{"id":19803,"date":"2024-09-07T13:05:01","date_gmt":"2024-09-07T11:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19803"},"modified":"2024-10-06T02:16:29","modified_gmt":"2024-10-06T00:16:29","slug":"die-langen-schatten-des-ersten-weltkriegs-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19803","title":{"rendered":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (4)"},"content":{"rendered":"<h4>Teil 4: Das Abendland marschiert in den Abgrund<\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 1: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19595\">Der lange Weg in das Verh\u00e4ngnis Europas<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 2:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19644\">Keineswegs schlafwandelnd in den Krieg<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">\u2192 Link zu Teil 3:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19716\">Diplomatische Winkelz\u00fcge pflastern den Weg in den Krieg<\/a><\/span><\/p>\n<p><em><span class=\"tm12\">Ein Kommentar von\u00a0<strong>Wolfgang Effenberger<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Auch ver\u00f6ffentlicht als Tagesdosis vom 15.08.2024 auf <a href=\"https:\/\/apolut.net\/die-langen-schatten-des-ersten-weltkriegs-teil-4-von-wolfgang-effenberger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">apolut.net<\/a><\/span><\/p>\n<p>Der Beitrag ist auch als Audiopodcast verf\u00fcgbar:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-19803-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240815-apolut.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240815-apolut.mp3\">https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240815-apolut.mp3<\/a><\/audio>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bereitgestellt von\u00a0<a href=\"https:\/\/apolut.net\/die-langen-schatten-des-ersten-weltkriegs-teil-4-von-wolfgang-effenberger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">apolut.net<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><a href=\"https:\/\/apolut.net\/multimedia_apolut\/podcast\/tagesdosis-20240815-apolut.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Download<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Ermordung des \u00f6sterreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajewo begann der Countdown zum Ersten Weltkrieg. Kaum jemand fragte sich, welche Kr\u00e4fte die minderj\u00e4hrigen Attent\u00e4ter f\u00fcr diesen Terroranschlag instrumentalisiert und welche Motive hinter diesem Anschlag gestanden hatten (bis heute!). Die M\u00e4rkte nahmen den Mord an dem \u00f6sterreichisch-ungarischen Thronfolgerpaar zun\u00e4chst gelassen hin. Hatte es doch in jedem der drei vorangegangenen Sommer Balkankrisen bzw. Balkankriege gegeben, die alle nicht zu einem Gro\u00dfbrand gef\u00fchrt hatten \u2013 nicht zuletzt auch, weil Deutschland und \u00d6sterreich-Ungarn immer wieder zwischen den Konfliktparteien vermittelt hatten.<\/p>\n<p><em>\u201eDas kriegerische Ultimatum \u00d6sterreichs an Serbien am Donnerstagabend, den 23. Juli 1914, ver\u00e4nderte die Marktwahrnehmung des Kriegsrisikos. Dies war der \u201aMinsky-Moment\u2018(1), in dem Gier in Angst umschlug \u2013 Kollateralschaden der diplomatischen Krise, bevor ein Schuss gefallen war\u201c <\/em>so der britische Wirtschafts-Professor vom \u201cInstitute of Contemporary British History\u201d, Richard Roberts: <em>\u201eEs gab ein sofortiges internationales Gerangel um Liquidit\u00e4t, d. h. die Ver\u00e4u\u00dferung von Verm\u00f6genswerten und den Abzug von Krediten. Die B\u00f6rsen auf dem Kontinent st\u00fcrzten ab und es gab einen Ansturm auf die Sparkassen (nichtspekulative Banken)\u201c<\/em>(2). In London brachen die Devisen- und Geldm\u00e4rkte ab Montag, ab dem 27. Juli 1914, zusammen.<\/p>\n<h5>Ende Juli 1914 musste die Londoner B\u00f6rse erstmals in ihrer 117-j\u00e4hrigen Geschichte schlie\u00dfen.<\/h5>\n<p>Die englischen Aktienbanken, zu denen einige der gr\u00f6\u00dften Banken der Welt geh\u00f6rten, machten sich zunehmend Sorgen \u00fcber ihre Anf\u00e4lligkeit bei einem Ansturm auf Einlagen. Ab Mittwoch, dem 29. Juli 1914, rationierten die Banken die Auszahlungen von Goldm\u00fcnzen und gaben nur noch 5-Pfund-Noten der Bank of England, ihre kleinste Banknote, aus. Da eine 5-Pfund-Note in heutigem Geld etwa 400 Pfund entsprach, war sie f\u00fcr allt\u00e4gliche Transaktionen unbrauchbar, sodass sich die Empf\u00e4nger auf den Weg zur Bank of England machten, um ihre Banknoten in Gold-Sovereigns umzutauschen, wie es ihnen unter dem klassischen Goldstandard m\u00f6glich war. Dies f\u00fchrte zu langen Warteschlangen, die den Anschein eines Ansturms auf die Bank erweckten. Ein Reporter der Financial Times fand <em>\u201c\u2026eine Schlange von 200 bis 250 Menschen vor, die resigniert darauf warteten, an die Reihe zu kommen, um Zugang zu dem magischen Schalter zu erhalten, an dem Bargeld in einem stetigen Strom ausgesch\u00fcttet wurde\u2026\u201c(3). \u201cGold, Gold, Gold, Gold, hell und gelb; hart und kalt\u201c.<\/em>(4)<\/p>\n<p>Am Freitag, dem 31. Juli 1914, schloss die Londoner B\u00f6rse zum ersten Mal in ihrer 117-j\u00e4hrigen Geschichte f\u00fcr f\u00fcnf Monate ihre Pforten. Es wurde bef\u00fcrchtet, dass ein Ansturm auf die Banken beginnt, der den Zahlungsverkehr und die Kreditmechanismen des Landes bedroht \u2013 und dies alles, w\u00e4hrend Gro\u00dfbritannien am Rande eines Krieges schwankt und dann in das Armageddon st\u00fcrzt. Vertriebene Makler und Jobber tummelten sich in der Throgmorton Street wie Ameisenschw\u00e4rme um den Schutthaufen, so Richard Roberts.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Europa sich aufmachte, in den Krieg zu ziehen, befand sich die \u201cCity of London\u201d im Krieg mit sich selbst.(5)<\/p>\n<p>Obwohl es damals niemandem bewusst war, markierten die sechs Wochen zwischen Sarajewo und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs das Ende der ersten \u00c4ra der Globalisierung, in deren Mittelpunkt London und der Goldstandard standen.(6)<\/p>\n<p>In den anderen Metropolen wie Paris, St. Petersburg, Wien und Berlin wurde in der Folge auch der Goldstandard aufgehoben. In Deutschland beseitigten erst die W\u00e4hrungsgesetze vom 14. August 1914 den bis dahin geltenden Goldstandard.(7)<\/p>\n<p>Neben den Finanzturbulenzen in der City of London l\u00f6ste die \u00f6sterreich-ungarische \u00a0Kriegserkl\u00e4rung die lang vorbereiteten Kriegsplanungen aus \u2013 den franz\u00f6sischen Kriegsplan Nr. XVII samt Stationierung eines britischen Expeditionskorps in Belgien, den Aufmarsch zweier russischer Armeen im Osten und S\u00fcden von Ostpreu\u00dfen sowie den deutschen Schlieffen-Plan \u2013 und dadurch den\u00a0Ersten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Alles eine unabwendbare Folge einer angeblichen Blankovollmacht, die der deutsche Kaiser Wilhelm II. Wien gegeben haben soll?<\/p>\n<p>Nach der Bismarckschen Reichsverfassung war Wilhelm II. der Pr\u00e4sident des Bundesrates, nominell mit dem Titel Deutscher Kaiser. Die Behauptung von Fritz Fischer \u2013 als gef\u00e4hrlicher Nationalsozialist von den Alliierten bis 1947 im \u201cautomatischen Arrest\u201d gehalten \u2013 und seinen Epigonen, der Kaiser habe den \u00d6sterreichern einen Blankoscheck f\u00fcr den Krieg gegen Serbien ausgestellt, ist in keiner Weise nachzuvollziehen. Wilhelm II. war auf die Zustimmung des Bundesrates angewiesen, wobei die K\u00f6nigreiche Bayern, Sachsen, W\u00fcrttemberg etc. sehr auf Eigenst\u00e4ndigkeit bedacht waren und einer Blankovollmacht f\u00fcr eine Kriegserkl\u00e4rung nicht zugestimmt h\u00e4tten. Als weitere Voraussetzung f\u00fcr eine Kriegserkl\u00e4rung musste der Reichstag den Kriegskrediten zustimmen. Ohne Geld kein Krieg, das wird aktuell ja immer wieder eindrucksvoll vor Augen gef\u00fchrt. Wilhelm II. war ohne Geld nicht einmal in der Lage, die preu\u00dfischen Milit\u00e4reinheiten mobil zu machen. Von dieser Regelung konnte nur bei einem Angriff von au\u00dfen, der das Reich gef\u00e4hrdet, abgewichen werden. Da die \u00d6sterreicher die bismarcksche Reichsverfassung kannten, war eine Missinterpretation der \u00c4u\u00dferungen von Wilhelm II. als Blankoscheck gar nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>110 Jahre sp\u00e4ter kettete der demokratisch legitimierte deutsche SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz ohne R\u00fccksicht auf das Grundgesetz und die darin verankerten f\u00f6derativen Strukturen wie Bundesrat und Parlament mit einem auf zun\u00e4chst 10 Jahre befristeten Sicherheitsabkommen samt Ank\u00fcndigung eines milliardenschweren Milit\u00e4rhilfepakets Deutschlands Schicksal an das der Ukraine: <em>\u201e<\/em><em>Deutschland ist unersch\u00fctterlich in seiner Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit, Souver\u00e4nit\u00e4t und territoriale Unversehrtheit der Ukraine innerhalb der Grenzen, die seit 1991 international anerkannt sind, einschlie\u00dflich des K\u00fcstenmeers und der freien (maritimen) Wirtschaftszone\u201c<\/em>.