{"id":15127,"date":"2023-02-02T01:45:56","date_gmt":"2023-02-02T00:45:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15127"},"modified":"2023-02-19T13:32:01","modified_gmt":"2023-02-19T12:32:01","slug":"aufbruch-in-gesellschaftliches-neuland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15127","title":{"rendered":"Aufbruch in gesellschaftliches Neuland"},"content":{"rendered":"<p><em><a id=\"top\"><\/a>Interview in zwei Teilen von <strong>Arnold Sch\u00f6lzel<\/strong> mit <strong>Bruno Mahlow<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow wurde 1937 als Emigrantenkind in Moskau geboren. 1947 zog seine Familie zur\u00fcck nach Berlin. Er studierte am Institut f\u00fcr Internationale Beziehungen in Moskau und war im diplomatischen Dienst der DDR. Von 1973 bis November 1989 war er Vizechef der Abteilung Internationale Beziehungen des ZK der SED, danach kurzzeitig deren Leiter. Ab 1990 beriet er die Internationale Kommission beim Parteivorstand der PDS und war Mitglied des \u00c4ltestenrats. Im November vergangenen Jahres wurde er Mitglied der DKP.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#t1\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Teil 1<\/span><\/a><span style=\"font-size: 10pt;\"> | <a href=\"#t2\">Teil 2<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><a id=\"t1\"><\/a>Teil 1<\/strong><\/p>\n<h4>Aufbruch in gesellschaftliches Neuland<\/h4>\n<p><strong>Welche Lehren k\u00f6nnen Kommunistinnen und Kommunisten aus ihrer Geschichte ziehen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 13.01.2023 in der <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/aufbruch-in-gesellschaftliches-neuland-2-4775896\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UZ<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Die Sowjetunion hat in den 1930er Jahren deine Familie aufgenommen, als diese vor dem Faschismus fliehen musste. Wir haben am 30.\u00a0Dezember den 100. Gr\u00fcndungstag der Sowjetunion begangen. Was bedeutet dieser Tag aus deiner Sicht?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Das war der 100.\u00a0Jahrestag eines Staates, der sich erstmals in der Menschheitsgeschichte zur Aufgabe machte, die Macht wirklich zum Nutzen der Mehrheit\u00a0\u2013 also der arbeitenden Menschen\u00a0\u2013 auszu\u00fcben. F\u00fcr diese besondere, neue Staatsmacht war die Rolle der Sowjets bestimmend. Sie spielten in der Revolution und in der Geschichte der Sowjetunion mal eine gr\u00f6\u00dfere, mal eine geringere Rolle. So musste Lenin die Taktik und die Losung \u201eAlle Macht den Sowjets!\u201c anpassen, als die Sozialrevolution\u00e4re 1917 zeitweilig die F\u00fchrung hatten.<br \/>\nBei den Wahlen zu den Sowjets wurde immer ein Block der Kommunisten und Parteilosen aufgestellt und gew\u00e4hlt. Spricht man aber von Sowjetmacht, dann ist die sozialistische Orientierung gemeint\u00a0\u2013 und diese lag nun mal v\u00f6llig in der Verantwortung der Partei. Das war entscheidend. Die \u201eSponsoren der Konterrevolution\u201c strichen daher bereits am 14.\u00a0M\u00e4rz 1990 als Erstes alle Passagen aus der sowjetischen Verfassung, die sich auf die Rolle der KPdSU bezogen. Damit lag die Macht verfassungsrechtlich auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Du wurdest 1937 in Moskau geboren und hast als Kind den \u00dcberfall auf deine Heimat, die Sowjetunion, und den Kampf ihrer V\u00f6lker gegen den Faschismus erlebt. Wie hat dich das gepr\u00e4gt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Ich wuchs nicht nur als sowjetisches Kind, sondern als Kind des Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieges auf. Deshalb gilt f\u00fcr mich als deutschen Linken\u00a0\u2013 ein Begriff, den ich wegen seiner Unsch\u00e4rfe ungern, hier aber bewusst verwende\u00a0\u2013 an diesem 100.\u00a0Jahrestag: Der Sieg der Sowjetunion \u00fcber den Faschismus darf nie vergessen werden. Und sofort muss die Frage beantwortet werden: Wie war dieser Sieg m\u00f6glich? Die Antwort lautet: Weil es historische Leistungen und Initiativen gab, die hoch zu w\u00fcrdigen sind. Wie der Sieg der Oktoberrevolution, der den Grundstein legte.