{"id":14899,"date":"2022-12-29T02:28:54","date_gmt":"2022-12-29T01:28:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14899"},"modified":"2023-01-23T01:00:29","modified_gmt":"2023-01-23T00:00:29","slug":"ein-soziales-problem-in-der-historischen-auseinandersetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14899","title":{"rendered":"Ein soziales Problem in der historischen Auseinandersetzung"},"content":{"rendered":"<p>Aus:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14877\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 4-22<\/a>, Dezember 2022, S. 28-34, 81. Jahrgang<\/p>\n<p><em>von <strong>Thomas Loch<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wohnen, ein Recht auf Wohnen, gar als ein Menschenrecht \u2013 um dieses ist es in der Gegenwart nicht gut bestellt, jedenfalls nicht hierzulande.<\/p>\n<p>Rechte werden heute gebogen, verwoben, entstellt, instrumentalisiert, sentimentalisiert, es wird an der Oberfl\u00e4che operiert, Rechte werden verk\u00fcndet, versprochen und gebro\u00adchen. Letztlich gibt es eine Wohnungspolitik, allerdings auch sie hat einem Zwecke zu dienen, im System das einst als Kapitalismus bezeichnet wurde, heute als Marktwirtschaft vorgef\u00fchrt wird und sich als Imperialismus entfaltet.<\/p>\n<p>Es geht um Profit und Profimaximierung, und so kommt die Wohnung in der Regel als Ware daher, welche gekauft, verkauft, gemie\u00adtet, vermietet, gepf\u00e4ndet, verschwendet wer\u00adden kann. Ja, wie es in einem imperia\u00adlistischen Staatswesen wohl anders nicht sein kann, da sein bestimmender Grundzug die uneingeschr\u00e4nkte \u00f6konomische und politi\u00adsche Herrschaft des Monopols zur Gewin\u00adnung und Sicherung von Monopolprofit ist. Und womit l\u00e4sst sich am besten Geld verdienen? Letztlich mit den Dingen, welche der Mensch braucht und zwar best\u00e4ndig, um seine Grundbed\u00fcrfnisse zu befriedigen!<\/p>\n<h5>Die DDR ging einen anderen Weg<\/h5>\n<p>Aber es gab in der deutschen Geschichte eine andere Wohnungspolitik, welche nicht dem Streben nach Profit verpflichtet war, sondern das Bed\u00fcrfnis der Menschen nach Wohnen in den Mittelpunkt stellte. Die Wohnungspolitik umfasste die \u201eGesamtheit von politischen, materiellen und sozialen Ma\u00dfnahmen, die darauf gerichtet waren, in der DDR die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990 zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Dem dienten alle aufeinander abgestimm\u00adten Bau- und Bewirtschaftungsma\u00dfnahmen zur Erneuerung der St\u00e4dte und Siedlungen sowie zur rationalen Wohnungsbewirtschaf\u00adtung und -nutzung.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Nun w\u00e4re zu fragen, wurde die Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990 gel\u00f6st?<\/p>\n<p>Die DDR h\u00f6rte 1990 auf zu existieren, entscheiden durften die B\u00fcrger dar\u00fcber nicht und so \u00e4nderte sich die Wohnungspolitik. Es dauerte nicht lange und vielerorts gab es einen \u00dcberschuss an Wohnungen, allerdings nicht, weil nun richtig viel gebaut wurde, auch wenn es mancherorts danach aussah, sondern weil eine Volkswirtschaft abgewickelt und mit den Arbeitspl\u00e4tzen nicht nur soziale Strukturen vernichtet, sondern viele Menschen gezwun\u00adgen wurden, auf der Suche nach Arbeit ihre Heimat zu verlassen.