(8) Dieses \u201cSicherheitsabkommen\u201d wurde unmittelbar nach der Unterzeichnung wirksam (16. Februar 2024). Und das alles ohne jegliche B\u00fcndnisverpflichtung! Das Parlament war nicht involviert. Am 27. Februar 2022 erkl\u00e4rte Scholz im Bundestag, der \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine markiere <em>\u201e\u2026eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents\u201c.<\/em>(9) F\u00fcr die Sicherung des Friedens in Europa brauche die Bundeswehr <em>\u201eneue, starke F\u00e4higkeiten\u201c<\/em>, gab Scholz zu und k\u00fcndigte ein einmaliges <em>\u201eSonderverm\u00f6gen\u201c<\/em> von 100 Milliarden Euro <em>\u201ef\u00fcr notwendige Investitionen und R\u00fcstungsvorhaben\u201c<\/em> an.\u00a0 Auch hier wurde das Parlament nicht gefragt \u2013 der Kaiser hingegen holte sich am 4. August 1914 vom Reichstag die Genehmigung der Kriegskredite. Der Euphemismus <em>\u201cSonderverm\u00f6gen\u201d<\/em> steht nat\u00fcrlich auch f\u00fcr noch mehr Schulden.<\/p>\n<h5>Die Schwungscheibe des Krieges nimmt Fahrt auf<\/h5>\n<p>Am Mittag des 31. Juli 1914 teilte der russische Au\u00dfenminister Sergei Sasonow dem deutschen Botschafter mit, dass die russische Mobilmachung gegen \u00d6sterreich-Ungarn beschlossen sei und in wenigen Stunden ver\u00f6ffentlicht werden soll. Der Botschafter bezeichnete diesen Schritt als f\u00fcr den Frieden \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlich und wies, wie er dies schon wiederholt an den vorhergehenden Tagen getan hatte, darauf hin, dass sich die Mobilmachung gegen \u00d6sterreich-Ungarn auch gegen Deutschland richte, da Deutschlands vertragsm\u00e4\u00dfige Verpflichtungen gegen diese Macht allgemein bekannt seien. Noch am gleichen Tage wurde jedoch die russische Gesamtmobilmachung beschlossen(10).<\/p>\n<p>Brief des Zaren an Kaiser Wilhelm II vom 31. Juli 1914(11)<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch danke Ihnen von Herzen f\u00fcr Ihre Vermittlung, die eine Hoffnung gibt, dass Alles noch friedlich enden k\u00f6nne. Es ist technisch unm\u00f6glich, unsere milit\u00e4rischen Vorbereitungen zu stoppen, die aufgrund der Mobilisierung \u00d6sterreichs obligatorisch waren. [Mit dem gleichen Argument reagierte Deutschland auf die russische Mobilmachung an seinen Grenzen, W.E.] Wir sind weit davon entfernt, uns einen Krieg zu w\u00fcnschen. Solange die Verhandlungen mit \u00d6sterreich \u00fcber Serbien stattfinden, d\u00fcrfen meine Truppen keine provokativen Ma\u00dfnahmen ergreifen. Ich gebe dir mein feierliches Wort daf\u00fcr. Ich vertraue ganz auf Gottes Barmherzigkeit und hoffe auf Ihre erfolgreiche Vermittlung in Wien zum Wohl unserer L\u00e4nder und zum Frieden Europas.<\/p>\n<p>Dein liebevoller Nicky\u201c (12)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die\u00a0russische Mobilmachung\u00a0hatte f\u00fcr Deutschland den sofortigen Krieg auf\u00a0zwei Fronten gleichzeitig zur Folge.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.erster-weltkrieg.com\/dokumente\/buelow\/05_03.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der Aufmarsch der zahlenm\u00e4\u00dfig weit \u00fcberlegenen russischen Streitkr\u00e4fte bedeutete eine Bedrohung, welche die deutsche Regierung niemals und unter keinen Umst\u00e4nden unt\u00e4tig mit ansehen konnte<\/a>.<\/p>\n<p>Die Antwort von Kaiser Wilhelm II. an Zar Nikolaus am 31. Juli 1914 lautete(13)<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDanke f\u00fcr dein Telegramm. Ich habe gestern Ihre Regierung darauf hingewiesen, wie ein Krieg vermieden werden kann. Obwohl ich heute Mittag um eine Antwort gebeten habe, hat mich noch kein Telegramm meines Botschafters erreicht, das eine Antwort Ihrer Regierung \u00fcbermittelt. Ich war daher gezwungen, meine Armee zu mobilisieren.<\/p>\n<p>Eine sofortige, eindeutige und unmissverst\u00e4ndliche Antwort Ihrer Regierung ist der einzige Weg, um endloses Elend zu vermeiden. Bis ich diese Antwort leider erhalten habe, kann ich das Thema Ihres Telegramms nicht besprechen. Tats\u00e4chlich muss ich Sie auffordern, Ihren Truppen sofort zu befehlen, nicht die geringste Verletzung unserer Grenzen zu begehen.<\/p>\n<p>Willy\u201c(14)<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch das R\u00e4derwerk der B\u00fcndnisautomatismen war bereits in Gang gesetzt.<\/p>\n<p>So telegrafierte Viviani am Abend des 31. Juli 1914 nach Petersburg: <em>\u201eIch habe nicht die Absicht, dem deutschen Botschafter eine Erkl\u00e4rung \u00fcber Frankreichs Haltung im Falle eines Konfliktes zwischen Deutschland und Russland abzugeben, und ich werde mich darauf beschr\u00e4nken, ihm zu sagen, Frankreich werde sich durch seine Interessen leiten lassen. Die Regierung der Republik schuldet in der Tat nur ihren Verb\u00fcndeten \u00fcber ihre Absichten Rechenschaft<\/em>\u201c.(15)<\/p>\n<p>In diesem Sinn antwortete Paris sybillinisch auf die Frage des deutschen Botschafters, wie sich Frankreich in einer russisch-deutschen Auseinandersetzung verhalten werde: Man werde den franz\u00f6sischen Interessen entsprechend handeln. Es folgten unmittelbar deutsche Ultimaten an Frankreich und Russland.<\/p>\n<p>Im Verlauf des 31. Juli 1914 hatte der englische Au\u00dfenminister Grey in Berlin und Paris anfragen lassen, <em>\u201e\u2026wie sich die Regierungen zur belgischen Neutralit\u00e4t stellen und lie\u00df gleich wissen, dass England erwarte, Belgien werde seine Neutralit\u00e4t bis zur Grenze seiner Kr\u00e4fte verteidigen\u201c<\/em>(16).<\/p>\n<p>Deutschland spielte den Ball zur\u00fcck und fragte England, ob es bei einem Verzicht Deutschlands auf den Durchmarsch durch Belgien gegen\u00fcber Deutschland Neutralit\u00e4t und Frieden wahren werde.(17) Doch London, das drei Tage sp\u00e4ter, nach dem Ablauf des Ultimatums an Berlin, seinen Kriegszustand mit der deutschen Verletzung der belgischen Neutralit\u00e4t begr\u00fcndete, war nicht bereit, auf den Krieg, der sich zusammenbraute, zugunsten Belgiens zu verzichten. Also sagte London auf diesem H\u00f6hepunkt der Krise weder Neutralit\u00e4t noch Frieden zu.(18)<\/p>\n<p>Gegen 19.00 Uhr des 31. Juli 1914 befahl K\u00f6nig Albert von Belgien die Mobilmachung. Dadurch wurden die Besatzung von L\u00fcttich auf die Kriegsst\u00e4rke von 32.000 Mann mit 150 Gesch\u00fctzen gebracht, Stra\u00dfensperren errichtet, D\u00f6rfer verbarrikadiert und die R\u00e4ume zwischen den Forts durch Sch\u00fctzengr\u00e4ben sowie Erdw\u00e4lle verst\u00e4rkt. Dazu wurden im un\u00fcbersichtlichen H\u00fcgelland Drahtverhaue verlegt, w\u00e4hrend die vorgeschobenen Artilleriebeobachter der Panzerforts ihre Stellungen im Vorgel\u00e4nde bezogen.<\/p>\n<p>Kurz vor Mitternacht eilte der \u00f6sterreichisch-ungarische Botschafter in Paris, Graf von Temerin-Sz\u00e9csen in das Ministerium des \u00c4u\u00dferen, wo er vom stellvertretenden politischen Direktor des Ministeriums, Berthelot, empfangen wurde. Sz\u00e9csen hoffte, durch das Einlenken seines Au\u00dfenministers und Vorsitzenden des K. u. K. Ministerrats Graf Leopold von Berchtold, Paris im Interesse des europ\u00e4ischen Friedens umstimmen zu k\u00f6nnen. Doch Berthelot erwiderte nur, <em>\u201e\u2026 dass es schon sehr sp\u00e4t w\u00e4re und dass man durch die Ereignisse mitgerissen sei\u201c.<\/em>(19)<\/p>\n<p>Als Kaiser Wilhelm II. in der Nacht des 1. August 1914 pl\u00f6tzlich die f\u00fcr den Westen mobilisierten Truppen nach Osten umdirigieren wollte, verlie\u00df dem Chef des Generalstabes, Helmuth Moltke, genannt Moltke der J\u00fcngere, der Mut, denn er bef\u00fcrchtete ein logistisches Chaos. Entt\u00e4uscht sagte der Kaiser zu Moltke: <em>\u201eIhr Onkel h\u00e4tte mir da eine andere Antwort gegeben\u201c.<\/em>(20)<\/p>\n<p>Die Julikrise bleibt ein umstrittenes Kapitel der Geschichte und die Motive und Handlungen der beteiligten M\u00e4chte werden bis heute kontrovers diskutiert(21).