{"id":19482,"date":"2024-07-10T12:36:33","date_gmt":"2024-07-10T10:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19482"},"modified":"2024-08-14T23:35:36","modified_gmt":"2024-08-14T21:35:36","slug":"kein-ausweg-die-nato-auf-der-schnellstrasse-in-den-grossen-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19482","title":{"rendered":"Kein Ausweg \u2013 Die NATO auf der Schnellstra\u00dfe in den gro\u00dfen Krieg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die NATO befindet sich auf der Schnellstra\u00dfe in den gro\u00dfen Krieg. In einer zweiteiligen Analyse erkl\u00e4rt unser Autor Rainer Rupp, wie es dazu kam. Dazu beleuchtet er im ersten Teil die Urspr\u00fcnge der sch\u00f6nen &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; und die Entkopplung der westlichen Eliten von ihren V\u00f6lkern. Im zweiten Teil betrachtet er den Niedergang der sch\u00f6nen &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; und den Weg der westlichen Eliten in den gro\u00dfen Krieg.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von <strong>Rainer Rupp<\/strong><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Teil 1<\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 06.07.2024 auf <a href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/211064-rainer-rupp-kein-ausweg-nato\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p>Sie alle werden sich sicherlich schon gewundert haben, warum unsere Machteliten und ihre Top-Dienstleister in Politik, Medien, &#8222;Wissenschaft&#8220; und Kunst die vitalen Interessen der deutschen Bev\u00f6lkerung verraten und Deutschland an der Seite der US-Kriegstreiber in den Stellvertreter-Krieg gegen Russland hineingezogen haben.<\/p>\n<p>\u00d6konomisch, politisch und international ist uns allen die Beteiligung an diesem Konflikt in der Ukraine bereits teuer zu stehen gekommen. Und es gibt gute Gr\u00fcnde zu bef\u00fcrchten, dass es noch viel schlimmer wird.<br \/>\nDie gegen\u00fcber ihrer eigenen Bev\u00f6lkerung total verantwortungslosen, herrschenden Eliten haben sich nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten kollektiven Westen in eine ausweglose Ecke man\u00f6vriert, aus der es f\u00fcr sie ohne Verlust von Job und Wohlstand keinen Ausweg mehr gibt.<\/p>\n<p>Die Kriegsverbrecher unter den West-Eliten m\u00fcssen damit rechnen, nach dem Sieg der Russen in der Ukraine entweder ins Exil in die USA zu fl\u00fcchten, oder alternativ hierzulande vor Gericht zur Verantwortung gezogen zu werden. Die wahrscheinlichen Folgen w\u00e4ren gesellschaftliche \u00c4chtung oder gar Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Diese Aussichten erkl\u00e4ren, weshalb sie den aktuellen Konfrontationskurs mit Russland weiterverfolgen und Schritt f\u00fcr Schritt den gef\u00e4hrlichen Einsatz erh\u00f6hen, wohl wissend, dass das f\u00fcr uns alle in einer Katastrophe enden kann. Sie tun das in der vergeblichen Hoffnung, mit ihrem plumpen Aktionismus Russland zu bluffen und zur Aufgabe bringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der geniale chinesische Stratege\u00a0Sunzi hatte schon vor 2.500 Jahren eine zeitlos g\u00fcltige Abhandlung \u00fcber die &#8222;Kunst des Krieges&#8220; geschrieben. Darin hei\u00dft es u.\u00a0a.: Um einen Krieg zu gewinnen, muss man sowohl die St\u00e4rken als auch die Schw\u00e4chen des Gegners kennen. Schwieriger, aber noch wichtiger ist es, die eigenen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen zu kennen, so der weise Chinese.<\/p>\n<p>Wer wie die Westeliten den russischen Gegner untersch\u00e4tzt und sich selbst \u00fcbersch\u00e4tzt, hat den Krieg bereits verloren, bevor er richtig angefangen hat. Letzteres trifft auf die Situation des kollektiven Westens in Bezug auf die Ukraine zu.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend diese Wahrheit bei vielen Entscheidungstr\u00e4gern in Washington mittlerweile einzusickern scheint und sich die Anzeichen einer zunehmenden US-Distanz zum Krieg in der Ukraine mehren, scheinen die herrschenden Eliten in einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, wie z.\u00a0B. in Frankreich und Deutschland total \u00fcberzuschnappen.<\/p>\n<p>Sie setzen sich \u00fcber den Widerstand der eigenen Bev\u00f6lkerung hinweg und treiben den Wahnsinn in der Ukraine mit neuen Provokationen gegen Russland auf die Spitze. Dabei untersch\u00e4tzen sie vollkommen die milit\u00e4rischen, technologischen, logistischen und wirtschaftlichen F\u00e4higkeiten der Russen, die in vielen Bereichen dem technologischen Stand der NATO um ein bis zwei Entwicklungsgenerationen \u00fcberlegen sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele im Westen ist Russland immer noch eine gro\u00dfe Tankstelle mit Atomwaffen. Aber nach \u00dcberzeugung vieler westlicher Kriegstreiber wagt der Kreml seine Atomwaffen aus Angst vor dem gro\u00dfen Krieg nicht einzusetzen. Zugleich haben die West-Eliten ihre eigenen F\u00e4higkeiten ma\u00dflos \u00fcbersch\u00e4tzt, z.