenministeriums, des Grafen von der Straaten, eine Unterredung mit dem englischen Milit\u00e4rattach\u00e9 in Br\u00fcssel, Oberstleutnant Tom Bridges. Der Graf hielt in seiner Mitschrift den Dialog fest:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<em>Die englische Regierung h\u00e4tte w\u00e4hrend der letzten Ereignisse (Marokkokrise) unmittelbar eine Landung bei uns (in Belgien) vorgenommen, selbst wenn wir keine Hilfe verlangt h\u00e4tten\u201c.<\/em> Daraufhin wandte der General ein, <em>\u201e\u2026dass dazu unsere Zustimmung notwendig sei\u2026 Der Milit\u00e4rattach<\/em><em>\u00e9<\/em> <em>hat geantwortet, dass er das wisse; aber da wir nicht imstande seien, die Deutschen abzuhalten, durch unser Land zu marschieren, so h\u00e4tte England seine Truppen in Belgien auf jeden Fall gelandet\u201c.<\/em>(7)<\/p>\n<p>Das Deutsche Reich dagegen w\u00fcrde bei einem unerlaubten Durchmarsch durch Belgien in der ganzen Welt als Aggressor dastehen. Mit Sicherheit war die damalige Entscheidung des deutschen Generalstabs, den Durchmarsch zu erzwingen, nicht alternativlos! Ein Durchbruch durch eine Festungsanlage wie L\u00fcttich setzte eine kriegsnahe Ausbildung voraus (Deutschland hatte seit 1870\/71 keine Kriege mehr gef\u00fchrt).<\/p>\n<p>Die kriegsnahe Ausbildung hatte der Generalstab zwar beantragt \u2013 sie war jedoch aus politischen Gr\u00fcnden abgelehnt worden. Unter diesen Umst\u00e4nden kann man die Entscheidung f\u00fcr den Handstreich nur als verantwortungslos bezeichnen.<\/p>\n<p>Schon am 2. Mobilmachungstag, am 3. August 1914, traf um 19.00 Uhr, nach \u00fcber 20 Stunden Bahnfahrt, das 1. Bataillon des InfRgt. 165 (8) am Zielort ein: Aachen-Roterde. Es wurde ausgeladen und zu seinem Biwakplatz am S\u00fcdwestausgang von Aachen gef\u00fchrt. In der Nacht auf den 4. August trafen die restlichen Teile des Regiments ein.<\/p>\n<p>Nur wenige Kilometer westlich davon wurden umsichtig die Abwehrma\u00dfnahmen verst\u00e4rkt. Um 03.30 Uhr hatten die L\u00fctticher Forts das Zeichen gegeben, alles niederzubrennen oder abzurei\u00dfen, was das Schussfeld einschr\u00e4nkte. Im Dorf Boncelles wurden 130 H\u00e4user und die Kirche von den belgischen Pionieren gesprengt. \u201e<em>Was uns am meisten bewegt, ist die Zerst\u00f6rung von Wohnh\u00e4usern in der Umgebung der Forts, ist das tiefe Elend aller der Ungl\u00fccklichen, die aus ihren Wohnungen vertrieben sind und ihre Sachen, ihre M\u00f6bel forttragen, um sie vor der Zerst\u00f6rung in Sicherheit zu bringen.\u201c(9) <\/em>Am gleichen Tag wurden auch die im Bereich des L\u00fctticher Gouverneurs liegenden Tunnel gesprengt.<\/p>\n<p>Am 4. August 1914 um 06.00 Uhr lief das auf 12 Stunden befristete Ultimatum an Belgien aus. Zur gleichen Zeit brach das InfRgt. 165 nach einer regnerisch kalten ersten Nacht das Biwak ab. Unsicherheit, Aufregung, gesch\u00fcrt durch Ger\u00fcchte, dass in den vor Aachen liegenden W\u00e4ldern Franktireurs herumstreiften, lie\u00dfen vermutlich nur wenige Soldaten Schlaf finden.<\/p>\n<p>Nachdem Belgien seine Einwilligung f\u00fcr einen deutschen Durchmarsch verweigert hatte, teilte der deutsche Botschafter in Br\u00fcssel der belgischen Regierung mit, dass das Deutsche Reich sich nach Ablehnung seiner Vorschl\u00e4ge nun gezwungen sehe, die zur \u201e<em>Abwehr der franz\u00f6sischen Bedrohung n\u00f6tigen Ma\u00dfnahmen notfalls mit Gewalt durchzusetzen<\/em>\u201c.(10)<\/p>\n<p>Jetzt erst wurden die Kommandeure in die kommende Aufgabe \u2013 L\u00fcttich handstreichartig zu nehmen \u2013 eingewiesen. Der Autor, selbst ehemaliger Pionieroffizier, hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Ungeachtet der 12 Forts h\u00e4lt er einen Angriff allein von der Topografie her f\u00fcr kaum durchf\u00fchrbar. L\u00fcttich liegt in einer nach Westen ausgebuchteten Maas-Schleife. Die zwischen 100 und 160 Meter breite Maas vereinigt sich hier mit den Fl\u00fcssen Ourthe und Vesdre. Alle weisen tiefeingeschnittene, steile Flussufer auf, die bei einem kriegsm\u00e4\u00dfigen \u00dcbergang die Pioniertruppe vor enorme Probleme stellt. Anzunehmen, man werde alle Maas-Br\u00fccken oder zumindest die Br\u00fccke in Vis\u00e9 unversehrt in die Hand bekommen, scheint dem Autor mehr als verwegen, ja gerade verantwortungslos. In der von General Emmich am 31. Juli 1914 ausgeh\u00e4ndigten Denkschrift des Generalstabs hie\u00df es dazu nur lapidar:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<em>W\u00e4hrend des Vormarsches ist jeder Feind, ohne Pr\u00fcfung seiner St\u00e4rke, r\u00fccksichtslos anzugreifen. Der Angriff durchst\u00f6\u00dft die Zwischenr\u00e4ume der Werke [Forts] ohne Artillerievorbereitung. Er bem\u00e4chtigt sich der die Stadt umgebenden Uferh\u00f6hen, schneidet die Besatzung ab, sucht durch Besetzung der Chartreuse und der Zitadelle Einfluss auf die Stadt zu gewinnen und verhindert die Zerst\u00f6rung der Tunnel, Bahnh\u00f6fe und Br\u00fccken. Letztere sind zur Zerst\u00f6rung vorbereitet. Ihre schnelle Besetzung ist daher wichtig.\u201c(11)<\/em><\/p>\n<p>Nun erhielt jedes Bataillon 10.000 Mark in Gold. Davon jeder Kompanief\u00fchrer 2.000 Mark: Damit sollte die Truppe alles bar bezahlen, was sie in Belgien brauchte.(12)<\/p>\n<p>Um 08.30 Uhr sammelten sich die F\u00fchrer der verst\u00e4rkten 14. Infanterie-Brigade (InfBrig) an der Stra\u00dfe Aachen-Herbesthal bei Bildchen.(13) Im weiteren Verlauf soll nur exemplarisch ein Bild aus den ersten Kriegstagen in Belgien entworfen werden. Dazu wird der auf das Zentrum von L\u00fcttich zielende Angriff der 14. InfBrig \u2013 hier vor allem das InfRgt 165 \u2013 nachgezeichnet.<\/p>\n<p>Um 08.45 Uhr gab der Brigadekommandeur den Befehl zum Vormarsch \u00fcber Henri Chapelle, Battice auf Herve.<\/p>\n<p>Das Wetter war tr\u00fcb und regnerisch; das J\u00e4gerbataillon 4 bildete die Vorhut, dicht aufgeschlossen folgte das InfRgt 165. Vor der belgischen Grenze wurde gehalten und ein Aufruf des Befehlshabers des X. Armeekorps, des Generals der Infanterie, Otto v. Emmich verlesen, in dem dieser die Belgier aufforderte, eingedenk der Waffenfreundschaft von Waterloo her den Deutschen freien Durchzug durch ihr Gebiet zu gew\u00e4hren und sich jeglicher feindseliger Handlungen zu enthalten. Die belgische Grenzbev\u00f6lkerung stand diesem Aufruf mit sehr gemischten Gef\u00fchlen gegen\u00fcber. W\u00e4hrend den marschierenden deutschen Soldaten Wasser angeboten wurde (vielleicht auch nur aus Angst), wurden die Stra\u00dfen aufgerissen und Baumsperren errichtet. Hielten diese Ma\u00dfnahmen den deutschen Vormarsch auch nur geringf\u00fcgig auf, so waren sie doch ein Indiz daf\u00fcr, dass die belgische Bev\u00f6lkerung gewillt war, den Deutschen den Vormarsch so schwer wie nur m\u00f6glich zu machen.\u00a0 Bald wich die friedliche Landschaft kriegerischen Bildern: Pioniere beseitigten Stra\u00dfensperren, Husaren brachten gefesselte Zivilpersonen, Gewehrfeuer war zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dieser v\u00f6lkerrechtswidrige(14) Einmarsch deutscher Truppen in das neutrale Belgien f\u00fchrte unverz\u00fcglich zu einer Reaktion Londons. In Berlin \u00fcberreichte der britische Botschafter Sir William Goschen dem deutschen Reichskanzler Bethmann Hollweg ein auf Mitternacht befristetes Ultimatum, in dem die Zusage verlangt wurde, dass Deutschland die belgische Neutralit\u00e4t entsprechend dem Londoner Vertrag von 1839 achten werde. Bethmann Hollweg hielt Sir William Goschen vor, dass Gro\u00dfbritannien wegen eines \u201cFetzen Papiers\u201d gegen Deutschland in den Krieg ziehe, was in London mit Emp\u00f6rung aufgenommen wurde. Die britische Regierung war im Gegenzug jedoch nicht bereit, Deutschland ein Neutralit\u00e4ts-versprechen zu geben. Dazu waren die Absprachen zwischen dem englischen und franz\u00f6sischen Generalstab schon zu weit gediehen Au\u00dferdem hatte Seelord Churchill ein politisches Axiom geschaffen: \u201e<em>Gro\u00dfbritannien \u00fcbernimmt den Schutz der franz\u00f6sischen Nordseek\u00fcste, Frankreich den der Interessen Englands im Mittelmeer\u201c.(15) <\/em>Sp\u00e4testens an diesem Nachmittag h\u00e4tten alle an der Krise Beteiligten zur Vernunft kommen k\u00f6nnen und m\u00fcssen. In allen Hauptst\u00e4dten war der Wille zum Frieden niedergewalzt worden. \u00dcberall hatten die Kriegsparteien gesiegt!