<\/p>\n<p>Am 1. August 1914 erfolgte um 16.55 Uhr die franz\u00f6sische Mobilmachung und f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter die deutsche. England mobilisierte die Flotte. Um 18.00 Uhr, nach Ablauf des deutschen Ultimatums an Russland, \u00fcberreichte der deutsche Botschafter in Petersburg, Graf Pourtal\u00e8s, dem russischen Au\u00dfenminister Sergei Dmitrijewitsch Sasonow die deutsche Kriegserkl\u00e4rung. Am selben Abend besetzte eine russische Kosakenabteilung die deutsche Poststelle in Klein-Zwalinnen (s\u00fcdlich von L\u00f6tzen), eine andere russische Abteilung drang am 2. August 1914 in Sochen bei Soldau \u00fcber die Grenze.\u00a0(22)Und fast gleichzeitig \u00fcberschreiten die ersten russischen Kavallerie-Aufkl\u00e4rungseinheiten die deutsche Grenze in Ostpreu\u00dfen(23).<\/p>\n<h5>Bedeutung von Teil- oder Gesamtmobilmachungen<\/h5>\n<p>Hier muss die damalige Bedeutung von Teil- oder Gesamtmobilmachungen dargelegt werden. Anl\u00e4sslich der Unterzeichnung der franz\u00f6sisch-russischen Milit\u00e4rkonvention von 1892 schloss sich der russische General Nikolaj Obrucev seinem franz\u00f6sischen Kollegen, General Boisdeffre hinsichtlich der Bedeutung von Mobilisierungen an: \u201e<em>Die Mobilisierungsbereitschaft bemisst sich nicht mehr in Wochen, sondern in Tagen und Stunden. Der Schritt zur Mobilisierung kann jetzt nicht mehr als eine noch friedliche Ma\u00dfnahme gelten; sie ist im Gegenteil ein \u00e4u\u00dferst<\/em>\u00a0<em>entschlossener Akt zum Krieg\u2026\u201c.<\/em>(24) Daraus wird deutlich, dass dem Datum des Beginns der Mobilisierung eine entscheidende Rolle zukommt.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich seiner Antrittsreise im August 1912 nach St. Petersburg hatte der neue Staatspr\u00e4sident Poincar\u00e9 seine milit\u00e4rischen Berater analysieren lassen, wo die Schw\u00e4chen der russischen Armee lagen \u2013 und was Frankreich dagegen tun k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Das Ziel war klar: Deutschland sollte im Kriegsfall in eine politisch wie milit\u00e4risch aussichtslose Position gedr\u00e4ngt werden. Dazu musste die Voraussetzung des deutschen Schlieffen-Plans (n\u00f6rdliche Umfassung von Paris) mittels eines Zweifrontenkriegs ausgehebelt werden. Poincar\u00e9 dr\u00e4ngte seine russischen Partner, massiv in Transportwege zu investieren, um die Mobilmachungszeit zu halbieren und den Schwerpunkt des Aufmarschs nicht gegen \u00d6sterreich-Ungarn, sondern gegen Deutschland zu richten.(25) Dazu gew\u00e4hrte Frankreich Russland bis 1914 g\u00fcnstige Kredite in H\u00f6he von 2,5 Milliarden Francs \u2013 die bis dahin h\u00f6chsten Darlehen der Finanzgeschichte. Die Bahnlinien im Westen Russlands wurden zweispurig ausgebaut, die Pr\u00e4senzst\u00e4rke der zaristischen Armee auf zwei Millionen Mann erh\u00f6ht. So hatte die von Russland am 25. Juli 1914 beschlossene Teilmobilmachung schon die Einberufung von 1,1 Millionen Mann zur Folge.(26)<\/p>\n<p><em>\u201eMit den Weichenstellungen Poincar\u00e9s war eine hochbrisante Situation entstanden\u201c<\/em>, urteilt der Historiker Rainer F. Schmidt: <em>\u201eJeder Balkankonflikt, bei dem die Interessen Wiens oder St. Petersburgs unmittelbar tangiert wurden, konnte sich schnell zum europ\u00e4ischen Fl\u00e4chenbrand ausweiten, zu einem Krieg der Gro\u00dfm\u00e4chte\u201c<\/em>. Genau dazu kam es nach den Sch\u00fcssen von Sarajevo.<\/p>\n<p>Noch in der Nacht zum 3. August 1914 tauchten Kosakeneinheiten bei Gro\u00df-Czymochen, nord\u00f6stliches Masuren im heutigen Polen auf. Die nahe gelegene Kreisstadt Marggrabowa kam am 14. August 1914 als erste deutsche Stadt in russische Hand. Es folgte am 19.\/20. August die Schlacht um Gumbinnen (heute die Stadt Gussew der Oblast Kaliningrad), in der die russischen Armeen die deutschen Truppen zum R\u00fcckzug zwingen konnten.<\/p>\n<p>Der amerikanische Neuzeithistoriker William Leonard Langer (1896-1977), der sich speziell mit B\u00fcndnissystemen in der Zeit Bismarcks und der Wilhelminischen Periode und mit der Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs befasst hat, antwortete in einem Interview vom 29. September 2013 auf den Verweis des F.A.Z.-Journalisten Andreas Kilb zur Logik des deutschen Generalstabs <em>\u201c<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Wir m\u00fcssen jetzt die Russen schlagen, damit wir nicht in drei Jahren von ihnen geschlagen werden\u201d:<\/p><\/blockquote>\n<p>In Deutschland gibt es seit dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg ein spezielles Trauma, das sich in jeder Generation erneuert: das Gef\u00fchl, durch die Lage in der Mitte Europas fremden Invasoren gegen\u00fcber verletzlich zu sein. Der Rest ist schiere Mathematik. Die franko-russische Allianz ist das aggressivste B\u00fcndnis auf dem europ\u00e4ischen Kontinent. Es existiert nur, um gemeinsam Krieg gegen eine dritte Macht zu f\u00fchren: das Deutsche Reich. Wenn die Deutschen sich ausrechnen, wie viele Soldaten dieses B\u00fcndnis gegen sie aufbieten kann, w\u00e4chst der Abstand mit jedem Jahr.<em>(29)<\/em><\/p>\n<p>Die Mobilmachung des m\u00e4chtigen Zarenreichs f\u00fchrte in Berlin zu verst\u00e4rkten T\u00e4tigkeiten im Generalstab und zu weiteren diplomatischen Anstrengungen. Bethmann Hollweg telegrafierte nach London: <em>\u201eEine russische mobilisierte Armee an unserer Grenze, ohne dass wir mobilisiert haben, ist auch ohne \u201aprovocative action\u2018 eine Lebensgefahr f\u00fcr uns. Die Provokation, deren sich Russland dadurch schuldig gemacht hat, dass es in einem Augenblick gegen uns mobilisiert hat, wo wir auf seine Bitten in Wien vermitteln, ist \u00fcberdies so stark, dass kein Deutscher es verstehen w\u00fcrde, wenn wir dagegen nicht mit scharfen Ma\u00dfregeln antworteten\u201c<\/em>.(30)<\/p>\n<p>Zu diesen Ma\u00dfregeln geh\u00f6rte auch die kategorische Forderung an die franz\u00f6sische Regierung, zu erkl\u00e4ren, ob sie in einem deutsch-russischen Krieg neutral bleiben w\u00fcrde. Eine Antwort wurde binnen 18 Stunden erwartet. Die Absicht war klar: Verweigert Frankreich die Neutralit\u00e4t und stellt es sich auf die Seite Russlands, k\u00f6nnte das Deutsche Reich schon am 2. August gegen Frankreich vorgehen.<\/p>\n<p>Reichskanzler Bethmann-Hollweg hatte seinem Botschafter Sch\u00f6n in Paris noch eine geheime Nachschrift zukommen lassen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn, wie nicht anzunehmen, franz\u00f6sische Regierung erkl\u00e4rt, neutral zu bleiben, wollen Ew. Exzellenz franz\u00f6sischer Regierung erkl\u00e4ren, dass wir als Pfand f\u00fcr die Neutralit\u00e4t eine \u00dcberlassung der Festungen Toul und Verdun fordern m\u00fcssen, die wir besetzen und nach Beendigung des Krieges mit Russland zur\u00fcckgeben w\u00fcrden. Antwort auf letztere Frage m\u00fcsste bis morgen (1. August, K.) Nachmittag 04.00 Uhr, hier sein.\u201c(31)<\/p><\/blockquote>\n<p>Da die Neutralit\u00e4tserkl\u00e4rung Frankreichs ausblieb, brauchte der Botschafter in dieser Sache nicht mehr aktiv zu werden.(32) Der sozialdemokratische Politiker Eduard David, Wegbereiter der Burgfriedenspolitik, sah im Vorgehen der deutschen Regierung durchaus einen Beweis f\u00fcr deren Friedensliebe<strong>.<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie deutsche Regierung unternahm den Versuch, den Brand wenigstens auf den Osten zu beschr\u00e4nken. Das ist kein kleiner Faktor auf ihrem Verdienstkonto. Er war ernstlich gemeint. Dar\u00fcber konnte kein Zweifel bestehen.\u201c(33)<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit dem deutschen Botschafter Karl Max von Lichnowsky am 1. August 1914 machte der britische Au\u00dfenminister Edward Grey verwirrende Angaben und behauptete, er m\u00fcsse seine H\u00e4nde frei halten. Doch seine H\u00e4nde waren nicht frei, denn es gab streng geheime Milit\u00e4rabsprachen mit Frankreich und Belgien und seit November 1912 gegenseitige Beistandsbriefe zwischen Grey und dem franz\u00f6sischen Botschafter Paul Cambon, die dem Parlament trotz Nachfragen zwei Jahre lang verschwiegen worden waren. Und es gab sogar im Juni 1914 bez\u00fcglich der Marine Gespr\u00e4che zwischen England und Russland, die Grey vor dem Unterhaus ebenfalls geheim hielt.(34)<\/p>\n<h5>2. August 1914: Deutsches Ultimatum an Belgien und Besetzung Luxemburgs.<\/h5>\n<p>W\u00e4hrend am Vormittag des 2. August deutsche Truppen Luxemburg mit dem Ziel besetzten, die Eisenbahn unter Kontrolle zu bringen, wurde in Posen das Oberkommando der 8. Armee aufgestellt und tags darauf nach Marienburg verlegt.<\/p>\n<p>Am gleichen Tag stie\u00dfen russische Truppen in die Kreise Memel und Heydekrug vor. W\u00e4hrend sich der \u00fcberwiegende Teil der russischen Truppen diszipliniert und korrekt gegen\u00fcber der Zivilbev\u00f6lkerung verhielt, kam es vielerorts zu \u00dcbergriffen, insbesondere durch Kosaken und sibirische Truppen. Aus den gef\u00e4hrdeten Grenzd\u00f6rfern begannen die Einwohner zu fliehen. W\u00e4hrend die 8. Armee die Verteidigung Ostpreu\u00dfens aufnahm, machten sich die ersten Kompanien, Bataillone und Regimenter der 1. Armee abmarschbereit.