<br \/>\nNicht von ungef\u00e4hr waren es ausgerechnet deutsche Linke wie Karl Kautsky, die 1917 von oben herab urteilten: Wie k\u00f6nnen die Russen nur in diesem r\u00fcckst\u00e4ndigen Land eine Revolution beginnen? Das war ein Problem, das auch Rosa Luxemburg besch\u00e4ftigte. Die Gegner des Sozialismus, die sich deswegen auf sie berufen, vergessen dabei, dass sie sah, was in der Realit\u00e4t geschah, als sie die Aufl\u00f6sung der Provisorischen Versammlung kritisierte und fragte: Was sollten die Bolschewiki denn anderes machen? Der deutsche Diktatfrieden von Brest-Litowsk vom M\u00e4rz 1918 war etwas Schlimmes, nur: Er hatte sich in wenigen Wochen weitgehend erledigt\u00a0\u2013 dann gab es die Rote Armee. Selbst 86.000 Gener\u00e4le und Offiziere der zaristischen Armee beteiligten sich. Einige von ihnen, wie Boris Schaposchnikow, Alexander Wassilewski oder Leonid Goworow wurden Marsch\u00e4lle der Sowjetunion und Kommandeure im Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg. Die Aufstellung der Roten Armee beantwortete damals allen die Frage, warum die sozialistische Revolution in Russland siegen konnte.<\/p>\n<p>Aber es geh\u00f6ren noch zwei weitere historische Leistungen hinzu, wenn man erkl\u00e4ren will, wie dieses Land den Faschismus besiegen konnte:<\/p>\n<p>Erstens der GOELRO-Plan von 1920. Dieser \u201eStaatsplan zur Elektrifizierung Russlands\u201c war ein Eckstein der Industrialisierung in einem r\u00fcckst\u00e4ndigen, von Krieg und B\u00fcrgerkrieg gel\u00e4hmten Land. Der Plan sah den Bau von 30 Kraftwerken innerhalb von 10 bis 15 Jahren vor und wurde Anfang der 1930er Jahre erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Zweitens die Entwicklung der \u201eNeuen \u00d6konomischen Politik\u201c (N\u00d6P) 1921. Strategisch ein R\u00fcckzug vom Kriegskommunismus hin zur Wiederzulassung kapitalistischer Elemente\u00a0\u2013 Lenin setzte die N\u00d6P gegen gro\u00dfe Widerst\u00e4nde in der Partei durch. Das Problem, das die N\u00d6P aufwirft, besch\u00e4ftigt uns bis heute\u00a0\u2013 siehe China, Vietnam oder Kuba. Es hatte etwas mit Genialit\u00e4t zu tun, 1921 diesen Weg einzuschlagen: Es ging darum, nicht zu schwafeln oder zu meinen, Revolutionen werden am gr\u00fcnen Tisch entschieden, sondern energisch zuzupacken\u00a0\u2013 mithilfe kapitalistischer Elemente. Lenin unterstrich damals: Der Kapitalismus ist die fortschrittlichste Ausbeuterformation und die unmittelbare Vorstufe des Sozialismus. Von ihm m\u00fcsse gelernt werden. \u00dcberliefert ist die Geschichte, dass einst Arbeiter zu ihm kamen, die ihren Betrieb \u00fcbernehmen wollten. Lenin fragte sie, ob sie sich im Handel, im Gesch\u00e4ftsleben oder mit der Buchhaltung auskennen. Als sie verneinten, sagte er ihnen: \u201eSeht ihr, ihr ben\u00f6tigt Spezialisten.\u201c Wie das ganze Land.<\/p>\n<p>In jener Zeit gab es Repressalien, sie waren die Reaktion auf den Terror, der gegen die Sowjetmacht ver\u00fcbt wurde\u00a0\u2013 genauer: international entfesselt wurde. Es war nicht einfach ein B\u00fcrgerkrieg der Wei\u00dfen gegen die Roten. Man kann das sehr gut bei Michail Scholochow im \u201eStillen Don\u201c und bei Alexej Tolstoi im \u201eLeidensweg\u201c nachlesen. Au\u00dferdem muss man wissen: Die Intervention der 14 Staaten gegen Sowjetrussland, die offiziell 1921 endete, wirkte fort. Es gab noch jahrelange K\u00e4mpfe mit bewaffneten Gruppierungen, die vom Ausland unterst\u00fctzt wurden. In dieser Zeit die N\u00d6P zu proklamieren\u00a0\u2013 das war aus der R\u00fcckschau ein unglaublicher Schachzug.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Die Frage der Nationalit\u00e4ten hat in Lenins \u00dcberlegungen zur Gr\u00fcndung der Sowjetunion eine zentrale Rolle gespielt\u00a0\u2013 du hast zu diesem Thema viel gearbeitet. Wie sch\u00e4tzt du die Bedeutung dieser Frage ein?