<\/p>\n<p>In dieser Stimmung versammelten sich am Abend des 4. August 1914 Henry Asquith, der britische Premier, sein Au\u00dfenminister Sir Edward Grey und die noch nicht aus Emp\u00f6rung \u00fcber die britische Kriegsplanung zur\u00fcckgetretenen Minister des Kabinetts im Sitzungssaal der Downing Street. Nerv\u00f6s sa\u00dfen sie um den Tisch des Sitzungssaals und warteten auf den (in London 23.00 Uhr) befristeten Ablauf ihres Ultimatums an Deutschland (Berlin 00.00 Uhr).<\/p>\n<p>Als sich die 23. Stunde mit Glockenschlag ank\u00fcndigte, formulierten die Herren das englische Kriegstelegramm, welches 20 Minuten sp\u00e4ter telegrafisch \u00fcbermittelt wurde: <em>\u201cKrieg, Deutschland, Handeln\u201d<\/em>. Ohne weitere Kriegserkl\u00e4rung befand sich nun Gro\u00dfbritannien im Krieg mit dem Deutschen Reich. Die englischen Dominions folgten umgehend (zumeist ohne gesonderte Kriegserkl\u00e4rung), womit sich innerhalb weniger Tage aus dem Lokalkrieg ein Kontinentalkrieg und aus diesem der Erste Weltkrieg entwickelt hatte.(16)<\/p>\n<p>Mit dem englischen Kriegseintritt wurde der Befehl an die britische Marine gegeben, aus dem deutschen \u00dcberseekabel vor Emden ein Teilst\u00fcck herauszuschneiden \u2013 was bereits in den fr\u00fchen Morgenstunden des 5. August 1914 geschah. Diese Ma\u00dfnahme darf nicht untersch\u00e4tzt werden. Sie verschaffte Gro\u00dfbritannien die propagandistische Oberhoheit \u00fcber die amerikanischen Seelen.<\/p>\n<p>Der deutsche Reichskanzler Bethmann Hollweg dr\u00fcckte die Skrupel der deutschen Reichsregierung, Belgiens Neutralit\u00e4t zu verletzen, am 4. August 1914 vor dem Reichstag mit den Worten aus:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201e<\/em><em>So waren wir gezwungen, uns \u00fcber den berechtigten Protest der luxemburgischen und der belgischen Regierung hinwegzusetzen. Das Unrecht \u2013 ich spreche offen \u2013 das Unrecht, das wir damit tun, werden wir wiedergutzumachen suchen, sobald unser milit\u00e4risches Ziel erreicht ist. Wer so bedroht ist wie wir und um sein H\u00f6chstes k\u00e4mpft, der darf nur daran denken, wie er sich durchhaut\u201c.<\/em>(17)<em> Das Reichstagsprotokoll vermerkt: Ungeheure Bewegung; st\u00fcrmisch wiederholter Beifall. <\/em><\/p>\n<p>Das mit dem Durchhauen war leichter gesagt als getan.<\/p>\n<p>Als sich sp\u00e4t nachmittags die Reiter der 2. und 4. Kavalleriedivision der Br\u00fccke von Vis\u00e9 n\u00e4herten, flogen Teile davon in die Luft. Da es unm\u00f6glich erschien, einen \u00dcbergang \u00fcber die 150m breite Maas zu erzwingen, bezog die 34. InfBrig am Nordausgang von Berneau ihr Biwak. Viele der Soldaten hatten in den vorausgegangenen drei Tagen wenig Schlaf gefunden und krochen todm\u00fcde in ihre Zelte. Um Mitternacht rief ein \u00fcbervorsichtiger Wachposten des InfRgt 90 in die Dunkelheit: <em>\u201cHalt, wer da!\u201d<\/em> Gleich darauf fielen Sch\u00fcsse. Jeder meinte, sich gegen einen unbekannten Feind wehren zu m\u00fcssen. Sogar die Maschinen-gewehre fingen an zu rattern. Nur langsam gelang es den Offizieren, das Feuer einzustellen und die Soldaten zu beruhigen.<\/p>\n<p>Aber kaum waren die Leute in ihre Zelte zur\u00fcckgekehrt, da ging der Tumult von neuem los. <em>\u201eEine Kompagnie des 1. Bataillons machte sich daran, mit Hurra und aufgepflanztem Seitengewehr das Biwak des 2. Bataillons zu st\u00fcrmen\u201c.<\/em>(18) Das erste Beispiel n\u00e4chtlicher Panik \u2013 weitere sollten folgen.<\/p>\n<p>Im Gefechtsstreifen der InfBrig 14 sicherte das 2. Bataillon \/165 unter Major Matuschka gegen die Forts-Linie von L\u00fcttich im Raum Bolland-M\u00e9len-Soumagne. Eine vorgeschobene Feldwache reichte bis dicht vor Micheroux. Auch beim 2. Bataillon verlief die Nacht sehr unruhig. Feindliches Gewehrfeuer konnte auch nicht eindeutig ausgemacht werden. Dazu mischten sich die Kanonen des Forts de Fl\u00e9ron in die Unterhaltung. Die ungekl\u00e4rte Gefechtslage lie\u00df den Kommandeur des 2. Bataillon das 3. Bataillon alarmieren und nah an die Vorposten heranschieben. Nach zwei Stunden war die Situation gekl\u00e4rt und das 3. Bataillon konnte wieder in sein Biwak zur\u00fcck marschieren.<\/p>\n<h5>Nun ein Blick nach Osten:<\/h5>\n<p>Erst wenige Wochen vor Kriegsbeginn hatte Kriegsminister Suchomlinow, geschw\u00e4cht durch das Intrigenspiel mit dem Gro\u00dff\u00fcrsten Nikolai Nikolajewitsch Romanow, ein einheitliches Armeehauptquartier, die sogenannte <em>\u201cStawka\u201d<\/em> aufstellen k\u00f6nnen. Nach einigem Z\u00f6gern ernannte der Zar am 2. August 1914 seinen frankophilen Cousin Nikolai, der nie eine Armee im Feld kommandiert hatte, zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen russischen Armee. Die Armee im Westen blieb in zwei Fronten gegliedert: W\u00e4hrend die S\u00fcdwestfront unter General Nikolai Iwanow gegen die K.u.K.-Truppen in Galizien k\u00e4mpfen sollte, waren die I. und II. Armee der Nordwestfront unter General Jakow Schilinski gegen Ostpreu\u00dfen zum Angriff angetreten. Von Norden her f\u00fchrte General Pavel von Rennenkampf die I. Armee und von S\u00fcdwesten her General Alexander Samsonow die II. Armee.<\/p>\n<p>Auf Dr\u00e4ngen des franz\u00f6sischen Generalstabs marschierten die beiden Armeen der Nordwest-Front vom 4. bis 7. August 1914 in Ostpreu\u00dfen ein. Frankreich erhoffte sich dadurch einen Truppenabzug an der deutschen Westfront. Dies geschah, obwohl \u2013 wie der russische Stabschef der Nordwestfront berichtete \u2013 die Truppen noch nicht bereit f\u00fcr eine Offensive waren. Dennoch zwangen sie die VIII. Deutsche Armee zum R\u00fcckzug und setzten zu einem Angriff auf K\u00f6nigsberg an.(19)<\/p>\n<h5>Zur\u00fcck nach Belgien:<\/h5>\n<p>Da am Morgen des 5. August 1914 belgische Infanterie weiter das linke Maas-Ufer bei Vis\u00e9 besetzt hielt, setzten die Reiter der Aufkl\u00e4rungsschwadronen und Fernpatrouillen weiter n\u00f6rdlich (bei Lixh\u00e9 und Schloss Navarre, dicht an der holl\u00e4ndischen Grenze) unter Zuhilfenahme von strohgef\u00fcllten Zeltbahnen \u00fcber, w\u00e4hrend die Pferde nebenher schwammen. Anschlie\u00dfend sollte die Infanterie \u00fcbergesetzt werden. Da aber das Br\u00fcckenger\u00e4t nicht f\u00fcr die volle Flussbreite ausreichte, wurden F\u00e4hren gebaut. Die steilen Uferverh\u00e4ltnisse und die starke Str\u00f6mung sorgten f\u00fcr Probleme. So konnte die Artillerie-Abteilung (II.\/60) und das InfRgt 25 nicht \u00fcbergesetzt werden. Bis zur Dunkelheit standen die beiden J\u00e4ger-Bataillone 7 und 9 sowie die Mecklenburgische Brigade mit dem InfRgt 89 und dem F\u00fcsilier Regiment 90 noch auf dem linken Maas-Ufer.<\/p>\n<p>Zwischen der 27. und der 11. Brigade r\u00fcckte die 14. Brigade in Teilen bis Micheroux vor. Am Abend des 5. August 1914 hatten alle Brigaden ihre Ausgangsstellungen f\u00fcr den Durchbruch erreicht. Die feindliche Artillerie, insbesondere die vom Fort de Fl\u00e9ron, zwang mehrfach zum Verlegen der Rastpl\u00e4tze. Um 22.30 Uhr gab Generalmajor Wussow den Befehl an die Brigade-Kommandeure. Darin wurden die Aufgaben in milit\u00e4rischer N\u00fcchternheit befohlen: \u201e<em>Unsere s\u00e4mtlichen Kolonnen marschieren derart ab, dass sie 04.00 Uhr ihr Ziel, die auf dem rechten Maas-Ufer liegende Chartreuse, unmittelbar bei der Stadt L\u00fcttich st\u00fcrmen k\u00f6nnen\u201c.<\/em>(20) F\u00fchrer der Sturmkolonne war General von Wussow selbst. Im Vortrupp eine Kompanie vom 2. Bataillon \/ InfRgt 27 sowie zwei Z\u00fcge des Pionierbataillons 24. Mit 100 Metern Abstand folgte das Gros, bestehend aus dem InfRgt 27, dem 2. Bataillon des Feldartillerieregiments sowie ein Zug Pioniere mit Leitern und Handgranaten.<\/p>\n<p>Die Abschnittsreserve, gef\u00fchrt von Oberst von Oven, bestand aus dem InfRgt 165 und dem J\u00e4gerbataillon 4 sowie einer Kompanie des Husarenregiments 10 und sollte der Sturmkolonne mit 200 Metern Abstand folgen.(21) Gegen Mitternacht war auch General von Emmich mit seinem Stab, begleitet von Generalmajor Ludendorff, am Gefechtsstand von General Wussow eingetroffen. Dieser lag etwa 3 km nordwestlich des Forts Fl\u00e9ron.