<\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien war am 2. August kriegsbereit und ohne jeglichen Spielraum f\u00fcr eine Verst\u00e4ndigung. Noch ehe deutsche Truppen belgisches oder franz\u00f6sisches Gebiet betraten (Luxemburg ausgenommen), gab England die Mobilmachung seiner schon seit Mitte Juli 1914 kriegsbereiten Flotte offiziell bekannt. Au\u00dferdem waren die Planungen f\u00fcr die britischen Expeditionsstreitkr\u00e4fte abgeschlossen und warteten nur mehr auf den Befehl f\u00fcr die Anlandung auf dem Kontinent.<\/p>\n<p>In London beugte sich am 2. August das englische Kabinett widerstrebend Greys Forderung, der franz\u00f6sischen Flotte im Falle deutscher Angriffshandlungen gegen die franz\u00f6sischen K\u00fcsten oder die franz\u00f6sische Schifffahrt zu Hilfe zu kommen. Aufgrund der vorangegangenen Kriegsplanungen war das Gros der franz\u00f6sischen Kriegsflotte im Mittelmeer zusammengezogen worden. Die englische Flotte sollte allein den Kanal sichern.<\/p>\n<p>An diesem Nachmittag nun konnte Grey dem franz\u00f6sischen Botschafter Cambon nachfolgenden Text \u00fcberreichen: <em>\u201eWenn die deutsche Flotte in den Kanal oder durch die Nordsee vorst\u00f6\u00dft, um feindliche Handlungen gegen die franz\u00f6sischen K\u00fcsten oder die franz\u00f6sische Schifffahrt zu begehen, wird die britische Flotte jeden in ihrer Macht stehenden Schutz gew\u00e4hren.\u201c<\/em><em>(35)<\/em><\/p>\n<p>Grey lie\u00df nicht unerw\u00e4hnt, dass aus diesem Text nicht das Versprechen abgeleitet werden k\u00f6nne, mit Frankreich in einen Krieg gegen Deutschland einzutreten.<\/p>\n<p>Das konnten die Minister Lord Morley und John Burns nicht mehr umstimmen; sie traten emp\u00f6rt zur\u00fcck, w\u00e4hrend Lloyd George noch zweifelte. Nun schien die liberale Partei zu zerbrechen. Das veranlasste den Tatmenschen Churchill, auf eigene Verantwortung mit den Tories, seiner fr\u00fcheren Partei, zu verhandeln. Ziel war eine gro\u00dfe Koalition zwischen Liberalen und Konservativen. Lord Balfour, der fr\u00fchere konservative Premierminister, erkl\u00e4rte sich dazu bereit, damit das Land nicht durch eine Antikriegsbewegung gespalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Um Mitternacht des 2. August telegraphierte der deutsche Reichskanzler nach London:<\/p>\n<p>\u201e<em>Nach absolut zuverl\u00e4ssigen Meldungen hat sich Frankreich heute gegen uns folgende \u00dcbergriffe erlaubt: <\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em> Franz\u00f6sische Kavalleriepatrouillen haben heute am fr\u00fchen Nachmittag die Grenze bei Altm\u00fcnsterol im Elsass \u00fcberschritten.<\/em><\/li>\n<li><em> Ein franz\u00f6sischer Fliegeroffizier ist bei Wesel aus der Luft geschossen worden. <\/em><\/li>\n<li><em> Zwei Franzosen haben versucht, den Aachener Tunnel an der Moselbahn zu sprengen und sind dabei erschossen worden.<\/em><\/li>\n<li><em> Franz\u00f6sische Infanterie hat im Elsass die Grenze \u00fcberschritten und geschossen.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Bitte das sofort dortiger Regierung mitteilen und Sir Edward Grey ernstlich vorhalten, in welche gefahrvolle Lage Deutschland durch diese wider Treu und Glauben erfolgenden Provokationen gebracht und zu den ernstesten Beschl\u00fcssen gedr\u00e4ngt werde. Ew. Exzellenz wird es, wie ich hoffe, gelingen, England davon zu \u00fcberzeugen, dass Deutschland, nachdem es den Friedensgedanken bis an die \u00e4u\u00dferste Grenze des M\u00f6glichen vertreten hat, durch seine Gegner in die Rolle des Provozierten gedr\u00e4ngt wird, der, um seine Existenz zu wahren, zu den Waffen greifen muss\u201c.<\/em>(36)<\/p>\n<h5>3. August 1914: Deutsche Kriegserkl\u00e4rung an Frankreich.<\/h5>\n<p>Am 3. August \u00fcberbrachte der deutsche Botschafter gegen 18.45 Uhr dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten die Kriegserkl\u00e4rung an Frankreich: Darin hie\u00df es u.a.:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eFranz\u00f6sische Truppen haben schon gestern bei Altm\u00fcnsterol und auf Gebirgsstra\u00dfen in den Vogesen die deutsche Grenze \u00fcberschritten und stehen noch auf deutschem Gebiet. Franz\u00f6sischer Flieger, der belgisches Gebiet \u00fcberflogen haben muss, wurde bei Versuch, Eisenbahn bei Wesel zu zerst\u00f6ren, schon gestern herabgeschossen. Mehrere andere franz\u00f6sische Flugzeuge wurden gestern \u00fcber dem Eifelgebiet zweifelsfrei festgestellt. Auch diese m\u00fcssen belgisches Gebiet \u00fcberflogen haben. Gestern warfen franz\u00f6sische Flieger Bomben auf Bahnen bei Karlsruhe und N\u00fcrnberg. Frankreich hat uns somit in Kriegszustand versetzt.\u201c(37)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun begannen die deutschen Generalstabsoffiziere, die Planungen f\u00fcr einen Zweifrontenkrieg umzusetzen. W\u00e4hrend Frankreich ebenfalls mit Meldungen \u00fcber Grenzverletzungen aufwarten konnte \u2013 die Bethmann Hollweg am 4. August in seiner Kriegsrede best\u00e4tigte \u2013 waren von deutscher Seite die Meldungen vor allem \u00fcber die franz\u00f6sischen Fliegerangriffe nicht verifiziert worden. Manche stellten sich sp\u00e4ter als Falschmeldungen heraus.<\/p>\n<p>Am Vormittag des 3. August hatte sich Belgien entschlossen, seine 6 Divisionen kriegsbereit an der Landesgrenze zu Deutschland aufmarschieren zu lassen. Um 11.00 Uhr wurde die englische Regierung dar\u00fcber informiert und nur eine halbe Stunde sp\u00e4ter traf beim Lordkanzler Haldane vom F\u00fchrer der Konservativen eine Erkl\u00e4rung ein. Darin hie\u00df es, dass es f\u00fcr die Ehre und Sicherheit des Vereinigten K\u00f6nigreiches verh\u00e4ngnisvoll sein werde, wenn man z\u00f6gere, Frankreich und Russland zu unterst\u00fctzen.(38) Das r\u00fcckst\u00e4ndige, autokratische Russland als Verb\u00fcndeter \u2013 die Pogrome von 1905 lie\u00dfen noch im Nachhinein erschaudern \u2013 war f\u00fcr die meisten liberalen Minister ein Bissen, der Brechreiz ausl\u00f6ste. So legten auch Sir John Simon und Lord Beauchamp ihre \u00c4mter nieder.<\/p>\n<p>Am Nachmittag gegen 15.00 Uhr trat Au\u00dfenminister Grey vor das Unterhaus und erkl\u00e4rte in der ersten offiziellen und \u00f6ffentlichen Stellungnahme der Regierung zur Krise den offensichtlich ahnungslosen Abgeordneten, dass sich England auf den in Europa beginnenden Krieg bisher in keiner Weise festgelegt habe. Nun musste Grey der \u201edoppelte Rittberger\u201c gelingen: seine eigene pazifistische Partei von der Notwendigkeit des Krieges zu \u00fcberzeugen und sein Land einig in den Krieg zu f\u00fchren. Grey musste das \u00e4lteste und ge\u00fcbteste Parlament der Welt dazu bewegen, Frankreich zu unterst\u00fctzen, ohne dass es dazu verpflichtet war. Dazu brauchte er den deutschen Angriff auf Belgien als Vorwand. Dar\u00fcber st\u00fclpte er einen Appell an die britische Ehre und den Verweis auf die Verteidigung von Englands urs\u00e4chlichen Interessen.<\/p>\n<p>Der geschickte Taktiker Grey hatte auf die \u00f6ffentliche Meinung im Land und auch auf die Einstellung der meisten Minister R\u00fccksicht genommen, die \u00fcberzeugte Gegner einer Intervention waren. Auch traute ihm ein gro\u00dfer Teil seiner eigenen Partei au\u00dfenpolitisch nicht \u00fcber den Weg. Er konnte sich jedoch auf seine drei liberal-imperialistischen Partner verlassen: Asquith, Haldane und Churchill.(39) Und auf seinen Generalstab, der seit Jahren alle notwendigen Vorkehrungen bis ins kleinste Detail getroffen hatte. Der Umfang all dieser Vorbereitungen war den meisten Ministern und dem englischen Parlament vorenthalten worden. Das war in London genauso wie in Paris, St. Petersburg und in Berlin.<\/p>\n<p>Es steht au\u00dfer Frage, dass Deutschland mit dem Eindringen berittener Ulanen-Brigaden in Belgien in der Nacht vom 3. auf den 4. August 1914 die eigentlichen Kampfhandlungen begonnen hat.