\u00a0B. die F\u00e4higkeiten ihrer &#8222;Wunderwaffen&#8220; oder der Produktionskapazit\u00e4ten ihrer westlichen R\u00fcstungsindustrie.<\/p>\n<p>Man braucht sich dazu nur die f\u00fchrenden deutschen &#8222;Milit\u00e4rexperten&#8220; anzuh\u00f6ren, wie die gr\u00fcnen Hofreiters, die Kiesewetters und R\u00f6ttgens der CDU, die Pistoriusse der SPD und die FDP-R\u00fcstungslobbyistin, die in einem Vampirfilm besser aufgehoben w\u00e4re. Die einzige Partei, die sich f\u00fcr Frieden mit Russland einsetzt, die AfD, wird dagegen von den vereinten Kriegstreibern der anderen Parteien als &#8222;rechtsradikal&#8220; diffamiert, w\u00e4hrend man sich selbst als Anti-Faschisten feiert und Frieden mit immer mehr Waffen fordert.<\/p>\n<p>Wie sind wir, das gemeine Volk, in diese fatale Lage gekommen, in der im kollektiven Westen die gew\u00e4hlten Eliten sich keinen Deut mehr um die wirklichen Anliegen der Bev\u00f6lkerung k\u00fcmmern? Ihre einzige Sorge gilt der Absicherung der US-gef\u00fchrten, neoliberalen Globalisierung. Das ist nachvollziehbar, denn darauf ruhen ihre eigene Macht und ihr Wohlstand. Deshalb halten sie grenz\u00fcbergreifend wie Pech und Schwefel zusammen, w\u00e4hrend ihre V\u00f6lker leiden m\u00fcssen.<\/p>\n<h5>Blick zur\u00fcck: Die sch\u00f6ne &#8222;Neue Weltordnung&#8220;<\/h5>\n<p>Bevor man ein Problem l\u00f6sen kann, muss man Ursache und Wirkung verstehen. Um dies zu tun, wollen wir jetzt in die Anf\u00e4nge der 1990er-Jahre der USA zur\u00fcckgehen. Denn damals wurde die neoliberale &#8222;Neue Weltordnung&#8220; (NWO), die der Kern dieses aktuellen \u00dcbels ist, offiziell in Washington konzipiert und in den nachfolgenden Jahren im gesamten kollektiven Westen erfolgreich umgesetzt.<\/p>\n<p>Wer heute von &#8222;Neuer Weltordnung&#8220; spricht, wird schnell als Verschw\u00f6rungstheoretiker hingestellt. Tats\u00e4chlich aber hatte US-Pr\u00e4sident George Bush Senior diese NWO bereits\u00a0vor \u00fcber 30 Jahren \u2013 gegen Ende des ersten US-Kriegs gegen Irak \u2013 aus der Taufe gehoben und in vielen pr\u00e4sidialen Reden angepriesen. Von der westlichen Journaille wurde diese US-gef\u00fchrte &#8222;NWO&#8220;, die die Eliten des kollektiven Westens auf Kosten der eigenen V\u00f6lker vereinen sollte, als der Weisheit letzter Schluss bejubelt.<\/p>\n<p>Denn die NWO sollte ein System schaffen, indem es unter den Eliten der US-Vasallenstaaten keine Streitigkeiten mehr gab. Daf\u00fcr sollten sie f\u00fcr ihre Loyalit\u00e4t zum Hegemon in Washington reichlich belohnt und auch gesch\u00fctzt werden, wof\u00fcr sie allerdings die Belange ihrer eigenen V\u00f6lker auf dem Altar der unabdingbaren US-Gefolgschaft opfern mussten.<\/p>\n<p>Durch diese Entkoppelung der nationalen Eliten von den vitalen Interessen ihrer jeweiligen V\u00f6lker konnten Interessengegens\u00e4tze und entsprechendes Unruhepotential bereits in den Ans\u00e4tzen neutralisiert werden. Denn unter diesen Bedingungen konnten nationale Interessengegens\u00e4tze nicht mehr zu Kriegen zwischen den V\u00f6lkern f\u00fchren. Denn die jeweiligen nationalen Eliten waren nicht daran interessiert und machten nicht mit.<\/p>\n<p>Aber in der NWO gab es nicht nur Zuckerbrot. Nationale Eliten, die aus der Reihe tanzten, die sich nicht dem NWO-Code unterwarfen und stattdessen den Belangen des eigenen Volkes Priorit\u00e4t gaben, bekamen die Peitsche zu sp\u00fcren, selbst in der EU. Aktuelle Beispiele daf\u00fcr sind Viktor Orb\u00e1n in Ungarn und Robert Fico in der Slowakei.<\/p>\n<p>Francis Fukuyama lieferte mit seinem Buch &#8222;Das Ende der Geschichte&#8220;, das im ganzen Westen zum Bestseller hochgejubelt wurde, den ideologischen \u00dcberbau f\u00fcr die US-gef\u00fchrte neoliberale &#8222;Neue Weltordnung&#8220;. Sie existiert heute noch in kaum abgewandter Form und ist nach wie vor sehr virulent. Allerdings hei\u00dft sie heute \u2013 verbal abger\u00fcstet \u2013 &#8222;regelbasierte Ordnung&#8220;.<\/p>\n<p>Wenden wir uns jetzt der Genese der US-gef\u00fchrten &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; zu, und wir werden erleben, mit welcher verbl\u00fcffenden Schnelligkeit sich die gelehrigen und willigen Eliten in den L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union diesem neuen Diktat unterworfen haben.<\/p>\n<p>1991 \u2013 also vor nunmehr 33 Jahren nutzte US-Pr\u00e4sident George Bush Senior, der Vater des sp\u00e4teren Desaster-Pr\u00e4sidenten George W. Bush, den US-Krieg gegen Irak zur Proklamation seiner &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; in einer Reihe von \u00f6ffentlichen Reden.Vor dem Hintergrund der zerfallenden Sowjetunion pr\u00e4sentierte er seine erzreaktion\u00e4re Vision f\u00fcr die weltweite Rolle der US-Eliten in der Zukunft. Um diese Schreckensvision den betroffenen V\u00f6lkern schmackhaft zu machen, pr\u00e4sentierte sich Bush allerdings als eine Art politische Mutter Teresa, in dessen friedlicher &#8222;Neuer Weltordnung&#8220; &#8222;das Recht und nicht die Macht herrscht&#8220;.