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df Brigadebefehl trat gegen 23.00 Uhr die 6. und 8. Kompanie des 2. Bataillons \/ InfRgt 165 von La Maladrie auf der gro\u00dfen Stra\u00dfe Herve-Micheroux gegen das Fort Fl\u00e9ron an. Um 00.30 Uhr setzten sich die 1. und 4. Kompanie des 1. Bataillons \/ InfRgt 165 von M\u00e9len gegen das Fortin d\u00b4Evegne\u00e9 in Marsch; sie gelangen in kurzer Zeit nahe an das Fortin und er\u00f6ffneten das Feuer.<\/p>\n<p>Um Mitternacht traten die 6. und 8. Kompanie des 2. Bataillons \/165 vom Biwak westlich Herve an, um gegen das Fort de Fl\u00e9ron vorzugehen. Um 01.00 Uhr trat der vom Gro\u00dfen Generalstab bestimmte wegf\u00fchrende Offizier den Marsch an. Im 100 Meter-Abstand folgte das 2. Bataillon \/ InfRgt 27. Hier ritt der Brigadekommandeur mit seinem Stab. Als der Vortrupp Micheroux erreichte, fielen aus den nahegelegenen Geb\u00e4uden einzelne Sch\u00fcsse. W\u00e4hrend der Vortrupp weitermarschierte, erwiderte das folgende 2. Bataillon \/ InfRgt 27 zun\u00e4chst vereinzelt, dann heftiger das Feuer. Unter den in Micheroux aufmarschierten Kolonnen (Infanterie, Artillerie, Munitionskolonnen, Gefechtsbagagen) brach Verwirrung aus(22) und Reitpferde durchgingen und die Kolonnen r\u00fcckw\u00e4rts auszuweichen versuchten, wurde der Kampf aufgenommen, dessen M\u00fcndungsfeuer sich vielfach in den Fensterscheiben spiegelte. Schnell wurden die H\u00e4user gest\u00fcrmt, verd\u00e4chtige Zivilpersonen verhaftet und \u2013 sofern mit einer Waffe angetroffen \u2013 auch sofort erschossen.<\/p>\n<p>Das harte Vorgehen gegen Freisch\u00e4rler war prinzipiell durch die Haager Landkriegsordnung vom 18.\u00a0Oktober 1907 gestattet. Mit diesen drakonischen Strafma\u00dfnahmen sollte der Krieg auf milit\u00e4rische Einheiten begrenzt werden. Leider ging in diesem Fall im w\u00f6rtlichen Sinn der Schuss nach hinten los: Durch die \u00dcbergriffe wurde eine Welle von Hass und Rachsucht ausgel\u00f6st, die den Krieg erst richtig anfachte. Umsichtige Offiziere befahlen nun, das Feuer einzustellen und mit entladenen Gewehren den weiteren Vormarsch anzutreten. Viele trauten jedoch der Lage nicht und lie\u00dfen die Waffen geladen. Die Verluste der am n\u00e4chtlichen H\u00e4userkampf beteiligten Kompanien waren gering. Sie gingen vielleicht sogar auf \u201cfriendly fire\u201d zur\u00fcck. Erstaunlicherweise blieb im Fort de Fl\u00e9ron alles ruhig, obwohl vom Fort aus die Stra\u00dfe nach Micheroux einzusehen war.<\/p>\n<p>Als gegen 02.00 Uhr die Spitze der Sturmkolonne die ersten H\u00e4user von Li\u00e9ry erreichte, schlug den Angreifern von allen Seiten aus H\u00e4usern, Hecken und G\u00e4rten heftiges Gewehrfeuer entgegen. Dieses Feuer wurde noch durch zwei auf der Dorfstra\u00dfe aufgefahrene belgische Gesch\u00fctze verst\u00e4rkt, die mit Kart\u00e4tschenfeuer \u2013 von der Artillerie verschossene Schrotladungen \u2013 in die Marschkolonne schossen.\u00a0 Die Verluste waren hoch. T\u00f6dlich getroffen sank General-major von Wussow vom Pferd, gleichzeitig fiel sein Ordonnanzoffizier und der neben ihm reitende Kommandeur des InfRgt 27, Oberst Kr\u00fcger. Nun mussten Sto\u00dftrupps die tapferen Verteidiger aus ihren H\u00e4usern vertreiben.<\/p>\n<p>Um 04.00 Uhr, nach zwei blutigen Stunden, hatte sich die 14. InfBrig den Westrand von Li\u00e9ry erk\u00e4mpft. Nach Plan h\u00e4tte sie schon im Besitz der Chartreuse sein m\u00fcssen. Doch auch das n\u00e4chste Zwischenziel, Queue du Bois, konnte nur m\u00fchsam erk\u00e4mpft werden. Schnell wurden Gesch\u00fctze am Westrand von Li\u00e9ry in Stellung gebracht und das Feuer auf die Verteidiger von Queue du Bois er\u00f6ffnet. Gleichzeitig gingen unter F\u00fchrung von Major von Marcard die 3. und 4. Kompanie des J\u00e4gerbataillons 4, vermengt mit Teilen des InfRgt 27, s\u00fcdlich und n\u00f6rdlich der Stra\u00dfe nach Queue du Bois vor. Dicht hinter ihnen folgte Generalmajor Ludendorff. Der Widerstand wurde st\u00e4rker. Kleine Kampfgruppen, unterst\u00fctzt von Pionieren, erk\u00e4mpften jedes Haus. Weitere Haubitzen mussten auffahren. Erst um 06.30 Uhr war der Westrand von Queue du Bois erreicht. Die Infanterie stie\u00df den nach Westen ausweichenden Belgiern nach. Gegen 03.00 Uhr hat das Gros des InfRgt 165, unterst\u00fctzt durch eine Maschinengewehrkompanie des J\u00e4gerbataillons 4, die n\u00f6rdlich von Sur Fosse gelegenen Gr\u00e4ben der Belgier genommen. Hier machte die MG-Kompanie Gefangene, 1 Offizier und etwa 85 Soldaten. W\u00e4hrend in Queue du Bois heftig gek\u00e4mpft wurde, sammelte Oberst von Oven sein stark gelichtetes Regiment in Li\u00e9ry. Die Brigade war zu ersch\u00f6pft und durch die n\u00e4chtlichen K\u00e4mpfe zu sehr vermischt worden, um dem abziehenden Verteidiger zu folgen. So wurde am 6. August 1914 von 07.00 bis 09.00 Uhr beiderseits des Nordwestteils von Queue du Bois eine l\u00e4ngere Rast befohlen.<\/p>\n<p>Der Befehl, die Chartreuse um 04.00 Uhr von Norden und S\u00fcden anzugreifen, war hinf\u00e4llig geworden. So marschierte die Brigade vorerst weiter und erreichte gegen 12.30 Uhr die H\u00f6hen bei Les Bruy\u00e8res, 2,5 km s\u00fcdwestlich von Jupille. Vor und unter ihnen lag die Chartreuse, auf dem anderen Maas-Ufer, inmitten der H\u00e4userschluchten von L\u00fcttich, die Zitadelle.<\/p>\n<p>Welche Gedanken gingen den Quedlinburgern J\u00e4gern durch den Kopf? War der Kampf um die D\u00f6rfer schon so heftig, wie sollte diese Stadt mit ihren vielen Befestigungen erobert werden?<\/p>\n<p>Gegen 13.30 Uhr schoss die Artillerie sparsames St\u00f6rfeuer auf die Stadt, vor allem auf die Chartreuse und die Zitadelle. Am sp\u00e4ten Nachmittag stellte die Radfahrkompanie des J\u00e4gerbataillons 4 fest, dass die Chartreuse vom Feind frei war. Also wurde sie sofort von einer Kompanie des InfRgt 165 besetzt; man brachte alle bisher eingebrachten Gefangenen dort unter \u2013 \u00fcber 1.000 an der Zahl. Alle Versuche, zu den eigenen Nachbarn, der 27. Brigade im Norden und der 11. Brigade im S\u00fcden, Verbindung aufzunehmen, scheiterten. Auch die Verbindung zu den Kr\u00e4ften in der Tiefe war abgebrochen. Die 14. Brigade stand im Festungsg\u00fcrtel von L\u00fcttich allein da! Im Halbkreis um Godet und Les Bruy\u00e8res richtete sie sich mit Front nach Westen, S\u00fcdwesten und S\u00fcden zur Verteidigung ein.<\/p>\n<p>Nun ein Blick zur Entwicklung der 34. InfBrig mit dem unterstellten J\u00e4gerbataillon 7, die bei Lixh\u00e9 die Maas \u00fcberwunden hatte. Nach erfolgter Bereitstellung in Herm\u00e9e marschierten die Infanterieregimenter 89 und 90 samt J\u00e4gerbataillon 9 auf L\u00fcttich zu, ohne den Weg hinein zu erkunden, und wurden bei Rh\u00e9es und Herstal in K\u00e4mpfe verwickelt. Schlie\u00dflich mussten sie den R\u00fcckzug antreten. Nur das J\u00e4gerbataillon 7 aus B\u00fcckeburg, es bildete den westlichen Fl\u00fcgel, erreichte im Morgengrauen des 6. August 1914 bei Tribouillet den Nordrand von L\u00fcttich. Durch den Nebel schimmernd, tief unter ihnen, \u00f6ffnete sich den J\u00e4gern die Maas-Schleife. Aus ostw\u00e4rtiger Richtung war nur schwacher Gefechtsl\u00e4rm zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Vorerst wurden Wachen aufgestellt und die Bewohner der n\u00e4chsten H\u00e4user aufgefordert, Kaffee zu kochen. Der Bataillonskommandeur, Major Donalies, entschied, die 1. Kompanie zur Aufkl\u00e4rung in die Stadt zu schicken. Die deutschen J\u00e4ger mit den gr\u00fcnen Uniformen und einem Tschako statt der Pickelhaube auf dem Kopf wurden von den Bewohnern f\u00fcr eine englische Hilfstruppe gehalten und mit gro\u00dfem Hurra begr\u00fc\u00dft. Das machte auf die Kompanie einen guten Eindruck \u2013 sie f\u00fchlten sich sicher. Doch bald wurde aus der Kom\u00f6die eine Trag\u00f6die, wie dem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Augenzeugenbericht des damaligen Oberj\u00e4gers M. Strathmann zu entnehmen ist:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201e<em>Wir marschieren als Paradetruppe nach L\u00fcttich hinein. Voran ein Zivilist, dann vier Offiziere: Kommandeur und Adjutant der 9. J\u00e4ger, unser Hauptmann und Leutnant d.R. v. Alvensleben. Dann die entrollte Fahne, die Kompagnie in tadelloser Gruppenkolonne, genauso, als wenn wir in B\u00fcckeburg die Fahne vom Schloss geholt h\u00e4tten. Menschen dr\u00e4ngen sich um uns. Das Ungeheuerliche wird uns immer klarer: die Bev\u00f6lkerung erkennt uns nicht, h\u00e4lt uns f\u00fcr Engl\u00e4nder, die gekommen sind, L\u00fcttich zu entsetzen. Rufe: Vive La France! Vive L`Angleterre! Das Volk ist begeistert, schwenkt T\u00fccher, alle Fenster voller Menschen. Schokolade und Zigaretten kommen in unsere Taschen. Unheimlich. Schweigsam marschieren wir immer weiter in die Stadt. Wir wissen nur: wir sollen in L\u00fcttich Quartier machen; andere behaupten: wir sollen den B\u00fcrgermeister verhaften. Eine belgische Milit\u00e4rkapelle steht an der Stra\u00dfe \u2013 wir marschieren vorbei \u2013 bek\u00fcmmern uns nicht \u2013 marschieren nur. Pl\u00f6tzlich: Halt, Gewehr ab! Wir stehen vor der Stra\u00dfenabzweigung unter der Kirche. Halblinks war nur eine Fabrik (Waffenfabrik). Am Gitter stehen zwei Belgier in hohen Pelzm\u00fctzen als Posten. Der Zivilist geht in das Geb\u00e4ude neben der Fabrik, kommt mit zwei belgischen Offizieren ebenfalls in Pelzm\u00fctzen aus dem Geb\u00e4ude heraus \u2013 auf die Kompagnie zu. Einer der belgischen Offiziere soll unsere Herrn an der Spitze gefragt haben: \u2018Sind Sie Deutsche oder Engl\u00e4nder?