<\/p>\n<p>Erst pendelten die Menschen von Ost nach West, sp\u00e4ter verlegten Sie ihren Lebensmittel\u00adpunkt dorthin, wo sie in der Lage waren ihre Existenz zu sichern, also ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Viele Regionen verloren einen gro\u00dfen Teil ihrer Bev\u00f6lkerung und damit kam es relativ schnell dazu, dass es viel freien Wohnraum gab. F\u00fcr den kapitalistisch orga\u00adnisierten Wohnungsmarkt war das nicht gut, die Mieten waren zwar schon erheblich ge\u00adstiegen, bewegten sich allerdings in vielen Gegenden noch unterhalb westdeutschen Niveaus; dies gilt bis heute.<\/p>\n<p>Der Mietpreis in der DDR lag zwischen 0,80 und 1,25 Mark, der im Westen gern als wertlos bezeichnete \u201eAlu-Chip\u201c hatte nicht nur im Fall von Mieten eine Kaufkraft, an welche die DM nicht einmal im Traum heranreichte. W\u00e4hrend in der BRD ca. 30% des Familieneinkommens f\u00fcr die Miete aufge\u00adwendet werden musste, waren es in der DDR ca. 3%. Heute gibt es diesen Unterschied nicht mehr, es gibt ja die DDR nicht mehr und wenn die Mieten im Osten gegebenenfalls noch niedriger als im Westen sind, gleicht das Einkommensgef\u00e4lle zwischen West und Ost dies ohne Probleme aus.<\/p>\n<p>Die Wohnungsfrage sollte als soziales Problem gel\u00f6st werden, jedem <em>eine<\/em> Wohnung war das Ziel in der DDR, jedem <em>seine<\/em> Woh\u00adnung w\u00e4re ein weiterer Schritt gewesen. Von dem einen wie von dem anderen sind wir heute im Allgemeinen weit entfernt, und auch wenn es in vielen Gegenden keinen Woh\u00adnungsmangel gibt, so k\u00f6nnen sich immer mehr Menschen diese Wohnungen oft nicht leisten, sind gezwungen Wohngeld zu bean\u00adtragen, oder leben in Obdachlosenunter\u00adk\u00fcnften, gelegentlich auch auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Meine ersten Obdachlosen habe ich 1992 in Essen gesehen, heute gibt es diese sogar in Quedlinburg, wo ich lebe. Mit der Bundes\u00adrepublik kam auch der gesellschaftliche R\u00fcckschritt \u00fcber die Menschen der neuen Bundesl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die Stadt Quedlinburg ist ein gutes Bei\u00adspiel, auch wenn sie in mancher Beziehung eine Sonderstellung einnimmt: sie geh\u00f6rt zum Weltkulturerbe aufgrund ihrer mittelalter\u00adlichen Stadtstruktur und einer historischen Vielfalt an Bausubstanz, welche in dieser F\u00fclle nur sehr selten so konzentriert zu finden ist. Die Bandbreite der Architektur reicht von der Pr\u00e4romanik bis in die Gegenwart und jede Zeit hat Spuren hinterlassen. Viele Menschen besuchen Jahr f\u00fcr Jahr diese Stadt, weil Vieles noch vorhanden ist, was andernorts l\u00e4ngst abgerissen wurde. Gern wird fabuliert, dass f\u00fcr diese Stadt die \u201eWende\u201c gerade zur rechten Zeit gekommen sei und so historische Bausubstanz gerettet wurde. Ich sage, die \u201eWende\u201c ist gekommen, aber ohne DDR w\u00fcrde es diese Vielfalt an Bausubstanz heute nicht mehr gegeben.<\/p>\n<p>Ein Blick in manche Stadt in den alten Bundesl\u00e4ndern reicht aus, um zu erfahren, wo mehr historisches Kulturgut w\u00e4hrend der Phase der unterschiedlichen gesellschaftli\u00adchen Entwicklung abgerissen wurde. So kom\u00admen Menschen hierher, weil sie noch etwas vorfinden, was in ihrer Heimat oft verloren ist. Gerade diesbez\u00fcgliche Gespr\u00e4che mit \u00e4lteren Menschen best\u00e4tigen es immer wieder.<\/p>\n<h5>Kulturgut versus neue Bed\u00fcrfnisse?<\/h5>\n<p>Nun mag diese Stadt eine Ausnahme sein und anderen Ortes hat es vielleicht anders ausgesehen, und das hat es auch, denn es ist nicht einfach, ein solch umfassendes histo\u00adrisches Erbe allerorten zu bewahren. Auch wurde oft sp\u00e4t begonnen, sich alter Bausubstanz zuzuwenden, eine ausreichende Versorgung mit Wohnraum stand im Vordergrund und \u2013 machen wir uns nichts vor \u2013 die Sanierung alter Substanz ist erheblich aufw\u00e4ndiger als die Errichtung neuer Bauten.