<\/p>\n<h5>Unter falscher Flagge<\/h5>\n<p>Aus dem US-Krieg gegen Irak sollte die einmalige Chance f\u00fcr eine neue historische \u00c4ra der globalen Zusammenarbeit hervorgehen, die (Zitat Bush):<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;frei von der Bedrohung durch Terror, st\u00e4rker im Streben nach Gerechtigkeit und sicherer bei der Suche nach Frieden ist. Eine \u00c4ra, in der die Nationen der Welt, Ost und West, Nord und S\u00fcd, gedeihen und in Harmonie leben. Hundert Generationen vor uns haben nach diesem nur schwer zu findenden Weg zum Frieden gesucht, w\u00e4hrend die Suche von tausend Kriegen begleitet wurde. Heute haben die Geburtswehen der Neuen Weltordnung eingesetzt. Es wird eine Welt sein, wie wir sie noch nicht gekannt haben. Eine Welt, in der das Recht die Regeln des Dschungels verdr\u00e4ngt. Eine Welt, in der Nationen die gemeinsame Verantwortung f\u00fcr Freiheit und Gerechtigkeit tragen. Eine Welt, in der Starke die Rechte der Schwachen respektieren.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wer m\u00f6chte nicht in einer solchen paradiesischen &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; leben?! Mit weiteren Reden dieser Art versprach der US-Pr\u00e4sident den V\u00f6lkern der Welt den Himmel auf Erden, die Verwirklichung eines uralten Traums der Menschheit.<\/p>\n<p>Aber Bushs Vision segelte von Anfang an unter falscher Flagge. Dabei bedient er sich geschickt humanit\u00e4rer, linker Begriffe, um inhumane Politik global durchzusetzen, nicht zum Wohl der Menschheit, sondern zum Profit einer kleinen kapitalistischen Elite, die jedoch nicht national, sondern international organisiert war und global operierte.<\/p>\n<p>Allerdings machte Bush damals schon klar, dass sein Versprechen von der sch\u00f6nen friedlichen &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; nat\u00fcrlich nicht ohne neue Kriege unter der politische und \u00f6konomische F\u00fchrung der USA zu haben war:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wenn wir (im Krieg gegen Irak) nicht unsere Entschlossenheit demonstrieren w\u00fcrden, w\u00e4re es ein schlimmes Signal an jeden tats\u00e4chlichen und potenziellen Despoten rund um die Welt. Amerika und die Welt m\u00fcssen ihre vitalen gemeinsamen Interessen verteidigen, &#8212; und wir werden das. \u2026 Amerika und die Welt m\u00fcssen sich gegen Aggression wehren, &#8212; und wir werden das. Und noch eins: bei der Durchsetzung dieser Ziele wird Amerika sich nicht einsch\u00fcchtern lassen&#8230; Im Angesicht der Tyrannei, soll keiner an der amerikanischen Glaubw\u00fcrdigkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit zweifeln und keiner soll daran zweifeln, es gibt keine Alternative f\u00fcr die amerikanische F\u00fchrungsrolle.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Und dann betonte Bush jenseits aller ethisch-moralischen \u00dcberlegungen den wahrscheinlich wichtigsten Grund f\u00fcr den damaligen Krieg gegen Irak, denn \u2013 so Bush w\u00f6rtlich \u2013 f\u00fcr die USA st\u00fcnden &#8222;auch lebenswichtige wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel, \u2026 denn der Irak verf\u00fcgt \u00fcber rund 10 Prozent der weltweit nachgewiesenen \u00d6lreserven.&#8220;<\/p>\n<p>Damit war bereits klar, dass die &#8222;Neue Weltordnung&#8220; sich in ihren neoliberalen Grundz\u00fcgen nicht so sehr von der alten Ordnung des Neo-Kolonialismus unterscheiden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie die NWO au\u00dfenpolitisch konkret umgesetzt werden sollte, das hat damals unter Federf\u00fchrung des Pentagon eine ganze Heerschar von Experten einer Reihe von US-Denkfabriken herausgearbeitet. Einen guten \u00dcberblick gibt ein Research Paper des US-Majors Bart R. Kessler f\u00fcr das US-&#8222;Air Command and Staff College&#8220; aus dem Jahr 1997 unter dem Titel: &#8222;The Meaning Behind the Words&#8220;.<\/p>\n<h5>&#8222;Wirtschaftlich stabil und kulturell frei&#8220; \u2013 die Gemeinschaft internationaler Eliten<\/h5>\n<p>Demnach handelt es sich bei Bushs NWO zumindest in der Herangehensweise um eine radikale Abkehr von der &#8222;realistischen&#8220; Tradition von Richard Nixon und Henry Kissinger. Letzterer habe unter Weltordnung vor allem eine stabile Machtverteilung zwischen gro\u00dfen, souver\u00e4nen Staaten gesehen. Dagegen folge Bushs NWO der &#8222;liberalen, idealistischen&#8220; US-Denkschule, der zufolge eine globale Ordnung zwischen V\u00f6lkern und Staaten auf der Basis gemeinsamer Werte und \u00f6konomischer und politischer Interessen der internationalen Eliten (!) gefunden wird.