(40)<\/p>\n<p>Die der Kriegserkl\u00e4rung zugrundeliegende Denkschrift der deutschen Regierung vom 3. August war schon am 2. August mittags abgeschlossen und somit manche der franz\u00f6sischen Feindseligkeiten vorweggenommen worden. Das wirft nat\u00fcrlich kein gutes Licht auf die Friedensbereitschaft der deutschen Regierung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>4. August 1914:\u00a0 Gro\u00dfbritannien erkl\u00e4rt kurz vor Mitternacht Deutschland den Krieg<\/h5>\n<p>Nach der Kriegserkl\u00e4rung Gro\u00dfbritanniens am 4. August um 23.30 Uhr wurde bereits in der fr\u00fchen Morgend\u00e4mmerung in der Nordsee das deutsche Transatlantikkabel vor Emden gekappt und ein Teil herausgeschnitten. Damit war die deutsche Regierung zur Nachrichten\u00fcbermittlung auf eine Kabelverbindung der US-Botschaft in Berlin angewiesen, die \u00fcber eine Relais-Station in England verlief und dort vom britischen Nachrichtendienst abgeh\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>Am 5. August 1914 titelte die \u201cNew York Times\u201d: <strong>\u201cEngland declares war on Germany \u2013 17.000.000 men engaged in Great War of eight nations\u201d. <\/strong><\/p>\n<p>In der gleichen Ausgabe ver\u00f6ffentlichte diese Tageszeitung eine Kolumne des britischen Propagandisten H.G. Wells, in der er schrieb, dass nun <em>\u201e\u2026das Schwert f\u00fcr den Frieden gezogen\u201c sei <\/em>und<em> \u201enie ein Krieg so gerecht war wie der Krieg jetzt gegen Deutschland\u201c<\/em>. Wells war \u00fcberzeugt, dass Deutschland in 2 bis 3 Monaten zerschmettert und reif f\u00fcr die Revolution sei.(41) Am 6. August 1914\u00a0erkl\u00e4rte \u00d6sterreich-Ungarn Russland den Krieg.<\/p>\n<p>Poincar\u00e9 hatte im Zenit der Juli-Krise 1914 \u00e4hnlich wie Napoleon III. 1870 bei der Kriegserkl\u00e4rung gegen Preu\u00dfen gehandelt. Der deutsche Milit\u00e4rhistoriker Wolfgang Schmidt bilanziert: \u201e<em>Die Weichen hatte er (<\/em><em>Poincar\u00e9) seit 1912 gestellt, indem er den engen Schulter-schluss mit Russland und England herstellte. Die russischen Expansionsziele auf dem Balkan und im Bereich der osmanischen Meerengen legten hierf\u00fcr die Basis, aber auch der feste Entschluss Londons, eine deutsche Dominanz auf dem Kontinent nicht zuzulassen.\u201c<\/em> Es geht in Schmidts Aufsatz also weniger um eine Entlastung Deutschlands von der Verantwortung f\u00fcr den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, sondern um die Analyse riskanter Machtpolitik, die den gro\u00dfen Krieg bewusst in Kauf nahm. Das Ergebnis ist ein Lehrst\u00fcck \u00fcber die Eskalation einer gef\u00e4hrlichen Situation bis hin zur Katastrophe.<\/p>\n<h5>Kriegspl\u00e4ne<\/h5>\n<p>Die Kriegspl\u00e4ne der Gro\u00dfm\u00e4chte waren teils durch ihre geo- und milit\u00e4rpolitische Lage, teils durch ihre Kriegsziele bedingt.<\/p>\n<p>Russland \u2013 in Abstimmung mit Frankreich<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die russische Hauptmacht \u2013 bestehend aus der 3., 4., 5. und 8. Armee \u2013 gegen Galizien aufmarschierten und dort die \u00f6sterreichisch-ungarische Armee durch dr\u00fcckende \u00dcbermacht niederzuwalzen hoffte, sollte die schwache deutsche 8. Armee in Ostpreu\u00dfen durch einen Zangenangriff zermalmt werden. Der Angriff sollte von Osten her mit der 1. Armee (Njemen-Armee) unter General Paul von Rennenkampff und von S\u00fcden her mit der 2. Armee (Narew-Armee) unter General Alexander Samsonow gef\u00fchrt werden; die Vereinigung beider Armeen war in K\u00f6nigsberg vorgesehen. Danach sollte sich die russische \u201cDampfwalze\u201d gegen Berlin bewegen.<\/p>\n<p>Berlin kannte diese Gefahr \u2013 und nahm das Risiko in Kauf. Dem Schlieffen-Plan gem\u00e4\u00df wurde Ostpreu\u00dfen im Zweifrontenkrieg nur mit der schwachen 8. Armee verteidigt; in den ersten sechs Wochen sollte Frankreich rasch niedergeworfen werden, dann sollten sich die deutschen Hauptkr\u00e4fte nach Osten wenden.<\/p>\n<h5>Der deutsche \u201cSchlieffenplan\u201d<\/h5>\n<p>Nachdem sich \u00d6sterreich-Ungarn und Serbien im Krieg befanden, in Russland die Mobilmachungsma\u00dfnahmen auf Hochtouren liefen und der Kaiser den Voralarm \u201cDrohende Kriegsgefahr\u201d ausgel\u00f6st hatte, d\u00fcrfte in allen Generalst\u00e4ben fieberhafte Hektik ausgebrochen sein. Nun war f\u00fcr die deutschen Strategen das wahr geworden, was Helmuth von Moltke (der \u00c4ltere, 1800-1891) und dessen Nachfolger Alfred Graf von Waldersee bef\u00fcrchtet hatten: Ein Zweifrontenkrieg. Beide hatten einen ersten Angriff der Hauptarmee gegen Russland geplant \u2013 unter gleichzeitiger Defensive gegen\u00fcber der als uneinnehmbar geltenden franz\u00f6sischen Maaslinie.<\/p>\n<p>Alfred Graf von Schlieffen dagegen hatte als Chef des Generalstabs des Feldheeres (1891-1905) \u2013 inzwischen war die Aufr\u00fcstung des Feldheeres mit schwerer Artillerie fortgeschritten \u2013 auf Grund seiner Lehre \u00fcber die Vernichtungsschlacht von \u201cCannae\u201d eine Denkschrift entworfen, die eine schnelle milit\u00e4rische Entscheidung an der Westfront vorsah.(42)<\/p>\n<p>Unter Verletzung der holl\u00e4ndischen, belgischen und luxemburgischen Neutralit\u00e4t gedachte Schlieffen mit einem starken rechten Fl\u00fcgel in einer riesigen Zangenbewegung \u00fcberraschend\u00a0 \u00fcber Belgien hinweg den franz\u00f6sischen Festungsg\u00fcrtel zwischen Verdun und Belfort\u00a0 n\u00f6rdlich zu umgehen, Paris zu umklammern und dann der franz\u00f6sischen Armee in die Flanke zu fallen, sie zu packen und zu vernichten.(43) Zeitgleich sollte der schwache linke Fl\u00fcgel des Westheeres n\u00f6tigenfalls sogar bis nach S\u00fcddeutschland zur\u00fcckgezogen werden, um die franz\u00f6sischen Armeen auf deutsches Gebiet zu locken. Dann sollte die Falle zuschnappen. In Ostpreu\u00dfen hoffte Schlieffen, die langsame Mobilmachung der Zarenarmee auszunutzen, f\u00fcr die er 40 Tage veranschlagte. Eine schwache deutsche Armee sollte den russischen Vormarsch so lange aufhalten \u2013 n\u00f6tigenfalls an der Weichsellinie, bis das nach 42 Tagen frei gewordene Westheer mit den Armeen \u00d6sterreich-Ungarns im Osten einsatzbereit war. Ein Kriegseintritt Englands wurde nicht erwartet, aber in Kauf genommen. Man rechnete mit h\u00f6chstens einem englischen Expeditionskorps, das ohnehin zu sp\u00e4t auf dem europ\u00e4ischen Kriegsschauplatz eintreffen w\u00fcrde. Nach der Schw\u00e4chung Russlands im Russisch-Japanischen Krieg und den folgenden revolution\u00e4ren Wirren wurde der Plan modifiziert und nun von einem Einfrontenkrieg ausgegangen. Schlieffens erste Fassung trug nun den unmissverst\u00e4ndlichen Titel <em>\u201cAngriffskrieg<\/em> <em>gegen Frankreich\u201d<\/em>.(44) Im Zuge der ersten Marokkokrise sah Schlieffen den Zeitpunkt gekommen, den Plan umzusetzen, jedoch lehnte Kaiser Wilhelm II. einen Krieg ab.(45)<\/p>\n<p>Unter Schlieffens Nachfolger, dem gleichnamigen Neffen des alten Moltke, war der Plan \u201cverw\u00e4ssert\u201d worden, indem die Armee in Lothringen auf Kosten des rechten Fl\u00fcgels in Belgien betr\u00e4chtlich verst\u00e4rkt wurde. Die Neutralit\u00e4t Hollands sollte nicht angetastet werden.<\/p>\n<p>Moltke (der J\u00fcngere, 1848-1916) wollte diese \u201cLuftr\u00f6hre\u201d f\u00fcr die lebenswichtige Rohstoffversorgung neutraler L\u00e4nder ge\u00f6ffnet halten.<\/p>\n<p>Das erzwang auch den Verzicht auf einen Durchmarsch durch die Provinz Limburg, den weit nach S\u00fcden vorspringenden holl\u00e4ndischen Zipfel, Nun konzentrierte sich ein geschw\u00e4chter rechter Fl\u00fcgel auf den Eckpunkt des St\u00e4dtedreiecks: Aachen im Osten, Maastricht im Westen und L\u00fcttich mit seinem Festungsg\u00fcrtel bestehend aus 12 Panzerforts im S\u00fcden.<\/p>\n<h5>Der franz\u00f6sische Kriegsplan XVII<\/h5>\n<p>In diesen hektischen Tagen zeichnete sich f\u00fcr Berlin ab, dass ein Zweifrontenkrieg nicht mehr vermeidbar war. Die einzige Rettung schien in der Umsetzung des von Moltke modifizierten Schlieffenplans zu liegen. Daf\u00fcr brauchten nun die deutschen Truppen von Belgien die Erlaubnis zum Durchmarsch. Und diese war sehr fraglich. Bei einer Verweigerung musste L\u00fcttich im Handstreich genommen werden. Dagegen sicherte Viviani Gro\u00dfbritannien die Achtung der belgischen Neutralit\u00e4t zu. Das beeintr\u00e4chtigte nicht die Kriegsplanungen Frankreichs, sah doch der franz\u00f6sische Kriegsplan XVII ebenfalls eine offensive Kriegsstrategie vor.<\/p>\n<p>Mit der Ann\u00e4herung an England und Russland wurden die \u2013 urspr\u00fcnglich mehr defensiv angelegten Kriegspl\u00e4ne XIV und XV \u2013 ab Mai 1909 offensiv ausgerichtet. Mit dem \u201cPlan XVI\u201d wurde die <em>\u201c5. Periode des milit\u00e4rstrategischen Konzepts\u201d<\/em> eingeleitet. Der Plan XVI sowie der Folgeplan XVII basierten auf der Unterst\u00fctzung Englands, welches die Meeresgrenzen sichern und ein Expeditionskorps auf den Kontinent schicken w\u00fcrde. Der russische Verb\u00fcndete war ausr\u00fcstungstechnisch und mobilmachungsm\u00e4\u00dfig besser ger\u00fcstet und in der Lage, den Deutschen an deren Nord- und Ostgrenze Paroli zu bieten.