{"id":183,"date":"2010-03-17T15:48:28","date_gmt":"2010-03-17T14:48:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/?p=183"},"modified":"2019-06-27T21:33:12","modified_gmt":"2019-06-27T19:33:12","slug":"120-jahre-jugendweihe-jugendfeier-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=183","title":{"rendered":"120 Jahre Jugendweihe \/ Jugendfeier in Deutschland"},"content":{"rendered":"<h5>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=726\">&#8222;Freidenker&#8220; Nr. 1-10 M\u00e4rz 2010<\/a>, S. 32-36,\u00a0 69. Jahrgang<\/h5>\n<p><em><strong>von Eberhard Schinck<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ein denkw\u00fcrdiges Ereignis in der Freidenkerbewegung: Das Fest wird seit 1890 in der Freidenkerbewegung regelm\u00e4\u00dfig begangen. Seiner Geschichte nach ist es ein proletarisches Fest. Ein bedeutendes Kulturereignis der Freidenker, das sich bis in die heutige Zeit erhalten hat. Allerdings wurde diese Feier in den ersten Jahren bewusst nicht Jugendweihe genannt.<\/p>\n<p>Die erste gro\u00dfe Kirchenaustrittsbewegung Deutschlands entstand nach der Ausstellung des \u201eHeiligen Rocks\u201c in Trier. Sie war eng verbunden mit der Entwicklung, die dann auch zur b\u00fcrgerlichen Revolution von 1848\/49 f\u00fchrte. Liberale religi\u00f6se und politische Ideen verbanden sich. Es ging gegen die Orthodoxie und die Negation des wissenschaftlichen Fortschritts, wie sie mehrheitlich von den Gro\u00dfkirchen vertreten wurden. Gro\u00dfe Teile der Arbeiterklasse grenzten sich damit von den Dogmen der Kirche ab, die f\u00fcr ihre Unterdr\u00fcckung mitverantwortlich waren.<br \/>\nDie Jugendweihe, entstanden auf Initiative von Freidenkern und Freireligi\u00f6sen als Gegenst\u00fcck zur kirchlichen Konfirmation oder Kommunion, und die Kulturbestrebungen der Arbeiterschaft haben gemeinsame Wurzeln: beide wehrten sich gegen die staatliche Obrigkeit des 19. Jahrhunderts. Der Kampf um Jugendweihe und die Vorbereitungskurse entsprangen dem Aufbegehren gegen die rechtliche und soziale Benachteiligung breiter Bev\u00f6lkerungskreise. So ist das Ringen um die Durchsetzung der Jugendweihe auch ein St\u00fcck Geschichte der Demokratiebewegung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong>Diskussionen zu Beginn<\/strong><\/h4>\n<p>Proletarische Freidenker und Arbeiterbewegung lehnten den Begriff Jugendweihe zun\u00e4chst ab, weil er Vorstellungen von \u201eSegnen\u201c und \u201eWeihen\u201c zul\u00e4sst. Die Unterscheidung zwischen \u201eSchulentlassungsfeier\u201c und \u201eJugendweihe\u201c hatte also einen politischen Grund. Ab 1890 etwa hatten sich die meisten Freireligi\u00f6sen Gemeinden in einem komplizierten Entwicklungsprozess der Verweltlichung zu freidenkerischen Positionen durchgerungen. Hinsichtlich der Jugendweihe setzte sich um diese Zeit der Name \u201eJugendweihe\u201c als die Bezeichnung f\u00fcr das Fest f\u00fcr ihre vierzehnj\u00e4hrigen Kinder durch. Die Freireligi\u00f6se Gemeinde zu Berlin k\u00fcndigte bereits 1889 das Fest mit der Bezeichnung und dem Inhalt \u201eproletarische Jugendweihe\u201c an.<br \/>\nNach der ersten \u00f6ffentlichen Jugendweihe-Feier in Hamburg z. B. wurde in der Freidenker-Gesellschaft am 31. M\u00e4rz 1890 diskutiert: \u201eIst es w\u00fcnschenswert, dass wir Freidenker Festlichkeiten unter uns einf\u00fchren?