{"id":1738,"date":"2017-03-16T17:43:58","date_gmt":"2017-03-16T16:43:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/?p=1738"},"modified":"2017-12-27T19:06:55","modified_gmt":"2017-12-27T18:06:55","slug":"gemeinsam-demokratische-strukturen-und-prozesse-im-gesundheitswesen-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1738","title":{"rendered":"Gemeinsam demokratische Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen retten"},"content":{"rendered":"<p>Aus: <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=1084\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 1-17<\/a>, M\u00e4rz 2017, S. 18-27, 76. Jahrgang<\/p>\n<p>von <em><strong>Dr. Uta Mader<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An die Selbstheilungskr\u00e4fte der M\u00e4rkte und ihrer politischen Vollstrecker glaubt heute fast niemand mehr.<\/p>\n<p>Die politische Preisgabe unserer Rechte und der \u201eTerror der \u00d6konomie\u201c sind heute auf vielen Gebieten offensichtlich (vgl. Daniela Dahn, in: Emanzipiert Euch!).<\/p>\n<p>Es wird Zeit, die seit Generationen erk\u00e4mpften Rechte st\u00e4rker zu <em>verteidigen<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Rechte, auf die wir einen Anspruch haben<\/h5>\n<p>Soziale Verbesserungen wurden von unseren Vorfahren in harten K\u00e4mpfen errungen.<\/p>\n<p>Daraus ergab sich das <em>Sozialstaatsgebot, <\/em>das in der Weimarer Verfassung detailliert als soziale Rechte angesprochen (5. Abschnitt) und seit Bestehen des Grundgesetzes allgemein als Verfassungsrang definiert wurde (vgl. Art. 14 und 20 GG). Soziale Gerechtigkeit und Sozialbindung des Eigentums sind als Vorgaben verankert. Das materielle Existenzminimum soll gesichert sein (Menschenw\u00fcrde, Art. 1).<\/p>\n<p>Das Sozialstaatsgebot verpflichtet Kommunen zur <em>Daseinsvorsorge, <\/em>ein politischer und ein rechtlicher Begriff, und somit zur Gestaltung von \u201eausgeglichenen sozialen, infrastrukturellen, wirtschaftlichen, \u00f6kologischen und kulturellen Verh\u00e4ltnissen\u201c. Weiter ist die \u201enachhaltige Daseinsvorsorge zu sichern\u201c. (Raumordnungsgesetz \u00a7 2 Abs. 2 Zi. 1).<\/p>\n<p>Da Konkretisierungen wie die allgemeinen sozialen Menschenrechte in der BRD nicht in die Verfassung aufgenommen wurden, gilt es, die unbestimmten Rechtsbegriffe mit Inhalt zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Der <em>Sicherstellungsauftrag<\/em> f\u00fcr die station\u00e4re (Krankenhaus-) Versorgung ist gesetzlich den Bundesl\u00e4ndern zugewiesen. Einen Anspruch auf <em>wirtschaftliche Sicherung<\/em> haben die Krankenh\u00e4user, die gem\u00e4\u00df der Krankenhausplanung eines Landes als bedarfsgerecht und ausreichend leistungsf\u00e4hig eingeordnet wurden (BVerwGE 72, 38 [47f.].<\/p>\n<p>In diesem Rahmen haben die Kommunen die Verpflichtung, die Investitionskosten f\u00fcr die Krankenh\u00e4user zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Zu unseren Rechten geh\u00f6rt gleicherma\u00dfen, dass wir als Patienten darauf Anspruch haben, auf <em>humane Weise<\/em> versorgt und gepflegt zu werden. Die ethischen Richtlinien f\u00fcr das medizinische Personal entwickelten sich \u00fcber Jahrhunderte. Sie fanden beispielsweise in \u00e4rztlichen Gel\u00f6bnissen und der Definition von Gesundheit ihren Niederschlag. In ihnen sind Grundauffassungen \u00fcber Verpflichtungen gegen\u00fcber dem Leben seit Hippokrates in internationalen, nationalen und regionalen Vereinbarungen weltweit verankert.<\/p>\n<p>Die Verwirklichung der angef\u00fchrten Rechte sch\u00e4tzte Helmut Simon, Bundesverfassungsrichter a.D. bereits 1997 im Grundrechte-Report ein:<\/p>\n<p>\u201eDie Kluft zwischen Verfassungsnorm und Verfassungswirklichkeit wird gerade in der Sozialpolitik immer tiefer\u201c und das, obwohl offensichtlich sei, dass das Sozialrecht die W\u00fcrde von Menschen sch\u00fctzt\u201c (Helmut Simon: Der Raum der Freiheit. Die Verfassungsordnung als Angebot, Aufgabe und stets gef\u00e4hrdete Chance. In: Grundrecht-Report, 1997, S.15ff.).<\/p>\n<p>Wir sollen uns nicht davon abbringen lassen, die Messlatte &#8211; Recht und Moral &#8211; an jede neue gesundheitspolitische Entwicklung im Gesundheitswesen anzulegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>90er Jahre: Umbau des Gesundheitswesens<\/h5>\n<p>Nach der hei\u00dfen Phase des Regimechanges in der DDR (etwa bis Einigungsvertrag 1990) begann sofort der Umbau des Gesundheitswesens \u2013 zu Stereotypen aus vergangenen Zeiten, verbunden mit damaliger Hochtechnologie. Diese Umbauphase in den 90ger Jahren ist ein Anschauungsbeispiel daf\u00fcr, welche Grundlagen gelegt werden mussten, damit die Kapital- und Unternehmensinteressen sowie die Standesvorteile der \u00c4rzteschaft wieder gesichert werden konnten.<\/p>\n<p>Anfang der 90ger Jahre war bereits der <em>ambulante Bereich<\/em> in der BRD durchg\u00e4ngig f\u00fcr unternehmerisches Wirken umgebrochen worden, indem man die Polikliniken, Ambulatorien, staatlichen Arztpraxen, das Betriebsgesundheitswesen und die Dispensairebetreuung der DDR weitgehend beseitigte.<\/p>\n<p>\u00c4rzte wurden selber zu Kleinunternehmern und mussten horrende Schulden auf sich nehmen &#8211; f\u00fcr die eigene Niederlassung.<\/p>\n<p>Im <em>station\u00e4ren Bereich<\/em> waren ebenfalls in 40 Jahren seit Gr\u00fcndung der beiden deutschen Staaten andere Strukturen gewachsen.