<\/p>\n<p>Der vom Chef des Generalstabs General Ferdinand Foch konzipierte franz\u00f6sische Offensivplan sah die Versammlung der franz\u00f6sischen Hauptstreitkr\u00e4fte in der bis zur Uneinnehmbarkeit befestigten Linie Belfort-Verdun vor. Die linke Flanke glaubte Foch durch Belgien, die englischen Hilfstruppen sowie seine Reservearmeen gen\u00fcgend gesichert. W\u00e4hrend der linke Heeresfl\u00fcgel mit der 3., 4. und 5. Armee aus der Linie Verdun-Mezi\u00e9res heraus dem von Metz aus erwarteten deutschen Angriff offensiv entgegentreten sollte, hatte der rechte Heeresfl\u00fcgel, bestehend aus 1. und 2. Armee, den Auftrag, zwischen den Vogesen und Metz durchzubrechen\u00a0 und\u00a0 vom Oberrhein in das Herz des Deutschen Reiches vorzusto\u00dfen.(46) Foch verlangte f\u00fcr die Umsetzung dieses anspruchsvollen Plans ein energisches, r\u00fccksichtsloses Vorgehen und beabsichtigte damit bei den Soldaten eine mystische Dynamik und einen heroischen Kampf-geist auszul\u00f6sen, gem\u00e4\u00df der herrschenden Milit\u00e4rdoktrin <em>\u201cOffensive \u00e0 outrance\u201d<\/em>. Mit dieser <em>\u201cOffensive bis zum \u00c4u\u00dfersten\u201d<\/em> war Plan XVII \u2013 ebenso wie der Schlieffenplan \u2013 auf <em>\u201cKante<\/em> <em>gen\u00e4ht\u201d<\/em> und hatte sich an der geo- und milit\u00e4rpolitischen Lage orientiert. Fochs Nachfolger Joseph Joffre hatte Plan XVII 1911 \u00fcbernommen und weiterentwickelt.<\/p>\n<h5>Gro\u00dfbritannien<\/h5>\n<p>Hier sollten die Expeditionsstreitkr\u00e4fte, also die gesamte Territorialarmee, nach Kriegsausbruch gem\u00e4\u00df den Absprachen der Generalst\u00e4be sofort nach Franz\u00f6sisch-Flandern verlegt werden. Unter Ausnutzung der g\u00fcnstigen strategischen Seelage konnte man ohne Entscheidungsschlacht die deutsche Schlachtflotte durch <em>\u201cZukorkung\u201d<\/em> der Nordsee von jeder Wirkung au\u00dferhalb der Deutschen Bucht abschlie\u00dfen.(47) In den britischen St\u00e4ben wurde in der deutschen Kriegsmarine zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr gesehen, was sich \u00fcber den gesamten Kriegsverlauf best\u00e4tigen sollte.<\/p>\n<p>1914 konnte Gro\u00dfbritanniens auf ein <em>\u201cImperiales Jahrhundert<\/em><em>\u201c<\/em> (1815-1914)\u00a0zur\u00fcckschauen. Nach dem Sieg \u00fcber Frankreich hatte Gro\u00dfbritannien keine ernstzunehmenden Rivalen mehr, mit Ausnahme des Russischen Reiches in Zentralasien (daher ermunterten die Briten Japan, Russland 1904\/05 in der Mandschurei anzugreifen) und dem aufsteigenden Deutschen Kaiserreich. Das\u00a0<strong>Britische Weltreich<\/strong>\u00a0war vom 17. bis zum 20. Jahrhundert das gr\u00f6\u00dfte\u00a0 Kolonialreich\u00a0der Geschichte und vom Ende der\u00a0Napoleonischen \u00c4ra\u00a0bis zum\u00a0Ersten Weltkrieg die f\u00fchrende\u00a0Weltmacht. Zum Zeitpunkt seiner gr\u00f6\u00dften Ausdehnung (1922) umfasste es mit 458 Millionen Einwohnern und ca. 33,67 Millionen km\u00b2 sowohl ein Viertel der damaligen Weltbev\u00f6lkerung\u00a0als auch ein Viertel der Landfl\u00e4che der Erde.(48)<\/p>\n<p>Mit ihrer Politik der <em>\u201cBalance of Power\u201d<\/em> galt es, jede aufkommende Macht auch in West-eurasien zu verhindern. So musste der erstarkende deutsch-sprachige Raum zersplittert werden. Der Vielv\u00f6lkerstaat \u00d6sterreich-Ungarn sollte durch einen von England abh\u00e4ngigen Vielv\u00f6lkerstaat der S\u00fcdslawen (Jugoslawien \u2013 siehe Konvention von Korfu 1917) ersetzt werden.<\/p>\n<p>Bei Kriegsausbruch 1914 schrieb zu diesem Zeitpunkt seit \u00fcber einem Jahr in M\u00fcnchen Oswald Spengler, der Mathematiklehrer au\u00dfer Dienst am ersten Hauptteil seines Monumentalwerkes <em>\u201cDer Untergang des Abendlandes\u201d<\/em>. Von Goethe habe er die Methode, von Nietzsche die Fragestellungen \u00fcbernommen und aus dessen Ausblick einen \u00dcberblick gemacht, erkl\u00e4rte er in der Einleitung seines 1923 erschienen Werkes.(49)<\/p>\n<p>In seinen parallel entstandenen Notizen litt er, lamentierte, klagte \u00fcber eine schwere Kindheit und eine noch schwerere Gegenwart und notiert t\u00e4glich neu: <em>\u201eEs geht eine gro\u00dfe Zeit zu Ende, merkt es denn keiner?\u201c <\/em><\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1914 war die Weltpolitik nicht nur vergiftet durch die lokalen Problemfelder Serbien, Polen, Elsass-Lothringen und die T\u00fcrkei, sondern auch gepr\u00e4gt vom globalen Kampf um Wirtschaftsr\u00e4ume\u00a0 \u2013\u00a0 und nirgendwo in den Kabinetten war der Wille zum Frieden zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Masse hatte dagegen eine tiefe Sehnsucht nach Frieden. Genauso wie heute h\u00e4tte es nicht zum Krieg kommen m\u00fcssen, wenn es in den jeweiligen Staaten nur nach den Bed\u00fcrfnissen der B\u00fcrger gegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Wolfgang Effenberger ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes und seines Beirats<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Demn\u00e4chst folgt Teil 5: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19853\">Die kurze Halbwertszeit von Kriegspl\u00e4nen<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Normal\"><strong><span class=\"tm18\">Anmerkungen und Quellen<\/span><\/strong><\/p>\n<p>1) Ein Minsky-Moment ist der Beginn eines Marktzusammenbruchs, der durch spekulative Aktivit\u00e4ten w\u00e4hrend einer nicht nachhaltigen Haussephase ausgel\u00f6st wird.<\/p>\n<p>2) <a href=\"https:\/\/www.lbma.org.uk\/alchemist\/issue-73\/the-great-financial-crisis-of-1914\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lbma.org.uk\/alchemist\/issue-73\/the-great-financial-crisis-of-1914<\/a><\/p>\n<p>3) Ebda.<\/p>\n<p>4) Ebda.<\/p>\n<p>5) <a href=\"https:\/\/www.lbma.org.uk\/alchemist\/issue-73\/the-great-financial-crisis-of-1914\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lbma.org.uk\/alchemist\/issue-73\/the-great-financial-crisis-of-1914<\/a><\/p>\n<p>6)<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/business\/economics-blog\/2014\/jul\/06\/july-1914-crisis-economic-rebirth-lessons-global-economy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.theguardian.com\/business\/economics-blog\/2014\/jul\/06\/july-1914-crisis-economic-rebirth-lessons-global-economy<\/a><\/p>\n<p>7) <a href=\"https:\/\/www.hypochart.de\/inflation\/geschichte\/der-1-weltkrieg-als-ausgangspunkt-fur-die-deutsche-inflation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.hypochart.de\/inflation\/geschichte\/der-1-weltkrieg-als-ausgangspunkt-fur-die-deutsche-inflation<\/a><\/p>\n<p>8) <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/resource\/blob\/975226\/2260264\/8efa1868839ede7609437b341d75c3c5\/2024-02-16-ukraine-sicherheitsvereinbarung-deu-data.pdf?download=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/resource\/blob\/975226\/2260264\/8efa1868839ede7609437b341d75c3c5\/2024-02-16-ukraine-sicherheitsvereinbarung-deu-data.pdf?download=1<\/a><\/p>\n<p>9) <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FIk67l9Zp2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FIk67l9Zp2<\/a><\/p>\n<p>10) Rene Puaux: Les Etudes de la Guerre, Heft 2, S. 131<\/p>\n<p>11) <a href=\"https:\/\/wwi.lib.byu.edu\/index.php\/3._Die_russische_Gesamtmobilmachung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/wwi.lib.byu.edu\/index.php\/3._Die_russische_Gesamtmobilmachung<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/de.alphahistory.com\/worldwar1\/Nicky-und-Willy-Telegramme-1914\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.alphahistory.com\/worldwar1\/Nicky-und-Willy-Telegramme-1914\/<\/a><\/p>\n<p>12) <a href=\"https:\/\/www.erster-weltkrieg.com\/dokumente\/buelow\/05_03.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.erster-weltkrieg.com\/dokumente\/buelow\/05_03.html<\/a><\/p>\n<p>13) <a href=\"https:\/\/de.alphahistory.com\/worldwar1\/Nicky-und-Willy-Telegramme-1914\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.alphahistory.com\/worldwar1\/Nicky-und-Willy-Telegramme-1914\/<\/a><\/p>\n<p>14) Ebda.<\/p>\n<p>15) B\u00fclow Grundlinien S. 99; Gelbbuch Nr. 117<\/p>\n<p>16) Julius Hatschek (Hrsg.) et al.: W\u00f6rterbuch des V\u00f6lkerrechts und der Diplomatie, Berlin\/ Leipzig 1924, S. 122<\/p>\n<p>17) Rhonhof 2003, 48<\/p>\n<p>18) Stegemanns, 363<\/p>\n<p>19) Franz\u00f6sische Gelbbuch Nr. 120<\/p>\n<p>20) Barbara Tuchman: Daheim wenn das Laub f\u00e4llt, SPIEGEL 16\/1964<\/p>\n<p>21) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julikrise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Julikrise<\/a><\/p>\n<p>22) Schlacht bei Gumbinnen 1914, Gumbinner Heimatbrief, Juni 2014, S. 36<\/p>\n<p>23) Effenberger\/ Wimmer 2014, S.