{"id":1744,"date":"2017-07-16T18:21:52","date_gmt":"2017-07-16T16:21:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/?p=1744"},"modified":"2019-06-27T21:15:07","modified_gmt":"2019-06-27T19:15:07","slug":"siedlerkolonialismus-und-apartheid-in-palaestina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1744","title":{"rendered":"Siedlerkolonialismus und Apartheid in Pal\u00e4stina"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1087\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 2-17<\/a>, Juli 2017, S. 3-10, 76. Jahrgang<\/p>\n<p>von <strong><em>Petra Wild<\/em><\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\u201eIsraels Verh\u00e4ltnis zu den Pal\u00e4stinensern ist wie Australiens [Verh\u00e4ltnis] zu den Aborigines.\u201c<br \/>\n<em>(Patrick Wolfe)<\/em><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Zionismus entstand im 19. Jahrhundert im europ\u00e4ischen j\u00fcdischen Kleinb\u00fcrgertum. Er war nicht nur eine Reaktion auf zunehmenden Antisemitismus und Assimilationsdruck, sondern auch die Verk\u00f6rperung der damals vorherrschenden nationalistischen, kolonialistischen und rassistischen Str\u00f6mungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Der Zionismus: ein koloniales Projekt<\/h5>\n<p>Das 19. Jahrhundert war die Hochzeit des europ\u00e4ischen Kolonialismus. F\u00fcr die damals von ihrer \u00dcberlegenheit \u00fcberzeugten Europ\u00e4er war es selbstverst\u00e4ndlich, sich die L\u00e4nder der drei Kontinente anzueignen, entweder um deren Reicht\u00fcmer auszupl\u00fcndern oder um innereurop\u00e4ische Probleme dorthin auszulagern. Kolonialismus war selbstverst\u00e4ndlich und wurde als etwas Verdienstvolles angesehen.<\/p>\n<p>1897 wurde in Basel die Zionistische Organisation (ZO) gegr\u00fcndet, die sich sp\u00e4ter in Zionistische Weltorganisation (WZO) umbenannte. Da die Zionisten die Pr\u00e4misse der Antisemiten, dass Juden und Nicht-Juden nicht zusammen leben k\u00f6nnten \u00fcbernahmen, sahen sie die L\u00f6sung der Probleme in der Gr\u00fcndung eines j\u00fcdischen Nationalstaates au\u00dferhalb Europas. Theodor Herzl, der eigentliche Gr\u00fcnder des Zionismus und erste Vorsitzende der ZO, hatte diese Vision bereits 1896 in seiner programmatischen Schrift \u201eDer Judenstaat\u201c dargelegt. Pal\u00e4stina war damals Teil des Osmanischen Reiches und hatte eine Bev\u00f6lkerung von mehr als einer halbe Million Menschen, darunter 4 % Juden.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die ZO bezeichnete sich anfangs selbstbewusst als koloniale Bewegung. Theodor Herzl nahm Kontakt zu dem britischen Kolonialbeamten Cecil Rhodes, dem Gr\u00fcnder der Siedlerkolonie Rhodesien auf, um ihm von seinem \u201ekolonialen Projekt\u201c zu berichten.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> Eine der ersten K\u00f6rperschaften der ZO nannte sich \u201eJ\u00fcdischer Kolonialtrust.\u201c<\/p>\n<p>In den ersten Jahren ihrer Existenz konzentrierte sich die ZO auf die Entwicklung einer organisatorischen Struktur und die Suche nach einer Schutzmacht. Es war klar, dass die ZO zur Verwirklichung ihres zionistischen Projekts in Pal\u00e4stina einen starken Partner brauchte.<\/p>\n<p>Um einen solchen zu gewinnen hatte Herzl den westlichen M\u00e4chten bereits in seinem Buch \u201eDer Judenstaat\u201c Vorpostendienste des zuk\u00fcnftigen zionistischen Staates zur Verteidigung ihrer Interessen angeboten: \u201eF\u00fcr Europa w\u00fcrden wir dort ein St\u00fcck des Walls gegen Asien bilden, wir w\u00fcrden den Vorpostendienst der Kultur gegen die Barbarei besorgen.\u201c <a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Herzl versuchte, den deutschen Kaiser, das russische Zarenreich und den osmanischen Sultan f\u00fcr sein Projekt zu gewinnen \u2013 vergebens. Erfolg hatte er erst bei Gro\u00dfbritannien, das damals \u00fcber das gr\u00f6\u00dfte Kolonialreich der Welt gebot. Gro\u00dfbritannien ging aus eigenen strategischen Interessen ein B\u00fcndnis mit der zionistischen Bewegung ein. Im November 1917 sicherte der britische Au\u00dfenminister Arthur Balfour in der Balfour-Erkl\u00e4rung die Unterst\u00fctzung der britischen Krone f\u00fcr die Errichtung einer j\u00fcdischen \u201enationalen Heimst\u00e4tte\u201c