\u2019 Alvensleben schreit ihn an: \u2018Wir sind Deutsche!\u2019 Sofort ziehen die Belgier ihre Pistolen, und die Offiziere der Spitze fallen bis auf den Adjutanten der 9. J\u00e4ger. <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Uns trifft dieser \u00dcberfall, als wir gerade die Gewehre zusammensetzen wollen. Grausame Lage: Gewehr in der Hand \u2013\u00a0 dann laden \u2013 jeder handelt selbst\u00e4ndig. Inzwischen ist die H\u00f6lle \u00fcber uns losgebrochen. Die Fabrik feuert aus allen Fenstern und L\u00f6chern \u2026Wir k\u00f6nnen keinen Gegner sehen. Zivilisten st\u00fcrzen aus den H\u00e4usern und knallen in unsere Reihen. Kein Kommando \u2013\u00a0 kein Befehl \u2013 wir zogen wieder die Stra\u00dfe r\u00fcckw\u00e4rts\u2026 Wer liegt, bleibt liegen; mitnehmen unm\u00f6glich. V\u00f6llig zerbrochen an Leib und Seele kommen wir wieder auf die H\u00f6hen am Fluss. Keine Truppe \u2013\u00a0 sondern eine Herde zerqu\u00e4lter Menschen.\u201c(23)<\/em><\/p>\n<p>Soweit die Schilderung des Oberj\u00e4gers Strathmann, die sein subjektives Empfinden wiedergab. Dabei ist dem Oberj\u00e4ger aber das wichtigste Detail entgangen. Vor der Fabrik befand sich das Hauptquartier des belgischen Befehlshabers Gouverneur General L\u00e9man. Hier erkannte man den Fehler schnell, reagierte aber falsch! Aus der Paradeordnung der auf der Rue St. Foy nach S\u00fcden aufmarschierenden Deutschen folgerten die belgischen Generalstabsoffiziere, dass die Deutschen die gesamte Nordfront aufgerollt h\u00e4tten. Nach dem belgischen Generalstabsplan h\u00e4tte alles passieren d\u00fcrfen, nur nicht der Verlust der Nordfront. Auch hier Panik! W\u00e4hrend Angeh\u00f6rige des belgischen Stabes fielen, sorgte der Chef des Generalstabs daf\u00fcr, dass der 60j\u00e4hrige General L\u00e9man die Kommandantur \u00fcber den Hintereingang verl\u00e4sst und \u00fcber eine an den Park grenzende Gartenmauer gehoben wird. Ziel war die nur wenige hundert Meter entfernte Zitadelle.<\/p>\n<p>Auf den H\u00f6hen n\u00f6rdlich von Bois de Breux stand inzwischen deutsche Feldartillerie in Feuerstellung. Ein Leutnant schaute durch sein Glas auf die Zitadelle. Entfernung 4.200! Feuer! Wo bleibt der Schuss? Gerade in dem Moment, als L\u00e9man hier oben ankam, fielen drei Granaten ausgerechnet in die Mitte des Festungshofes! General L\u00e9man war \u00fcberzeugt, dass diese Salve ihm und seinen Begleitern gegolten hat.(24) Er fasste mit seinem Chef des Generalstabs einen unheilvollen Entschluss. Das alte Gem\u00e4uer der Zitadelle wurde nicht mehr als sicher genug angesehen. Unverz\u00fcglich brach man in das 6 km nordwestlich gelegene Fort de Loncin auf.<\/p>\n<p>Inzwischen wurde der deutsche Leutnant von seinem Batteriechef ger\u00fcffelt: \u201e<em>Wo sind die Feinde? \u2013 sind Sie verr\u00fcckt?\u201c <\/em>Der Leutnant wurde wegen Vergeudung von Munition f\u00fcrchterlich zusammengestaucht. Gegen 08.00 Uhr traf L\u00e9man im Fort de Loncin ein. Unter dem Eindruck, dass die Front an mehreren Stellen durchbrochen ist und die \u00fcbrigen Truppen nicht mehr voll kampff\u00e4hig sind, erteilte er um 08.35 Uhr folgenden Befehl: <em>\u201eUnsere Truppen werden sich wieder in der Linie Fort Lantin \u2013 Amon Delbroucq Coq Fontaine \u2013 Gr\u00e2ce-Berleur \u2013 Fort de Hollogne, Front nach L\u00fcttich, festsetzen. Es sind Sch\u00fctzengr\u00e4ben anzulegen und zun\u00e4chst Verb\u00e4nde zu bilden aus den Einheiten, wie sie gerade zusammentreffen. <\/em><em>Hauptquartier Fort de Loncin<\/em><em>\u201c<\/em><em>.(25)<\/em><\/p>\n<p>Dabei waren die Angriffe der 27. InfBrig erfolgreich abgeschlagen worden. Von den 1.800 Mann des InfRgt 89 waren nur 600 \u00fcbriggeblieben. Sie wurden \u00fcber eine Behelfsbr\u00fccke auf das Ostufer der Maas zur\u00fcckgenommen und biwakierten \u00f6stlich von Mouland. Im S\u00fcdabschnitt sah es f\u00fcr General Emmich auch nicht viel besser aus. Die getrennt vorgehenden Brigaden verloren in der Nacht die Verbindung, sch\u00e4tzten den Widerstand als zu stark ein und gingen zur\u00fcck \u2013 in Unkenntnis der an anderer Stelle erk\u00e4mpften Erfolge. Inzwischen waren alle zu den Nachbarbrigaden entsandten Patrouillen ergebnislos zur\u00fcckgekehrt. Sie hatten nirgendwo deutsche Truppen finden k\u00f6nnen und waren bald auf den Widerstand von Resten der belgischen Abschnittsbesatzungen gesto\u00dfen. Um zumindest den Teilerfolg aller Angriffsbem\u00fchungen vom 6. August zu sichern und beste Ausgangsbedingungen f\u00fcr den kommenden Tag zu schaffen, befahl Emmich noch am sp\u00e4ten Abend, die vor der 14. Brigade liegenden Maas-Br\u00fccken zu besetzen. Gegen 22.30 Uhr setzte die 3. Kompanie des J\u00e4gerbataillons 4 diesen Auftrag um. Die Nacht verlief ohne weitere St\u00f6rung.<\/p>\n<p>Warum unternahmen die Belgier, die noch im Besitz aller Panzerforts waren, keine Anstalten, die Maas-Br\u00fccken wiederzugewinnen und die 14. Brigade in ihrer \u2013 die Stadt bedrohenden \u2013 Stellung anzugreifen? Warteten sie darauf, dass diese Brigade ihre Stellungen verlassen muss, um von den H\u00f6hen des ostw\u00e4rtigen Ufers zur Maas hinabzusteigen?<\/p>\n<p>Mit einer geschw\u00e4chten Infanteriebrigade in die Industriestadt L\u00fcttich einzumarschieren, erschien riskant.\u00a0 Um 06.30 Uhr befahl General Emmich den Einmarsch in die Stadt. Nur 30 min sp\u00e4ter r\u00fcckten sechs Kompanien des InfRgt 165, ein Maschinengewehrzug, ein Gesch\u00fctzzug sowie Pioniere vor. Dicht hinter der Spitze der Kommandeur, Oberst von Oven, und der Chef des Korpsstabs, Oberst Graf von Lambsdorff. Gegen 07.00 Uhr r\u00fcckte das InfRgt 165 \u00fcber die Boverie-Br\u00fccke, ohne auf Widerstand zu sto\u00dfen, in die Innenstadt ein. Neun belgische Kompanien streckten die Waffen. Im Vorort Ans, an der Stra\u00dfe nach Br\u00fcssel, bezogen die 165er eine Verteidigungsstellung, w\u00e4hrend sich das InfRgt 27 in der Zitadelle festsetzte. Am Nordfl\u00fcgel bezogen die 27. und 34. Brigade Quartier s\u00fcd\u00f6stlich von Vis\u00e9 bis nach Neuchateau. Die beiden Brigaden des S\u00fcdfl\u00fcgels hingen zur\u00fcck. Sie biwakierten in der Gegend von Louveigne. Auch stand die Masse der Kavallerie im Norden wie im S\u00fcden noch ostw\u00e4rts der Maas- und Ourthe-Linie. Das war General Emmich aber nicht bekannt. Noch fehlte die Verbindung zu diesen Brigaden. Nur die 14. Brigade stand mit Teilen in L\u00fcttich, hatte die Zitadelle besetzt und viele deutsche Soldaten aus belgischer Gefangenschaft befreit \u2013 hier vornehmlich Angeh\u00f6rige der 34. Brigade. Alle Br\u00fccken, einschlie\u00dflich der wichtigen Eisenbahnbr\u00fccke, waren in deutscher Hand. Nur die alte Stra\u00dfenbr\u00fccke \u201cPont des Arches\u201d konnte von den Belgiern teilweise gesprengt werden. Trotzdem war die Lage angespannt. Infanterie und Artillerie hatten sich bis auf schwache Restbest\u00e4nde verschossen und alle Panzerforts waren noch kampfbereit. Was f\u00fcr eine Konstellation! Der Angreifer sa\u00df mit nur einem Bruchteil seiner Kr\u00e4fte im Kern der Festung L\u00fcttich und die Verteidiger harrten in ihren Panzerforts, die L\u00fcttich umschlossen, aus.