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Die Nationalit\u00e4tenfrage stellte sich mit der Oktoberrevolution v\u00f6llig neu und einmalig in der Weltgeschichte. Entscheidend war da die Orientierung auf einen Unionsstaat, die Sowjetunion. Ziemlich fr\u00fch nach der Revolution vereinten sich vier Sowjetrepubliken\u00a0\u2013 die russische, ukrainische, belarussische und sp\u00e4ter die transkaukasische. Bereits 1918 existierten au\u00dferdem zehn autonome Republiken. Es gab also ein breites Lernfeld, um zu studieren, wie die nationale Frage gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. F\u00fcr die Bolschewiki ging es unter der F\u00fchrung Lenins um die Ausarbeitung einer Politik, die flexibel war und zugleich prinzipiell auf der jeweiligen Souver\u00e4nit\u00e4t der Republiken aufbaute. Dar\u00fcber, wie weit Souver\u00e4nit\u00e4t und Vereinigung zu gehen hatten, gab es Auseinandersetzungen. Die Differenzen zwischen Stalin und Lenin in der nationalen Frage, dem Verh\u00e4ltnis zwischen Zentrale und Regionen wurden nachtr\u00e4glich aufgebauscht, obwohl Stalin von seinem Konzept der kulturellen Autonomie abging und sich f\u00fcr das Konzept Lenins entschied.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Wladimir Putin hat wiederholt Lenin f\u00fcr das Scheitern der Sowjetunion verantwortlich gemacht, ja f\u00fcr das Ende der russischen \u201eWelt\u201c.<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Putin als nicht zu Ende studierter H\u00f6rer verschiedener Marxismuslektionen behauptet, Lenin habe vor allem mit seinem Nationalit\u00e4tenkonzept eine Mine unter Russland gelegt. Lenin konnte aber nicht anders als die Dialektik von starker Zentrale bei gleichzeitiger Ber\u00fccksichtigung bestimmter Rechte der Republiken zu betonen. Dass es sp\u00e4ter in der Nationalit\u00e4tenpolitik zu Fehlern kam, ist bereits untersucht worden. Sie lassen sich in den Prozess der Entartung von Partei und Gesellschaft einordnen, in den die Sowjetunion geriet. Aber sie \u00e4ndern nichts\u00a0\u2013 so schmerzhaft sie waren\u00a0\u2013 an der enormen Leistung, diesen Staat zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Erinnert sei an die Schaffung von tausenden Industriebetrieben, an die gewaltige Leistung, die Industrie zu Beginn des Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieges zu verlagern. Selbst westliche Historiker erkennen an: Die Industrialisierung modernisierte das Land. Auch wenn nicht vergessen werden darf, dass dies unter den konkreten Bedingungen viele Opfer gekostet hat. F\u00fcr den Bau der gro\u00dfen Werke wurden nicht nur Repressierte eingesetzt. Selbst Kriminelle wurden herangezogen, damit sie wiedergutmachten, was sie zerst\u00f6rt hatten.<\/p>\n<p>Die Unionsidee ist etwas Tolles. Der Sowjetstaat verdient es, als eine heroische Leistung dargestellt zu werden. Ich komme dabei immer wieder auf Scholochow zur\u00fcck, nicht nur auf den \u201eStillen Don\u201c, sondern auf \u201eNeuland unterm Pflug\u201c. Ich spreche im Hinblick auf die Sowjetunion immer \u00fcber den \u201eAufbruch in gesellschaftliches Neuland\u201c und habe schon zu vielen Genossen gesagt: Nehmt das Buch noch einmal zur Hand, lest es mit dem Wissen von heute. Vielleicht versteht ihr Buch und Geschichte heute besser. Der Roman spielt in der Zeit um 1930, als die Kollektivierung der Landwirtschaft vorangetrieben wurde. Und es geht in ihm auch um Weltrevolution und die Einstellung zu den Menschen. Eine der beiden Hauptfiguren, Makar Nagulnow, ist ein Hitzkopf, der f\u00fcr die Weltrevolution hier und jetzt arbeiten will. Er wird deswegen fast aus der Partei ausgeschlossen, weil die Weltrevolution\u00a0\u2013 au\u00dfer bei Trotzki\u00a0\u2013 nicht auf der Tagesordnung stand. Aber das Problem, das Nagulnow verk\u00f6rpert\u00a0\u2013 das Ende der N\u00d6P\u00a0\u2013, hatte gegen Ende der 1920er Jahre ein wichtiger Parteitag der KPdSU behandelt, der sich mit den Auffassungen Trotzkis, Nikolai Bucharins und Grigori Sokolnikows auseinandersetzte. Trotzki war der Meinung: \u00dcber Sozialismus reden wir dann, wenn es so weit ist, jetzt geht es um die Weltrevolution. Es ist heute noch schwer, einem jungen Hei\u00dfsporn, der alles lieber heute als morgen auf den Kopf stellen m\u00f6chte, begreiflich zu machen, dass solche revoluzzerhaften Ideen das \u00dcberleben eines Staates wie der UdSSR unm\u00f6glich machen. Der weltrevolution\u00e4re Prozess h\u00e4tte das Mutterland des Fortschritts verloren.