in Pal\u00e4stina zu. Die politischen und nationalen Rechte der dort ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung wurden darin \u00fcbergangen. Es wurde lediglich erw\u00e4hnt, dass die religi\u00f6sen und b\u00fcrgerlichen Rechte der nicht-j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung nicht verletzt werden d\u00fcrften. Indem die einheimische Bev\u00f6lkerung Pal\u00e4stinas, die zu diesem Zeitpunkt noch \u00fcber 90% der Bev\u00f6lkerung des Landes ausmachte, als Nicht-Juden\u201c bezeichnet wurde, wurde ihr ein Minderheitenstatus zugesprochen. Das gr\u00fcndete in der typisch kolonial-rassistischen Sicht auf die einheimische Bev\u00f6lkerung, die als Nicht-Wei\u00dfe, Nicht-Europ\u00e4er nicht als vollwertige Menschen galten. Die zionistische Bewegung hatte denselben rassistischen Blick auf die einheimischen Pal\u00e4stinenser, die vom Vorsitzenden der WZO Chaim Weizman als \u201eNeger\u201c bezeichnet wurden, \u201edie keinen Wert haben.\u201c<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Nach der milit\u00e4rischen Einnahme Pal\u00e4stinas am Ende des 1.Weltkrieg unterst\u00fctzte Gro\u00dfbritannien die zionistische Bewegung beim Aufbau quasi-staatlicher Strukturen, wozu ab 1920 auch die Aufstellung bewaffneter Einheiten geh\u00f6rte. Die Zahl der j\u00fcdischen Einwanderer nahm nach der Verk\u00fcndung der Balfour-Deklaration stetig zu und f\u00fchrte zur zunehmenden Konfrontation mit der einheimischen pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Die zionistische Bewegung besch\u00e4ftigte sich schon fr\u00fchzeitig mit siedlerkolonialistischen Modellen, die f\u00fcr ihr Projekt in Pal\u00e4stina brauchbar sein k\u00f6nnten und entschied sich f\u00fcr das Modell der preu\u00dfischen Kolonisierung der Ostmark.<\/p>\n<p>Die US-amerikanische King Crane-Kommission stellte 1920 in einem Bericht fest, dass die zionistische Bewegung auf die vollst\u00e4ndige Enteignung der einheimischen Bev\u00f6lkerung zielte. Bereits Theodor Herzl hatte in \u201eDer Judenstaat\u201c die Vertreibung der einheimischen Bev\u00f6lkerung nahelegt. Der WZO-Vorsitzende Chaim Weizman formulierte das Ziel, Pal\u00e4stina so j\u00fcdisch zu machen \u201ewie England englisch ist.\u201c<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a>\u00a0 Ab den 1930er Jahren wurden \u201eTransferkommissionen\u201c eingesetzt, die pr\u00fcfen sollten, wie die Vertreibung der einheimischen Bev\u00f6lkerung bewerkstelligt werden k\u00f6nnte.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a>\u00a0 In den 1930er Jahren begannen zionistische Gruppen, terroristische Anschl\u00e4ge auf die pal\u00e4stinensische Zivilbev\u00f6lkerung zu ver\u00fcben. Dazu geh\u00f6rten Bombenanschl\u00e4ge auf belebten Marktpl\u00e4tzen, in zivilen Bussen und Z\u00fcgen sowie Autobomben in Wohngebieten.<\/p>\n<p>Direkt nach der Verabschiedung der UN-Teilungsresolution im November 1947 begannen zionistische Milizen mit der systematischen ethnischen S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas. Diese wurde von zahlreichen Massakern begleitet, zu deren bekanntesten das Massaker in Deir Jassin bei Jerusalem geh\u00f6rt, wo 150 der 750 Dorfbewohner get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 750.000 Pal\u00e4stinenser vertrieben, das waren 80% der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung des Teils von Pal\u00e4stina, der zu Israel werden sollten und etwa 50% der pal\u00e4stinensischen Gesamtbev\u00f6lkerung des Landes. 530 D\u00f6rfer und 11 St\u00e4dte wurden zerst\u00f6rt. Die Pal\u00e4stinenser nennen die ethnische S\u00e4uberung \u201edie Nakba\u201c &#8211; Katastrophe. Pal\u00e4stinenser, die zur\u00fcckkehren wollten, wurden an den Grenzen erschossen. Tausende verloren auf diese Weise ihr Leben.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> Die Nakba bedeutete die Zerst\u00f6rung der pal\u00e4stinensischen Gesellschaft. Hunderttausende verloren ihr Land, ihr Eigentum, ihren Lebenszusammenhang und ihre Perspektive. Die Folge dessen ist bis heute, dass die Pal\u00e4stinenser die gr\u00f6\u00dfte und \u00e4lteste Fl\u00fcchtlingsgruppe der Welt sind. Von den 12 Millionen Pal\u00e4stinenser, die es heute gibt, sind 8 Millionen Fl\u00fcchtlinge.