{"id":15066,"date":"2023-01-24T02:57:47","date_gmt":"2023-01-24T01:57:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15066"},"modified":"2023-02-06T02:55:27","modified_gmt":"2023-02-06T01:55:27","slug":"der-westen-liefert-nicht-panzer-sondern-illusionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15066","title":{"rendered":"Der Westen liefert nicht Panzer, sondern Illusionen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Patient Ukraine kann durch keinerlei westliche Waffenlieferungen gerettet werden. Was immer der Westen ins Gefecht wirft, wirkt h\u00f6chstens wie das Lebenserhaltungssystem f\u00fcr einen als Transplantat-Spender vorgesehenen Hirntoten. <\/strong><\/p>\n<p><em>Von <strong>Dagmar Henn<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 20.01.2023 auf <a href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.life\/meinung\/160493-westen-liefert-nicht-panzer-sondern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p>Man hat immer wieder den Eindruck, niemand in der NATO h\u00e4tte gr\u00fcndlich nachgedacht, ehe man beschloss, einen Konflikt mit Russland vom Zaun zu brechen. Es wird zwar immer wieder behauptet, die eine oder andere Waffenlieferung w\u00fcrde jetzt das Blatt wenden; aber schon die Idee, mit Hilfe von NATO-Ausr\u00fcstung einen Stellvertreterkrieg f\u00fchren zu lassen, ist so unsinnig, dass die urspr\u00fcngliche Vorstellung gewesen sein muss, mit Hilfe der in der Ukraine vorhandenen sowjetischen Waffen erfolgreich zu sein.<\/p>\n<p>Die hatten n\u00e4mlich unschlagbare Vorteile: Die vorhandenen Mannschaften waren ausgebildet, mit ihnen umzugehen, und zwar nicht nur mit den einzelnen Ger\u00e4ten, sondern auch im Gefecht der verbundenen Waffen, und es gab gro\u00dfe Mengen davon. (Anfang 2022 wurden die Best\u00e4nde an Kampfpanzern in der Ukraine auf \u00fcber 2.000 gesch\u00e4tzt.) Die Fiktion von der \u00dcberlegenheit westlicher R\u00fcstungsproduktion kann man getrost ignorieren. Aber das urspr\u00fcngliche Material ist un\u00fcbersehbar bereits verloren, und wenn jetzt davon die Rede ist, die Ukraine mit westlichen Kampfpanzern auszustatten, dann geht es bestenfalls um Hunderte, nicht Tausende.<\/p>\n<p>Die jetzt folgenden Er\u00f6rterungen kratzen gerade mal an der Oberfl\u00e4che der zus\u00e4tzlichen Probleme. Wer sich genauer damit befassen will, sollte sich an die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@TheNewAtlas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Videos<\/a> von The New Atlas und die <a href=\"http:\/\/smoothiex12.blogspot.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Texte<\/a> von Andrei Martyanov halten.<\/p>\n<h5>Der milit\u00e4risch-industrielle Komplex \u2013 Unterschiede wie Tag und Nacht<\/h5>\n<p>Einer der Punkte, an dem Russland einen massiven Vorteil hat, ist der milit\u00e4risch-industrielle Komplex (MIK). Und zwar nicht nur in Bezug auf seine Gr\u00f6\u00dfe, sondern weit mehr noch, weil es sich \u00fcberwiegend um staatliche Unternehmen handelt. In der gesamten NATO dominieren dagegen Konzerne in Privatbesitz. Die Folge ist sehr simpel: Das staatliche Unternehmen soll, im Interesse seines Eigent\u00fcmers, m\u00f6glichst wirkungsvoll und kosteng\u00fcnstig eine gegebene Aufgabe l\u00f6sen. Das private Unternehmen soll im Interesse seines Eigent\u00fcmers m\u00f6glichst viel Gewinn erwirtschaften.