<\/p>\n<p>Diese Feststellung ignoriert nicht die Opfer: Die Repressalien wurden von Partei und Justiz verurteilt. Doch diese Dinge immer wieder nur demonstrativ in den Vordergrund zu stellen, dazu auch noch mit falschen Opferzahlen und verdrehten Fakten, ist abzulehnen. Es dient allein dazu, die Sowjetunion und die kommunistische Bewegung zu verunglimpfen und in den Dreck zu ziehen. Dass linke Kr\u00e4fte das bis heute mitmachen, ist mehr als besch\u00e4mend. Sie haben dem Antikommunismus einen Schub gegeben\u00a0\u2013 und das wird in die Geschichte als Schande eingehen. Dazu geh\u00f6rt auch die Hinwendung der Linkspartei zum NATO-Kurs. Oder die Enthaltung bei der Abstimmung, in welcher der Bundestag die Hungerkatastrophe vor 90\u00a0Jahren in der Sowjetunion zum V\u00f6lkermord an den Ukrainern erkl\u00e4rte. Das hat mit Taktik nichts mehr zu tun.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Wo siehst du die Aufgaben der Kommunisten in einer solchen Situation?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Wir wissen aus der Geschichte, dass jede Niederlage auch das Tor f\u00fcr neue Chancen \u00f6ffnet. Leider tun sich auch revolution\u00e4re Vertreter schwer, aus den Erfahrungen Lehren zu ziehen. Sie neigen dazu, alles noch einmal zu wiederholen\u00a0\u2013 aber als Farce. Es ist manchmal zum Verzweifeln, aber dem d\u00fcrfen wir nicht nachgeben. Daf\u00fcr steht nicht nur das Beispiel der Volksrepublik China, sondern vor allem die sich vertiefende Krise des Kapitalismus. Dessen Vertreter suchen wieder einen Ausweg, einen, der immer in mehrere Kriege m\u00fcndet. Und wenn nicht dorthin, dann in Abschaffung von Kultur und von Menschlichkeit. Hier geht es nicht allein um eine Frage des Klassenstandpunktes, sondern um normale menschliche Vernunft. Wenn die Rettung der Menschheit gelingen soll, dann rede ich noch nicht von einer neuen Weltordnung, von einer Vision f\u00fcr alle. Es ist vielmehr der Zeitpunkt gekommen, um allen zuzurufen: Wir d\u00fcrfen einen Kurs zur Vernichtung der Menschheit nicht zulassen.<\/p>\n<p>Jeder schaue sich in seinem Umkreis um, bei Kindern und Verwandten, Bekannten und Freunden: Nur wenn wir unbequem sind und sie mit dem konfrontieren, um was es heute geht, gibt es die Chance, etwas zu erreichen. Auch wenn wir nur eine Minderheit sind: Der Fortschritt in Wissenschaft und Technik und im gesellschaftlichen Wissen wurde immer von Minderheiten herbeigef\u00fchrt. Allerdings sollten sie ein Konzept haben. Bei der Darstellung der Oktoberrevolution und der Geschichte der Sowjetunion sto\u00dfen wir immer darauf, dass nicht beachtet wird: Es gab kein fertiges Konzept. Aber die Machtfrage und die Eigentumsfrage wurden gestellt und sie bleiben auch heute die Kernfragen. Juri Andropow sagte im Juni 1983 auf einem ZK-Plenum der KPdSU: \u201eWir haben bisher noch nicht im erforderlichen Ma\u00dfe die Gesellschaft erforscht, in der wir leben und arbeiten, haben noch nicht die ihr eigenen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, insbesondere die \u00f6konomischen, erschlossen. Deshalb sind wir gezwungen, sozusagen empirisch auf recht unrationale Weise mit Experimenten und Fehlern vorzugehen.\u201c Der Weg des Menschen zu einem sich als Eigent\u00fcmer an gesellschaftlichem Eigentum F\u00fchlenden habe sich als langwierig erwiesen. Letzteres wurde zwar in Liedern besungen, war aber nicht die Realit\u00e4t. Wenn es aber zu einer solchen Entartung in der Weltmacht kommt und wenn wir unsere Weltanschauung nicht weiterentwickeln, dann wirkt sich das auf die gesamte progressive Bewegung auf der Erde aus.<\/p>\n<p><a href=\"#top\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2191 oben<\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><a id=\"t2\"><\/a>Teil 2<\/strong><\/p>\n<h4 class=\"entry-title\">Die Krise hat globalen Charakter<\/h4>\n<p><strong>Die Dialektik als Seele der kommunistischen Weltanschauung und ihre N\u00fctzlichkeit in Debatten \u00fcber den Sozialismus und China.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 20.01.2023 in der <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/die-krise-hat-globalen-charakter-4776115\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UZ<\/a><\/span><\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Im Grunde lautet ja Andropows Vorwurf, dass vers\u00e4umt wurde oder dass man inzwischen sogar unf\u00e4hig war, die \u00f6konomische und gesellschaftliche Realit\u00e4t der Sowjetunion theoretisch zu erfassen. Wann begann das aus deiner Sicht?