<\/p>\n<p>Wolfgang Albers widmet in seinem Buch \u201eZur Kasse, bitte! Gesundheit als Gesch\u00e4fts-Modell\u201c dem Beispiel Berlin im Kapitel 5 \u201eDie Wandlung der Krankenh\u00e4user in Profitcenter und Renditefabriken\u201c einen eigenen Abschnitt. Im Folgenden beziehen wir uns auf seine Darstellung (S. 165 \u2013 194).<\/p>\n<p>Berlin wies nach 1990 angeblich Doppelstrukturen auf mit einem Betten\u00fcberhang (fast 33 Betten oberhalb vom bundesweiten Durchschnitt von 116 Klinikbetten auf 10.000 Einwohner) sowie mit \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Kosten (um 951\u20ac teurer pro Bett als in anderen St\u00e4dten).<\/p>\n<p>Die R\u00fccklagen boten jedoch ein finanzielles Polster, denn bis 1996 verf\u00fcgten die \u00f6ffentlichen Berliner Krankenh\u00e4user \u00fcber Geldmittel in H\u00f6he von 131,4 Mio. \u20ac.<\/p>\n<p>Da die Berliner AOK in kurzer Zeit fast \u00bd Million Versicherte, vor allem durch Abbau von Industriearbeitspl\u00e4tzen auf dem Gebiet der DDR verlor, geriet sie in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverb\u00e4nde forderte Standortschlie\u00dfungen im st\u00e4dtischen Bereich.<\/p>\n<p>Der Senat beschloss, das <em>volkswirtschaftliche<\/em> Problem der sinkenden Einnahmen der AOK \u00fcber <em>betriebswirtschaftliche<\/em> Einsparungen in den Berliner Krankenh\u00e4usern zu l\u00f6sen. Dazu erfolgte seit 1993 eine massive K\u00fcrzung der \u00f6ffentlichen Gelder: von 330 Mio.\u20ac auf 133 Mio. im Jahr 2000.<\/p>\n<p>Mit der Gr\u00fcndung einer Krankenhaus-GmbH erhoffte man sich, die Beitragsstabilit\u00e4t der GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) wieder herzustellen, gleichzeitig das Mitbestimmungsrecht der Besch\u00e4ftigten einzuschr\u00e4nken, betriebsbedingte K\u00fcndigungen zu erleichtern und die Tarifverpflichtungen auszuh\u00f6hlen.<\/p>\n<p>Eine fatale Rolle spielten externe Gutachten, z.B. vom Kieler Institut f\u00fcr Gesundheitssystemforschung (IGSF), das bereits offen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Privatisierung unterbreitete und vorschlug, den Versorgungsauftrag der Krankenh\u00e4user sowie Arbeitsrechte zu reduzieren. Der DGB lehnte eine m\u00f6gliche Privatisierung ab.<\/p>\n<p>Nach einem Streit setzte der Senat die \u00dcberf\u00fchrung in die Vivantes GbmH durch, obwohl sich die Kliniken mehrheitlich dagegen aussprachen. Der Widerstand aus der Bev\u00f6lkerung war gering. \u00d6TV und DAG f\u00fcgten sich \u201emehr oder weniger\u201c in das Senatskonzept.<\/p>\n<p>Das anschlie\u00dfende Kaufangebot der Rh\u00f6n-Klinikum-AG wurde &#8211; auch durch den Einfluss der mitregierenden PDS im Senat &#8211; letztlich zur\u00fcckgewiesen. Die Rh\u00f6n-Klinikum-AG verf\u00fcgte 2004 bereits \u00fcber 40 Kliniken bundesweit und \u00fcber einen Jahres\u00fcberschuss von 76,4 Mio. \u20ac, s.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.arztwiki.de\/wiki\/Rh%C3%B6n-Kliniken\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u><\/u>http:\/\/www.arztwiki.de\/wiki\/Rh%C3%B6n-Kliniken<u> <\/u><\/a><\/p>\n<p>Diesen Prozess des Umbaus begleiteten interessierte \u00c4rzte und Vertreter sonstiger Gesundheitsberufe mit DDR-Erfahrung kritisch und gr\u00fcndeten in Berlin die <em>Interessengemeinschaft \u201eMedizin und Gesellschaft<\/em>\u201c (IGMG) (1991 \u2013 2007, Vorstandsmitglieder waren u.a. die Professoren Ingeborg Syllm-Rapoport, Mitja Rapoport, Reimer Schorr, Sonja Mebel und Ilse Hagemann). Sie unterbreiteten in mehreren Positionspapieren ihre Vorstellungen eines gesundheitspolitischen Programms bei Wahrung sozialer Rechte f\u00fcr ein demokratisches Deutschland:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.trafoberlin.de\/reihe_interessengemeinschaft_medizin-gesellschaft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.trafoberlin.de\/reihe_interessengemeinschaft_medizin-gesellschaft.html <\/a><\/p>\n<p>Ihre Vorschl\u00e4ge wie auch die von fortschrittlich orientierten \u00c4rzten aus dem alten Bundesgebiet konnten sich nicht durchsetzen.<\/p>\n<p>Der damalige gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Rudolf Dressler: \u201eIn nur wenigen vergleichbaren Sektoren der Gesellschaft ist das \u00dcberst\u00fclpen westdeutscher Strukturen und Vorstellungen so rigoros durchgef\u00fchrt worden, wie im Bereich des Gesundheitswesens. In kaum einem vergleichbaren Sektor w\u00e4re gerade hier die Chance gewesen, Erfahrungen mit v\u00f6llig unterschiedlichen L\u00f6sungsans\u00e4tzen zu einem gemeinsamen Neuen zu nutzen\u201c. s. <u>http:\/\/www.trafoberlin.de\/978-3-89626-813-6.html<\/u><\/p>\n<p>Fazit: Gleich nach dem Anschluss der DDR wurden marktwirtschaftliche Prinzipien auch im Gesundheitswesen durchgesetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>\u201eTerror der \u00d6konomie\u201c verst\u00e4rkt ab 2004<\/h5>\n<p>Die marktwirtschaftlichen Tendenzen im Berliner Krankenhausbereich waren keine Ausnahme. Sie traten auch in Hamburg u.a. St\u00e4dten auf. Sie basierten auf dem Gesundheitsstrukturgesetz 1992 und bereiteten den Weg zur tiefgreifendsten Ver\u00e4nderung der Krankenh\u00e4user, die nach 1991 gleicherma\u00dfen beide Teile der Bundesrepublik, Ost wie West, betroffen hat &#8211; die im Jahr 2004 erfolgte verbindliche Einf\u00fchrung eines neuen Finanzierungssystems (Verg\u00fctungs- oder Entgeltsystem).