<\/p>\n<p>Da im letzteren Fall Eigent\u00fcmer und Nutzer nicht identisch sind, ist der Gebrauchswert des Produkts, das entsteht, weit weniger gesichert; sobald er mit dem Interesse der Gewinnerzielung kollidiert, siegt die Gewinnerzielung. Schlie\u00dflich haben Konzerne, die gro\u00df genug sind, noch andere Mittel, ihre politische Kundschaft dazu zu bringen, ihr Produkt abzunehmen, als dessen Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>In beiden Weltkriegen wurde dies von den beteiligten kapitalistischen Staaten soweit als Problem gesehen, dass der milit\u00e4risch-industrielle Komplex zum Zwecke der Kriegsf\u00e4higkeit staatlicher Lenkung unterworfen wurde. Das hat die beteiligten Konzerne nicht daran gehindert, enorme Gewinne zu machen, aber der Gewinn wurde als entscheidender Steuerungsmechanismus verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Allerdings hat sich in den Jahrzehnten seit dem Ende der Sowjetunion das Verh\u00e4ltnis zwischen der Politik und dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex, insbesondere dem gr\u00f6\u00dften innerhalb der NATO, dem der Vereinigten Staaten, weiter in Richtung des MIK verschoben. Heutige Politiker im Westen k\u00f6nnten es sich nicht einmal mehr vorstellen, in diese Konzerne entsprechend einzugreifen. Zum einen, weil viele von ihnen auf der Gehaltsliste dieser Unternehmen stehen. Und zum anderen, weil sie davon \u00fcberzeugt sind, dass eine gewinngesteuerte \u00d6konomie immer effizienter sei; ein Argument, das beide Weltkriege gr\u00fcndlich widerlegen.<\/p>\n<p>Russland hat diese Probleme nicht, weil die Kontrolle \u00fcber den MIK nie aus der Hand gegeben wurde. Deshalb sind die Kosten f\u00fcr vergleichbare Produkte wesentlich niedriger, und es ist wesentlich einfacher, praktische Erfahrungen der Nutzer in die Entwicklung oder Weiterentwicklung einflie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<h5>Mengen und Potenziale<\/h5>\n<p>Es ist schon vielfach und immer wieder erw\u00e4hnt worden, dass die Mengen, die in die Ukraine geliefert werden, den Bedarf bei weitem nicht decken. Auch, dass eine Produktionserweiterung im Westen gar nicht in absehbarer Zeit erreicht werden kann; da denke man nur an die Aussage des Vorstandsvorsitzenden von Lockheed, man k\u00f6nne in ein paar Jahren 2.400 Javelins j\u00e4hrlich produzieren; oder an die Ausschreibung in den USA f\u00fcr die Produktion von 12.000 155mm-Granaten im Monat\u00a0\u2013 die den augenblicklichen ukrainischen Verbrauch f\u00fcr maximal drei Tage decken w\u00fcrden. Das alles wurde bereits im April in einem Artikel des britischen Rusi-Instituts unter dem Titel &#8222;The Return of Industrial Warfare&#8220;, die R\u00fcckkehr der industriellen Kriegf\u00fchrung, ausf\u00fchrlich behandelt.<\/p>\n<p>Interessant ist allerdings noch die Frage, in welchem der NATO-L\u00e4nder prinzipiell eine Ausweitung hin zu einer industriellen R\u00fcstungsproduktion im erforderlichen Ma\u00dfstab m\u00f6glich w\u00e4re. Und genau an diesem Punkt hat sich der gesamte NATO\/EU-Block ein weiteres Mal ins eigene Knie geschossen.<\/p>\n<p>Das Land, das eigentlich die besten Voraussetzungen gehabt h\u00e4tte, um die R\u00fcstungsproduktion schnell auszuweiten, ist n\u00e4mlich Deutschland. Weil nicht nur die Waffen selbst, sondern auch die f\u00fcr deren Produktion erforderlichen Maschinen hergestellt werden k\u00f6nnen und es eine gro\u00dfe Zahl durch ihre Ausbildung vielf\u00e4ltig einsetzbarer Metallfacharbeiter gibt, die es f\u00fcr eine solche Produktionsausweitung ebenfalls braucht.