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Siedlerkolonialismus: Ein Projekt des Bev\u00f6lkerungsaustausches<\/h5>\n<p>In der arabischen Welt wurde der Zionismus von Anfang an als koloniales Projekt angesehen. In der westlichen Welt setzt sich dieser Ansatz erst in den letzten 10 Jahren langsam durch.<\/p>\n<p>In der neueren Kolonialismusforschung wird der Zionismus als Siedlerkolonialismus ausgewiesen. Siedlerkolonialismus bedeutet, dass Siedler im Auftrag oder unter dem Schutz einer Gro\u00dfmacht in ein Land kommen, es sich m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig aneignen und die einheimische Bev\u00f6lkerung auf die eine oder andere Art zum Verschwinden bringen. Die Siedler kommen, um zu bleiben. Die ideologische Rechtfertigung bilden biblische Versprechungen und eine Terra nullius.-Rhetorik. Siedlerkolonialismus unterscheidet sich vom klassischen europ\u00e4ischen Kolonialismus haupts\u00e4chlich dadurch, dass er nicht prim\u00e4r auf die Ausbeutung einheimischer Ressourcen oder Arbeitskr\u00e4fte zielt, sondern auf das Land selbst. Der australische Kolonialismusforscher Patrick Wolfe bezeichnet Siedlerkolonialismus als Projekt des Bev\u00f6lkerungsaustauschs: \u201eDas prim\u00e4re Ziel von Siedlerkolonisierung ist das Land selbst und nicht so sehr der aus einheimischer Arbeit stammende Mehrwert. Obwohl einheimische Arbeit in der Praxis f\u00fcr europ\u00e4ische Siedlerkolonisierung unentbehrlich war, ist Siedlerkolonialismus an der Basis ein Winner-takes-all-Projekt, dessen vorherrschendes Merkmal nicht Ausbeutung sondern (Bev\u00f6lkerungs-)Austausch ist. Die Logik dieses Projekts, eine durchgehende institutionelle Tendenz, die einheimische Bev\u00f6lkerung zu eliminieren, pr\u00e4gt eine Spannbreite von historischen Praktiken, die sonst als individuelle erscheinen k\u00f6nnten \u2013 Invasion ist eine Struktur, kein Ereignis.\u201c<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Daher ist ethnische S\u00e4uberung das Hauptcharakteristikum des Siedlerkolonialismus. Siedlerkolonialistische Staaten sind die USA, Kanada, Australien, S\u00fcdafrika und Israel.<\/p>\n<p>Die gewaltsame Entstehung Israels und die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas sind typisch f\u00fcr den Siedlerkolonialismus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Apartheid<\/h5>\n<p>Ein weiteres Charakteristikum siedlerkolonialistischer Gebilde ist Rassismus.<\/p>\n<p>Die eingewanderte Siedlerbev\u00f6lkerung, die eine andere Ethnie und\/oder Religion hat, herrscht in ihrer Gesamtheit \u00fcber die einheimische Bev\u00f6lkerung, die aus dem Siedlerprojekt ausgeschlossen wird. Israel hat ein exklusives Staatsverst\u00e4ndnis. Es versteht sich nicht der Staat seiner B\u00fcrger, sondern als Staat der Religionsgemeinschaft der Juden &#8211; aller Juden weltweit -, die als Nation oder Ethnie definiert wird, deren Mehrheit jedoch au\u00dferhalb des Landes lebt. Internationale zionistische Organisationen wie die WZO und der J\u00fcdische Nationalfund (JNF) \u00fcbernehmen in Israel staatliche Aufgaben, die ausschlie\u00dflich den Interessen der Juden dienen. Die innerhalb der Gr\u00fcnen Linien lebenden 1,7 Millionen Pal\u00e4stinenser, die mehr als 20% der israelischen Bev\u00f6lkerung ausmachen, werden systematisch ausgeschlossen. Sie heben nicht die gleichen Rechte und den gleichen Zugang zu Ressourcen wie j\u00fcdische Israelis.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>In den vergangenen 10 Jahren setzt sich zur Charakterisierung der zionistischen Politik gegen\u00fcber den einheimischen Pal\u00e4stinensern zunehmend der Begriff der Apartheid durch.<\/p>\n<p>Der Begriff Apartheid kommt auf dem Afrikaans und bedeutet \u201eTrennung.\u201c Urspr\u00fcnglich wurde damit die rassistische Politik S\u00fcdafrikas gegen\u00fcber der einheimischen afrikanischen Bev\u00f6lkerung bezeichnet. Heute w\u00edrd der Begriff allgemeiner verwendet, um eine institutionalisierte Politik der systematischen rassistischen Diskriminierung zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Das R\u00f6mische Statut des Internationalen Strafgerichtshofes definiert Apartheid als inhumane Handlungen, \u201edie von einer rassischen Gruppe im Zusammenhang mit einem institutionalisierten Regime der systematischen Unterdr\u00fcckung und Beherrschung einer oder mehrerer anderer rassischen Gruppen in der Absicht begangen werden, dieses Regime aufrecht zu erhalten.