<\/p>\n<p>Erfolgte die Finanzierung der Krankenh\u00e4user bis 1992 g\u00e4nzlich, seit 1995\u00a0 \u00fcberwiegend, bezogen auf die \u201ebelegten\u201c Betten (tagesgleiche Pfleges\u00e4tze anhand der Verweildauer), war es die Absicht von Politik und Verb\u00e4nden, z\u00fcgig eine \u201eleistungsorientierte\u201c Finanzierung einzuf\u00fchren. Es galt das Selbstkostendeckungsprinzip, Gewinne waren nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Da die tagesgleichen Pfleges\u00e4tze zu einer \u00fcberdurchschnittlich hohen Verweildauer und damit zu Unwirtschaftlichkeit gef\u00fchrt h\u00e4tten, sollten sie durch \u201eFallpauschalen\u201c ersetzt werden, mit denen Gewinne m\u00f6glich werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Umgestaltung des Finanzierungssystems h\u00fctete man sich jedoch, von Marktwirtschaft und Privatisierung zu sprechen. Angeblich ging es um Eigenst\u00e4ndigkeit, Flexibilisierung, Modernisierung.<\/p>\n<p>40 Mrd. DM w\u00fcrden sich im station\u00e4ren Sektor einsparen lassen laut Aussage der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverb\u00e4nde im Oktober 2001. Das erfordere, wettbewerbliche (besser Konkurrenz-) Prinzipien in neuer Weise in, und vor allem zwischen den Krankenh\u00e4usern wirken zu lassen.<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der <em>Fallpauschalen<\/em> war der entscheidende Schritt, ein durchg\u00e4ngiges, leistungsorientiertes und pauschalierendes Finanzierungssystem G-DRG, das \u201eWettbewerbs\u201c-tauglich ist, im station\u00e4ren Bereich durchzusetzen. Warnungen vor den negativen Folgen dieses Systems wurden nicht beachtet. Ernste Fehlentwicklungen beschreibt Michael Quetting in diesem Heft anschaulich.<\/p>\n<p>Dazu einige erkl\u00e4rende und zusammenfassende Informationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Entwicklung der Fallpauschalen<\/h5>\n<p>Im Mittelpunkt des neuen Finanzierungssystems standen die diagnosebezogenen Fallpauschalen (Fallgruppen), bei der f\u00fcr jeden Behandlungsfall auf aufw\u00e4ndige Art eine Verg\u00fctung errechnet wird.<\/p>\n<p>Fallpauschalen wurden auf der Grundlage der DRG (Diagnosis Related Group, diagnosebezogene- Fallgruppen)- Methode ausgearbeitet, die in den USA in den 70ger Jahren entwickelt wurde und inzwischen in einigen hochindustrialisierten L\u00e4ndern angewendet wird, z.B. in der Spitalfinanzierung der Schweiz seit Januar 2012.<\/p>\n<p>Die australische Variante diente urspr\u00fcnglich als Vorlage f\u00fcr die deutsche Version, die heute G-DRG &#8211; (German-DRG) Methode genannt wird.<\/p>\n<p>Ab 2003 wurden Fallpauschalen f\u00fcr die Abrechnung aller station\u00e4ren F\u00e4lle (au\u00dfer Psychiatrie) in der Bundesrepublik schrittweise eingef\u00fchrt. Damit setzte sich die Bundesrepublik an die Spitze dieser Entwicklung, da zu der Zeit in keinem anderen Land DRGs fl\u00e4chendeckend zur Krankenhausverg\u00fctung eingesetzt wurden. Zurzeit gibt es etwa 1200 G-DRGs.<\/p>\n<p>Die Vorbereitungen liefen seit Ende der 90er Jahre auf Hochtouren. Im Jahr 2000 wurde von der Gesundheitspolitik die rechtliche Grundlage geschaffen (GKV-Gesund\u00adheitsreformgesetz 2000).<\/p>\n<p>Im engen Zusammenwirken von staatlichen Stellen und Selbstverwaltungsorganen im Gesundheitswesen (vor allem Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Spitzenverb\u00e4nde der Krankenkassen) regelte man das genaue Vorgehen, s. Vereinbarung der Selbstverwaltungsparteien vom 27. Juni 2000 sowie Fallpauschalengesetz des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit im Herbst 2001.<\/p>\n<p>Es handelt sich also um ein bewusst installiertes marktwirtschaftliches Steuerungsinstrument, gem\u00e4\u00df Erfahrungen aus \u201eGesundheitsreformen\u201c seit den 80er Jahren.<\/p>\n<p>Wie von unabh\u00e4ngigen Experten erwartet, wurden mit Hilfe der Fallpauschalen zunehmend Patienten im festgelegten \u00f6konomischen Rahmen versorgt, der eine Gewinnaussch\u00fcttung m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Der grundlegende Umbau sollte im Jahr 2007 abgeschlossen sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Was genau sind Fallpauschalen? Gibt es Konstruktionsfehler?<\/h5>\n<p>Aus dem t\u00e4glichen Leben wissen wir, dass zwischen Pauschalabrechnung und Einzelleistungsverg\u00fctung ein gro\u00dfer Unterschied besteht, siehe Handwerkerrechnungen. Welche Wirkprinzipien sind im aktuellen Verg\u00fctungssystem der Krankenh\u00e4user angelegt?<\/p>\n<p>F\u00fcr alle Behandlungsf\u00e4lle eines Krankenhauses werden Fallpauschalen festgelegt, und damit der <em>Erl\u00f6s <\/em>errechnet, den das Krankenhaus aus den Krankenkassenbeitr\u00e4gen erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird die Hauptdiagnose pro Fall nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, German Modification (ICD-10-GM, d.h. der amtlichen Klassifikation f\u00fcr Krankheiten in der ambulanten und station\u00e4ren Versorgung in Deutschland) kodiert. Die Prozeduren werden nach dem Operationenschl\u00fcssel (OPS) verschl\u00fcsselt.<\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr die Berechnung eines \u201eFalles\u201c sind die folgenden beiden Bestandteile der Fallpauschalen:<\/p>\n<ol>\n<li><em>Basisfallwert (Standardpreis): <\/em>das sind die durchschnittlichen Kosten pro Hauptdiagnose. Dazu werden bundesweit Daten aus 340 Referenzkrankenh\u00e4user (2016) herangezogen und vom Institut f\u00fcr das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) l\u00e4nderbezogen zur Verf\u00fcgung gestellt (sog. Kalkulationsphase). Dieser Teil f\u00fchrt zu einer Pauschalierung i.S. <em>Pauschalverg\u00fctung.