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass die Bed\u00fcrfnisse der Menschen sich wandeln, Anspr\u00fcche steigen und viel alte Bausubstanz entsprach den sich entwickelnden Bed\u00fcrfnissen nicht mehr. Das Wohnen in einem alten Fachwerkhaus zum Beispiel, besonders wenn es nicht zu den herausragenden B\u00fcrgerh\u00e4usern geh\u00f6rte und eher f\u00fcr die einfache Stadtbev\u00f6lkerung er\u00adrichtet worden war, entsprach nicht unbedingt den Vorstellungen modernen Wohnens, sodass die Menschen bestrebt waren, diese Quartiere zu verlassen und sich in moder\u00adnerem Wohnraum niederzulassen.<\/p>\n<p>Oft wurden leerstehende Quartiere abge\u00adrissen, vielerorts kam es zu Fl\u00e4chenabrissen und es wurden neue, der Zeit entsprechende moderne Geb\u00e4ude errichtet. Das gab es in der alten BRD und das gab es in der DDR, nur wenn zwei das Gleiche tun, ist es lange noch nicht dasselbe.<\/p>\n<p>Und so wird gern der Teufel in Form der unchristlichen DDR an die Wand gemalt, auch wenn viele Menschen mehr und mehr den Osten der Republik entdecken und das auch auf Grund der vielen historischen Kulturg\u00fcter, die dank der Politik in der DDR erhalten geblieben sind. Aber was nicht sein darf, soll nicht sein und so ist jeder alte Stein, welcher in der DDR abgerissen wurde, selbst wenn es Ruinen aus dem zweiten Weltkrieg waren, ein Politikum ersten Ranges. In der BRD war es normal, es war Entwicklung, gern durch das Attribut fortschrittlich erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Nur \u2013 was ist Fortschritt? Ist das eine Frage der Definition, eine Frage der Mode, oder Ausdruck praktischen Lebens, geschichtliche H\u00f6herentwicklung der menschlichen Gesell\u00adschaft bzw. einzelner Bereiche des gesell\u00adschaftlichen Lebens? Um dieses geht es. Der Mensch ist in erster Linie praktisch, wie auch die Praxis Pr\u00fcfstein jeder Theorie ist. Folg\u00adlich: Wessen Interesse dient das praktische Sein eines Menschen? Ist er Objekt, oder Subjekt, geht es um sein Wohl, oder ist sein vorgebliches Wohl nur Mittel zum Zweck?<\/p>\n<p>Es ist eine Auseinandersetzung um den Umgang mit der Geschichte, denn in der DDR lief in Fragen \u201eWohnen\u201c vieles anders als in der BRD, aber nicht nur da, auch was andere Bausubstanz betraf. Objekte wie zum Beispiel Schl\u00f6sser wurden umgenutzt, oft dienten sie zu Bildungszwecken und mit der Nutzung war ihre Erhaltung garantiert. Zum Beispiel Produktionsbetriebe: Es war \u00fcblich, bestehende Substanz weiter zu nutzen. Wenn neue Maschinen alte ersetzten, wurden sie an bestehende Bausubstanz angepasst und nicht umgekehrt, f\u00fcr neue Maschinen auch neue Hallen auf der \u201egr\u00fcnen Wiese\u201c errichtet.<\/p>\n<p>Und was wurde nicht alles nach 1990 abgerissen im Osten, ganze Betriebsanlagen verschwanden! Im Gegenzug hat jeder kleine Ort seine Gewerbe- oder\/und Industriege\u00adbiete ausgewiesen, was nicht nur zur Versiegelung immer gr\u00f6\u00dferer Fl\u00e4chen f\u00fchrte, sondern dem angedachten Zweck oft nicht gerecht wurde. Viele dieser Fl\u00e4chen wurden erst zu beleuchteten Weiden f\u00fcr Tiere und sp\u00e4ter mit Solaranlagen gepflastert. Mit dem Wohnungsproblem, mit der Wohnungsfrage hat das vordergr\u00fcndig nichts zu tun, aller\u00addings mit dem Lebensumfeld der Menschen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Quedlinburg wurde Anfang der 1970er Jahre beschlossen, die Stadt in ihrer histo\u00adrischen Struktur zu erhalten und bis zur \u201eWende\u201c war ca. 1\/3 der historischen Substanz gerettet, ein weiteres Drittel bis heute und fast 1\/3 wartet noch auf Rettung.