\u201c Die Diskussion ist uns durch das Protokoll eines Spitzels der politischen Polizei erhalten geblieben.<br \/>\n\u201eIch bin der Ansicht, keine Feste zu feiern, auch nicht die Konfirmation, denn ein aufrichtiger Freidenker kann die Konfirmation nicht als Festlichkeit betrachten. \u2013 Ich bin auch gegen alle gemachten Feste &#8230;, welche &#8230; doch nur zum Zwecke des Saufens und Fressens dienen. Ich bin entschieden dagegen. \u2013 F\u00fchrt Z. an, dass er Gegner aller Festlichkeiten sei, doch w\u00fcrde er daf\u00fcr sein, dass man betreffend der &#8230; aus der Schule entlassenen Kinder ein kleines Fest veranstalte &#8230; Wir wollen dies auch nicht ein Fest nennen, wir wollen ja nur den Kindern einige gute Worte mitgeben. \u2013 S. stellt den Antrag, den aus der Schule entlassenen Kindern ein Geschenk in Form eines Buches freidenkerischer Richtung zu machen, zu welchem Zweck &#8230; ein Fest im Sinne einer Versammlung zu veranstalten ist. \u2013 F\u00fcr uns ist die Natur das, was f\u00fcr andere das Gotteshaus ist. Doch bin ich daf\u00fcr, die Konfirmation zu feiern, um nicht unsere Kinder anderen gegen\u00fcber zur\u00fcckzusetzen.\u201c<br \/>\nDurchgesetzt haben sich wohl die Gegner einer Feier, denn zeitgleich mit den Anmeldungen f\u00fcr den Konfirmandenunterricht beginnt die Freidenker-Gesellschaft Ende September 1890 mit einer monatelangen Agitation f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines regelm\u00e4\u00dfigen Jugendunterrichts. Von einer Feier war keine Rede. Der Inhalt des Jugendunterrichts wurde damit begr\u00fcndet, dass die k\u00fcnftige Generation mit dem Hauptgedanken der Befreiung der Menschheit erzogen werden m\u00fcsse und dass ihre freie, unabh\u00e4ngige Erziehung dadurch gef\u00f6rdert werden m\u00fcsse, dass sie nicht an der kirchlichen Taufe und nicht am Religionsunterricht teilnehmen sollten.<\/p>\n<h4>Vorbereitender Unterricht<\/h4>\n<p>An dem regelm\u00e4\u00dfigen Jugendunterricht nahmen in dieser Zeit ca. viermal soviel Kinder teil wie sp\u00e4ter an den Feierstunden selbst. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die geringere Anzahl der Festteilnehmer sind nicht genau bekannt. Es m\u00f6gen verschiedene Gr\u00fcnde gewesen sein, aber einer war wohl auch, dass einem Teil der Eltern aus finanziellen und sozialen Gr\u00fcnde die Mitfinanzierung der Jugendfeiern nicht m\u00f6glich war.<br \/>\nIn den wenigen \u00fcberlieferten Angaben zum Inhalt der Feierstunden und Festreden lassen sich folgende Grundgedanken erkennen: Es bed\u00fcrfe zur Schulentlassung nicht des Segens des Priesters, denn die sittlichen Normen seien nicht an die Religion gebunden. Es folgten Darlegungen von ethischen Maximen der Freidenker. Die Redner erkl\u00e4ren, dass die Arbeiterklasse Tr\u00e4gerin einer h\u00f6heren Moral ist. In diesen Feiern wurden Kampflieder der deutschen Arbeiterbewegung gesungen.<br \/>\nDie kulturelle Umrahmung besorgten Festspiele, in deren Mittelpunkt die Entwicklung des Menschen und der menschlichen Gesellschaft steht. Die verheerenden Wirkungen der Arbeit unter kapitalistischen Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen werden dargestellt. Kampfszenen der Arbeiterbewegung werden in solchen kleinen Theaterst\u00fccken nachgestellt. Am Schluss der Feier erhielten die Kinder ein bescheidenes Geschenk zur Erinnerung. Oft waren es Fotoalben oder B\u00fccher aus der proletarischen Kultur.