<\/em><\/li>\n<li><em>Fallschwere (Relativgewicht<\/em>): sie wird errechnet, indem die diagnostischen und therapeutischen Ma\u00dfnahmen pro Patient, also die Prozeduren und Leistungen herangezogen werden. Au\u00dferdem weitere Informationen wie die Nebendiagnosen, Alter und Geschlecht. Dieser Teil beinhaltet eine <em>Einzelleistungsverg\u00fctung.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Durch Multiplizieren der Werte von 1. und 2. erh\u00e4lt man die Fallpauschale und damit den Erl\u00f6s f\u00fcr das Krankenhaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kritische Anmerkungen zu beiden Bestandteilen:<\/p>\n<p>Zu 1)<\/p>\n<ul>\n<li>Die Referenzkrankenh\u00e4user (2014=300, 2016=340) sind zwar nach Anzahl der Bev\u00f6lkerung, aber ansonsten nicht repr\u00e4sentativ ausgew\u00e4hlt. Daraus k\u00f6nnen sich Verzerrungen ergeben.<\/li>\n<li>Seltene Diagnosen werden nicht in das System \u00fcbernommen, f\u00fchren jedoch oft zu extrem hohen Kosten, die dem Krankenhaus nicht erstattet werden.<\/li>\n<li>Die Verweildauer ist pro Diagnose vorgegeben, der Spielraum f\u00fcr das Krankenhaus gering. In der Regel wird so schnell wie m\u00f6glich entlassen. Verk\u00fcrzung des station\u00e4ren Aufenthaltes f\u00fchrt zu neuen Formen der vor- und nachstation\u00e4ren Versorgung mit nicht optimalen \u00dcberg\u00e4ngen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu 2)<\/p>\n<ul>\n<li>Personalkosten k\u00f6nnen nicht ausreichend in Rechnung gestellt werden, d.h. Unterfinanzierung der Pflege. Entlassungen von Personal und Verlagerungen zu \u201ekosteng\u00fcnstigem\u201c, also weniger qualifiziertem Personal sowie Outsourcing sind das Ergebnis.<\/li>\n<li>Zuwendungen zu den Patienten, einschlie\u00dflich Patientengespr\u00e4che, werden nicht ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li>Personalintensive Behandlungsverfahren zahlen sich deshalb oft nicht mehr aus, z.B. eine sich am h\u00f6chsten Erkenntnisstand orientierende psychologische Begleitung krebskranker Kinder und deren Eltern.<\/li>\n<li>Zeit- und Kostenaufwand f\u00fcr Aus- und Weiterbildung flie\u00dfen zu wenig in die Berechnung mit ein.<\/li>\n<li>Die Erzielung von Gewinnen ist m\u00f6glich, die aber auf Kosten der Krankenversorgung einschlie\u00dflich des Personals abgezweigt werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Aufw\u00e4ndige Dokumentation wurde notwendig zur \u201eOptimierung\u201c (Maximierung) der Einzelleistungsabrechnung. Zeitaufwand f\u00fcr die Dokumentation betr\u00e4gt pro Arzt ca. 30-40% seiner regul\u00e4ren Arbeitszeit, siehe <a href=\"http:\/\/www.dkgev.de\/pdf\/175.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.dkgev.de\/pdf\/175.pdf<u> <\/u><\/a><\/li>\n<li>Neue Berufsgruppen geschaffen betr. \u201eMedizin-Controlling\u201c, z.B. Case-Manager oder medizinische Kodierfachkraft (MKF).<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Beispiele<\/em>: Hohe Erl\u00f6se lassen sich beispielsweise mit einem Luftr\u00f6hrenschnitt und komplizierten Beatmungsproblemen erzielen.<\/p>\n<p>Eine normale vaginale Geburt bringt den Kliniken wenig Geld. Mehrere k\u00fcrzere station\u00e4re Aufenthalte des Patienten sind f\u00fcr den Erl\u00f6s besser als ein l\u00e4ngerer mit mehreren Prozeduren (sog. Fragmentierung der station\u00e4ren Behandlung).<\/p>\n<p><em>Prinzipien<\/em>: So viel Geld wie m\u00f6glich aus jedem Behandlungsfall \u201eherausholen\u201c. Personalkosten, die ca. 60% der Ausgaben des Krankenhauses (Pflegedienst nur 30% aller Personalkosten) betragen, stellen das \u201eHaupteinsparpotential\u201c dar<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Publikationen\/Thematisch\/Gesundheit\/Krankenhaeuser\/KostennachweisKrankenhaeuser2120630157004.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Publikationen\/Thematisch\/Gesundheit\/Krankenhaeuser\/KostennachweisKrankenhaeuser2120630157004.pdf?__blob=publicationFile<u>\u00a0 <\/u><\/a><\/p>\n<p>Billiger als der Durchschnitt arbeiten und einen \u00dcberschuss erzielen wurde zum Motto. Resultat ist die \u201eDumpingspirale im Unterbietungswettbewerb\u201c (Albers, a.a.O., S.114).<\/p>\n<p><em>Verlierer des Systems <\/em>sind \u00e4ltere Patienten, schwerkranke Patienten und chronisch Kranke sowie fast alle Besch\u00e4ftigten der Krankenh\u00e4user.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Der verwendete Leistungsbegriff<\/h5>\n<p>Als Leistung werden die erbrachten medizinischen Handlungen, die Prozeduren, bezeichnet. Weder die medizinische Indikation (Begr\u00fcndung der medizinischen Notwendigkeit) einer diagnostischen oder therapeutischen Prozedur noch das Ergebnis dieser Handlungen, wie Genesungsgrad, werden in die Bewertung einbezogen. Das sind grundlegende M\u00e4ngel, die eine wesentliche Ursache f\u00fcr die heutige Fehlversorgung sind und z.B. zur Mengenausweitung von \u201eLeistungen\u201c f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Was medizinisch notwendig ist wird durch betriebswirtschaftliche Vorgaben, also den Bestandteilen des Fallpauschalensystems immer st\u00e4rker beeinflusst. Medizinische Professionalit\u00e4t und Humanit\u00e4t werden eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h5>Begr\u00fcndung und Ziele des Umbaus<\/h5>\n<p>Die altbekannten Behauptungen waren in den Ver\u00f6ffentlichungen und Reden vor 2004 zu finden und dienten als Begr\u00fcndung: Ausgabenexplosion im Krankenhausbereich, Mengenausweitung station\u00e4rer Leistungen, drastische \u00dcberkapazit\u00e4ten im Krankenhausbereich, unwirtschaftliche Versorgungsstrukturen. Keine dieser Begr\u00fcndungen war stichhaltig.