\u201c<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Mehrere Studien von UNO-Organisationen und internationalen Wissenschaftlern belegen, dass Israel ein Apartheidstaat ist. Schon 2007 kam eine Untersuchung des UN-Komitees zur Eliminierung der rassistischen Diskriminierung zu dem Schluss, dass die israelische Politik gegen\u00fcber den Pal\u00e4stinensern innerhalb der Gr\u00fcnen Linie teilweise den Kriterien der rassistischen Segregation oder Apartheid entspricht. Sie bezog sich dabei vor allem auf die ungleichen Staatsb\u00fcrgerschaften sowie den ungleichen Zugang zu Land, der f\u00fcr Juden und nicht-Juden in Israel gilt.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a> Israelisches Staatsland wird nach den Kriterien des JNF verwaltet, denen zufolge dieses ausschlie\u00dflich den Juden vorbehalten ist. Damit sind Pal\u00e4stinenser vom Zugang zu 93% des Landes ausgeschlossen. Der JNF begr\u00fcndet seine rassistische Praxis der Landvergabe damit, dass er keine \u201e\u00f6ffentliche K\u00f6rperschaft\u201c sei, \u201cdie im Auftrag aller B\u00fcrger des Staates handelt. Seine Loyalit\u00e4t gilt dem j\u00fcdischen Volk und nur diesem gegen\u00fcber ist er verantwortlich.\u201c Der JNF betont, dass er nicht verpflichtet ist, alle Staatsb\u00fcrger gleich zu behandeln, denn \u201eIsraels Knesset und die israelische Bev\u00f6lkerung haben die Ansicht ge\u00e4u\u00dfert, dass die Unterscheidung zwischen Juden und Nicht-Juden, die die Grundlage der zionistischen Vision ist, eine Unterscheidung darstellt, die gestattet ist\u201c und dass daher seine Praxis der Landvergabe ausschlie\u00dflich an Juden \u201ein v\u00f6lliger \u00dcbereinstimmung steht mit den Gr\u00fcndungsprinzipien des Staates Israel als einem j\u00fcdischen Staat und dass der Wert der Gleichheit hinter diesem Prinzip zur\u00fcckstehen muss.\u201c <a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Es gibt in Israel mehr als 50 Gesetze und Verordnungen, die eine Ungleichbehandlung von Juden und Nicht-Juden vorsehen. Das Bildungswesen und die Wohngebiete sind getrennt. Der arabische Bildungssektor erh\u00e4lt weniger Geld und hat sehr viel schlechtere Bedingungen als der j\u00fcdische. Es gibt zwar f\u00fcnf gemischte St\u00e4dte in Israel, aber auch dort gibt es teilweise hohe Mauern zwischen den pal\u00e4stinensischen und den j\u00fcdisch-israelischen Wohnvierteln. 2011 wurde per Gesetz die lange bestehende Praxis der Auswahlkomitees in kleinen l\u00e4ndlichen j\u00fcdischen St\u00e4dten\u00a0 legalisiert. Diese suchen Bewerber vorgeblich nach \u201esozialer Eignung\u201c aus, sind aber in Wirklichkeit dazu da, Pal\u00e4stinensern den Zugang zu verweigern. Die Pal\u00e4stinenser innerhalb der gr\u00fcnen Linie werden derselben geographischen und \u00f6konomischen Strangulierung ausgesetzt wie die Pal\u00e4stinenser in den 1967 besetzten Gebieten.<\/p>\n<p>Eine Studie der UNO-Wirtschafts- und Sozialkommission f\u00fcr Westasien (ESCWA)\u00a0 vom M\u00e4rz 2017 kommt zu dem Schluss, dass das Apartheidregime seit 1948 besteht und alle Pal\u00e4stinenser davon betroffen sind.\u00a0 Dem ESCWA-Bericht zufolge begann Israel bereits in den ersten Jahren seiner Existenz mit der Errichtung eines Apartheidregimes, als es mindestens 750.000 Pal\u00e4stinenser vertrieb und danach ein Gesetz erlie\u00df, dass deren R\u00fcckkehr ausschloss, w\u00e4hrend gleichzeitig jeder Person j\u00fcdischer Herkunft per Gesetz das Recht auf die israelische Staatsb\u00fcrgerschaft zugesprochen wurde.<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a>\u00a0 Pal\u00e4stinensischen Fl\u00fcchtlingen ist es \u201everboten, zu ihren H\u00e4usern in Israel und den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten zur\u00fcckzukehren\u201c auf der Basis, dass die \u201eeine &#8218;demographische Bedrohung&#8216; bildeten\u00a0 und dass ihre R\u00fcckkehr den demographischen Charakter Israels \u00e4ndern w\u00fcrde.