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Es geht nach meiner Meinung um den Verzicht darauf, unsere Weltanschauung weiterzuentwickeln. Ein Anfangspunkt war sicherlich das Jahr 1956 mit dem XX. Parteitag der KPdSU. Das war ernst. In der Rede Nikita Chruschtschows, der von 1953\u00a0bis 1964 an der Spitze der KPdSU stand, waren mehrere Dinge problematisch: zum Beispiel erstens die Proklamation der friedlichen Koexistenz ohne Klassenkampf. Zweitens: die Orientierung auf den parlamentarischen Weg zur Erringung der Macht und zum Aufbau des Sozialismus.<\/p>\n<p>In Chruschtschows Herangehen an den Begriff und die Theorie des Sozialismus und Kommunismus kommt dann jener Voluntarismus zum Ausdruck, der schon in dieser Rede eine Rolle gespielt hatte. Auf dem XXII. Parteitag im Oktober 1961 wurde sogar beschlossen, bis 1970 die USA in der Pro-Kopf-Produktion zu \u00fcbertreffen und bis 1980 in der Sowjetunion die kommunistische Gesellschaft im Wesentlichen aufzubauen. Festgeschrieben wurden ein \u00dcberfluss an materiellen und kulturellen G\u00fctern sowie der allm\u00e4hliche \u00dcbergang zum kommunistischen Prinzip der Verteilung nach Bed\u00fcrfnissen. Die Industrieproduktion sollte auf mindestens das 6-Fache steigen, die Arbeitsproduktivit\u00e4t auf das 4,5-Fache, die landwirtschaftliche Produktion auf das 3,5-Fache\u00a0\u2013 sie sollte schneller wachsen als die Nachfrage.<\/p>\n<p>Alles zusammengenommen bedeutet das: Man hat den Gegner zun\u00e4chst untersch\u00e4tzt und die eigene St\u00e4rke \u00fcbersch\u00e4tzt\u00a0\u2013 und das entgegen allen Mahnungen, mit der eigenen Macht sorgf\u00e4ltig umzugehen.<\/p>\n<p>Nur ein Beispiel: Nikolai Leonow, ein sowjetischer Aufkl\u00e4rer, Historiker, Schriftsteller und enger Freund von Ra\u00fal Castro und Che Guevara\u00a0\u2013 er ist im vergangenen Jahr gestorben\u00a0\u2013, schildert in seinem 2017 auf Deutsch erschienenen Buch \u201eDie letzten Aktionen des KGB\u201c, dass seine Auswertungsabteilung 1975 ein Papier erstellte, in dem sie darlegte, \u201edass sich die UdSSR den Luxus nicht mehr leisten kann, Mittel und Kr\u00e4fte im endlosen Raum dreier Gebiete zu verschleudern: Asien, Afrika und Lateinamerika\u201c. N\u00f6tig sei die Konzentration auf eine begrenzte Anzahl von Staaten. Leonow schrieb, die Lieferungen in die \u201eDritte Welt\u201c seien \u201ewie ein Krebsgeschw\u00fcr\u201c gewachsen und h\u00e4tten \u201edem geschw\u00e4chten Organismus unseres eigenen Staates die Kraft\u201c entzogen. Das ZK der KPdSU habe aber nicht davon abgehen k\u00f6nnen, \u201edass die \u201aDritte Welt\u2018 die Reserve des Sozialismus\u201c sei. Ich sage dazu: Man h\u00e4tte in der B\u00fcndnisfrage anders handeln, insbesondere den jeweiligen Entwicklungsstand der L\u00e4nder und Regionen ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Das alles muss mit herangezogen werden, wenn es darum geht, das eigene Weltbild zu korrigieren und die Dinge dorthin zu r\u00fccken, wohin sie geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Das Problem, das ich damit anspreche, dr\u00fcckte sich auch im Umgang mit dem Sozialismusbegriff aus. Auf jedem Parteitag sollte etwas Neues verk\u00fcndet werden, also war der Sozialismus mal \u201ereif\u201c, dann \u201eentwickelt\u201c, dann \u201evollkommen\u201c. Mit der Realit\u00e4t hatte das wenig zu tun. Wir haben Mao Zedong f\u00fcr seinen \u201eGro\u00dfen Sprung\u201c kritisiert, vergessen aber, dass wir selbst fortlaufend \u00c4hnliches hervorgebracht haben.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Die Weltsicht ist entweder realistisch oder unrealistisch, folgt der dialektisch-materialistischen Philosophie und Weltanschauung oder nicht. Was muss deiner Meinung nach bei der Entwicklung unserer Weltanschauung geleistet werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Das ist auch im Hinblick auf den bevorstehenden Parteitag der DKP eine enorm wichtige Frage. Ich glaube, wir sollten als Kommunisten unbedingt zu Problemen wie \u201eWerte des Lebens\u201c oder \u201eQualit\u00e4t des Lebens\u201c Stellung nehmen. Daf\u00fcr gibt es tiefe Gr\u00fcnde. Du erinnerst dich: Wir haben noch im vorigen Jahrhundert einmal \u00fcber einen deiner Artikel diskutiert. Darin hast du sinngem\u00e4\u00df geschrieben, die Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte verlange neue Produktionsverh\u00e4ltnisse. Die objektiven Voraussetzungen f\u00fcr den Sozialismus seien vorhanden, es liege nun in erster Linie am subjektiven Faktor. Das ist ein sehr wichtiger Gedanke, den man immer wieder ins Spiel bringen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Auf der subjektiven Seite sto\u00dfen wir auf die Frage: Was verstehen wir unter dem besseren Leben? Welche Rolle spielt dabei der Verbrauch? Lenin soll einmal gesagt haben: Sozialismus bedeutet nicht, dass die Menschen im \u00dcberfluss leben und an einem Trog sitzen, aus dem sich alle bedienen.