<\/p>\n<p>Rein formal wird dabei gro\u00dfer Wert auf Demokratie und Menschenrechte, sowie auf das V\u00f6lkerrecht und die Zusammenarbeit mit der UNO gelegt. Zugleich aber wird die \u00dcberzeugung der US-Eliten, dass die Vereinigten Staaten eine &#8222;exzeptionelle und unverzichtbare Nation&#8220; sind, die sich selbst an keine Gesetze halten muss, aber anderen Nationen Gesetze vorschreiben kann, bereits zwischen den Zeilen der ersten Entw\u00fcrfe der NWO deutlich.<\/p>\n<p>Laut Major Kessler ist Bushs NWO &#8222;globalistisch und mit Schwerpunkt auf globales Management&#8220; ausgerichtet. Laut US-General Walter R. Sharp, Leiter einer Pentagon-Arbeitsgruppe zur Definierung von Bushs NWO machte die Schaffung &#8222;einer Gemeinschaft internationaler Eliten, \u2026 die physisch sicher, wirtschaftlich stabil und kulturell frei ist&#8220;, eine st\u00e4rkere Verflechtung der wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen mittels Schleifung der nationalen Schranken f\u00fcr Wirtschaft und Finanzen zwingend notwendig.<\/p>\n<p>Die Vorbedingungen f\u00fcr den Erfolg der NWO k\u00f6nnten nur durch die Schaffung einer Basis gemeinsamer Werte und \u00f6konomischer und politischer Interessen zum Vorteil der internationalen Eliten (!) erf\u00fcllt werden. Und das konnte nur im Rahmen der neoliberalen Globalisierung geschehen. Folgerichtig verurteilte General Sharp dann auch das Prinzip der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t, das er als einen veralteten, aber immer noch &#8222;beliebten Fetischismus&#8220; beschrieb.<\/p>\n<h5>Die unsichtbare Faust<\/h5>\n<p>Daniel S. Papp, Wissenschaftler und damals US-Regierungsberater, definierte Bushs NWO als &#8222;unipolare Welt, die auf oberster Ebene auf amerikanischer Milit\u00e4rmacht basiert&#8220;. Auf der Ebene darunter sei dann im Rahmen der Globalisierung die Welt in drei, von Washington kontrollierte Wirtschafts- und Handelsbl\u00f6cke organisiert. Eine davon sollte die EU sein.<\/p>\n<p>Aber was w\u00fcrde passieren, wenn Nationen souver\u00e4n bleiben wollen und sie ihre Interessen anders definieren, als die US-gef\u00fchrte &#8222;Internationale Gemeinschaft&#8220;?<\/p>\n<p>Diese Nationen w\u00fcrden schnell Gefahr laufen, zu Schurken- oder Aggressor-Staaten erkl\u00e4rt zu werden, die nichts Gutes zu erwarten hatten. Das machte das Mitglied der R\u00fcstungsgruppe R. Wright \u2013 ein weiteres Mitglied der Pentagon-Studiengruppe in einer als &#8222;wirklich vision\u00e4r&#8220; gelobten Strategie f\u00fcr die internationale Polizeiarbeit&#8220; der USA klar. Dort hei\u00dft es u.\u00a0a. &#8222;Die Lehre aus dem Irakkrieg (von 1991) ist, dass ein kleiner Staat sich nicht gegen die Luftwaffe einer Supermacht verteidigen kann.&#8220;<\/p>\n<p>Hier legte Pr\u00e4sident Bush pers\u00f6nlich nach und belehrte die Welt unter Verweis auf das Schicksal des Irak: Alle Schurkenstaaten m\u00fcssten angesichts &#8222;der Schrecken des Kriegs&#8220; erkennen, dass &#8222;sich keine Nation gegen die geeinte Welt stellen kann&#8220; und es deshalb besser f\u00fcr sie w\u00e4re, &#8222;friedlich in die Familie der friedliebenden Nationen zur\u00fcckzukehren.&#8220;<\/p>\n<p>Diese Kernelemente der Bush-NWO finden wir seither immer wieder zur Rechtfertigung neuer US-Sanktionen und anderer wirtschaftlicher Zwangsma\u00dfnahmen bis hin zu neuen US-Angriffskriegen. Als treibende Kraft steckt die neoliberale Globalisierung dahinter und dahinter steckt wiederum die Verfilzung zwischen expansivem US-Kapitalismus und dem Imperialismus der US-Regierung.<\/p>\n<p>Der zu seiner Zeit wohl einflussreichste Kommentator in den USA, der f\u00fcr die\u00a0<em>New York Times (NYT)<\/em>\u00a0schreibende Thomas L. Friedman, machte das mit ein paar kurzen Worten klar: &#8222;Der freie Marktkapitalismus und seine Ausbreitung in so gut wie jeden Winkel der Welt wird vor allem von der US-Milit\u00e4rmacht abgesichert&#8220;. (Quelle: &#8222;Manifest f\u00fcr eine schnelle Welt&#8220;,\u00a0<em>NYT<\/em>).<\/p>\n<p>Laut General a.D. Brent Scowcroft, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater von Bush-Senior und sp\u00e4ter Chef eines internationalen Beratungsunternehmens, war es das US-amerikanische Kapital, das von der neoliberalen Globalisierung am meisten profitierte. W\u00f6rtlich sagte er:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Dies ist eine Welt, in der der Kapitalismus gedeihen kann. Seitdem die Vereinigten Staaten die einzige Supermacht sind, sind Globalisierung und amerikanische Macht zu einem Synonym geworden.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Am Tag, an dem die NATO unter US-F\u00fchrung ihren unprovozierten, v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien begann, schrieb der bereits erw\u00e4hnte Friedman:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Damit die Globalisierung funktioniert, darf Amerika sich nicht scheuen, als die allm\u00e4chtige Supermacht zu handeln, die es ist. Die unsichtbare Hand des Marktes wird nie ohne den F-15-Konstrukteur McDonnel-Douglas funktionieren. Und die unsichtbare Faust, die daf\u00fcr sorgt, dass die Welt f\u00fcr McDonalds Hamburger Niederlassungen und Silicon-Valley-Technologien sicher ist, hei\u00dft US-Army, US-Navy, Air Force und Marine Corps.