<\/p>\n<p>24) Markus Osterrieder, Welt im Umbruch, S. 760<\/p>\n<p>25) <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article158923155\/Wie-Frankreich-Deutschland-in-den-Krieg-trieb.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article158923155\/Wie-Frankreich-Deutschland-in-den-Krieg-trieb.html<\/a><\/p>\n<p>26) Angelika Eberl hat in ihrem beeindruckende Artikel: Widerlegung der \u201eHauptschuld\u201c Deutschlands am 1. Weltkrieg vom 27. M\u00e4rz 2019 unter <a href=\"https:\/\/fassadenkratzer.wordpress.com\/2019\/03\/27\/widerlegung-der-hauptschuld-deutschlands-am-1-weltkrieg\/#more-5330\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/fassadenkratzer.wordpress.com\/2019\/03\/27\/widerlegung-der-hauptschuld-deutschlands-am-1-weltkrieg\/#more-5330<\/a> \u00a0f\u00fcr die Mobilisierungsdaten folgende Werke herangezogen:<br \/>\n\u2013\u00a0\u00a0 Dr. Jacob Ruchti: Zur Geschichte des Kriegsausbruches.<br \/>\n\u2013\u00a0\u00a0 Markus Osterrieder, Welt im Umbruch, Stuttgart 2014.<br \/>\n\u2013\u00a0\u00a0 Wolfgang Effenberger\/Willy Wimmer: Widerkehr der Hasardeure, H\u00f6hr-Grenzhausen 2014.<br \/>\n\u2013\u00a0\u00a0 Gerry Docherty\/Jim Macgregor: Verborgene Geschichte, Rottenburg, 2017<\/p>\n<p>Russland\u00a0hat am 25. Juli 1914 die Teilmobilisation beschlossen (das bedeutete schon mal die Einberufung von 1,1 Millionen Mann, als Vorspiel zur Generalmobilmachung). (<em>Ruchti<\/em>, S. 16,\u00a0<em>Welt im Umbruch<\/em>\u00a0<sup>6<\/sup>, S. 759).<\/p>\n<p>Russland leugnete seine am 25. Juli beschlossene Teilmobilisation den Deutschen gegen\u00fcber zweimal unter Ehrenwort am 27. und am 29. Juli. \u201eUnmittelbar nach der zweiten Ableugnung gaben sie dieselbe \u00f6ffentlich bekannt.\u201c (<em>Ruchti<\/em>, S. 24).<\/p>\n<p><em>\u201eAuch in\u00a0Frankreich\u00a0begannen jetzt die Vorbereitungen zur Mobilmachung\u2026\u201c<\/em> (<em>Welt im Umbruch<\/em>, S. 759)<\/p>\n<p>Serbien\u00a0(!) mobilisierte schon am 25. Juli 1914, nachmittags, um 3 Uhr. (<em>Ruchti<\/em>, S. 18).<br \/>\nAm 31. Juli erfolgte die russische Generalmobilmachung. (<em>Ruchti<\/em>, S. 32)<\/p>\n<p>Am Freitag, 31. Juli verk\u00fcndete Deutschland die \u201edrohende Kriegsgefahr.\u201c (<em>Wiederkehr der<\/em>\u00a0<em>Hasardeure<\/em>\u00a0<sup>7<\/sup>, S. 195). Das ist noch nicht die Generalmobilmachung gewesen.<\/p>\n<p>Jacob Ruchti:\u201eIn \u00d6sterreich\u00a0erging der Befehl zur allgemeinen Mobilisation (Generalmobilmachung) am 1. August morgens; die Kriegserkl\u00e4rung an Russland folgte erst am 5. August.\u201c (<em>Ruchti<\/em>, S. 34). (Bei\u00a0<em>Welt im Umbruch<\/em>stehen auf S. 761 f\u00fcr\u00a0\u00d6sterreich: Teilmobilmachung ab 25. Juli, als Reaktion auf russische Teilmobilmachung und 31. Juli Generalmobilmachung \u2013 allerdings gibt Osterrieder daf\u00fcr keine Quellen an).<\/p>\n<p>Deutsche Generalmobilmachung\u00a0am 1. August 1914, um 17:00; (Welt im Umbruch, S. 763 und Verborgene Geschichte<sup>8<\/sup>, S. 360, Moltke, S. 110).<\/p>\n<p>27) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_bei_Gumbinnen#\/media\/Datei:Bitwa_pod_G\u0105binem_-_20_VIII_1914_(3).jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_bei_Gumbinnen#\/media\/Datei:Bitwa_pod_G\u0105binem_-_20_VIII_1914_(3).jpg<\/a><\/p>\n<p>28) Effenberger\/Wimmer 2014, S. 199f.<\/p>\n<p>29) Andreas Kilb:\u00a0 \u201cAlle diese Staaten waren B\u00f6sewichte\u201d vom 29. September 2013, Kilb im Gespr\u00e4ch mit Christopher Clark\u00a0 in \u201cAktuell Feuilleton\u201d der F.A.Z. unter <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/-gqz-7hsa5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/-gqz-7hsa5<\/a> [3. Januar 2014]<\/p>\n<p>30) B\u00fclow Grundlinien S. 92; Wei\u00dfbuch Nr. 529<\/p>\n<p>31) Karl Kautsky: Wie der Weltkrieg entstand. Folge\u00a0 18: Die Kriegserkl\u00e4rung an Frankreich unter <a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/kautsky\/1919\/krieg\/18-kriegfrank.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/kautsky\/1919\/krieg\/18-kriegfrank.html<\/a><\/p>\n<p>32) Ton und Inhalt der Forderung scheinen eine Replik auf die Garantieforderung von Napoleon II. zu sein. Am 12. Juli 1870 zog Hohenzollernprinz Leopold (aus dem s\u00fcddeutschen Haus) auf Druck Frankreichs die Kandidatur f\u00fcr die spanische Krone zur\u00fcck. Aber dieser Erfolg gen\u00fcgte den Machthabern in Paris nicht. Sie forderten von Preu\u00dfen eine \u201cEwigkeitserkl\u00e4rung\u201d \u2013<\/p>\n<p>nie mehr d\u00fcrfe eine Hohenzollernprinz spanischer K\u00f6nig werden \u2013 und verlangten daf\u00fcr eine Garantieerkl\u00e4rung, die mit einer \u00e4hnlichen Pfandforderung untermauert wurde.<\/p>\n<p>33) \u201c<em>Die Sozialdemokratie im Weltkriege\u201d<\/em>, S.80<\/p>\n<p>34) Terry Boardman:\u00a0 The Battle for the Truth about the First World War, Min: 1:53:37 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_Hsb9SQ6Ayw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_Hsb9SQ6Ayw<\/a><\/p>\n<p>35) Tuchman, Barbara W: Daheim wenn das Laub f\u00e4llt.Wie es zum Ersten Weltkrieg kam, 8. Fortsetzung und Schlu\u00df \u201cIn Europa gehen die Lichter aus\u201d in der DER SPIEGEL 19\/1964 unter <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46173563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46173563.html<\/a><\/p>\n<p>36) Karl Kautsky: <em>Wie der Weltkrieg entstand<\/em>. Folge 18<\/p>\n<p>37) <em>Karl Kautsky: Wie der Weltkrieg entstand.<\/em> Cassirer, Berlin 1919, S. 149f<\/p>\n<p>38) Tuchman, Barbara W: Daheim wenn das Laub f\u00e4llt<\/p>\n<p>Wie es zum Ersten Weltkrieg kam, 8. Fortsetzung und Schlu\u00df <em>\u201cIn Europa gehen die Lichter aus\u201d<\/em> in der DER SPIEGEL\u00a019\/1964 unter <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46173563.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-46173563.html<\/a><\/p>\n<p>39) Christopher Clark: Die Schlafwandler, S. 630<\/p>\n<p>40) <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article158923155\/Wie-Frankreich-Deutschland-in-den-Krieg-trieb.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article158923155\/Wie-Frankreich-Deutschland-in-den-Krieg-trieb.html<\/a><\/p>\n<p>41) Walter Millis: Road to War, America 1914 -1917, Boston\/New York 1935, S. 47<\/p>\n<p>42) Gerhard Ritter: <em>Der Schlieffenplan. Kritik eines Mythos. Mit erstmaliger Ver\u00f6ffentlichung der Texte und 6 Kartenskizzen<\/em>. Verlag R. Oldenbourg, M\u00fcnchen 1956, S. 141 ff.<\/p>\n<p>43) Meyers Konversationslexikon Sp. 1228<\/p>\n<p>44) Wolfgang J. Mommsen: <em>Grossmachtstellung und Weltpolitik<\/em>, Ullstein, Frankfurt am Main 1993, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/3548331696\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ISBN 3-548-33169-6<\/a>, S. 168<\/p>\n<p>45) Wolfgang J. Mommsen: <em>Grossmachtstellung und Weltpolitik<\/em>, Ullstein, Frankfurt am Main 1993, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/3548331696\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ISBN 3-548-33169-6<\/a>, S. 170.<\/p>\n<p>46) Meyers Lexikon, Zw\u00f6lfter Band, Leipzig 1930, Sp. 1227 und 1228<\/p>\n<p>47) Ende Mai 1916 wagte die deutsche Flotte sich aus ihren sicheren H\u00e4fen, um gegen gegnerische Handelsschifffahrt an der S\u00fcdk\u00fcste Norwegens vorzugehen. Am Nachmittag des 31. Mai trafen das deutsche und das britische Schlachtkreuzergeschwader aufeinander. Die Briten hatten deutlich h\u00f6here Verluste an Menschenleben und Schiffen zu beklagen, obwohl sie die st\u00e4rkeren Kr\u00e4fte in die Schlacht f\u00fchrten. Die Zahl der Toten belief sich bei den Briten auf 6.094, bei den Deutschen auf 2.551 Mann. An der \u00dcbermacht der Home Fleet und an ihrer Seeblockade \u00e4nderte die Schlacht am Skagerrak jedoch nichts(<a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/erster-weltkrieg\/kriegsverlauf\/seeschlacht-im-skagerrak-1916.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/erster-weltkrieg\/kriegsverlauf\/seeschlacht-im-skagerrak-1916.html<\/a>).<\/p>\n<p>48) Angus Maddison: The World Economy: A Millennial Perspective. Hrsg.:\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Organisation_f%C3%BCr_wirtschaftliche_Zusammenarbeit_und_Entwicklung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OECD<\/a>. 2001,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9264186549\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ISBN 92-64-18654-9<\/a>,\u00a0S.\u00a098,\u00a0242.