<\/p>\n<p>Der Anteil der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) am Bruttoinlandprodukt (BIP) lag 1980 bei 6,1% und war im Zeitraum bis 2004 kaum gestiegen (6,3%). Da in den Krisenjahren 2007\/2008 das BIP sank, stieg erwartungsgem\u00e4\u00df der Anteilswert der GKV-Ausgaben, obwohl die Ausgaben der GKV im Wesentlichen gleich geblieben waren. Dieses Abw\u00e4lzen der Folgen von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen sehen wir auch in anderen Zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>So schm\u00e4lerten, wie bereits oben angesprochen, die sinkenden Einnahmen die finanzielle Basis der GKV. Es wurde nicht ausreichend gekl\u00e4rt, dass es die steigenden Anteile von Arbeitslosen, prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten und Hartz-IV Empf\u00e4ngern waren, die die Finanzen der GKV schw\u00e4chten. Das wiederum verweist auf ein Versagen des Staates, indem er das Recht auf Arbeit nicht umsetzt und sich dem Diktat der Wirtschaft beugt.<\/p>\n<p>Die Umstrukturierung zu Gunsten \u201eleistungsf\u00e4higer\u201c Krankenh\u00e4user, d.h. die Konzentration der station\u00e4ren Versorgung, sollte angeblich auf der Grundlage von Finanzierungsgerechtigkeit und Leistungstransparenz vor sich gehen. Der vollstation\u00e4re Bereich sollte zugunsten der vor-, nach- und teilstation\u00e4ren Versorgung verkleinert werden. Daseinsvorsorge, Sicherstellung der station\u00e4ren Versorgung und Patientenwohl sowie Fehlanreize des DRG-Systems blieben unterbewertet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Wohin f\u00fchrt die \u201eWirtschaftlichkeit\u201c?<\/h5>\n<p>Krankenh\u00e4user wurden so ausgerichtet, dass sie Gewinn erwirtschaften konnten. Damit waren Voraussetzungen f\u00fcr Privatisierungen im gro\u00dfen Ma\u00dfstab vorhanden und wurden z\u00fcgig in Angriff genommen. Das Krankenhaus sollte ein ideales Kapitalunternehmen werden, schlank und fit, das Besch\u00e4ftigte und Kunden kennt, vor allem aber Preise, Kosten, Einnahmen und Gewinne.<\/p>\n<p>Alle Krankenh\u00e4user, mit besonderem Druck Krankenh\u00e4user, die \u201eunterdurchschnittlich\u201c (aus verschiedensten Gr\u00fcnden) wirtschafteten, mussten Einsparpotenziale suchen. Wirtschaftlich arbeiten hie\u00df die Kosten senken. Reichliche Erfahrungen zu den Auswirkungen beschreibt Michael Quetting. Einige Beispiele werden im Folgenden zusammengefasst:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Selektion nach dem Schweregrad bzw. von aufwandsg\u00fcnstigen F\u00e4llen<\/li>\n<li>fr\u00fches Entlassen, Verschieben in den ambulanten und rehabilitativen Bereich mit Verweildauerverk\u00fcrzung und Abbruch des Genesungsprozesses im Krankenhaus<\/li>\n<li>steigende Fallzahlen, da z.B. vermehrt Komplikationen eintreten, die Wiederaufnahmen erfordern<\/li>\n<li>Maximierung bzw. Minimierung bestimmter Leistungen, je nach Kosten-Erl\u00f6s-Erw\u00e4gungen<\/li>\n<li>Leistungsintensivierung und \u2013verdichtung auf den Stationen, die Anpassungsprobleme insbesondere bei \u00e4lteren Patienten hervorrufen<\/li>\n<li>Konzentrationsschub in der station\u00e4ren Versorgung, Schlie\u00dfen von Abteilungen und Krankenh\u00e4usern aus Kostengr\u00fcnden, am Bedarf vorbei<\/li>\n<li>\u00dcberbewertung medizintechnisch aufw\u00e4ndiger Verfahren. Das f\u00fchrt dazu, dass deren Anwendung steigt<\/li>\n<li>Anreiz zu kostensparender Qualit\u00e4tsabsenkung, z.B. der Hygienestandards und der Aus- und Weiterbildungs-Aufwendungen<\/li>\n<li>qualifiziertes Personal wird durch weniger qualifiziertes ersetzt, \u00e4ltere und \u201eteure\u201c Besch\u00e4ftigte durch j\u00fcngere. Arbeitsschutzstandards werden unterlaufen<\/li>\n<li>Out-sourcing nimmt in erheblichem Ma\u00dfe zu<\/li>\n<li>Verwaltungs- und Dokumentationsaufwand steigt enorm. Wenn Krankenhaus oder \u00c4rzte anders handeln, bedrohen sie ihre Existenz.<\/li>\n<li>Private Krankenhaustr\u00e4ger haben bereits ihre Aus- und Weiterbildung eingeschr\u00e4nkt sowie besonders viel qualifiziertes Personal eingespart.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute versorgt eine Pflegekraft 20 Patienten, 1998 waren es noch 13. Personelle Mindeststandards werden unterlaufen. Das neue Pflegestellenf\u00f6rderprogramm der Bundesregierung ab 2017 reicht in keiner Weise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Welche Interessen werden bedient?<\/h5>\n<p>Die Krankenkassen erwarteten Kosteneinsparungen. Das war aber bereits seit Beginn des Umbaus des Finanzierungssystems \u00fcberhaupt nicht sicher, wie aus Analysen in anderen L\u00e4ndern schon bekannt war.<\/p>\n<p>Den Besch\u00e4ftigten wurden neue Arbeitsformen versprochen, z.B. individuelle Begleitung der Patienten durch verschiedene Fachbereiche. Bei n\u00e4herem Hinsehen wird die Kehrseite deutlich. Qualifiziertes Personal soll abgebaut werden, um Kosten zu sparen.<\/p>\n<p>Die Medizintechnologie versprach h\u00f6here Gewinne. Deren Unternehmen und Verb\u00e4nde sind daran interessiert, dass innovative Verfahren schnellstm\u00f6glich in die Klassifizierung der DRG einbezogen werden.