<br \/>\nBis 1907 wurden die Schulentlassungsfeiern ,Stiftungsfest der Freidenker\u2018 genannt. Nach der Bildung des Zentralverbandes proletarischer Freidenker im Jahre 1908 nahmen die Teilnehmerzahlen weiter zu. Es wurde wieder von Schulentlassungsfeiern gesprochen und es nahmen nur noch diejenigen Kinder am vorbereitenden Unterricht teil, die dann zu Ostern auch die Schule verlie\u00dfen. Inhalt des Unterrichts waren insbesondere folgende Themen:<\/p>\n<p>&#8211; Entstehung und Entwicklung der Erde<br \/>\n&#8211; Entstehung des Gottesglaubens und der verschiedenen Religionen<br \/>\n&#8211; die Entwicklungsgeschichte der Menschheit<br \/>\n&#8211; Gespr\u00e4che zum Thema Sexualit\u00e4t, was damals wohl etwas ganz besonderes war.<\/p>\n<h4><strong>Notwendigkeit der gewerkschaftlichen und politischen Organisierung<\/strong><\/h4>\n<p>In den zwanziger Jahren stieg die Teilnahme der Jugendlichen an den Jugendweihen und Jugendfeiern permanent zu einer Massenbewegung an. Ende der zwanziger Jahre nahm in Hamburg etwa ein F\u00fcnftel aller Schulabg\u00e4nger an den Jugendweihen der Arbeitsgemeinschaft Jugendweihe teil, die 1921 von Sozialdemokraten gegr\u00fcndet worden war. Im Verlauf der Spaltung der Arbeiterbewegung kam es auch in der Jugendweihe immer wieder zu Spaltungen.<br \/>\nSofort nach der Machtergreifung der Faschisten wurde, wie so viele andere Organisationen der Arbeiterbewegung, die Jugendweihe verboten. Der Begriff der Jugendweihe wurde von den Faschisten vereinzelt regional weiter gebraucht und f\u00fcr ihre Zwecke benutzt. Charakteristisch war das bei der Zwangs\u00fcbernahme aller Jugendlichen vom Jungvolk zur Hitlerjugend. Sp\u00e4ter wurde auch der Begriff Jugendweihe von den Nazis verboten.<\/p>\n<h4><strong>Neubeginn 1945<\/strong><\/h4>\n<p>Schon bald nach der Befreiung 1945 trafen sich verschiedene Anbieter von Jugendweihen, die den Faschismus \u00fcberlebt hatten, und gr\u00fcndeten die Arbeitsgemeinschaft Jugendweihe neu. Das war zum Beispiel in Hamburg so. Diesmal sollte sie alle verschiedenen Richtungen unter einem Dach vereinigen. Bei allen Unterschieden ist es Anliegen der Jugendweihe, nicht kirchlich gebundenen Jugendlichen ab 14 Jahren ein Angebot zu machen, die f\u00fcr sich einen Standpunkt suchen im Prozess des Hineinwachsens in die Erwachsenenwelt.<br \/>\nIn vielf\u00e4ltiger Weise sind Jugendliche heute gefordert: Im pers\u00f6nlichen Bereich sind es Fragen der Partnerschaft, Liebe, Sexualit\u00e4t; was bedeuten Drogen f\u00fcr mich; wie finde ich zu einer gesunden Ern\u00e4hrungs- und Lebensweise. Im gesellschaftlichen Feld geht es um demokratische Mitwirkung, Sorge f\u00fcr die nat\u00fcrliche Umwelt, aktives Eintreten f\u00fcr den Frieden, gewerkschaftliche Aufgaben, internationale Solidarit\u00e4t, die Stellung der Geschlechter zueinander.<br \/>\nJugendliche stehen heute viele Informations- und Beratungsangebote zur Verf\u00fcgung. Elternhaus und Schule, vor allem aber die Medien bieten viele Hilfen. Dennoch gibt es Ratlosigkeit und Orientierungsprobleme. Wir Freidenker m\u00f6chten Gespr\u00e4chspartnerinnen und Gespr\u00e4chspartner sein f\u00fcr eine kritische Aneignung der menschlichen Geschichte, f\u00fcr das Entwickeln von eigenen Bezugspunkten f\u00fcr das individuelle Leben und Handeln. Wir sind \u00fcberzeugt: mehr denn je kommt es auf jede\/n einzelne\/n an!