<\/p>\n<p>49) Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes, 2 B\u00e4nde, hier Band I., M\u00fcnchen 1923, S .IX<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Feldpostkarte von 1914: Beschie\u00dfung der Festung Reims<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: G.Garitan,\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 4.0<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=38722678\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=38722678<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Teil 4: Das Abendland marschiert in den Abgrund<\/b><br \/>\n<b>Kommentar von\u00a0Wolfgang Effenberger<\/b><br \/>\nMit der Ermordung des \u00f6sterreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajewo begann der Countdown zum Ersten Weltkrieg. Kaum jemand fragte sich, welche Kr\u00e4fte die minderj\u00e4hrigen Attent\u00e4ter f\u00fcr diesen Terroranschlag instrumentalisiert und welche Motive hinter diesem Anschlag gestanden hatten (bis heute!). Die M\u00e4rkte nahmen den Mord an dem \u00f6sterreichisch-ungarischen Thronfolgerpaar zun\u00e4chst gelassen hin. Hatte es doch in jedem der drei vorangegangenen Sommer Balkankrisen bzw. Balkankriege gegeben, die alle nicht zu einem Gro\u00dfbrand gef\u00fchrt hatten \u2013 nicht zuletzt auch, weil Deutschland und \u00d6sterreich-Ungarn immer wieder zwischen den Konfliktparteien vermittelt hatten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":19810,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[1162],"tags":[473,2164,2334,1335,452,1027,1038,2338,2245,1254,2337,2168,222,764,2202,2281],"class_list":["post-19803","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte","tag-1-weltkrieg","tag-balkan","tag-belgien","tag-boerse","tag-deutschland","tag-frankreich","tag-grossbritannien","tag-kriegserklaerung","tag-kriegsplaene","tag-london","tag-mobilmachung","tag-oesterreich-ungarn","tag-russland","tag-serbien","tag-ultimatum","tag-wihelm-ii"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t4.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-59p","jetpack-related-posts":[{"id":19181,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19181","url_meta":{"origin":19803,"position":0},"title":"Immanuel Kants 300. Geburtstag &#8211; Teil 2","author":"Webredaktion","date":"25. Mai 2024","format":false,"excerpt":"Teil 2: Reiseimpressionen aus Kaliningrad (ehemals K\u00f6nigsberg) Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger Am 22. April 2024, dem 300sten Geburtstag von Immanuel Kant, sollte neben anderen Veranstaltungen die 1. Internationale Konferenz \u201cZum ewigen Frieden\u201d in K\u00f6nigsberg \/ Kaliningrad stattfinden. Wolfgang Effenberger war eingeladen, einen Kurzvortrag zur aktuellen Lage und zu Kants\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur &amp; Kunst&quot;","block_context":{"text":"Kultur &amp; Kunst","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=913"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/effenberger_kant2_02_800x450.jpg?fit=800%2C448&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/effenberger_kant2_02_800x450.jpg?fit=800%2C448&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/effenberger_kant2_02_800x450.jpg?fit=800%2C448&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/effenberger_kant2_02_800x450.jpg?fit=800%2C448&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":23245,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=23245","url_meta":{"origin":19803,"position":1},"title":"China mit anderen Augen (2)","author":"Webredaktion","date":"22. Oktober 2025","format":false,"excerpt":"Teil 2: Faszination und Beklommenheit angesichts atemberaubender Entwicklungen Reisebericht von Wolfgang Effenberger Ein zentraler H\u00f6hepunkt auf der Reise durch das moderne China war der Besuch des Drei-Schluchten-Staudamms in Sandouping an Chinas gr\u00f6\u00dftem Fluss, dem Jangtse. Dieses technische Monument ist nicht nur eine der gr\u00f6\u00dften Staumauern der Welt, sondern auch das\u2026","rel":"","context":"In &quot;Arbeit &amp; Soziales&quot;","block_context":{"text":"Arbeit &amp; Soziales","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=11"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china2_28_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china2_28_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china2_28_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china2_28_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":19595,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19595","url_meta":{"origin":19803,"position":2},"title":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (1)","author":"Webredaktion","date":"30. Juli 2024","format":false,"excerpt":"Teil 1: Der lange Weg in das Verh\u00e4ngnis Europas Kommentar von Wolfgang Effenberger Vor 110 Jahren wurden die letzten Weichen f\u00fcr den D-Zug in Europas Verh\u00e4ngnis 1914\/1918 gestellt. Anl\u00e4sslich des 100. Jahrestags brachten im Juli 2014 Willy Wimmer und Wolfgang Effenberger das Buch \"Wiederkehr der Hasardeure - Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":19858,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19858","url_meta":{"origin":19803,"position":3},"title":"Die langen Schatten des Ersten Weltkriegs (6)","author":"Webredaktion","date":"24. September 2024","format":false,"excerpt":"Teil 6: Kritische Stimmen aus Gro\u00dfbritannien Kommentar von\u00a0Wolfgang Effenberger. 1897 \u2013 zwei Jahre vor Beginn des barbarischen Zweiten Burenkriegs der Briten (Lord Milner\u00b4s War) \u2013 hielt der deutsche Au\u00dfenminister und sp\u00e4tere Kanzler Bernhard von B\u00fclow seine ber\u00fchmte, aber oft auch verk\u00fcrzt wiedergegebene Rede im Reichstag. Wohl in Anspielung an die\u2026","rel":"","context":"In &quot;Geschichte&quot;","block_context":{"text":"Geschichte","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=1162"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t6.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t6.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t6.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Bombardement_allemand_sur_Reims_01_800x450_t6.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":23116,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=23116","url_meta":{"origin":19803,"position":4},"title":"China mit anderen Augen (1)","author":"Webredaktion","date":"14. Oktober 2025","format":false,"excerpt":"Teil 1: Erstaunen und Demut angesichts der \u00fcberw\u00e4ltigenden Vergangenheit Reisebericht von Wolfgang Effenberger Als der englisch-amerikanische Botaniker Ernest Henry Wilson 1913 nach seinen Expeditionen durch das revolution\u00e4re China bilanzierte, das Land werde wie der Ph\u00f6nix neu erstehen und eines Tages gemeinsam mit dem Westen das Schicksal der Welt bestimmen, konnte\u2026","rel":"","context":"In &quot;Arbeit &amp; Soziales&quot;","block_context":{"text":"Arbeit &amp; Soziales","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=11"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china1_09_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china1_09_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china1_09_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/effenberger_china1_09_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":13589,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=13589","url_meta":{"origin":19803,"position":5},"title":"Russland und Humanismus","author":"Webredaktion","date":"22. Juni 2022","format":false,"excerpt":"Leserbrief von Kurt Wolfgang Ringel Warum Weltliteratur in der Ukraine und auch in den EU-kapitalistischen Staaten aussortiert bzw. diskriminiert wird, hat doch einen ganz anderen Grund als den Krieg USA-Russland, der in der Ukraine ausgetragen wird. Der wahre Grund der Verleugnung von Weltkultur, die in Russland entstanden ist: Sie passt\u2026","rel":"","context":"In &quot;Kultur &amp; Kunst&quot;","block_context":{"text":"Kultur &amp; Kunst","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=913"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bosco_AnnaKarenina_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bosco_AnnaKarenina_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bosco_AnnaKarenina_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Bosco_AnnaKarenina_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19803","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19803"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19803\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/19810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19803"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19803"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19803"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}