\u201c<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a> Die Hauptinstrumente der israelischen Apartheid sind \u201edemographisches Engineering\u201c und \u201eterritoriale Fragmentierung.\u201c Dadurch wurde eine Situation geschaffen, in der Pal\u00e4stinenser unter vier verschiedenen Bedingungen leben, die mit einem jeweils unterschiedlichen Status verbunden sind. Die Pal\u00e4stinenser sind heute in vier gro\u00dfe Gruppen aufgeteilt: Die Fl\u00fcchtlinge &#8211; die Opfer der ethnischen S\u00e4uberungen von 1948, 1967 und danach -, die Pal\u00e4stinenser in der Westbank und dem Gaza-Streifen, die Pal\u00e4stinenser in Jerusalem und die Pal\u00e4stinenser innerhalb der Gr\u00fcnen Linie. Alle vier Gruppen werden auf unterschiedliche Weise rassistisch unterdr\u00fcckt und diskriminiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Expansion<\/strong><\/h5>\n<p>Siedlerkolonialistische Projekte streben danach, sich zu vollenden, d.h sich das Land m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig anzueignen und die einheimische Bev\u00f6lkerung m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig zu vertreiben.\u00a0 Die einheimische Bev\u00f6lkerung wird auf immer kleineren Fl\u00e4chen zusammengedr\u00e4ngt, so dass sie immer weniger \u00fcberleben kann. In der Folge kommt es zur gewaltsamen Konfrontation. Patrick Wolfe bezeichnet siedlerkolonialistische Konflikte als Kampf zwischen Leben und Tod, da es um das Land selbst geht, das die Grundlage des Lebens ist.<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Im Juni-Krieg von 1967 vervollst\u00e4ndigte Israel mit der Besetzung der Westbank und des Gaza-Streifens die Aneignung des historischen Pal\u00e4stinas. Dabei wurden erneut 300.00 Pal\u00e4stinenser vertrieben. Nur wenige Wochen danach begann der Siedlungsbau. Die WZO bezeichnete den Siedlungsbau in ihrem Jerusalem-Programm von 2005 als Grundpfeiler des Zionismus.<\/p>\n<p>Nach der Unterzeichnung der Oslo-Abkommen 1993 wurde der Siedlungsbau in beispielloser Form intensiviert, so dass heute mindestens 500.000 Siedler in der Westbank einschlie\u00dflich Jerusalem leben. Israel hat sich bereits \u00fcber 50% des Territoriums der\u00a0 Westbank angeeignet. Das Jordan-Tal, das 30% der Fl\u00e4che der Westbank ausmacht wurde bereits 2005\/2006 faktisch annektiert. Die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung hat sich dort von 320.000 im Jahr 1967 auf heute 60.000 Menschen verringert.<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Vertreibung ist schleichend und wird mit indirekten Mitteln betrieben. Die Maxime wurde bereits kurz nach der Besetzung von Verteidigungsminister Moshe Dayan ausgegeben: \u201eIhr sollt weiterhin wie Hunde leben, und wer immer gehen will, kann gehen &#8211; wir werden sehen, wohin diese Politik f\u00fchrt. (\u2026) In f\u00fcnf Jahren haben wir vielleicht 200.000 Menschen weniger \u2013 und das ist eine Sache von gro\u00dfer Bedeutung.\u201c<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Zu den Methoden der schleichenden ethnischen S\u00e4uberung geh\u00f6ren die Zerst\u00f6rung der Lebensgrundlagen, das Vorenthalten oder der Entzug von grundlegender Infrastruktur, \u00f6konomische und geographische Strangulierung, administrative Ma\u00dfnahmen und die permanente Terrorisierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung durch Soldaten und Siedler. So wurden in den ersten 10 Monaten des Jahres 2016 in der Westbank einschlie\u00dflich Ost-Jerusalem 905 H\u00e4user zerst\u00f6rt.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a>\u00a0 In Ost-Jerusalem ist ein Drittel der pal\u00e4stinensischen H\u00e4user von Zerst\u00f6rung bedroht, davon betroffen sind 90.000 Pal\u00e4stinenser.<a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Die Logik der Eliminierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung<\/strong><\/h5>\n<p>Der australische Kolonialismusforscher Patrick Wolfe bezeichnet Siedlerkolonialismus als \u201eLogik der Eliminierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung\u201c und bezieht Israel in diese Analyse ausdr\u00fccklich mit ein.