<\/p>\n<p>Heute leben in der Altstadt mehr Menschen als zum Ende der DDR, es gibt einen gro\u00dfen Bestand an Ferienwohnungen, nicht unbe\u00addingt f\u00f6rderlich f\u00fcr eine urbane Wohn\u00adstruktur, aber nicht wenige Objekte werden so zumindest einer Nutzung zugef\u00fchrt, auch unter dem Gesichtspunkt besserer Verwert\u00adbarkeit. dingt f\u00f6rderlich f\u00fcr eine urbane Wohnstruktur, aber nicht wenige Objekte werden so zumindest einer Nutzung zuge\u00adf\u00fchrt, auch unter dem Gesichtspunkt besserer Verwertbarkeit. Denn es ist das eine, alte Geb\u00e4ude zu sanieren, nur ohne Nutzung w\u00fcrde dieses nicht geschehen und Kapital muss schlie\u00dflich akkumuliert werden.<\/p>\n<p>Ein B\u00fcrgermeister verk\u00fcndete vor Jahren, dass die Stadt gesund von au\u00dfen nach innen schrumpft, und so wurde viel abgerissen, nicht die alte historische Substanz aus l\u00e4ngst vergangenen Jahrhunderten, auch wenn diese gelegentlich zerf\u00e4llt, sondern Wohnbestand aus der DDR-Vergangenheit. 1989 hatte die Stadt noch ca. 28.500 Einwohner, heute sind es um die 20.000 in der vergleichbaren Kernstadt.<\/p>\n<p>Da mit dem Verlust an Einwohnern der Bedarf an Wohnraum zur\u00fcckging, wurde kr\u00e4ftig abgerissen und dieser Abriss \u00fcber weite Strecken vom Staat gef\u00f6rdert. Wurde in der DDR der Wohnungsbau gef\u00f6rdert, so war es nach 1990 der Abriss von Wohnungen. Wur\u00adde in der DDR die Arbeit zu den Menschen gebracht, m\u00fcssen heute die Menschen der Arbeit hinterherrennen. Wo sie diese finden, mangelt es oft am n\u00f6tigen und\/oder er\u00adschwinglichen Wohnraum. In der Regel ziehen sie in Ballungszentren, die fort\u00adschreitende Konzentration und Zentralisation des Kapitals macht dies nicht nur m\u00f6glich, sondern sie bedingt dieses zwingend.<\/p>\n<p>Hier in dieser kleinen, beschaulichen Stadt haben Investoren andere Probleme \u2013 wenn gen\u00fcgend Wohnraum vorhanden ist, braucht es weniger neuen und mit der Ware Wohnung kann nicht optimal, bzw. maximal verdient werden. Doch wo ein Wille ist, findet sich in der Regel auch ein Geb\u00fcsch, und wenn neuer, teurerer Wohnraum verkauft oder vermietet werden soll, muss der preiswerte weg. Also wird auf der einen Seite neu gebaut und auf der anderen Seite abgerissen, was der Pro\u00adfitmaximierung im Wege steht. Oft geh\u00f6ren H\u00e4user dazu, welche nach 1990 noch saniert wurden, in der Regel Plattenbauten, oder wie in einem Vorort die Geb\u00e4ude einer Kaserne, welche lange Wohnzwecken dienten.<\/p>\n<p>Das Wohnungsproblem als soziale Frage spielt heute nur in Sonntagsreden eine Rolle, Wohnungen wurden versprochen, allerdings bilden \u201eversprochen und gebrochen\u201c in der bundesdeutschen Politik oft eine Einheit. So k\u00f6nnen die aktuell versprochenen Wohnun\u00adgen nicht geschaffenen werden, denn \u201ees ist Krieg\u201c, es gibt wichtigeres, 100 Milliarden zus\u00e4tzlich f\u00fcr die Bundeswehr und 200 Milliarden f\u00fcr einen \u201eDoppelwumms\u201c \u2013 herrlich wie es die gegenw\u00e4rtige Regierung versteht, die Taschen der gro\u00dfen Konzerne zu f\u00fcllen: Erst wurden die Taschen der Pharma\u00adindustrie gef\u00fcllt, jetzt die der R\u00fcstungs- und Energiekonzerne.