<\/p>\n<p>In dieser insgesamt un\u00fcbersichtlichen Lage befahl General Emmich kurzerhand dem Oberleutnant von Nida, sich ein Taxi zu nehmen und den 100 km langen Frontabschnitt nach den Brigaden abzusuchen. Der belgische Taxifahrer ging auf das Gesch\u00e4ft ein und fuhr mit dem Oberleutnant und einem J\u00e4ger zun\u00e4chst in Richtung S\u00fcden. Bald konnte Nida im Norden das belgische Fort de Fl\u00e9ron weit \u00fcber die Talstra\u00dfe hinweg im Kampf mit der deutschen Artillerie beobachten. Ungehindert passierten sie den belgischen Fortg\u00fcrtel und stie\u00dfen auf Soldaten der Regimenter 20 und 35 der 11. InfBrig, die beim Anblick des aus einem belgischen Taxi steigenden deutschen Offiziers einigerma\u00dfen verbl\u00fcfft waren. Nach langem Suchen fand Nida den Kommandeur, Generalmajor von W\u00e4chter, auf einer Anh\u00f6he. Er erz\u00e4hlte dem verdutzten W\u00e4chter vom Einmarsch der 14. Brigade nach L\u00fcttich, die dort dringend durch die 11. Brigade verst\u00e4rkt werden m\u00fcsse. Dazu solle er mit seiner Brigade den Weg nehmen, den Nida soeben gekommen sei. Zun\u00e4chst glaubte Nida, der General w\u00fcrde ihn wegen der Zumutung, durch eine intakte und feuernde Fortlinie zu marschieren, f\u00fcr verr\u00fcckt halten. Doch der entschied sich anders. Er hielt Nida nun f\u00fcr einen Spion und lie\u00df ihn verhaften \u2013 jeder Einwand war zwecklos. Feldgendarmen f\u00fchrten ihn weg. Doch Nida konnte die einfachen Soldaten trotz ihrer Furcht vor dem Kommandeur \u00fcberreden, ihn noch einmal zum General zu bringen. Zum Beweis seiner Identit\u00e4t z\u00e4hlte Nida dem General dessen gesamten milit\u00e4rischen Werdegang unter Ber\u00fccksichtigung der Rangliste aller Gener\u00e4le auf. Das beeindruckt General von W\u00e4chter und er befahl sofort: Brigade marsch!<\/p>\n<p>Vom Verbleib der 38. und 43. Brigade war der 11. Brigade nichts bekannt. Auf der weiteren Suche versagte der Wagen im bergigen Gel\u00e4nde \u00f6fters, sodass Nida sich gezwungen sah, nach L\u00fcttich zur\u00fcckzufahren. Vor dem Rathaus tauschte er das Taxi gegen einen schweren Wagen ein und lie\u00df sich von seinem Taxifahrer \u00fcber Ougr\u00e9e nach S\u00fcdwesten, Richtung Plainevaux fahren \u2013 von der erregten Bev\u00f6lkerung lebhaft bestaunt.<\/p>\n<p>Ein belgisches Auto \u00fcberholte das Taxi und f\u00fchrte es in das n\u00e4chste Dorf. Dort lag die Leiche des in der Nacht zuvor gefallenen Kommandeurs des InfRgt 74, Prinz zur Lippe.(26) Dann ging es ungehindert weiter. Pl\u00f6tzlich waren die Stra\u00dfen verbarrikadiert, das Pflaster aufgerissen, B\u00e4ume gef\u00e4llt und Drahthindernisse angelegt. Der Chauffeur begann sofort, lebhaft auf einen Mann einzureden, der eine Sch\u00e4rpe mit belgischer Flagge trug. Die Stra\u00dfe f\u00fchrte direkt auf das Fort de Boncelles zu. Nun schwang sich der Mann mit der Sch\u00e4rpe auf ein Motorrad und f\u00fchrte das Auto in weiten B\u00f6gen durch die Waldungen und um ein Netz von Sperren herum. Dann ging es ohne F\u00fchrung stundenlang weiter, bis sie auf ein einsames Waldwirtshaus stie\u00dfen. Die Wirtin berichtete, dass die Deutschen vor 24 Stunden hier auf dem R\u00fcckzug durchgekommen seien. Nach einer kleinen St\u00e4rkung ging es schnell weiter \u00fcber Rotheux ostw\u00e4rts an die Ourthe. Am sp\u00e4ten Nachmittag traf Nida auf Verwundete vom Regiment 73, die aber \u00fcber den Verbleib ihres Regiments nichts sagen konnten. Also weiter Richtung S\u00fcdosten. Zerschossene H\u00e4user zeugten von schweren K\u00e4mpfen \u2013 sonst nichts, nur unheimliche Ruhe. Die D\u00e4mmerung zog schon auf, als Nida s\u00fcdlich von Poulheur an der Br\u00fccke \u00fcber die Ourthe Soldaten sah \u2013 deutsche oder belgische? Es waren Vorposten der 9. Kavalleriedivision! Auch hier rechnete Nida damit, als Spion festgenommen zu werden. Doch seine Schilderungen von der Einnahme L\u00fcttichs r\u00fchrten die Soldaten zu Tr\u00e4nen. Sie hatten unter den heftigen n\u00e4chtlichen Angriffen schwer gelitten und waren deprimiert \u00fcber das Fehlschlagen ihres Angriffs. Umso mehr freute sie der Erfolg der 14. Brigade. Als Nida den Stab der 9. Kavalleriedivision erreichte, war es Nacht. Hier wurde er mit gro\u00dfem Hurra empfangen. Nach der Lageeinweisung wurde Nida auf die R\u00fcckzugsstra\u00dfe der 38. und 43. Brigade gef\u00fchrt. Um 01.00 Uhr erreichte er in Theux das Stabsquartier der beiden Brigaden. Sofort wurden die Befehle f\u00fcr einen erneuten Vormarsch auf L\u00fcttich ausgegeben. Zur gleichen Zeit erreichte Oberst Bober, Kommandeur des InfRgt 16 die Kunde vom Durchbruch der 14. Brigade. Unverz\u00fcglich alarmierte er sein Regiment und f\u00fchrte es, w\u00e4hrend die M\u00f6rser den Marsch absicherten, zwischen de Barchon und d\u2019Evegn\u00e9e gl\u00fccklich hindurch. Die benachbarten Regimenter 25 und 53 folgten. Nach 24 Stunden konnte Oberleutnant Nida General Emmich endlich Meldung machen. Der lie\u00df eine Flasche Sekt kommen. Auf die Frage, warum er einen deutschen Offizier gefahren hat, soll der Taxifahrer geantwortet haben, dass so freundlich, so nett, so r\u00fchrig und so vornehm nur ein Engl\u00e4nder sein k\u00f6nne. Er habe sich ihm in perfektem Franz\u00f6sisch vorgestellt und ihn angel\u00e4chelt. Da sei er dann ohne Bedenken mit ihm herumgefahren.<\/p>\n<p>Am Morgen des 8. August 1914 meldete die im S\u00fcden von L\u00fcttich stehende 9. Kavalleriedivision, franz\u00f6sische Truppen h\u00e4tten am Tag zuvor die belgische Grenze \u00fcberschritten und seien im Marsch von Dinant auf L\u00fcttich. Eine Meldung, die General Emmich aufschreckte. In der Tat erfolgte der franz\u00f6sische Aufmarsch gem\u00e4\u00df \u201cPlan XVII\u201d. Mit einem Vorsto\u00df nach Lothringen hinein wollten die Franzosen den rechten deutschen Fl\u00fcgel umfassen. Dazu hatten sie bereits am 6. August die Vogesenp\u00e4sse besetzt und bereiteten einen ringf\u00f6rmigen Angriff auf das els\u00e4ssische M\u00fchlhausen (heute Mulhouse, Frankreich) vor. M\u00fchlhausen konnte von den Franzosen weitgehend kampflos \u00fcbernommen werden, da die schwache deutsche Besatzung die Stadt ger\u00e4umt hatte. Gegen den urspr\u00fcnglichen Schlieffen-Plan, sich im S\u00fcden zun\u00e4chst nur defensiv zu verhalten, trat die noch in der Mobilisierung befindliche 7. Deutsche Armee zum Gegenangriff an.(27)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die franz\u00f6sische Armee also gem\u00e4\u00df Plan XVII entwickelte und somit f\u00fcr die deutschen Truppen um L\u00fcttich keine Gefahr darstellte, erreichte die stark abgek\u00e4mpfte belgische 3. Division und die belgische 15. Brigade den Aufmarschraum der belgischen Armee ca. 50 Kilometer westlich von L\u00fcttich. Hier standen vier einsatzf\u00e4hige Divisionen! Auf einen Vormarsch auf L\u00fcttich \u2013 hier waren noch alle 12 Forts in belgischer Hand \u2013 wurde verzichtet, weil die deutschen Kr\u00e4fte weit \u2013 n\u00e4mlich auf 5 bis 6 Armeekorps \u2013 \u00fcbersch\u00e4tzt wurden. Man wollte einer Einkesselung entgehen.(28)<\/p>\n<p>Die zur Zerst\u00f6rung der belgischen Panzerforts eingesetzten 21cm-M\u00f6rser-Bataillone vom Fu\u00dfartillerie-Regiment 9 und vom Fu\u00dfartillerie-Regiment 4 erwiesen sich als nicht ausreichend wirksam. Der deutsche Zeitplan kam ins Wanken. Da erinnerte sich ein subalterner Artillerieoffizier, dass die Waffenschmiede Krupp Haubitzen vom Kaliber 42 cm \u00a0entwickelt hat. Ihm wurde nun befohlen, dieses Gesch\u00fctz von Krupp unverz\u00fcglich herbeizuschaffen. Krupp weigerte sich zun\u00e4chst, die Haubitze herauszugeben, da f\u00fcr sie noch keine einsatz-tauglichen Schie\u00dftabellen vorlagen und es au\u00dferdem auch noch keine leistungsstarke Zugmaschine gab. Kurzerhand requirierte der Offizier geeignete Landmaschinenschlepper der Firma Krupp.(29) Dieses in L\u00fcttich im August 1914 erstmalig von der deutschen Armee eingesetzte Gesch\u00fctz wurde sp\u00e4ter unter dem Namen \u201eDicke Berta\u201c bekannt (ein Geschoss wog eine Tonne).