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Aber laut General a.D. Scowcroft mussten die US-Streitkr\u00e4fte Anfang der 1990er-Jahre in den meisten F\u00e4llen gar nicht erst milit\u00e4risch intervenieren, um die neoliberale Globalisierung abzusichern:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wo auch immer US-Amerikaner mit anderen L\u00e4ndern \u00fcber Investitionsschutz, Marktzugang oder sonst was verhandeln, immer f\u00e4llt der Schatten der amerikanischen Milit\u00e4rmacht auf den Verhandlungstisch.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<h3>Teil 2<\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 07.07.2024 auf <a href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/211101-rainer-rupp-kein-ausweg-nato\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p>Im August 1998 ver\u00f6ffentlichte der private Spionage- und Analysedienst Stratfor einen l\u00e4ngeren Bericht \u00fcber den umwerfenden Erfolg von Bushs &#8222;Neuer Weltordnung&#8220;. Stratfor war selbst \u00fcberrascht, dass sich trotz des Unilateralismus der USA die NWO rasch zu einem globalen Renner entwickelt hatte, (Zitat) &#8222;zu einer Vision, die von einem Gro\u00dfteil der Weltelite geteilt wurde&#8220;. Die NWO habe zweifelsfrei eine neue Qualit\u00e4t in den Beziehungen zwischen kapitalistischen Staaten geschaffen.<\/p>\n<h5>&#8222;Alle Nationen waren jetzt vern\u00fcnftig&#8220; \u2013 und den USA gef\u00fcgig<\/h5>\n<p>Der Erfolg dieser &#8222;Ideologie der Neuen Weltordnung&#8220; liege darin, so Stratfor, dass grundlegende politische Meinungsverschiedenheiten zwischen den Nationen, d.\u00a0h. zwischen den Eliten der Nationen verschwunden waren. Statt ideologischer Streitigkeiten, waren alle Eliten der gro\u00dfen Nationen sich nun bez\u00fcglich der fundamentalen Prinzipien, also Marktwirtschaft und b\u00fcrgerliche Demokratie, F\u00f6rderung der globalisierten Finanzwirtschaft und M\u00e4rkte einig.<\/p>\n<p>Demnach stimmten alle &#8222;vern\u00fcnftigen Menschen&#8220;, egal in welchem Land, darin \u00fcberein, dass Wirtschaftswachstum und Wohlstand, von dem vor allem die Eliten profitierten, alle anderen Interessen \u00fcbertrafen. Daher war es wichtig, diese neue internationale Stabilit\u00e4t nicht zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die einzigen internationalen Probleme, welche die Vereinigten Staaten und ihre Verb\u00fcndeten konfrontierten, so Stratfor, waren &#8222;Schurkenstaaten&#8220; wie Irak und Nordkorea oder die Bedrohung der inneren Instabilit\u00e4t von Staaten wie z.\u00a0B. in Jugoslawien und Somalia, oder auch Ausbr\u00fcche des internationalen Terrorismus.<\/p>\n<p>Aber all das war nur noch &#8222;ein Randproblem&#8220;. Denn &#8222;alle Nationen waren jetzt vern\u00fcnftig. Sie hatten alle die Notwendigkeit eingesehen, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Schurkenstaaten davon abgehalten werden, durch B\u00fcrgerkriege oder durch Ausbreitung von Terrorismus die Finanzm\u00e4rkte zu beunruhigen&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Da alle Nationen&#8220;, bzw. ihre Eliten, &#8222;im Rahmen der NWO an der Erhaltung gut funktionierender Finanzm\u00e4rkte ein gleich-gro\u00dfes Interesse hatten, waren sie auch bereit, bei der L\u00f6sung der marginalen Probleme (siehe Jugoslawien, Irak und Somalia) zusammenzuarbeiten&#8220;.<\/p>\n<p>Absolute Priorit\u00e4t galt laut Stratfor der Aufgabe, das internationale Wirtschaftssystem zu einem eingeebneten Spielfeld zu machen, auf dem globale operierende Unternehmen ohne Einschr\u00e4nkungen durch Z\u00f6lle, nationale Regularien, Deviseneinschr\u00e4nkungen oder Investitionshindernissen nach eigenem Gutd\u00fcnken schalten und walten konnten.<\/p>\n<p>Daher sei diese Aufgabe zur Mehrung des westlichen Wohlstandes \u2013 so Stratfor \u2013 in die H\u00e4nde einer Gruppe von multilateralen Organisationen delegiert worden, wie z.\u00a0B. der Internationale W\u00e4hrungsfonds IWF, das GATT (seither von der Welthandelsorganisation WHO ersetzt), die Weltbank, die OECD und nicht zuletzt die NATO. Diese Organisationen &#8222;dienen alle dem gleichen Zweck und sie haben einen sehr guten Job gemacht&#8220;, lobte Stratfor.<\/p>\n<p>Selbstredend w\u00fcrden &#8222;die Vereinigten Staaten, als weltweit f\u00fchrende Nation, auch eine besondere und entscheidende Rolle bei der Festlegung der Missionen der UNO und der anderen multilateralen Organisationen spielen, betonte Stratfor, und fuhr fort:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Da jedoch alle Nationen jetzt die gleichen grundlegenden Interessen h\u00e4tten, w\u00fcrde daraus folgen, dass keine vern\u00fcnftige Nation sich dem US-F\u00fchrungsanspruch und dessen Entscheidungen widersetzt.