<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a> Eliminierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung muss nicht Massenmord bedeuten. Eliminierung kann auch Vertreibung oder Zerst\u00f6rung der Identit\u00e4t, Zusammengeh\u00f6rigkeit und Kultur der einheimischen Bev\u00f6lkerung bedeuten. Die Eliminierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung kann auch durch Assimilation erfolgen. Patrick Wolfe bezeichnet Massenmord und Assimilation als zwei Seiten derselben Medaille. Welche Seite sich durchsetzt, h\u00e4ngt von den konkreten Bedingungen und der Dynamik der Auseinandersetzung ab. Die Frontier-Phase des Siedlerkolonialismus, in der das Land schrittweise erobert, der Widerstand der einheimischen Bev\u00f6lkerung gebrochen und diese schlie\u00dflich verdr\u00e4ngt wird, ist von gro\u00dfer Gewalt gepr\u00e4gt. Erst wenn die einheimische Bev\u00f6lkerung weitgehend verdr\u00e4ngt und die Herrschaft \u00fcber das Land\u00a0 gesichert ist, kann der Siedlerstaat die Frontier-Phase abschlie\u00dfen und seine Existenz normalisieren. In dieser Phase k\u00f6nnen die \u00fcbrig gebliebenen und gebrochenen Einheimischen in das siederkolonialistische System assimiliert werden, f\u00fcr das sie keine Gefahr mehr darstellen. Die dem Siedlerkolonialismus innewohnende Logik der Eliminierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung bedeutet auch die Zerst\u00f6rung der einheimischen Bev\u00f6lkerung als politische und soziale Einheit. Der israelische Soziologe Baruch Kimmerling hat daf\u00fcr den Begriff des Politizids gepr\u00e4gt. \u201ePolitizid ist ein Prozess, dessen letztendliches Ziel\u00a0 es ist, die Perspektiven eines bestimmten Volkes auf legitime Selbstbestimmung und Souver\u00e4nit\u00e4t in einem Land, das sie als ihr Heimatland ansehen, zu zerst\u00f6ren. (\u2026) Politizid beinhaltet eine Mischung aus kriegerischen, politischen, sozialen und psychologischen Ma\u00dfnahmen. Die gebr\u00e4uchlichen Techniken in diesem Prozess sind die Enteignung und Kolonisierung von Land, die Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit&#8230;, Mord, \u00f6rtlich begrenzte Massaker, Massenverhaftungen, Spaltung oder Eliminierung der F\u00fchrung\u00a0 und Elitegruppen, die Behinderung von Bildung und schulischer Ausbildung, physische Zerst\u00f6rung von \u00f6ffentlichen Institutionen und Infrastruktur, Wohnh\u00e4usern und privatem Eigentum, Aushungern, soziale und politische Isolation,Umerziehung und partielle oder &#8211; falls realisierbar \u2013 vollst\u00e4ndige ethnische S\u00e4uberung, obwohl diese sich m\u00f6glicherweise nicht als eine einzelne dramatische Aktion ereignet. Das Ziel der meisten dieser Praktiken ist, das Leben so unertr\u00e4glich zu machen, dass die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Anzahl der rivalisierenden Bev\u00f6lkerung, insbesondere ihre Elite und Mittelschicht, das Land &#8218;freiwillig&#8216; verl\u00e4sst.\u201c<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>Die Verdr\u00e4ngung der einheimischen Bev\u00f6lkerung findet nicht nur r\u00e4umlich, sondern auch zeitlich statt. Um sich zu legitimieren und den Anspruch auf das angeeignete Land zu untermauern, versuchen Siedlerkolonialisten, sich zu indigenisieren, sich als Einheimische auszugeben. Israel greift dazu auf biblische Mythen zur\u00fcck. Die Indigenisierung der Siedlerbev\u00f6lkerung erfordert die Beseitigung der von der tats\u00e4chlichen einheimischen Bev\u00f6lkerung gepr\u00e4gten Eigenheiten, Kultur und Geschichte des Landes. Seit 1948 hat Israel Hunderte von pal\u00e4stinensischen D\u00f6rfern zerst\u00f6rt und deren Spuren durch die Anpflanzung von W\u00e4ldern oder das Anlegen von Parks zu \u00fcberdecken versucht, arabische Olivenhaine wurden durch europ\u00e4ische Nadelw\u00e4lder ersetzt, Landschaften und Orte wurden umbenannt. Seit 1948 hat Israel Hunderte von Moscheen, heiligen St\u00e4tten, Friedh\u00f6fen und historischen Bauten zerst\u00f6rt. F\u00fcr Raphael Lemkin, der den Genozid-Begriff entwickelt hat, war die Zerst\u00f6rung der Kultur eine der wichtigsten Komponenten des Genozids.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des letzten Gaza-Krieges im Sommer 2014 wurde in Israel in aller Offenheit die Option des V\u00f6lkermordes diskutiert. Yochanan Gordon ver\u00f6ffentlichte am 1.August 2014 unter dem Titel \u201eWenn Genozid erlaubt ist\u201c einen Artikel in der Times of Israel, in dem er fragte: \u201eFalls politische und milit\u00e4rische F\u00fchrer feststellen, dass der einzige Weg, ihr Ziel, die Ruhe aufrechtzuerhalten, durch Genozid zu erreichen ist, ist es dann erlaubt, diese verantwortungsvollen Ziele zu erreichen?