<\/p>\n<p>Die Pharmaindustrie wollte ebenfalls ihre Neu- und Weiterentwicklungen direkt in die Bewertungsgrundlagen einflie\u00dfen lassen, z.B. k\u00fcnstliche Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Die Finanzm\u00e4rkte sahen ein neues Feld f\u00fcr Geldanlagen. Krankenhausketten dehnten sich aus. Bedingt durch die sinkenden Steuereinnahmen gaben Kommunen vermehrt ihre Verantwortung ab und es kamen mehr Krankenh\u00e4user \u201eauf den Markt\u201c.<\/p>\n<p>2015 befanden sich von den 1956 Krankenh\u00e4usern bereits 36% (=700) direkt in privater Hand. Ihr Anteil war h\u00f6her als der der \u00f6ffentlichen Einrichtungen mit 30% (= 577) (anhand der Bettenzahl liegen die \u00d6ffentlichen noch vorne). Dazu kommt, dass von diesen 577 \u00f6ffentlichen Einrichtungen nur 40% (=230) in \u00f6ffentlich-rechtlicher Form betrieben werden, die \u00fcbrigen 60% (=347) in privat-rechtlicher Form.<\/p>\n<p>2001 sah das noch anders aus, da nur 23,7% (=527) private und 36,8% (=817) \u00f6ffentliche Einrichtungen waren (Statistisches Bundesamt, Fachserie 12 Reihe 6,1,1, Grunddaten der Krankenh\u00e4user, 2015). Die Krankenhausketten gerieten ihrerseits ins Blickfeld noch gr\u00f6\u00dferer Konzerne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Warnungen und Einw\u00e4nde<\/h5>\n<p>Die <em>\u00d6TV <\/em>bzw. <em>ver.di-Gewerkschaft<\/em> hatte in ihren damaligen Stellungnahmen zum G-DRG-System darauf aufmerksam gemacht, dass die Besch\u00e4ftigten und die Patienten bei diesem grundlegenden Umbau nicht bzw. viel zu wenig einbezogen wurden.<\/p>\n<p>Sie verlangte, dass Tarifabschl\u00fcsse betriebswirtschaftlich voll ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, au\u00dferhalb der Fallpauschalen. Sie forderte, eine leistungsbezogene qualit\u00e4tsorientierte Personalbemessung zu entwickeln unter Einbeziehung der Arbeitsschutzvorschriften und von Behandlungs- und Pflegestandards.<\/p>\n<p>Es zeichnet die gewerkschaftlichen Stellungnahmen aus, dass die Gefahr der Qualit\u00e4tsabsenkung nach Einf\u00fchrung der Fallpauschalen erkannt wurde. So wurden beispielsweise Instrumente zur Qualit\u00e4tsmessung eingefordert.<\/p>\n<p>Sehr zu begr\u00fc\u00dfen war auch die Forderung, die Krankenhausplanung st\u00e4rker am Bedarf der medizinischen Versorgung der Bev\u00f6lkerung auszurichten und sie damit auf eine objektive Basis zu stellen. Die Gesundheitsberichterstattung sollte als wichtiges Instrument hinzugezogen werden.<\/p>\n<p>Deutlicher h\u00e4tte von ver.di kritisiert werden m\u00fcssen, dass der von Beh\u00f6rden, Verb\u00e4nden und Konzernen geplante \u201eWettbewerb\u201c in die falsche Richtung Konkurrenz gelenkt wird, durch den Anreiz, die kalkulierten Kosten zu unterbieten, um die Gewinnspanne zu erh\u00f6hen mit Folgen f\u00fcr Qualit\u00e4t, Personal und Patienten. Zu wenig wurde hohe Qualit\u00e4t station\u00e4rer medizinischer Betreuung als Ziel eingefordert, ebenso die Einbettung in die soziale Daseinsvorsorge der Bev\u00f6lkerung einer Region.<\/p>\n<p>Diese Kritikpunkte wurden zum Teil vom <em>Netzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di\u00a0 <\/em><a href=\"http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\/<\/a> vorgebracht, fanden aber kaum Geh\u00f6r.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Kritik und Widerstand heute<\/h5>\n<p>Die steuernde Kraft des Marktes f\u00fcr die Gestaltung der station\u00e4ren Versorgung wird seit Jahrzehnten von der Gesundheitspolitik weit \u00fcbersch\u00e4tzt. Das Bestreben nach Gewinnmaximierung durch die Konzerne wird dagegen untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Die negativen Auswirkungen sind seit Jahren offensichtlich und wurden best\u00e4ndig vor allem von den Gewerkschaftsgremien aufgezeigt.<\/p>\n<p>Den Kritikern schloss sich auch der <em>Deutsche Ethikrat<\/em> an mit seiner im April 2016 ver\u00f6ffentlichten Stellungnahme. In ihr wird gefordert, als ma\u00dfgebliches ethisches Leitprinzip das <em>Patientenwohl<\/em> in den Mittelpunkt der Krankenhausversorgung zu stellen, siehe <a href=\"http:\/\/www.ethikrat.org\/presse\/pressemitteilungen\/2016\/pressemitteilung-03-2016\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ethikrat.org\/presse\/pressemitteilungen\/2016\/pressemitteilung-03-2016<\/a><\/p>\n<p>Damit bekr\u00e4ftigt er die Aussagen der ethischen Regeln des Pflege- und sonstigen Personals einschlie\u00dflich des \u00e4rztlichen Gel\u00f6bnisses.<\/p>\n<p>Der Ethikrat verweist auf zahlreiche (=29) Konfliktfelder, die von der mangelnden Kommunikation mit den Patienten bis zum Nicht-Gew\u00e4hrleisten des gleichen Zugangs zu Krankenhausleistungen f\u00fcr alle Patientengruppen reichen. Er unterbreitet Empfehlungen f\u00fcr Zusatzentgelte. Er empfiehlt die Entwicklung von spezifischen Pflegepersonalschl\u00fcsseln sowie die Beseitigung von Fehlanreizen durch das Verg\u00fctungssystem. Auch dem Vereinfachen der Dokumentationspflichten und der Qualifizierung der Krankenhausplanung widmet er seine Aufmerksamkeit. Deutlich zeigt der Ethikrat, dass er mit der Problematik vertraut ist.<\/p>\n<p>Eine radikale DRG-Kritik setzte auf dem <em>ver.di-Bundeskongress 2015 <\/em>ein trotz anf\u00e4nglichen Widerstandes vom Vorstand.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Respekt m\u00fcssen wir vor den mutigen vielf\u00e4ltigen <em>Initiativen<\/em> haben, die mit ihren Forderungen darauf abzielen, die schlimmsten Fehlentwicklungen aufzudecken und zu beseitigen, um den Konzernen und sonstigen Akteuren endlich Z\u00fcgel anzulegen.