<\/p>\n<p>Dumm nur, dass, schon ehe Russland selbst auf den Gedanken gekommen w\u00e4re, die Energieversorgung abzudrehen, das \u00f6konomische Ziel der USA, die europ\u00e4ische Industrie zu beerben, und die Hybris der EU den deutschen Zugang zu g\u00fcnstiger Energie beendet haben. Was selbstverst\u00e4ndlich zumindest einige Teile der metallverarbeitenden Industrie ganz massiv trifft; insbesondere die Stahlproduktion. Am Anfang der R\u00fcstungsproduktion stehen aber viele spezielle Stahllegierungen, die, wenn man eine Produktion schnell ausweiten wollte, vern\u00fcnftigerweise ann\u00e4hernd in der Gegend erzeugt werden sollten, in der sie auch verarbeitet werden. Weil alles andere zus\u00e4tzliche Zeit kostet und zus\u00e4tzliche Verwundbarkeiten einbaut.<\/p>\n<p>H\u00e4tte der westliche Block tats\u00e4chlich die Notwendigkeiten industrieller Kriegsf\u00fchrung im Blick, h\u00e4tte nicht nur die Versorgung mit g\u00fcnstiger Energie erhalten werden m\u00fcssen, bis Russland selbst die Konsequenz zieht, seine Feinde nicht mehr zu versorgen; mehr noch, die Verteilung der verbliebenen Ressourcen m\u00fcsste sich vor allem danach richten, die Region funktionsf\u00e4hig zu halten, die dieses Produktionspotenzial besitzt. Man h\u00e4tte im Interesse dieser Produktion auch die Spekulation mit Erdgas und \u00d6l unterbinden m\u00fcssen, um um jeden Preis die industrielle Basis Europas zu erhalten, die gerade zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>Die nun verbleibende M\u00f6glichkeit w\u00fcrde voraussetzen, dass sich nach einem Zusammenbruch der deutschen Automobilproduktion (f\u00fcr den nicht nur die Energiepreise, sondern auch die CO2-Flottenvorgaben der EU sorgen d\u00fcrften) die freigesetzten Facharbeiter in gro\u00dfer Zahl willigst in die USA verfrachten lassen, um dort dann eine Ausweitung der R\u00fcstungsproduktion zu erm\u00f6glichen. Bis sich das allerdings realisiert\u00a0(sofern \u00fcberhaupt)\u00a0verginge noch mehr Zeit, mindestens einige Jahre. Von den logistischen Problemen, das dann in derart weiter Entfernung produzierte Material \u00fcberhaupt bis nach Europa zu bef\u00f6rdern, ganz zu schweigen. Sprich, die einzige realistische Option, die es jemals gegeben h\u00e4tte, auch nur ausreichend Munition f\u00fcr die ukrainischen Truppen zu produzieren, hat der Westen selbst bereits eliminiert. Ohne Munition ist aber selbst der beste Panzer nur ein Haufen Schrott.<\/p>\n<h5>Normen, Normen, Normen<\/h5>\n<p>Ein weiteres Problem, das im NATO-Bereich besteht, sind die vielen unterschiedlichen Waffensysteme. Ein Teil dieses Problems geht schlicht auf die Tatsache zur\u00fcck, dass es innerhalb dieses B\u00fcndnisses eben nicht nur die US-amerikanische R\u00fcstungsindustrie gibt, sondern noch eine Reihe weiterer, die ebenfalls ein St\u00fcck des Kuchens wollen. Der deutsche Leopard und der US-amerikanische Abrams sind beide die Ergebnisse eines\u00a0Versuchs der gemeinsamen Entwicklung eines Panzermodells, die dann letztlich scheiterte. Es gab und gibt immer wieder F\u00e4lle solcher Zusammenarbeit, wie beim Eurofighter. Aber es kollidieren schlicht zu viele Interessen\u00a0\u2013 \u00f6konomische wie politische\u00a0\u2013 um tats\u00e4chlich die gesamte Produktion auf diese Weise zu vereinheitlichen.