<\/p>\n<p>Am 12. August 1914 er\u00f6ffnete die Fu\u00dfartillerie mit einem M\u00f6rser-Bataillon das Feuer auf das Fort de Pontisse und mit einem anderen M\u00f6rser-Bataillon auf das Fort de Fl\u00e9ron. W\u00e4hrend auf de Fl\u00e9ron noch das 1. Bataillon der Fu\u00dfartillerie mit den schweren Feldhaubitzen des IX. Armeekorps trommelte, war vor dem Fort de Pontisse auch eine Batterie der 42cm-M\u00f6rser in Stellung gegangen. Um 18.40 Uhr rollte aus der Gegend von Mortier ein bisher noch nie vernommener Gesch\u00fctzdonner: Die \u201cDicke Bertha\u201d schleuderte ihr erstes 16 Zentner schweres Geschoss in den Himmel. Mit Geheul und unbeschreiblicher Gewalt sauste es aus 4.000 m H\u00f6he auf die Betondecke des Forts. Das Empfinden der Besatzung l\u00e4sst sich kaum in Worte fassen.<\/p>\n<p>Am 13. August 1914 fielen die Fortins d\u00b4Embourg und de Chaudfontaine sowie das Fort de Pontisse. Tags darauf das Fortin de Liers und das Fort de Fl\u00e9ron. Seit den fr\u00fchen Morgenstunden des 15. August 1914 lagen die n\u00f6rdlichen Forts der Westfront, das Fortin de Lantin und das Fort de Loncin unter Artilleriebeschuss. W\u00e4hrend Lantin schon vor 12.00 Uhr fiel, ergab sich Loncin um 17.15 Uhr. Eine 42cm-Granate hatte die Munitionskammer getroffen.(30)<\/p>\n<p>Aus diesem Tr\u00fcmmerfeld kam General G\u00e9rard Leman mit seinem Adjutanten, Hauptmann Collard. Da ging der deutsche Hauptmann Ernst Gruson, Kommandeur des 3. Bataillons \/ InfRgt 165 zum belgischen Kommandanten, legte ihm die Hand auf die Schulter und machte ihn zum Gefangenen. Mit einem schnellen Griff zog Leman seinen Browning aus der Tasche und hielt ihn gegen seine Schl\u00e4fe. Gruson konnte die Waffe entwenden und tr\u00f6stete Leman: <em>\u201eMehr k\u00f6nne man von einem Gouverneur nicht verlangen, als dass er sich mit seiner Festung in die Luft sprengen lasse; die Welt w\u00fcrde von der tapferen Verteidigung L\u00fcttichs sprechen.\u201c<\/em>(31)<\/p>\n<p>Ergriffen fasste Leman nach der Hand des deutschen Hauptmanns und hielt sie fest.(32)<\/p>\n<p>Auch diese Situation war einigerma\u00dfen grotesk: Der zerschmetterte Panzerturm war einst von den Gruson-Werken von Magdeburg-Buckau auf Bestellung des belgischen Generals Brialmont geschmiedet und nach Loncin geliefert worden. Und nun steht ein Neffe des damaligen Inhabers vor den Tr\u00fcmmern der Panzerkuppeln und nimmt den Gouverneur gefangen! Dann reicht Gruson dem immer noch unter Erstickungsanf\u00e4llen leidenden Leman einen Becher und l\u00e4sst ihn auf einem mit Strohsch\u00fctten beladenen Wagen nach L\u00fcttich zum Kommandierenden General Emmich fahren.<\/p>\n<p>Am Westufer der Maas bedrohten jetzt nur noch das Fortin Hollogne und das Fort de Flemalle den deutschen Durchmarsch. Um nicht weiter unn\u00f6tig Blut zu vergie\u00dfen, schlug General Emmich vor, die beiden Kommandanten zur \u00dcbergabe zu \u00fcberreden. Man sagte ihnen, dass alle anderen Forts gefallen seien und ihr Gouverneur in Gefangenschaft sei. Das wollten sie nicht glauben. So wurden die beiden Kommandeure in die Zitadelle zu ihrem gefangenen Gouverneur gebracht. Ihn fragten sie, ob sie ihre Forts \u00fcbergeben sollten.<\/p>\n<p>Leman, die eiserne Exzellenz, kl\u00e4rte die beiden belgischen Hauptleute auf: <em>\u201eEin Fort oder eine Festung, welche nicht beschossen wurde, kann sich nicht ergeben!\u201c<\/em> Sie bedankten sich und wurden wieder in ihre Forts gefahren. Am n\u00e4chsten Morgen ergaben sie sich nach kurzer Beschie\u00dfung.<\/p>\n<h5>Gedanken zum \u201cHandstreich\u201d und zum Scheitern der kontinentalen Kriegspl\u00e4ne<\/h5>\n<p>Der \u201cHandstreich von L\u00fcttich\u201d, Auftakt zum Ersten Weltkrieg, zeigt exemplarisch den automatisierten Irrsinn moderner Kriege und macht betroffen. Hier wird deutlich, wie dieser Kriegsplan, von nur wenigen Berufsoffizieren in jahrelanger Arbeit akribisch entwickelt, an den meisten politischen Entscheidungstr\u00e4gern vorbeiging. Der Kriegsplan zog eine Mobilisierungsdynamik nach sich, deren R\u00e4derwerk \u2013 einmal in Bewegung gebracht \u2013 nicht mehr ohne gr\u00f6\u00dfte Friktionen zu stoppen war. Die Abh\u00e4ngigkeit von derartigen Kriegspl\u00e4nen lie\u00df die Akteure nur noch in Trance handeln \u2013 ob in Berlin, Paris oder Moskau \u2013 und wirkte sich im kontinentalen Europa fatal aus.<\/p>\n<p>Den \u201cSchlieffen-Plan\u201d auf dem Handstreich gegen die Festung L\u00fcttich aufzubauen, erscheint aus heutiger Sicht verwegen, wenn nicht sogar verantwortungslos. Als Entschuldigung kann man nur gelten lassen, dass nach den Verw\u00fcstungen durch den 30-j\u00e4hrigen Krieg, den Einf\u00e4llen Ludwigs XIV. und den Verheerungen Napoleons k\u00fcnftige Kriege au\u00dferhalb der deutschen Landesgrenzen gef\u00fchrt werden sollten. Doch allzu selbstgerecht sollte man aus heutiger Sicht dieses Vorgehen nicht beurteilen: denn dem <em>\u201cGeneral Defense Plan\u201d<\/em> (GDP) der NATO (1955-1990) lag eine ebenso irrationale Planung zugrunde, die jedoch weitaus gr\u00f6\u00dfere Dimensionen hatte. Die Kriegs- bzw. \u201cVerteidigungsplanungen\u201d der NATO im Kalten Krieg h\u00e4tten in eine unvorstellbare und bis dahin kaum gekannte Zerst\u00f6rung gef\u00fchrt.\u00a0 Zwischen Weser und Weichsel hatte die <em>\u201cNukleare Planungsgruppe der NATO\u201d<\/em> die Ziele von \u00fcber 2.000 Atomsprengk\u00f6rpern festgelegt. Von Verteidigung konnte hier nicht mehr die Rede sein. Welche deutschen Politiker kannten eigentlich diese Planungen, die letztlich in die totale Vernichtung gef\u00fchrt h\u00e4tten? Und wo wird heute noch an den verantwortungslosen Ritt auf dem atomaren Pulverfass erinnert? Der atomaren Katastrophe ist Europa nicht durch ein rationales Handeln der westlichen Politiker und Strategen entgangen, sondern durch gl\u00fcckliche F\u00fcgungen \u2013 und nicht zuletzt durch Gorbatschow!<\/p>\n<p>Allein das Zahlenverh\u00e4ltnis zu Kriegsbeginn(33) macht deutlich, dass die Mittelm\u00e4chte nur dann eine Chance gehabt h\u00e4tten, wenn es gelungen w\u00e4re, die Anfangserfolge entsprechend den Kriegspl\u00e4nen schnell auszunutzen und nachhaltig auszubauen.<\/p>\n<p>Zwei Tage nach dem Fall des letzten Forts in L\u00fcttich begann am 18. August 1914 die eigentliche Gro\u00dfoffensive des rechten deutschen Fl\u00fcgels zur Umfassung der alliierten Armeen. Schnell stie\u00dfen die deutschen Truppen nach Br\u00fcssel und Namur vor, w\u00e4hrend sich der Hauptteil der belgischen Armee in die Festung Antwerpen zur\u00fcckzog. Am 20. August 1914 begann die franz\u00f6sische Gro\u00dfoffensive in Richtung Deutsch-Lothringen und Saar-Ruhr-Gebiet.<\/p>\n<p>General Joffre hielt an dem Aufmarsch gem\u00e4\u00df Plan XVII fest, ohne sich vom deutschen Angriff auf Belgien auch nur eine Spur irritieren zu lassen. Dazu konzentrierte er 1,7 Millionen franz\u00f6sische Soldaten in 5 Armeen f\u00fcr den Angriff. Dann \u00fcberfielen auch ihn Zweifel. Zur vermeintlichen Absicherung der Nordflanke verlegte er die V. Armee unter Charles Lanrezac entsprechend weiter nordwestlich. Das gerade erst in Frankreich gelandete Britische Expeditionskorps unter General John French schloss sich n\u00f6rdlich bei Maubeuge an. Am 14. August 1914 \u00fcberschritten die franz\u00f6sische I. Armee unter General Auguste Dubail und die II. Armee unter General No\u0117l de Castelneau die Grenze und r\u00fcckten mit Schwerpunkt auf Saarburg (Lothringen) vor.<\/p>\n<p>Die von Kronprinz Rupprecht von Bayern befehligten deutschen Gro\u00dfverb\u00e4nde(34) wichen zun\u00e4chst k\u00e4mpfend zur\u00fcck, um dann Vorbereitungen zum Gegenangriff zu treffen.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich-Ungarn hatte seinen Mobilmachungsplan in den letzten Julitagen 1914 dahingehend ge\u00e4ndert, um starke Kr\u00e4fte gegen Serbien zu mobilisieren. Durch das schnelle Erscheinen der russischen Armeen an der galizischen Front musste die II. Armee zum n\u00f6rdlichen Kriegsschauplatz umdirigiert werden. Infolgedessen stie\u00df sie nach dem von Conrad von H\u00f6tzendorf ausgearbeiteten Kriegsplan mit unzul\u00e4nglichen Kr\u00e4ften aus dem galizischen Aufmarschraum nach Norden vor.<\/p>\n<p>Am 5. September 1914 stellten sich Franzosen und Engl\u00e4nder den vorst\u00fcrmenden Deutschen l\u00e4ngs der Linie Ourcq \u2013 Petit Morin \u2013 Marne \u2013 Vitry-le-Francois zur entscheidenden Schlacht, die als \u201cMarne-Schlacht\u201d in die Geschichte einging. Die vom Deutschen Reich angestrebte Umfassung und Vernichtung der franz\u00f6sischen Armee endete in einem verh\u00e4ngnisvollen, kriegsentscheidenden R\u00fcckschlag.