<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet der <em>Pflege<\/em> beispielsweise geht es um das Herausl\u00f6sen der Personalkosten aus den G-DRG und um das Ber\u00fccksichtigen des tats\u00e4chlichen Stellenbedarfs. Der erfolgreiche Arbeitskampf an der Berliner Charit\u00e9 ist Vorbild.<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentliche <em>Investitionsf\u00f6rderung<\/em> der Krankenh\u00e4user ist mit Milliarden \u20ac im Verzug. Der Investitionsstau l\u00e4sst sich nur aufl\u00f6sen, wenn die Verarmung der L\u00e4nder und Kommunen beendet wird durch angemessene Besteuerung von Verm\u00f6gen und Gewinnen und die Steuergeschenke der letzten Jahre (\u201eStandort Deutschland\u201c) zur\u00fcckgenommen werden.<\/p>\n<p>Ab Januar 2017 wurde, gegen sehr starken Widerstand, die Einf\u00fchrung des DRG-Systems in Psychiatrie und Psychologie (sog. PEPP) beschlossen. Unter der Losung \u201eWeg mit PEPP\u201c fanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktionen statt, um auf die zu erwartenden Fehlentwicklungen wie den vorhersehbaren Stellenabbau zu verweisen. Den Kritikern schloss sich u.a. attac an, siehe <a href=\"http:\/\/theorieblog.attac.de\/2016\/07\/weg-mit-pepp\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/theorieblog.attac.de\/2016\/07\/weg-mit-pepp\/<\/a><\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis \u201eKrankenhaus statt Fabrik\u201c wurde 2013 von attac, Soltauer Initiative und dem Verein demokratischer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte (vd\u00e4\u00e4) , gegr\u00fcndet. Mit dem \u201eAufruf zur Kampagne gegen DRGs\u201c wurde eine gemeinsame Plattformgegen die Auswirkungen des Fallpauschalensystems erarbeitet, siehe<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.krankenhaus-oder-fabrik.de\/#aufruf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.krankenhaus-oder-fabrik.de\/#aufruf<\/a><\/p>\n<p>Der AK Krankenhaus, eine Gliederung des Vereins demokratischer \u00c4rztinnen und \u00c4rzte begleitet die Auseinandersetzungen aktiv, siehe<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/wp.vdaeae.de\/?s=ak+krankenhaus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/wp.vdaeae.de\/?s=ak +krankenhaus<u> <\/u><\/a><\/p>\n<p>Als notwendig wurden sogar Whistleblower erachtet um aufzudecken, welche Verst\u00f6\u00dfe gegen bew\u00e4hrte, professionelle Regeln im Krankenhaus unter dem Druck des Fallpauschalensystems passieren. Mit medleaks stand in den Jahren 2012 \u2013 2014 eine Plattform zur Verf\u00fcgung, die f\u00fcr eine neue Kultur in Klinik und \u00c4rzteschaft streiten wollte, s.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/forum\/110281\/medleaks-Fuer-eine-neue-Kultur-in-Klinik-und-Aerzteschaft\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.aerzteblatt.de\/forum\/110281\/medleaks-Fuer-eine-neue-Kultur-in-Klinik-und-Aerzteschaft<\/a><\/p>\n<p>Immer wieder wird die <em>\u00dcberpr\u00fcfung der Referenzkrankenh\u00e4user <\/em>gefordert, denn als Referenz k\u00f6nnen sie nur herangezogen werden, wenn sie die tariflichen Vereinbarungen, die Stellenpl\u00e4ne sowie die hygienischen und ethischen Normen der Krankenversorgung erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge zur Einbeziehung der <em>Strukturqualit\u00e4t <\/em>unterbreitet Wolfgang Albers (a.a.O., S. 134 ff.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die Gesundheitspolitik wird aufmerksam?<\/h5>\n<p>Auch die \u201eGesundheitspolitik\u201c hat inzwischen Handlungsbedarf erkannt. Offenbar zeigen die Proteste der Besch\u00e4ftigten bereits Wirkung.<\/p>\n<p>In einem Eckpunktepapier der Arbeitsgruppe \u201eKrankenhausreform\u201c des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit (BMG 2015) ging es um das \u201eKrankenhaus der Zukunft\u201c.<\/p>\n<p>Mit einem Pflegestellenf\u00f6rderprogramm sollte in den Jahren 2016 bis 2018 Geld zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Das bedeutet, dass in Berlin beispielsweise der Pflegezuschlag pro Fall = 26,79 \u20ac betragen wird, bundesweit = 27,01\u20ac (Stat. Bundesamt, Kostennachweis und Grunddaten der Krankenh\u00e4user 2014).<\/p>\n<p>Eine beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelte Expertenkommission aus Praxis, Wissenschaft und Selbstverwaltung soll bis sp\u00e4testens Ende 2017 dar\u00fcber entscheiden, ob der Pflegebedarf in den Krankenh\u00e4usern im DRG-System oder \u00fcber Zusatzentgelte \u201esachgerecht abgebildet\u201c wird. Je nach Ergebnis sollen Vorschl\u00e4ge zur Abbildung des Pflegebedarfs unterbreitet werden.<\/p>\n<p>Da erfahrungsgem\u00e4\u00df der Lobbyismus durch Unternehmen und Konzerne im Gesundheitswesen stark ist, m\u00fcssen die Vertreter der Besch\u00e4ftigten ihren Anteil an diesen gesundheitspolitischen Analysen und Vorschl\u00e4gen in bew\u00e4hrter Weise leisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Schlussfolgerungen<\/h5>\n<p>Viele Menschen sind bereit, das Sozialstaatsprinzip und die \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge als die Errungenschaften von Generationen zu verteidigen. Ihre Aktivit\u00e4ten sollten st\u00e4rker vernetzt, die gegenseitige Information verbessert werden.