<\/p>\n<p>Vereinheitlichung ist jedoch ein wichtiger Faktor. Historisch betrachtet hat das Milit\u00e4r sie immer vorangetrieben. Die NATO ist allerdings ein B\u00fcndnis, in dem drei unterschiedliche Ma\u00dfsysteme existieren, das metrische, das britische und das amerikanische. Das ist dann kein Problem, wenn sich die Armee jedes NATO-Staates mit ihrer jeweiligen Ausr\u00fcstung auf den Weg macht, wohin und wozu auch immer. Aber sobald man anf\u00e4ngt, Ausr\u00fcstungen unterschiedlicher Herkunft zu mischen, kann das ein Problem werden. Und zwar bis hinunter zur letzten Schraube, die dann in einem Fall in Millimetern normiert ist und im anderen in Inches, mit der Konsequenz, dass nicht einmal die selben Schrauben genutzt werden k\u00f6nnen. Und wenn Gro\u00dfbritannien gepanzerte Fahrzeuge liefert, stellt sich auch noch die Frage, auf welcher Seite des Fahrzeugs der Fahrer sitzt&#8230;<\/p>\n<p>Und das Problem, dass mit jedem einzelnen Fahrzeug, jedem gr\u00f6\u00dferen Gesch\u00fctz gleich eine ganze passende Werkstatt mitgeliefert werden muss, wird\u00a0durch eine weitere Tatsache\u00a0noch versch\u00e4rft: Seitdem n\u00e4mlich in vielen westlichen Armeen diese Werkst\u00e4tten ausgegliedert wurden, also nicht l\u00e4nger von den Armeen selbst betrieben werden, sp\u00fclt es\u00a0zus\u00e4tzliche Gewinne in die Taschen des MIK, wenn m\u00f6glichst viele Reparaturen anfallen.<\/p>\n<p>Man kennt solche Vertriebskonzepte beispielsweise von Tintenstrahldruckern. Der Drucker selbst ist spottbillig; die Herstellerfirma verdient vor allem an den Tintenpatronen. Weshalb oft Farbdrucker nicht einmal mehr schwarzwei\u00df drucken, wenn die Farbpatrone leer ist. Im Falle der Drucker \u00e4ndert sich das gerade, weil es zuletzt zu viele Nachschubprobleme bei den Patronen mit eingebauten Chips gab; aber um beim MIK eine solche Ver\u00e4nderung durchzusetzen, bed\u00fcrfte es eines rigiden staatlichen Eingreifens. Und das ist nach drei\u00dfig Jahren neoliberaler Politik unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auch das ist ein Problem, das die russische Armee nicht hat. Wie man am zivilen Beispiel der Druckerpatronen sehen kann, ist die Logistik zur Aufrechterhaltung der Funktionsf\u00e4higkeit eines Produktes ebenso wichtig wie das eigentliche Produkt. Doch selbst wenn das von der NATO an die Ukraine gelieferte Ger\u00e4t nicht zu Reparaturzwecken bis nach Polen gekarrt werden m\u00fcsste, bliebe diese Frage ein logistischer Alptraum.<\/p>\n<h5>Das Gefecht der verbundenen Waffen<\/h5>\n<p>Mit der Lieferung irgendeines Panzers ist noch gar nichts gewonnen. Diese Ger\u00e4te m\u00fcssen nicht nur gefahren werden k\u00f6nnen; die gesamte Ausr\u00fcstung, die Zielelektronik, W\u00e4rmebildkameras, Kommunikation und mehr umfasst, muss so gut beherrscht werden, dass das auch unter extremem Stress noch funktioniert. Das ist der Sinn des Drills beim Milit\u00e4r: so viele Abl\u00e4ufe wie m\u00f6glich in k\u00f6rperlichen Bewegungsmustern speichern, damit sie auch unter Belastung nicht vergessen werden.<\/p>\n<p>Um wieder ein Beispiel aus dem Alltagsleben zu bringen: Fast alle Staaten haben es inzwischen verboten, beim Fahren ein Handy zu halten. Warum? Weil das die eingespielte Reaktion unterbricht, die daf\u00fcr erforderlich ist, ein Fahrzeug sicher zu fahren. Wenn im Fahrzeug vor einem das Bremslicht aufleuchtet, ist die eigene Reaktion darauf automatisch. Da gibt es keinen bewussten Denkprozess. Da leuchtet das Bremslicht, ich sollte also auch bremsen. Wenn irgendeine andere T\u00e4tigkeit Konzentration erfordert, funktioniert dieser Reflex nicht mehr, und die Reaktion verlangsamt sich.