<\/p>\n<p>Zu dieser Debatte geh\u00f6rt auch das, was erstmals in der Geschichte in der Sowjetunion verwirklicht wurde: kostenlose Bildung von der Krippe bis zur Hochschule, Kultur f\u00fcr alle und ein allen zug\u00e4ngliches Gesundheitswesen, die Rechte der Frauen. Als mir einmal jemand aufz\u00e4hlte, was wir alles verloren haben, schrieb ich ihm: \u201eWir haben das Recht auf Arbeit und das Recht auf Liebe verloren.\u201c Letzteres leuchtete ihm allerdings nicht ein, aber hinter der Gleichberechtigung der Frauen steckt die Anerkennung der Liebe von Gleichberechtigten. Fest steht: Allein diese Errungenschaften gen\u00fcgen, um den Sozialismus zu w\u00fcrdigen. Denn die Formulierung aus der \u201eInternationale\u201c \u201eEin Nichts zu sein, tragt es nicht l\u00e4nger\/Alles zu werden\u201c gilt heute genauso wie vor 150\u00a0Jahren. Sie besagt auch: Wir m\u00fcssen alle Chancen nutzen.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Du hast den subjektivistischen Umgang mit dem Sozialismusbegriff angesprochen. Was geh\u00f6rt in die Debatten dar\u00fcber hinein?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Unsere Losung \u201e\u00dcberholen, ohne einzuholen\u201c wurde bel\u00e4chelt. Sie bezeichnet aber genau die Herausforderung, vor der wir stehen: Es geht nicht um quantitatives, sondern um qualitatives Wachstum. Wir d\u00fcrfen die Errungenschaften des Kapitalismus nicht verwerfen, es kommt aber darauf an, ihn nicht nachzu\u00e4ffen. Ich habe den sowjetischen Freunden dieses Nach\u00e4ffen wiederholt vorgeworfen\u00a0\u2013 etwa bei der Gestaltung des Fernsehens.<\/p>\n<p>Und noch eins m\u00f6chte ich unbedingt anf\u00fchren: Zum Sozialismus geh\u00f6rt der Internationalismus. Er war f\u00fcr mich in der Sowjetunion pr\u00e4gend. Zu ihm geh\u00f6rt aber auch eine tiefe Verbundenheit mit dem eigenen Land. Als wir aus Moskau nach Taschkent evakuiert wurden, sah ich als kleiner Junge auf den Zwischenstationen Verbandspl\u00e4tze der Roten Armee. Mir hat sich eingepr\u00e4gt, wie Verwundete nach \u201eMama\u201c riefen\u00a0\u2013 das blieb bei mir haften. Ich habe fr\u00fch begriffen, warum es im Russischen \u201eMutter Heimat\u201c hei\u00dft, obwohl es auch das Wort \u201eVaterland\u201c gibt. Zu diesem Thema \u201eMutter Heimat\u201c hat der Liedermacher Oleg Gamsanow, der sein Land nicht wie die popul\u00e4re S\u00e4ngerin Alla Pugatschowa verlassen hat, im Sommer 2022 einen Text geschrieben, in dem er sich bei der sowjetischen Heimat entschuldigt: \u201eSie war keine glamour\u00f6se Diva\/Und auch ihr Stammbaum war einfach.\/Sie dachte nie an ihr pers\u00f6nliches Gl\u00fcck,\/Sie schuftete tags\u00fcber und nachts.\/Sie k\u00fcmmerte sich um alles gleichzeitig, auch um uns,\/Zog uns, junge Nerds, auf,\/Versorgte uns, so gut sie es konnte.\/Sie gab uns ihr Letztes.\/Wir n\u00f6rgelten und r\u00fcmpften die Nasen.\/Sie wollte uns das Denken beibringen,\/Schenkte manchmal Jeans und Kaugummi,\/Doch wir wollten immer mehr, wollten viel.\/Und wir dachten, sie h\u00e4tte Unrecht.\/Wir sprachen zu ihr auf verletzende Weise.\/Sie sah uns schweigend in die Augen\/Und ging mit einem Seufzer f\u00fcr immer.\u201c Bei der DDR hat sich noch niemand entschuldigt.<\/p>\n<p>Und zur \u201eMutter Heimat\u201c geh\u00f6rt meine Kindheit in der internationalen \u201eKommunalka\u201c\u00a0\u2013 der Gemeinschaftswohnung\u00a0\u2013 in Usbekistan. Da waren der Ukrainer Onkel Fedja, seine russische Frau Tante Dusja und die armenische \u00c4rztin Anja, die es manchmal schaffte, die Kr\u00e4mpfe meines gel\u00e4hmten Vaters zu lindern. Onkel Fedja brachte ihn bei Erdbeben, die es dort \u00f6fter gab, auf seinen Armen die Treppen hinunter. Ich bekam in der ersten Klasse die Ruhr\u00a0\u2013 und wer besuchte mich? Die Lehrerin Lydia Wassiljewna. Das hat mich schon als kleinen Jungen tief beeindruckt.