<\/p>\n<p>Gesundheitswesen im Kapitalismus bedeutet gegenw\u00e4rtig, dass ein Streit um den Einfluss oder gar den Vorrang markt-(privat-)wirtschaftlicher Unternehmen mit Gewinnabsichten ausgetragen wird. Diese Auseinandersetzung ist jetzt im vollen Gang und fordert unsere Anstrengung, die Prozesse zu verstehen und die Solidarit\u00e4t mit den Gegenbewegungen zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Ein Netzwerk gegen Konzernherrschaft, wie es in den 90ger Jahren von Maria Mies und Mitstreitern in K\u00f6ln gegr\u00fcndet wurde, k\u00f6nnte auch auf dem Gebiet der Krankenhausversorgung alle diese Aktivit\u00e4ten und K\u00e4mpfe gesellschaftlich stark unterst\u00fctzen, dar\u00fcber aufkl\u00e4ren und beitragen, die Dominanz der Konzerne zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die Verwerfungen im Gesundheitswesen, die im Beitrag von Michael Quetting eindrucksvoll geschildert wurden, sind bereits gro\u00df genug und viele Aktivisten machen sich mutig auf den Weg. Sie wollen sich nicht weiter an die Wand dr\u00e4ngen lassen und stellen Forderungen auf.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Schritt ist die Forderung, die Personalbemessung angemessen und au\u00dferhalb der Fallpauschalen zu regeln.<\/p>\n<p>Der Investitionsstau ist abzubauen, indem die L\u00e4nder und Kommunen bef\u00e4higt werden, ihre gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Gelder, die dem Staat f\u00fcr die Daseinsvorsorge fehlen, sind mit Sicherheit die jetzt anvisierten erh\u00f6hten R\u00fcstungsausgaben.<\/p>\n<p>\u201eOhne rechtliche Verankerung der sozialen Menschenrechte (vor allem Recht auf Arbeit, Recht auf soziale Sicherung, Recht auf Wohnung) wird es im Deutschland des 21. Jahrhunderts keine soziale Gerechtigkeit geben und keinen Sozialstaat, der diesen Namen verdient\u201c (Eberhard Schultz, Menschenrechtsanwalt und Vorsitzender der Stiftung) und verweist damit auf die notwendige Einheit von Gemeinwohl und Patientenwohl. <a href=\"http:\/\/www.sozialemenschenrechtsstiftung.org\/menschenrechte\/soziale-menschenrechte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><u>http:\/\/www.sozialemenschenrechtsstiftung.org\/menschenrechte\/soziale-menschenrechte.html<\/u><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. med. Uta Mader; Bernau, ist Beiratsmitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" \/>\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Freidenker_2017-01_DemokratischeStrukturenRetten.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Uta Mader:\u00a0Gemeinsam demokratische Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen retten<\/a> (Auszug aus FREIDENKER 1-17, ca. 460 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Foto: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/kerttu-569708\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/kerttu-569708\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Beitrag von Dr. Uta Mader aus: \u201eFREIDENKER\u201c Nr. 1-17<\/strong><br \/>\nAn die Selbstheilungskr\u00e4fte der M\u00e4rkte und ihrer politischen Vollstrecker glaubt heute fast niemand mehr. Die politische Preisgabe unserer Rechte und der \u201eTerror der \u00d6konomie\u201c sind heute auf vielen Gebieten offensichtlich. Es wird Zeit, die seit Generationen erk\u00e4mpften Rechte st\u00e4rker zu verteidigen.<br \/>\nSoziale Verbesserungen wurden von unseren Vorfahren in harten K\u00e4mpfen errungen. Daraus ergab sich das Sozialstaatsgebot, das in der Weimarer Verfassung detailliert als soziale Rechte angesprochen und seit Bestehen des Grundgesetzes allgemein als Verfassungsrang definiert wurde. &#8230; Da Konkretisierungen wie die allgemeinen sozialen Menschenrechte in der BRD nicht in die Verfassung aufgenommen wurden, gilt es, die unbestimmten Rechtsbegriffe mit Inhalt zu f\u00fcllen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1788,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[11],"tags":[577,391],"class_list":["post-1738","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeit-soziales","tag-gesundheitspolitik","tag-gesundheitswesen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/paramedics-doll-1142286_800x445.jpg?fit=800%2C445&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-s2","jetpack-related-posts":[{"id":3055,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=3055","url_meta":{"origin":1738,"position":0},"title":"NATO, Golfmonarchien, Israel: H\u00e4nde weg von Syrien!","author":"Webredaktion","date":"9. 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Die zu f\u00fchrende Auseinandersetzung kennt keinen dritten Weg zwischen Konterrevolution und Revolution, das hei\u00dft heute: zwischen Imperialismus\/Faschismus und Sozialismus; auch dann nicht, wenn eine revolution\u00e4re Situation noch nicht gegeben\u2026","rel":"","context":"In &quot;Weltanschauung &amp; Philosophie&quot;","block_context":{"text":"Weltanschauung &amp; Philosophie","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=16"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Erklaerung_Menschen_und_Buergerrechte_1793_ausschn_800x450.jpg?fit=799%2C448&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Erklaerung_Menschen_und_Buergerrechte_1793_ausschn_800x450.jpg?fit=799%2C448&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Erklaerung_Menschen_und_Buergerrechte_1793_ausschn_800x450.jpg?fit=799%2C448&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Erklaerung_Menschen_und_Buergerrechte_1793_ausschn_800x450.jpg?fit=799%2C448&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":11259,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11259","url_meta":{"origin":1738,"position":2},"title":"FREIDENKER 3-21 \u2013 Die Macht im Staat","author":"Webredaktion","date":"28. 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