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h5>Die europ\u00e4ische Dimension der NWO<\/h5>\n<p>Wie sehr diese US-Ideologie von der NWO auch in Europa, insbesondere in der EU auf fruchtbaren Boden gefallen ist, l\u00e4sst sich exemplarisch an der Person Robert Coopers festmachen. Cooper begann seine diesbez\u00fcgliche Karriere als Chefberater des britischen Premiers Tony Blair. Von dort ging er zur EU und wurde &#8222;Generaldirektor f\u00fcr \u00c4u\u00dfere und Politisch-Milit\u00e4rische Angelegenheiten&#8220; im Generalsekretariat des EU-Rats und hatte st\u00e4ndigen Umgang mit Ministern und Staatschefs. In dieser Rolle hat Cooper laut Wikipedia auch die Philosophie der &#8222;Entwicklung der Europ\u00e4ischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt&#8220;. Daf\u00fcr wurde er sp\u00e4ter von der Queen zum Ritter geschlagen und so gut wie von allen Regierungen der EU-Mitgliedsl\u00e4nder mit Orden und Ehrungen \u00fcberh\u00e4uft.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr genau? F\u00fcr Forderungen wie diese, die dann in der EU auch umgesetzt wurden:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wir brauchen eine neue Art von Imperialismus, einen Imperialismus, der mit den Menschenrechten und den kosmopolitischen Werten kompatibel ist: ein Imperialismus, der sich zum Ziel setzt, Ordnung und Organisation zu bringen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Anschluss an den Angriffskrieg gegen Jugoslawien unterscheidet Cooper zwischen zwei Arten des &#8222;neuen Imperialismus&#8220;: Da w\u00e4re zun\u00e4chst der &#8222;freiwillige Imperialismus&#8220; der &#8222;demokratischen&#8220; (!) Institutionen der westlichen Welt, wie der &#8222;Internationale W\u00e4hrungsfonds&#8220; (IWF) oder die &#8222;Weltbank&#8220;.<\/p>\n<p>Laut Cooper bringen diese Institutionen &#8222;all jenen Staaten Hilfe, die freiwillig ihren Weg zur\u00fcck in die globale Wirtschaft der internationalen Gemeinschaft finden wollen&#8220;. D.\u00a0h. also all jene Staaten, die bereit sind, sich zu beugen und sich ihre wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Verfasstheit von den &#8222;undemokratischen Institutionen&#8220; IWF und Weltbank vorschreiben zu lassen, die brauchen keine Angst vor &#8222;humanit\u00e4ren&#8220; Bombardements der NWO zu haben.<\/p>\n<p>Allen anderen Staaten aber, die sich nicht freiwillig der NWO unterwerfen, droht Cooper mit &#8222;gut nachbarschaftlichem Imperialismus&#8220;, d.\u00a0h., dass &#8222;verantwortliche&#8220; Staaten \u2013 wie die USA oder Frankreich, Gro\u00dfbritannien oder Deutschland \u2013 zuerst wirtschaftliche und politische Zwangsma\u00dfnahmen verh\u00e4ngen und wenn die nichts n\u00fctzen, milit\u00e4risch intervenieren, um Instabilit\u00e4ten im globalen Dorf zu verhindern.<\/p>\n<p>Als leuchtendes Beispiel f\u00fcr den &#8222;gut nachbarschaftlichen Imperialismus&#8220; verweist Cooper auf die erfolgreiche &#8222;humanit\u00e4re Intervention&#8220; der NATO im Kosovo. Das dort errichtete NATO-Protektorat zeige wie kein anderes Beispiel, wie gut &#8222;der neue Kolonialismus (!) Ordnung und Organisation&#8220; bringen kann.<\/p>\n<p>In seinem Buch von 2002 &#8222;The Post-Modern State&#8220; entwickelt Cooper die EU-Doktrin des &#8222;neuen, liberalen Imperialismus&#8220; weiter. Dabei unterstreicht er im Umgang mit sogenannten Problemstaaten &#8222;die Notwendigkeit von doppelten Standards&#8220;. Eine weitere Steigerung kommt in seinem n\u00e4chsten Buch, &#8222;The Breaking of Nations&#8220; (auf Deutsch: &#8222;Wie man Nationen gef\u00fcgig macht&#8220;).<\/p>\n<p>Dort hei\u00dft es: &#8222;Untereinander sollten die Europ\u00e4er auf der Grundlage des Rechts und gemeinsamer Sicherheit operieren. Aber au\u00dferhalb Europas sollten sie die raueren Methoden fr\u00fcherer Zeiten anwenden \u2013 Gewalt, Pr\u00e4ventivschl\u00e4ge, Hinterlist und was sonst noch alles n\u00f6tig ist. Denn wenn wir im Dschungel sind, dann m\u00fcssen wir auch die Gesetze des Dschungels anwenden&#8220;. Im Original: &#8222;When in the jungle, one must use the laws of the jungle.&#8220;<\/p>\n<h5>St\u00f6renfried Russland<\/h5>\n<p>Laut einer weiteren Stratfor-Analyse funktionierte diese Version der Neuen Weltordnung f\u00fcr eine Weile sehr gut f\u00fcr die USA. Auch die internationalen Eliten konnten gut davon profitieren. Auch habe es &#8222;unter den Eliten der beteiligten Nationen keine namhaften Konflikte gegeben&#8220;. Daraus wurde dann die bekannte Phrase gestrickt, dass Demokratien keine Kriege gegen einander f\u00fchren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Russland noch das Jelzin-Regime herrschte, sah man im Westen gute Chancen auch Russland in diese US-gef\u00fchrte neue Weltordnung hineinzuziehen.