<\/p>\n<p>Dieser Umgang miteinander war wichtig und es fing beim Kleinkind, im Grunde beim Embryo an. Ich betone das deswegen, weil ich zum Beispiel mit dem Pfarrer Uwe Holmer, der 1990 Margot und Erich Honecker bei sich aufnahm, dar\u00fcber gestritten habe, ob der Mensch von Natur aus s\u00fcndig ist. Holmer hatte erkl\u00e4rt: \u201eIch habe dem Herrn Honecker gesagt: Man kann nicht alles \u00fcber den Kopf des Menschen hinweg erreichen wollen. Der Mensch ist von Natur aus s\u00fcndig.\u201c Ich hatte gro\u00dfe Achtung vor dem Pfarrer und seiner Familie, der in der DDR Unrecht getan wurde\u00a0\u2013 alle zehn Kinder durften nicht die Erweiterte Oberschule besuchen. Angela Merkel kam dagegen im Sch\u00fcleraustausch sogar nach Woronesch. Es h\u00e4ngt eben sehr viel von den konkreten Menschen ab und wir konnten nicht alle auf einmal neu backen.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Die Einzigartigkeit der Sowjetunion bestand auch darin, dass in ihr V\u00f6lker zusammenlebten, die sich unter anderen Verh\u00e4ltnissen kaum h\u00e4tten kennenlernen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Das ist richtig. Es gab auch eine entsprechende Toleranz. Und es kommt noch etwas hinzu: Das russische Volk wurde zu einer Art Stammvolk. Es gab aber auch immer die Auseinandersetzung mit dem gro\u00dfrussischen Chauvinismus.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>In solchen F\u00e4llen wurde Lenin sehr ungem\u00fctlich.<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Er hat sich zum Beispiel mit Grigori Ordschonikidse auseinandergesetzt, als der gegen\u00fcber Vertretern kaukasischer Nationen handgreiflich wurde. Auf der anderen Seite muss erw\u00e4hnt werden: Stalin hat sich als Georgier in die russische Geschichte vertieft, kannte die russische Kultur. Im Krieg entdeckte er die Feldherren Russlands als Vorbilder und setzte sich mit der orthodoxen Kirche zusammen. Selbst dort, wo er seine Schwierigkeiten hatte, zeigte sich, dass er seine Haltung ver\u00e4ndern konnte. Das erkl\u00e4rt, warum er am 24.\u00a0Mai 1945 beim Empfang f\u00fcr die Befehlshaber der Roten Armee einen Toast auf das russische Volk ausbrachte und angesichts der Fehler der sowjetischen F\u00fchrung in den Jahren 1941\u00a0und 1942 meinte: \u201eEin anderes Volk h\u00e4tte zu seiner Regierung sagen k\u00f6nnen: Ihr habt unsere Erwartungen nicht gerechtfertigt, macht, dass ihr fortkommt, wir werden eine andere Regierung einsetzen, die mit Deutschland Frieden schlie\u00dft und uns Ruhe sichert.\u201c Da merkte man, wie tief in seinem Innern das eine Rolle spielte.<\/p>\n<p>Aus der Geschichte kann niemand streichen, welche Bedeutung die Br\u00fcderlichkeit zwischen Russland und der Ukraine spielt, obwohl es\u00a0\u2013 vor allem von der ukrainischen Seite\u00a0\u2013 immer wieder Probleme gab und das Messer in den R\u00fccken gesto\u00dfen wurde. Das galt f\u00fcr die Kriege Russlands mit dem K\u00f6nigreich Polen-Litauen, denken wir nur an Nikolai Gogols Erz\u00e4hlung \u201eTaras Bulba\u201c, in der der Vater seinen eigenen Sohn, den \u00dcberl\u00e4ufer von den ukrainischen Aufst\u00e4ndischen zu den Polen, erschie\u00dft.<\/p>\n<p>Ich war oft in der Ukraine\u00a0\u2013 ein sch\u00f6nes Land und Kiew ist eine sehr sch\u00f6ne Stadt. Aber vergessen wurde, dass dieses Land alles, was es hat, der Sowjetmacht verdankt\u00a0\u2013 angefangen bei der eigenen Staatlichkeit, die auf eine Entscheidung Lenins zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Und nicht zu vergessen: Von 1920\u00a0bis 1939 war die Westukraine ein Teil Polens.<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Die Ukraine wurde stets gef\u00f6rdert, ihre gesamte Industrie entstand zur Zeit der Sowjetunion. Der Banditismus, den wir dort jetzt erleben, ist noch schlimmer als ich es mir vorstellen konnte. Und ich kenne das Land, zumal meine verstorbene Frau nach der Befreiung Kiews 1943 dort ihre Schuljahre verbracht hat. Ihre Pflegeeltern haben die Ukraine erst sp\u00e4ter verlassen. Ich war dort auf Hochzeiten, die kaum begonnen hatten, als es schon mit antirussischen Parolen gegen die \u201eMoskali\u201c losging. Das war zu tiefster sowjetischer Zeit.