<\/p>\n<p>Bis eine Mannschaft einen Leopard-Panzer so weit bedienen kann, dass Ziele mit der Kanone verl\u00e4sslich getroffen werden, dauert es nicht Tage oder Wochen, sondern Monate. Dann ist dieser Panzer aber noch nicht mehr als eine rollende Kanone, also ein etwas gr\u00f6\u00dferes, schwereres St\u00fcck Artillerie. Um ihn wirklich wirkungsvoll einzusetzen, muss dieser eine Panzer mit allem um ihn herum kooperieren k\u00f6nnen. Mit anderen Panzern ebenso wie mit begleitender Infanterie. Und schlimmer noch: Das gesamte Konzept aller westlichen Armeen setzt auf Luft\u00fcberlegenheit. Das hei\u00dft, die Erwartung, dass eine Luftdeckung vorhanden ist, die etwa gegnerische Artillerie ausschalten kann, ist schon in die Konstruktions\u00fcberlegungen eingeflossen. Aber diese Luft\u00fcberlegenheit gibt es in der Ukraine nicht.<\/p>\n<p>Diese Koordination, die bis zur Einbindung in Rechnernetze mit aktuellen Satelliten- und Drohnendaten geht und die alle Waffenarten umfasst, nennt sich Gefecht der verbundenen Waffen, oder\u00a0\u2013 in der Wiederkehr des urspr\u00fcnglich deutschen Begriffs als Anglizismus\u00a0\u2013 Operation verbundener Kr\u00e4fte. Es versteht sich von selbst, dass auch hier weitere unz\u00e4hlige Abl\u00e4ufe liegen, die ge\u00fcbt werden m\u00fcssen. Dabei geht es um weitere Monate, zumindest f\u00fcr den Panzerkommandeur. (Wobei es ganz g\u00fcnstig w\u00e4re, wenn auch der Fahrer so weit \u00dcbung in Zusammenarbeit h\u00e4tte, dass er nicht beim Man\u00f6vrieren die eigene Infanterie \u00fcberf\u00e4hrt. Das war auf Videos aus der Ukraine schon \u00f6fter zu sehen.)<\/p>\n<p>Sollten die Panzer, die augenblicklich im Gespr\u00e4ch sind, tats\u00e4chlich in die Ukraine geliefert werden, w\u00e4re die Ausbildung noch zus\u00e4tzlich dadurch erschwert, dass es sich um viele verschiedene Fahrzeuge handelt. Selbst wenn man die britischen Challenger mal beiseite l\u00e4sst, bei denen man ohnehin davon ausgehen kann, dass sie von britischen S\u00f6ldnern bedient werden \u2013 nicht einmal Leopard 2 ist gleich Leopard 2; zwischen den unterschiedlichen Varianten liegen drei\u00dfig Jahre. Sodass jemand, der f\u00fcr einen Leopard 2A4 ausgebildet wurde, wie ihn Finnland liefern will, noch lange nicht einen Leopard 2A7 bedienen kann.<\/p>\n<p>Eine einzelne Armee unvorbereitet mit derart unterschiedlichem Ger\u00e4t auszustatten, ist so unsinnig, dass tats\u00e4chlich nur die M\u00f6glichkeit bleibt, die Besatzung mitzuliefern. Oder im anderen Falle eben keinen modernen Kampfpanzer zu liefern, sondern eine rollende Kanone, deren Besatzung mit viel Gl\u00fcck so lange \u00fcberlebt, bis sie irgendwann im Stande ist, ein Ziel auch zu treffen. Nachdem aber alle heutigen Kampfpanzer der NATO aus Zeiten stammen, in denen der Einsatz kleiner \u00dcberwachungs- wie Angriffsdrohnen noch nicht \u00fcblich war, stehen die Chancen daf\u00fcr denkbar schlecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dagmar Henn ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Leopard 2 Panzer der Bundeswehr<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: Dirk Vorderstra\u00dfe, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\/deed.