(35) Was waren die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr?<\/p>\n<p>Aufgrund schlechter Verbindungen zu den Armeef\u00fchrern konnte Moltke den Angriff seiner Armeen nicht planm\u00e4\u00dfig koordinieren. So lie\u00df er den Armeef\u00fchrern freie Hand. Das f\u00fchrte dazu, dass die deutschen Truppen Paris nicht umfassten, sondern nur \u00f6stlich von Paris standen. Also ordnete Moltke im Verlauf der Marne-Schlacht den R\u00fcckzug an und meldete am 9. September 1914 dem Deutschen Kaiser: <em>\u201eMajest\u00e4t, wir haben den Krieg verloren!\u201c<\/em> Am 8. Dezember 1912 hatte der Kaiser bei den \u201cmilit\u00e4rpolitischen Besprechungen\u201d noch einen ganz anderen Moltke erlebt. Der soll damals den Kaiser mit den Worten <em>\u201eje eher, desto besser\u201c<\/em> zu einem baldigen Kriegsbeginn gedr\u00e4ngt haben.(36) Und in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1914 hatte Moltke dem \u00f6sterreich-ungarischen Generalstabschef Franz Graf Conrad von H\u00f6tzendorf ein Telegramm gesandt, in dem er die sofortige Mobilmachung gegen Russland verlangte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die franz\u00f6sische Armee streng hierarchisch gef\u00fchrt wurde, musste die deutsche F\u00fchrung auf den f\u00f6derativen Aufbau des Deutschen Reiches R\u00fccksicht nehmen. Durch die Neutralit\u00e4t Italiens konnte Frankreich Truppen von der Alpenfront abziehen. Dagegen verf\u00fchrte der \u201cRusseneinbruch\u201d in Ostpreu\u00dfen den deutschen Generalstab dazu, Truppen dem rechten Fl\u00fcgel in Belgien zum Abtransport nach Ostpreu\u00dfen zu entnehmen. Dabei hatte man ohnehin schon den rechten Fl\u00fcgel auf Kosten des linken Fl\u00fcgels geschw\u00e4cht. Durch den bis dahin schnellen Vormarsch hatten sich Versorgungsprobleme aufgetan. Die deutschen Armeen hatten mit Munitionsmangel und Personalengp\u00e4ssen zu k\u00e4mpfen. Nun mussten sich diese Armeen auch noch auf eine lange Verteidigungsschlacht in den behaupteten Linien einrichten.<\/p>\n<p>Der gem\u00e4\u00df dem Kriegsplan XVII in Elsass und Lothringen durchgef\u00fchrte franz\u00f6sische Angriff scheiterte ebenfalls. Die I. Armee war \u00fcberraschend bis auf M\u00fclhausen vorgesto\u00dfen, wurde aber hier am 9. August 1914 von der deutschen VII. Armee unter Generaloberst Josias von <em>Heeringen<\/em> zur\u00fcckgeschlagen. Nach erneutem Vorsto\u00df konnte M\u00fclhausen am 17. August 1914 eingenommen werden. Am Ende aber stand der R\u00fcckzug auf Belfort, da die \u201cEls\u00e4sser Armee\u201d am Nordfl\u00fcgel eingesetzt wurde. Die linke Angriffsgruppe begann am 15. August 1914 den Vormarsch nach Lothringen. Die deutsche VI. Armee unter dem Befehl des Kronprinzen Rupprecht von Bayern warf sie in der \u201cSchlacht in Lothringen\u201d (20. bis 22. August 1914) frontal zur\u00fcck. Infolge beiderseitiger Ersch\u00f6pfung m\u00fcndeten die dynamisch angelegten Kriegspl\u00e4ne in einen statischen Stellungskrieg.<\/p>\n<p>Dieser Ausgang entschied auch \u00fcber das Schicksal im Osten. Hier waren die \u00f6sterreich-ungarischen Angriffsarmeen dem russischen Massenangriff unter dem Oberkommandierenden Gro\u00dff\u00fcrst Nikolai Nikolajewitsch zuvorgekommen und der linke Fl\u00fcgel tief in wolhynisches Gebiet eingebrochen.<\/p>\n<p>Dagegen musste der rechte Fl\u00fcgel bei Lemberg und Przemy\u015dlany herbe Verluste einstecken und war nicht mehr angriffsf\u00e4hig. Nun erwartete man sich Hilfe von den Deutschen, die aber nach der Vernichtung der Njemen- und Narew-Armee bei Tannenberg auch nicht m\u00f6glich war.<\/p>\n<p>Am serbischen Kriegsschauplatz waren die \u00d6sterreicher nicht gl\u00fccklicher als auf dem galizischen. Ein erster Angriff der V. und VI. Armee unter Potiorek \u00fcber die Drina endete nach achtt\u00e4gigem Kampf mit dem Sieg der Serben.<\/p>\n<p>In Deutschland trug derweil die v\u00f6lkerrechtswidrige englische Blockade dazu bei, die wirtschaftliche Lage empfindlich zu versch\u00e4rfen. Nach dem Tod des rum\u00e4nischen K\u00f6nigs Karl am 10. Oktober 1914 drohte der Abfall des heimlich Verb\u00fcndeten. Die undurchsichtige Haltung der Vereinigten Staaten machte die Lage f\u00fcr die Mittelm\u00e4chte auch nicht einfacher. Die zunehmenden Munitionslieferungen an die Entente verdichteten die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den Banken um J.P. Morgan und den R\u00fcstungsfirmen noch mehr, w\u00e4hrend die Medien Sympathie f\u00fcr Gro\u00dfbritannien weckten.<\/p>\n<p>Die politische Propaganda der Entente, verbunden mit einer beispiellosen Gr\u00e4uelhetze, sollte sich als sehr effektiv erweisen. Letzten Endes standen alle beteiligten Kriegsparteien als Verlierer da \u2013 selbst Gro\u00dfbritannien. Es hatte auf dem Kontinent alle potentiellen Rivalen ausbluten lassen und sah sich 1918 noch als die \u201ceinzige Weltmacht\u201d. Aber diese \u201cWeltmacht\u201d war Schuldner der USA und durfte von nun an nur noch den Juniorpartner spielen. Das scheint bei manchen Briten noch immer nicht ganz angekommen zu sein, denn auch im Jahr der Jahrhundertfeier bestehen sie auf dem Mythos, dass der Erste Weltkrieg ein gerechter Krieg war, aus dem Gro\u00dfbritannien siegreich hervorgegangen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Wolfgang Effenberger ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes und seines Beirats<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Demn\u00e4chst folgt Teil 6: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19858\">Kritische Stimmen aus Gro\u00dfbritannien<\/a><\/span><\/p>\n<p><strong>Anmerkungen und Quellen<\/strong><\/p>\n<p>1) Luttwak, Edward N.: <em>The Grand Strategy of the Byzantine Empire<\/em>, Cambridge, Massachusetts: Belknap Press 2009, S. 299.<\/p>\n<p>2) Der Handstreich gegen L\u00fcttich vom 3. bis 7. August 1914, hrsg. vom Generalstab des Heeres, 7.(kriegswissenschaftliche Abteilung), Berlin 1939, S. 1<\/p>\n<p>3) 11.\/14.\/27.\/34.\/38. und 43. Brigade<\/p>\n<p>4) 2.\/4. und 9. Kavalleriedivision<\/p>\n<p>5) Der Handstreich gegen L\u00fcttich vom 3. bis 7. August 1914, hrsg. vom Generalstab des Heeres, 7.(kriegswissenschaftliche Abteilung), Berlin 1939, S. 2 und 3<\/p>\n<p>6) von Nord nach S\u00fcd: Fort de Barchon, Fortin d\u00b4Evegn\u00e9e, Fort de Fl\u00e9ron, Fort de Chaudfontaine, Fortin d\u00b4Embourg, Fort Boncelles<\/p>\n<p>7) Karl Helferich: Reden und Aufs\u00e4tze aus dem Krieg, Berlin 1917, S. 62<\/p>\n<p>8) nach aufsteigender Hierachie geordnet: Inf.Regt.165\/14.Inf.Brig.\/Bel.Trp.v.L\u00fcttich\/Gkdo.X.Armeek.\/AOK.2\/OHL.<\/p>\n<p>9) <em>\u201cJournal de Li\u00e8ge\u201d<\/em> vom 5. August 1914, zitiert in Kabisch, S. 55<\/p>\n<p>10) Auszug des belgischen Graubuchs. Eintrag No. 27 vom 4. August 1914.<\/p>\n<p>11) Generalstab des Heeres (Hrsg.): Handstreich gegen L\u00fcttich, Berlin 1939, S. 3<\/p>\n<p>12) Kabisch , S. 72<\/p>\n<p>13) Es meldeten sich bei ihrem Kommandeur Generalmajor von Wussow: Oberst Kr\u00fcger (Inf.Rgt 27), Oberst von Oven (Inf.Rgt 165), Major v. Marquard (J\u00e4ger Bataillon 4), Major de Greiff (II. Feldartillerieabteilung), Rittmeister von Etzdorff (1.\/Husarenregiment 10) sowie Hauptmann Thorner (4. Pionierbataillon 24).<\/p>\n<p>14) Thomas M\u00fcller: <em>Imaginierter Westen. Das Konzept des \u201edeutschen Westraums\u201c im v\u00f6lkischen Diskurs zwischen politischer Romantik und Nationalsozialismus.<\/em> transcript Verlag, Bielefeld 2009, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783837611120\">ISBN 978-3-8376-1112-0<\/a>, S.\u00a025; Gottfried Niedhart (Hrsg.): Gustav Mayer: <em>Als deutsch-j\u00fcdischer Historiker in Krieg und Revolution, 1914\u20131920. Tageb\u00fccher, Aufzeichnungen, Briefe<\/em> (=\u00a0Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts; Bd. 65), Oldenbourg, M\u00fcnchen 2009, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783486591552\">ISBN 978-3-486-59155-2<\/a>, S.\u00a049.<\/p>\n<p>15) Dieter Sch\u00e4fer (Hrsg.): Der Krieg 1914\/16, Leipzig\/Wien 1916, S. 131<\/p>\n<p>16) Imanuel Geiss (Hrsg.): <em>Juli 1914.<\/em> 3. Auflage. Deutscher Taschenbuchverlag, M\u00fcnchen 1986, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/3423029218\">ISBN 3-423-02921-8<\/a>, S. 344 ff., 371<\/p>\n<p>17) Zitiert aus Dietrich Sch\u00e4fer, 1916, S. 147<\/p>\n<p>18) Kabisch, S. 76<\/p>\n<p>19) Auskunft des Milit\u00e4rgeschichtlichen Forschungsamtes (14471 Potsdam, Zeppelinstr. 