\u201c Die Zeitungen waren voll mit \u00c4u\u00dferungen wie \u201et\u00f6te oder werde get\u00f6tet\u201c, \u201ebrecht die Regeln und zerst\u00f6rt die Terrornester der Hamas\u201c oder \u201ezermalmt das Monster.\u201c<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a> Genozid-Forscher haben aufgezeigt, dass es in siedlerkolonialistischen Konflikten oftmals der Versuch war, den Widerstand der einheimischen Bev\u00f6lkerung zu brechen, der zum Genozid f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Letztlich wollen Siedlerstaaten sich normalisieren. Sie wollen ihre gewaltsame Entstehung und die Vertreibung der einheimischen Bev\u00f6lkerung vergessen machen und als ganz normale Staaten erscheinen. Das geht allerdings erst dann, wenn die einheimische Bev\u00f6lkerung weitgehend zum Verschwinden gebracht worden ist. In dieser Hinsicht war Israel wenig erfolgreich. Heute leben auf dem Gebiet des historischen Pal\u00e4stinas wieder ungef\u00e4hr genau so viele Pal\u00e4stinenser wie j\u00fcdische Israelis. Israel ist in einer fortdauernden Frontier-Phase gefangen und solange die Frontier-Phase nicht abgeschlossen werden kann, besteht die M\u00f6glichkeit, das siedlerkolonialistische Projekt zur\u00fcckzurollen und zum Scheitern zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Petra Wild ist Islamwissenschaftlerin und Buchautorin und lebt in Berlin.<br \/>\nDer Text basiert auf ihrem Vortrag<br \/>\nbei der Tagung des Verbandsvorstandes<br \/>\nam 11.03.2017 in Magdeburg<\/em><\/p>\n<h5>Zitate<\/h5>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Wolfe, Patrick, New Jews for Old: Settler State Formation and the Impossibility of Zionism, Arena Journal No. 37\/38, Fitzroy\/Victoria, 2012, S.185-321<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> White, Ben, Israeli Apartheid: A Beginner&#8217;s Guide, London\/New York, 2009, S. 13<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Herzl, Theodor, Briefe und Tageb\u00fccher, 3.Band, herausgegeben von Alex Bein, Hermann Greive, Moshe Schaerf, Julius H. Schoeps, Berlin\/Frankfurt\/M\/Wien, 1985, S. 327f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Herzl, Theodor, Der Judenstaat, Leipzig\/Wien, 1896, Militaria Faksimiledruck zur Dokumentation der Geistesentwicklung, herausgegeben von Helmut Rosenfeld und Otto Zeller, Osnabr\u00fcck, 1968, 2.29<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> White, Ben, Israeli Apartheid: A Beginner&#8217;s Guide, London\/New York, 2009, S.17<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Flapan, Simha, Zionism and the Palestinians, London\/New York, 1979, S.46<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Masalha, Nur, The Politics of Denial, London, 2003, S.23ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Zur Verteibung der Pal\u00e4stinenser 1948 siehe: Pappe, Ilan, Die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas, Frankfurt\/Main, 2007<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> BADIL Resource Center for Palestinian Residency and Refugee Rights, Survey of Palestinian Refugees and Internally Displaced Persons 2013-2015, Volume VIII, Bethlehem<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Veracini, Lorenzo, .Settler Colonialism. A Theoretical Overview, Basingstoke\/New York, 2010, S. 8f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Yiftachel, Oren, Democracy or Ethnocracy. Territory and Settler Politics in Israel\/Palestine, Middle East Report 207, Summer 1998;\u00a0 Davis, Uri, Apartheid Israel. Possibilities for the Struggle Within, London\/New York\/Pretoria, 2003, S.41ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> R\u00f6misches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs, Bundesgesetzblatt, Jahrgang 2000, Teil II, Nr. 35, ausgegeben zu Bonn am 7.Dezember 2000, S. 1398<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> United Nations Committee on the Elimination of Racial Discrimination (CERD), Concluding Observation of the Committee on the Elimination of Racial