<\/p>\n<p>Dann aber kam 1998\/99 der russische Finanzkollaps, bei dem Hilfe vom Westen ausblieb und IWF und Weltbank tatenlos dem Absturz Russlands zusahen. Diese Unt\u00e4tigkeit des Westens, verbunden mit kaum verdeckter Freude der auf reiche Beute lauernden westlichen Geier gab der zuk\u00fcnftigen Entwicklung Russlands einen entscheidenden Sto\u00df in eine andere Richtung und f\u00f6rderte neue auftauchende politische Kr\u00e4fte, die Russlands Zukunft nicht im Westen sahen.<\/p>\n<p>In dem Chaos, das von westlichen Beratern der russischen Regierung im Verein mit lokalen Oligarchen angerichtet worden war, entstand der Keim, aus dem in den nachfolgenden 25 Jahren der m\u00e4chtigste Widersacher der NWO geworden ist.<\/p>\n<p>Seither hat sich das wirtschaftlich, moralisch und milit\u00e4risch wiedererstarkte Russland, das heute wie selten in seiner Geschichte geeint hinter Pr\u00e4sident Putin steht, als un\u00fcberwindbarer Widersacher gegen die US-gef\u00fchrte, &#8222;regelbasierte Ordnung&#8220; \u2013 wie heute die NWO hei\u00dft \u2013 erwiesen hat. Zugleich ist Russland gemeinsam mit seinem strategischen Partner China zum Leuchtturm der Hoffnung vieler L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens geworden, die sich aus der r\u00e4uberischen Umklammerung der westlichen Neo-Kolonialisten befreien wollen.<\/p>\n<h5>Kein Plan B: Auf der Schnellstra\u00dfe in den Krieg<\/h5>\n<p>Und jetzt kommen wir zur\u00fcck auf die eingangs geschilderte Lage in der Ukraine. Inzwischen verstehen Sie sicherlich auch besser, wieso die politischen, medialen, wissenschaftlichen und milit\u00e4rischen Eliten in Europa kein Problem damit hatten und haben, die vitalen Interessen ihrer eigenen V\u00f6lker zu missachten, solange es ihnen selbst gut geht und sie die R\u00fcckendeckung der befreundeten Eliten in Europa und jenseits des Atlantiks haben.<\/p>\n<p>Das Wichtigste f\u00fcr diese Leute sind die Finanzm\u00e4rkte, von denen sie alle kr\u00e4ftig profitieren. Denn trotz der katastrophalen Wirtschaftslage in allen L\u00e4ndern des kollektiven Westens erklimmen die B\u00f6rsen dort dank geldpolitischer Manipulationen st\u00e4ndig neue H\u00f6chstst\u00e4nde, was die Eliten weiter bereichert, w\u00e4hrend aufgrund der gleichzeitigen Geldentwertung die arbeitende Bev\u00f6lkerung immer \u00e4rmer wird.<\/p>\n<p>Nach wie vor gelingt es den Eliten dank des Corps williger Presstituierter, dem Gros der Bev\u00f6lkerung vorzugaukeln, dass sie alles im Griff haben, egal ob in der Ukraine, bei der Inflationsbek\u00e4mpfung, beim Wirtschaftswachstum etc. Aber der Moment, an dem die Realit\u00e4t den Schleier der L\u00fcgen, der Manipulationen und des Sch\u00f6nredens zerrei\u00dft, kommt unaufhaltsam n\u00e4her.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger diese tragische Entwicklung anh\u00e4lt, desto weniger Optionen zur Rettung oder Milderung der Lage bleiben \u00fcbrig. Der Westen ist an seine Belastungsgrenze gekommen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten zeigen sich jetzt tiefe Bruchlinien zwischen den Eliten auf nationaler wie auf internationaler Ebene innerhalb des Westens. Realisten und Pragmatiker wollen mit den Russen verhandeln, w\u00e4hrend Extremisten vom Typ der eingangs erw\u00e4hnten Kriegstreiber mit einem direkten Waffengang zwischen Russland und der NATO lieb\u00e4ugeln.<\/p>\n<p>Die aktuelle Situation in der Ukraine, die dem Westen als Rammbock dient und dabei gleichzeitig selbst zerst\u00f6rt wird, l\u00e4sst sich wie folgt skizzieren.<\/p>\n<p>Erstens: Russland hatte auf dem Schlachtfeld von Anfang an eindeutig die Oberhand, milit\u00e4rtechnisch ebenso wie in Bezug auf Strategie und Taktik, oder in puncto Reserven, aber auch bez\u00fcglich Ausbildungsstands und Moral der Soldaten, Unterst\u00fctzung und Einigkeit der russischen Bev\u00f6lkerung usw. Die Ukraine hat l\u00e4ngst verloren, selbst wenn sie noch einige Zeit in selbstzerst\u00f6rerischem Wahn weiterk\u00e4mpfen kann. Fest steht aber, dass der Ukraine die Zeit davonl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Zweitens ist die F\u00fchrung der Ukraine ungeachtet ihrer Schw\u00e4che nicht bereit, auf Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zu f\u00fcr Russland akzeptablen Bedingungen einzugehen. Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin hat wiederholt bekr\u00e4ftigte, dass Moskau grunds\u00e4tzlich offen f\u00fcr Gespr\u00e4che bleibt, allerdings nicht auf der Grundlage von &#8222;Wunschdenken&#8220;, sondern ausgehend von den Realit\u00e4ten an der Front.<\/p>\n<p>Die mangelnde Flexibilit\u00e4t des Kiewer Regimes ist nicht verwunderlich. F\u00fcr Pr\u00e4sident Wladimir Selenskij pers\u00f6nlich und zumindest f\u00fcr sein Kernteam gibt es wahrscheinlich weder politisch noch physisch eine M\u00f6glichkeit, die Katastrophe zu \u00fcberleben, die sie ihrem Land zugef\u00fcgt haben. Sie selbst waren Spielb\u00e4lle der neokonservativen Strategie Washingtons, mit dem Ziel, Russland eine strategische Niederlage zuzuf\u00fcgen. Sie alle haben versagt und werden auf der Strecke bleiben.