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY 3.0<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/www.vorderstrasse.de\/fotos\/details\/leopard-2-panzer-der-bundeswehr\/12050\/-\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.vorderstrasse.de\/fotos\/details\/leopard-2-panzer-der-bundeswehr\/12050\/-\/<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Dagmar Henn<\/b><br \/>\nMan hat immer wieder den Eindruck, niemand in der NATO h\u00e4tte gr\u00fcndlich nachgedacht, ehe man beschloss, einen Konflikt mit Russland vom Zaun zu brechen. Es wird zwar immer wieder behauptet, die eine oder andere Waffenlieferung w\u00fcrde jetzt das Blatt wenden; aber schon die Idee, mit Hilfe von NATO-Ausr\u00fcstung einen Stellvertreterkrieg f\u00fchren zu lassen, ist so unsinnig, dass die urspr\u00fcngliche Vorstellung gewesen sein muss, mit Hilfe der in der Ukraine vorhandenen sowjetischen Waffen erfolgreich zu sein. Die hatten n\u00e4mlich unschlagbare Vorteile: Die vorhandenen Mannschaften waren ausgebildet, mit ihnen umzugehen, und zwar nicht nur mit den einzelnen Ger\u00e4ten, sondern auch im Gefecht der verbundenen Waffen, und es gab gro\u00dfe Mengen davon.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":15074,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[12],"tags":[42,1593,1428,188,1355,56,222,639,1525],"class_list":["post-15066","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-demokratie-medien-aufklaerung","tag-drohnenkrieg","tag-energiekrise","tag-industrie","tag-krieg","tag-militaerisch-industrieller-komplex","tag-nato","tag-russland","tag-ukraine-konflikt","tag-waffenlieferungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/leopard-2-panzer-der-bundeswehr_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-3V0","jetpack-related-posts":[{"id":15100,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=15100","url_meta":{"origin":15066,"position":0},"title":"Krieg als Selbstzweck: Das Ziel deutscher Waffenlieferungen","author":"Webredaktion","date":"31. 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Dezember 2014","format":false,"excerpt":"Beitrag von Klaus Hartmann auf der Konferenz \u201eDer \"Westen\" und Russland\u201c am 06.09.2014 in Berlin. Aus: FREIDENKER 4-14 Im Konflikt um die Ukraine bzw. im Verh\u00e4ltnis zu Russland erleben wir wieder, was sich seit l\u00e4ngerer Zeit in Teilen der Friedensbewegung eingeb\u00fcrgert hat. 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April 2024","format":false,"excerpt":"Scholz ist das Problem, nicht die L\u00f6sung \u2013 Kanzler blitzt in China ab Beitrag von Gert Ewen Ungar Es gehe ihm um einen gerechten Frieden, behauptet Scholz, wenn er \u00fcber die Ukraine spricht. \"Gerechter Frieden f\u00fcr die Ukraine\" ist die neue rhetorische Verpackung f\u00fcr das immer gleiche Ziel: Der Ukraine\u2026","rel":"","context":"In &quot;Demokratie \u2013 Medien \u2013 Aufkl\u00e4rung&quot;","block_context":{"text":"Demokratie \u2013 Medien \u2013 Aufkl\u00e4rung","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=12"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15066","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15066"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15066\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15074"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freidenker.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}