<\/p>\n<p><strong>UZ:<\/strong> <em>Wie siehst du die unterschiedlichen Stellungnahmen auch von Marxisten zum Krieg in der Ukraine?<\/em><\/p>\n<p><strong>Bruno Mahlow:<\/strong> Ich m\u00f6chte dazu\u00a0\u2013 und das gilt auch f\u00fcr viele \u00c4u\u00dferungen zu China\u00a0\u2013 deutlich sagen: All die damit verbundenen Fragen und Probleme sind eine Herausforderung f\u00fcr unsere Weltanschauung. Deren Seele ist die Dialektik und ich \u00e4u\u00dfere mich dazu als deren Anh\u00e4nger. Es geht immer wieder um die Einheit und den Kampf der Widerspr\u00fcche. Die methodische Bearbeitung dieses Problems sichert zum einen das sch\u00f6pferische Herangehen an die gesellschaftliche Entwicklung, das hei\u00dft, die Dinge im Zusammenhang zu sehen. Die Dialektik ist zum anderen zugleich die Voraussetzung f\u00fcr die Vermeidung von Dogmatismus und Opportunismus. F\u00fcr mich geht aus vielen Stellungnahmen hervor, dass der globale Charakter der heutigen Krise nicht erfasst wird. Die Welt verharrt seit mehr als einem Jahrzehnt in ihr und in Kriegen. Es n\u00fctzt nichts, zu einem substanzlosen Waffenstillstand aufzurufen oder Vergleiche mit dem Brester Frieden von 1918 und Lenins Bereitschaft zum Kompromiss zu ziehen. Die Situation ist eine v\u00f6llig andere.<\/p>\n<p>Und wenn ich immer wieder h\u00f6re: Was sollen wir denn machen? Sage ich: \u201eWir sehen uns bei den Kundgebungen f\u00fcr \u201aHeizung, Brot und Frieden\u2018.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#top\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2191 oben<\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Arnold Sch\u00f6lzel ist Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Bruno Mahlow war von 1973 bis 1989 Vize-Chef der Abteilung Internationale Beziehungen des ZK der SED, danach deren Leiter.<br \/>\nEr ist dem Freidenkerverband freundschaftlich verbunden und sprach auf einer Reihe seiner Konferenzen und Veranstaltungen.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: Bruno Mahlow vor dem Veranstaltungs- und Kulturzentrum \u201eRussisches Haus der Wissenschaft und Kultur\u201c in Berlin <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: privat (\u00fcbernommen von <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/die-krise-hat-globalen-charakter-4776115\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UZ<\/a>)<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Interview in zwei Teilen von Arnold Sch\u00f6lzel mit Bruno Mahlow<\/b><br \/>\nUZ: Die Sowjetunion hat in den 1930er Jahren deine Familie aufgenommen, als diese vor dem Faschismus fliehen musste. Wir haben am 30.\u00a0Dezember den 100. Gr\u00fcndungstag der Sowjetunion begangen. Was bedeutet dieser Tag aus deiner Sicht?<br \/>\nBruno Mahlow: Das war der 100.\u00a0Jahrestag eines Staates, der sich erstmals in der Menschheitsgeschichte zur Aufgabe machte, die Macht wirklich zum Nutzen der Mehrheit\u00a0\u2013 also der arbeitenden Menschen\u00a0\u2013 auszu\u00fcben. F\u00fcr diese besondere, neue Staatsmacht war die Rolle der Sowjets bestimmend. Sie spielten in der Revolution und in der Geschichte der Sowjetunion mal eine gr\u00f6\u00dfere, mal eine geringere Rolle.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":15129,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[613,876,694,1402,484,565,188,480,138,430,564,1111,1623,1157],"class_list":["post-15127","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weltanschauung-philosophie","tag-befreiung-vom-faschismus","tag-dialektik","tag-globalisierung","tag-industrialisierung","tag-internationalismus","tag-kommunismus","tag-krieg","tag-nationalstaat","tag-revolution","tag-sowjetunion","tag-sozialismus","tag-ukraine","tag-verfassung","tag-widersprueche"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bruno_Mahlow_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-3VZ","jetpack-related-posts":[{"id":15426,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15426","url_meta":{"origin":15127,"position":0},"title":"Zum Tod von Bruno Mahlow","author":"Webredaktion","date":"4. 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