<br \/>\nWir sind parteipolitisch unabh\u00e4ngig. Aus unserer Geschichte heraus f\u00fchlen wir uns den Idealen des Humanismus, der Aufkl\u00e4rung und des Sozialismus verbunden, wir treten f\u00fcr soziale Gerechtigkeit, die Erhaltung der \u00f6kologischen Lebensgrundlagen, die Verteidigung demokratischer Rechte und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen ein.<br \/>\nUnserer Motivation, eine Jugendfeier durchzuf\u00fchren, liegt eine weltanschauliche Grundposition zugrunde. Wir wollen in der Arbeit mit den Jugendlichen dazu beitragen, dass sie ein Denken frei von religi\u00f6sen und anderen Dogmen entwickeln k\u00f6nnen. Das Bild, das sie sich von der Welt zeichnen, soll die Realit\u00e4t m\u00f6glichst ad\u00e4quat widerspiegeln, damit es ein tragf\u00e4higes Fundament f\u00fcr das Leben und das eigene Handeln sein kann. Es geht darum, die Widerspr\u00fcche in der Welt zu hinterfragen und dies auch dann noch zu tun, wenn man dabei in Widerspruch zu den Meinungsmachern und dem herrschenden Gedankengut ger\u00e4t. Es geht uns darum, unertr\u00e4gliche Verh\u00e4ltnisse wahrzunehmen, aber auch zu erkennen, was die Welt bewegt und ver\u00e4ndert.<br \/>\nReligion, Aberglaube, Vertrauen auf ein Lottogl\u00fcck sind kein empfehlenswertes R\u00fcstzeug f\u00fcr junge Menschen. Wir m\u00f6chten Mut machen, m\u00f6glichst nie darauf zu verzichten, den eigenen Verstand zu gebrauchen, nach L\u00f6sungen zu suchen und sie solidarisch mit anderen durchzusetzen.<br \/>\nWir vermeiden dabei Pathos, aber legen doch Wert auf Ernsthaftigkeit, wie sie aus den Worten des t\u00fcrkischen Dichters Nazim Hikmet klingt, der seinem Sohn aus dem Exil schrieb: \u201eMehmet, lebe nicht wie ein Mieter in der Welt, auch nicht wie in der Sommerfrische, sondern, als w\u00e4re die Welt dein Elternhaus. \u2026 erfreue dich an allem Gl\u00fcck, erfreue dich an der Finsternis und der Helle, \u2026 vor allem aber an den Menschen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Praxis heute<\/strong><\/h4>\n<p>M\u00f6glichst fr\u00fchzeitig laden wir zu einem Elternabend ein, an dem selbstverst\u00e4ndlich auch die Jugendlichen selbst teilnehmen. Die Einbeziehung der Eltern ist uns sehr wichtig. Durch ihr Engagement wird unsere Arbeit erst m\u00f6glich. Sie finanzieren das Ganze durch einen Teilnahmebeitrag, mit dem alle anfallenden Kosten abgedeckt werden m\u00fcssen, sowie dadurch, dass sie Autos, Technik, Spendengelder, Kuchen, auch Zeit und andere n\u00fctzliche Dinge, je nach Verm\u00f6gen, aber immer freiwillig zur Verf\u00fcgung stellen.<br \/>\nUnser erstes Treffen dient dem Kennenlernen. Alle stellen sich einander vor. Wir sprechen \u00fcber die angebotenen Themen, \u00fcber W\u00fcnsche und Anregungen der Jugendlichen dazu sowie \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, das alles gemeinsam umzusetzen.<br \/>\nWir halten es f\u00fcr wichtig, bei der Auswahl der Themen aktuell und flexibel zu sein. Es gibt keinen starren, allj\u00e4hrlich wiederkehrenden Reigen von Themen bzw. Referenten. Einen festen Platz haben nat\u00fcrlich bestimmte Dinge wie die Auseinandersetzung zwischen Philosophie und Religion und dar\u00fcber, was Antifaschismus bedeutet. Aus dem Schulalltag sind solche Themen bekannt wie \u201eEsoterik, Schwarze Magie \u2013 Ausfl\u00fcchte ins Jenseits?