Discrimination: Israel, 14 June 2007, CERD\/ISR\/CO\/13<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Makdisi, Saree, A Racism outside of Language: israel&#8217;s Apartheid, Pambazuka Issue 473, 11.3.2010<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Deger, Allison, UN Agency lables Israel \u201eApartheid Regime\u201c &#8211; and Israel likens Organisation to Nazis, Mondo Weiss, 15.3.2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> White, Ben, UN Report: Israel has established an \u201eApartheid Regime\u201c, Aljazeera, 15.3.2017<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Wolfe, Patrick, Settler Colonialism and the Elimination of the Native, Journal of Genocide Research 8 (4), Dec. 2006, S.387<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> Melon, Mercedes, The Forcible Transfer of the Palestinian People from the Jordan Valley in: Al-Majdal, Issue\u00a0 No. 49, Spring-Summer 2012<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Cook, Jonathan, Disappearing Palestine, London\/NewYork, 2008, S.59<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> RT, UN Rights Envoy slams Israel for imposing &#8218;epic&#8216; Poverty on Palestinians, 29.10.2016<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> UN OCHAOPT, East Jerusalem: Key Humanitarian Concerns, Update August 2014<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Wolfe, Patrick, Settler Colonialism and the Elimination of the Native,a.a.O.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Kimmerling, Baruch, From Barak to the Road Map, New Left Review23, September-October 2003<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Al-Saadi, Yazan, Genocide becomes Mainstream in Israeli Discourse, al-Akhbar, 7.8.2014<\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" \/>\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Freidenker_2017-02_Siedlerkolonialismus.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Petra Wild:\u00a0Siedlerkolonialismus und Apartheid in Pal\u00e4stina<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 2-17, ca. 510 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Foto: <a href=\"http:\/\/www.arbeiterfotografie.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Arbeiterfotografie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Petra Wild aus: \u201eFREIDENKER\u201c Nr. 2-17<\/strong><br \/>\nDer Zionismus entstand im 19. Jahrhundert im europ\u00e4ischen j\u00fcdischen Kleinb\u00fcrgertum. Er war nicht nur eine Reaktion auf zunehmenden Antisemitismus und Assimilationsdruck, sondern auch die Verk\u00f6rperung der damals vorherrschenden nationalistischen, kolonialistischen und rassistischen Str\u00f6mungen. &#8230;<br \/>\nIn der arabischen Welt wurde der Zionismus von Anfang an als koloniales Projekt angesehen. In der westlichen Welt setzt sich dieser Ansatz erst in den letzten 10 Jahren langsam durch. In der neueren Kolonialismusforschung wird der Zionismus als Siedlerkolonialismus ausgewiesen. &#8230; Siedlerkolonialismus unterscheidet sich vom klassischen europ\u00e4ischen Kolonialismus haupts\u00e4chlich dadurch, dass er nicht prim\u00e4r auf die Ausbeutung einheimischer Ressourcen oder Arbeitskr\u00e4fte zielt, sondern auf das Land selbst. &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1779,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[13,1162],"tags":[511,393,394],"class_list":["post-1744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","category-geschichte","tag-antizionismus","tag-israel","tag-palaestina"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/zionismus_rassismus_800x445.jpg?fit=800%2C446&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-s8","jetpack-related-posts":[{"id":3058,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=3058","url_meta":{"origin":1744,"position":0},"title":"Die letzten Semiten","author":"Webredaktion","date":"9. 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September 2025","format":false,"excerpt":"Beitrag von Arn Strohmeyer Immer mehr Staaten erkennen Pal\u00e4stina als Staat an. Der israelische Finanzminister Smotrich drohte daraufhin, als Reaktion werde Israel das Westjordanland annektieren. 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