<\/p>\n<p>Und drittens besteht zumindest in NATO-Europa die M\u00f6glichkeit, dass auch dort die Eliten auf der Strecke bleiben, weil sie zur Unterst\u00fctzung der Strategie Washingtons die vitalen Interessen ihrer eigenen V\u00f6lker an Washington verkauft und sie ins wirtschaftliche Elend gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Ein Zusammenbruch der ukrainischen Front wird es den West-Eliten unm\u00f6glich machen, die bisherigen L\u00fcgen aufrecht zu halten. Selbst die gutgl\u00e4ubigsten Schafe im Westen werden sich von den herrschenden Eliten in Politik und Medien abwenden. Letztere f\u00fcrchten sich zu Recht vor dem Tag, an dem die Zeitenwende der Abrechnung beginnt.<\/p>\n<p>Die Westeliten haben in ihrer Abgehobenheit von jeglicher Realit\u00e4t nie daran gedacht, dass ihre urspr\u00fcnglichen, ihrem Wunschdenken entsprungenen Pl\u00e4ne zur Destabilisierung der russischen Gesellschaft und zur strategischen Schw\u00e4chung des russischen Milit\u00e4rs scheitern k\u00f6nnten. Daher haben sie keinen Plan B. Sie haben keinen Ausweg, weshalb sie mehr und mehr von Panik ergriffen werden.<\/p>\n<p>Panik, in der Tat, denn nur mit Panik sind die offensichtlich verzweifelten Forderungen z.\u00a0B. nach dem Einsatz der Nuklearwaffen f\u00e4higen deutschen Taurus-Marschflugk\u00f6rper zu erkl\u00e4ren. In dieselbe Kategorie fortgeschrittenen Wahnsinns f\u00e4llt auch der Plan des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron, Bodentruppen in die Ukraine zu entsenden, womit wir dem gro\u00dfen Krieg einen gewaltigen Schritt n\u00e4herk\u00e4men. Auf ihrer Schnellstra\u00dfe in den Krieg haben die siegessicheren westlichen Eliten keinen Platz f\u00fcr eine Ausfahrt gelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Rainer Rupp ist Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Dies ist das Manuskript\u00a0einer Rede, die\u00a0Rainer Rupp am 23. M\u00e4rz 2024 im HoffART-Theater Darmstadt gehalten hat. Die Veranstaltung wurde organisiert von den NachDenkSeiten und dem <\/em><em>Deutschen\u00a0Freidenker-Verband e.V.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: G7-Gipfel in Italien, 13.06.2024<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: Simon Dawson \/ No 10 Downing Street &#8211; <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/number10gov\/53789451691\/in\/album-72177720317885436\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.flickr.com\/photos\/number10gov\/53789451691\/in\/album-72177720317885436<\/a>\/, <a href=\"https:\/\/www.nationalarchives.gov.uk\/doc\/open-government-licence\/version\/3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OGL 3<\/a>, <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=149367119\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=149367119<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Rainer Rupp<\/b> in zwei Teilen.<br \/>\nDie NATO befindet sich auf der Schnellstra\u00dfe in den gro\u00dfen Krieg. In einer zweiteiligen Analyse erkl\u00e4rt unser Autor Rainer Rupp, wie es dazu kam. Dazu beleuchtet er im ersten Teil die Urspr\u00fcnge der sch\u00f6nen &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; und die Entkopplung der westlichen Eliten von ihren V\u00f6lkern. Im zweiten Teil betrachtet er den Niedergang der sch\u00f6nen &#8222;Neuen Weltordnung&#8220; und den Weg der westlichen Eliten in den gro\u00dfen Krieg. [&#8230;]<br \/>\nSie alle werden sich sicherlich schon gewundert haben, warum unsere Machteliten und ihre Top-Dienstleister in Politik, Medien, &#8222;Wissenschaft&#8220; und Kunst die vitalen Interessen der deutschen Bev\u00f6lkerung verraten und Deutschland an der Seite der US-Kriegstreiber in den Stellvertreter-Krieg gegen Russland hineingezogen haben. &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":19495,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1061,694,1455,188,2227,56,693,566,222,422,639,185,122],"class_list":["post-19482","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demokratie-medien-aufklaerung","tag-atomwaffen","tag-globalisierung","tag-interessen","tag-krieg","tag-kriegstreiber","tag-nato","tag-neoliberalismus","tag-neue-weltordnung","tag-russland","tag-ruestung","tag-ukraine-konflikt","tag-usa","tag-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/G7_Summit_in_Italy_53789451691_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-54e","jetpack-related-posts":[{"id":9722,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=9722","url_meta":{"origin":19482,"position":0},"title":"Die Wurzeln des Neuen Kalten Kriegs gegen Russland","author":"Webredaktion","date":"25. 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