\u201c Altersgem\u00e4\u00df sind die Themen wie \u201eLiebe und Sex im Aidszeitalter\u201c und \u201eMitmachen \u2013 Widerstehen? Wer oder Was beeinflusst unser Handeln?\u201c<br \/>\nEin wichtiger H\u00f6hepunkt ist jedes Jahr das gemeinsame Wochenende mit vielen Erlebnissen und Entwicklungen von neuen Freundschaften. An solchen Wochenenden werden denkw\u00fcrdige und interessante Orte besucht, z. B. ehemalige Konzentrationslager, historische Denkm\u00e4ler, bedeutende Kulturst\u00e4tten u. a.<br \/>\nDie Feier selbst hat dann die Funktion, die Vorbereitungskurse abzuschlie\u00dfen, und sie soll ein sch\u00f6nes Fest sein. Die Feier wird vorbereitet f\u00fcr die Jugendlichen \u2013 aber eigentlich nicht nur f\u00fcr sie, sondern auch f\u00fcr die G\u00e4ste der Jugendlichen, die oft das Zehnfache an Personen umfassen.<br \/>\nWir wecken auch den Ehrgeiz der Jugendlichen, selbst mit eigenen Darstellungen die G\u00e4ste zu unterhalten und zu interessieren, ihnen m\u00f6glichst ihre eigenen Probleme unterhaltsam vorzustellen.<br \/>\nDie Einbeziehung der Jugendlichen in die Vorbereitung erfordert nat\u00fcrlich, dass wir uns ihren W\u00fcnschen \u00f6ffnen, ihre Unkonventionalit\u00e4t akzeptieren. Von den Jugendlichen erwarten wir andererseits, dass sie in ihrem Programm auch Kunst aus fr\u00fcheren Zeiten akzeptieren, z. B. Mozart, Beethoven oder Goethe, Schiller und Heine.<br \/>\nDer eigene Beitrag der Jugendlichen ist auch deshalb sinnvoll und notwendig, weil er ihnen hilft, sich selbst mit ihrer Jugendfeier zu identifizieren. Ganz wichtig ist, dass die Jugendlichen auf die Auswahl des Programms Einfluss haben.<br \/>\nDer Grundtenor unserer Feiern ist heiter. Tucholsky und K\u00e4stner, aber ebenso Gegenwartsk\u00fcnstler haben hier ihren Platz. Das Kernst\u00fcck der Feier ist die Rede. Nicht nur bei den Vorbereitungstagen, auch bei der Feier selbst soll deutlich werden: Wir haben uns gegenseitig etwas mitzuteilen. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist eine hohe Anforderung. Auch an den Redner. Deshalb ist seiner Auswahl besonderes Augenmerk zu widmen. Wie jeder von uns wei\u00df, kann man freilich nicht jedem Teilnehmer in allen seinen individuellen Anspr\u00fcchen gerecht werden. Die Reden sollen deshalb kritisch sein und auch kritische Begutachter finden. Das kann die Harmonie nur f\u00f6rdern. Jedes Jahr geben sich in unserem Verband viele flei\u00dfige Menschen M\u00fche, Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der Jugendfeier zu einem wichtigen Erlebnis der J\u00fcngsten in unserem Kreis werden zu lassen.<\/p>\n<p><sub><em>Eberhard Schinck<br \/>\nmit Dank an Helmuth Sturmhoebel, Hamburg, und Monika Krotter-Hartmann, Hessen, sowie andere Freunde f\u00fcr ihre wichtigen Gedanken und Hinweise<\/em><\/sub><\/p>\n<hr \/>\n<p>Bild: FreeImages.com\/Piotr Lewandowski<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Eberhard Schinck aus FREIDENKER 1-10<\/strong><br \/>\nProletarische Freidenker und Arbeiterbewegung lehnten den Begriff Jugendweihe zun\u00e4chst ab, weil er Vorstellungen von \u201eSegnen\u201c und \u201eWeihen\u201c zul\u00e4sst. Die Unterscheidung zwischen \u201eSchulentlassungsfeier\u201c und \u201eJugendweihe\u201c hatte also einen politischen Grund. 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