127\/128) auf Anfrage vom 19.02.2011, Tgb.-Nr.: 11-0231.<\/p>\n<p>20) Generalstab des Heeres (Hrsg.): Der Handstreich gegen L\u00fcttich vom 3. Bis 7. August 1914, Berlin 1939, S. 15<\/p>\n<p>21) Unter der Rubrik \u201cbesondere Auftr\u00e4ge\u201d hie\u00df es:<br \/>\n<em>\u201eZwei Komp. I.\/Inf.Rgt 165 gehen 0 Uhr 30 von M\u00e9len auf Fortin d\u00b4Evegne\u00e9 vor. Zwei Komp. II.\/Inf.Rgt 165 gehen 0 Uhr 30 auf gro\u00dfer Stra\u00dfe nach L\u00fcttich aus ihrem Biwak gegen Fort de Fl\u00e9ron vor. Ihre Aufgabe ist es, durch Vorgehen an das Werk auf wirksame Schussweite die Aufmerksamkeit der Besatzung auf sich zu ziehen und die vorgeschobenen Beobachtungsposten und Scheinwerfer unsch\u00e4dlich zu machen. (<\/em>Generalstab des Heeres, S. 15)<\/p>\n<p>22) Kabisch, Ernst: L\u00fcttich. Deutschlands Schicksalsschritt in den Weltkrieg. Berlin 1934, S.115<\/p>\n<p>23) Aus dem Brief des damaligen Oberj\u00e4gers M. Strathmann der I. Kompanie J\u00e4g.Btl 4 und sp\u00e4teren Reserveoffiziers im 7. J\u00e4gerbataillon und Pfarrers in Klein-Bremen bei B\u00fcckeburg vom 28. August 1934. Zitiert aus Kabisch, Seiten 92 und 93.<\/p>\n<p>24) Aus der Mitschrift einer Vorlesung von Oberstleutnant Paul Krug, Milit\u00e4rgeschichtslehrer an der Heeresoffizierschule Hamburg, im Februar 1967<\/p>\n<p>25) Zitiert aus Generalstab des Heeres 1939, S. 54<\/p>\n<p>26) Kabisch, S. 131<\/p>\n<p>27) Er wurde gef\u00fchrt vom Generaloberst Kronprinz Rupprecht von Bayern, Kommandeur der 6. Armee.[1] Die Unterstellung der 7. Armee unter das Kommando der 6. Armee war n\u00f6tig, da das Oberkommando der 7. Armee noch in Karlsruhe in der Aufstellung begriffen war. Diese weisungsgebundene Unterstellung der 7. Armee blieb in den n\u00e4chsten Wochen erhalten, um ein einheitliches Vorgehen der Nachbararmeen in der Schlacht um Lothringen (21.\/22. August 1914) zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>28) Die Belgier gingen hinter das Fl\u00fcsschen kleine Gete zur\u00fcck. 5<\/p>\n<p>29) Zugleich wurde die weniger bekannte, mobilere schlanken Emma von \u0160koda herangeschafft.<\/p>\n<p>30) Wolfdieter Bihl: <em>Der Erste Weltkrieg. 1914\u20131918.<\/em> B\u00f6hlau, Wien 2010, S. 90; Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich und Irina Renz in Verbindung mit Markus P\u00f6hlmann (Hrsg.): <em>Enzyklop\u00e4die Erster Weltkrieg.<\/em> Ferdinand Sch\u00f6ningh, Paderborn 2009, S. 45, S. 686 ff.<\/p>\n<p>31) Kabisch, S. 158-159<\/p>\n<p>32) Paul Krug: Vortrag im Februar 1967, pers\u00f6nliche Mitschrift<\/p>\n<p>33) \u00dcbersicht der Heeresst\u00e4rken<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Land<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>bei Kriegsbeginn<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>bei Kriegsende<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Deutsches Reich<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">3.900.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">8.000.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Frankreich<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">3.800.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">5.192.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">in Frankreich<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">118.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">3.500.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">in \u00dcbersee<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1.800.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>USA<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">in Frankreich<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1.956.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">in den USA<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1.830.194<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Serbien<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">300.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">150.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Belgien<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">300.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Griechenland<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">353.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Bulgarien<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">857.000<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Italien<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1.956.213<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00d6sterreich-Ungarn<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">2.300.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">2.500.000 (?)<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Ru\u00dfland<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><span style=\"font-size: 10pt;\">5.000.000<\/span><\/td>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>34) VI. Armee und VII. Armee<\/p>\n<p>35) Meyers Lexikon, Siebente Auflage, Zw\u00f6lfter Band, Leipzig 1930, Sp. 1230<\/p>\n<p>36) A. von M\u00fcller: <em>Aufzeichnungen \u00fcber die Aera Wilhelms II.<\/em> Hrsg. von W. G\u00f6rlitz (G\u00f6ttingen, 1965), S. 124 f.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Feldpostkarte von 1914: Beschie\u00dfung der Festung Reims<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: G.Garitan,\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 4.0<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=38722678\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=38722678<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Teil 5: Die kurze Halbwertszeit von Kriegspl\u00e4nen<\/b><br \/>\n<b>Ein Kommentar von\u00a0Wolfgang Effenberger.<\/b><br \/>\nIn den vorangegangenen Artikeln wurden vor allem die politisch-diplomatischen Facetten des anscheinend unaufhaltsamen Wegs in den Ersten Weltkrieg aufgezeigt. Nun soll mit der Darstellung des deutschen Angriffs auf die von 12 Festungsanlagen gesch\u00fctzte belgische Stadt L\u00fcttich Einblick in den generellen Wahnsinn und die vollkommene Absurdit\u00e4t eines Krieges vermittelt werden. Jedes rationale Denken l\u00f6st sich im Pulverdampf auf. Darauf hat schon der preu\u00dfische Heeresreformer, Milit\u00e4rwissenschaftler und Kriegsphilosoph Generalmajor Carl von Clausewitz (1780-1831) hingewiesen. F\u00fcr ihn f\u00fchren Friktionen, etwa Verz\u00f6gerungen, Fehler und Missverst\u00e4ndnisse, zu \u201eAbweichungen\u201c von akribischen Kriegsplanungen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":19856,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[1162],"tags":[473,2334,452,1027,1038,2335,188,2245,222,345],"class_list":["post-19853","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","tag-1-weltkrieg","tag-belgien","tag-deutschland","tag-frankreich","tag-grossbritannien","tag-kampfhandlungen","tag-krieg","tag-kriegsplaene","tag-russland","tag-voelkerrecht"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t5.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-5ad","jetpack-related-posts":[{"id":19595,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19595","url_meta":{"origin":19853,"position":0},"title":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (1)","author":"Webredaktion","date":"30. 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Geburtstag &#8211; Teil 2","author":"Webredaktion","date":"25. Mai 2024","format":false,"excerpt":"Teil 2: Reiseimpressionen aus Kaliningrad (ehemals K\u00f6nigsberg) Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger Am 22. April 2024, dem 300sten Geburtstag von Immanuel Kant, sollte neben anderen Veranstaltungen die 1. Internationale Konferenz \u201cZum ewigen Frieden\u201d in K\u00f6nigsberg \/ Kaliningrad stattfinden. 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September 2024","format":false,"excerpt":"Teil 4: Das Abendland marschiert in den Abgrund Kommentar von\u00a0Wolfgang Effenberger Mit der Ermordung des \u00f6sterreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajewo begann der Countdown zum Ersten Weltkrieg. 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