<\/p>\n<p>Wer braucht da schon Wohnungen zu erschwinglichen Preisen, knapper Wohnraum und Luxussanierung steigern die Gewinne. \u00dcber alten, vorgeblich \u00fcbersch\u00fcssigen Wohn\u00adraum wird nicht lange nachgedacht, ob Entwicklung oder Umnutzung m\u00f6glich ist, spielt keine Rolle, Abriss soll die L\u00f6sung sein.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit spielte das Thema \u00f6fter eine Rolle, gerade wenn es um die Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und der sozialen Frage geht.<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Der folgende Text vom Mai 2018 befasst sich mit dem nicht so seltenen Problem, dass Menschen abwandern und \u201e\u00fcbersch\u00fcssiger\u201c Wohnraum abgerissen wird. Wenn Woh\u00adnungen \u201efreigezogen\u201c, die Menschen aus ihren Quartieren verdr\u00e4ngt werden sollen, scheinen der Fantasie keine Grenze gesetzt.<\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde werden oft Leerstand und Kostendruck angegeben, auch wenn dieser k\u00fcnstlich geschaffen wurde und Verluste \u00f6ffentlicher Wohnungsunternehmen ganz andere Ursachen haben, als die vorge\u00adschobenen.<\/p>\n<p>Der geschilderte Vorgang liegt in der Vergangenheit, die Wohngeb\u00e4ude sind heute weitestgehend abgerissen, der Widerstand gegen den Abriss konnte geschickt gespalten werden, und wo einst die H\u00e4user standen, finden sich heute freie Fl\u00e4chen, was einmal daraus werden wird, bleibt abzuwarten, vielleicht werden einmal H\u00e4user drauf gebaut.<\/p>\n<h5>Quarmbeck<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/h5>\n<p>Heute hatte ich Besuch von einem Bekannten, er erz\u00e4hlte mir, dass ihm in Quarmbeck auf seiner morgendlichen Radtour eine Reihe hochger\u00fcsteter Polizisten \u00fcber den Weg ge\u00adlaufen sind. Von der Polizeischule in Aschers\u00adleben, welche in letzter Zeit mit Drogen\u00addelikten<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> und zumindest einem Einbrecher<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> in ihren Reihen f\u00fcr Schlagzeilen gesorgt hat, sollen sie sein, welche wahrscheinlich zum Training in dieses leerzuziehende Wohnge\u00adbiet einger\u00fcckt sind.<\/p>\n<p>Dass in den verschiedenen H\u00e4usern noch Menschen wohnen, spielt keine Rolle, der Krieg gegen das eigene Volk muss ge\u00fcbt werden und der Repressionsapparat des Staa\u00adtes gest\u00e4rkt. Da kommt so ein Abrissgebiet gerade recht, es kann unter Umst\u00e4nden wilde Sau gespielt werden, T\u00fcren eingetreten, Fenster zerbrochen, mit Platzpatronen ge\u00adschossen usw., kommt nicht drauf an, wird eh abgerissen!<\/p>\n<p>Im Nebeneffekt werden die Bewohner terrorisiert und so zum schnelleren Umzug motiviert, nur ist es nicht so einfach eine vergleichbare Wohnung zu finden. Zum einen wohnt ein Teil der Bewohner schon sehr lange in diesem Viertel, verf\u00fcgt also noch \u00fcber alte Mietvertr\u00e4ge aus Zeiten der DDR, welche wesentlich humaner abgefasst sind als aktuelle Vertr\u00e4ge. Und wenn ein Bewohner z. B. auf Hartz IV angewiesen, oder mit einer niedrigen Rente zurechtkommen muss, wird es sicher nicht leichtfallen, eine geforderte Kaution zus\u00e4tzlich aufzubringen. Und lassen sich die alten M\u00f6bel in der neuen Wohnung alle unterbringen?<\/p>\n<p>Alles Fragen, die diejenigen nicht inter\u00adessieren, welche f\u00fcr den \u201eLeerzug\u201c und den darauf folgenden Beschluss des Abrisses des Wohnungsbestandes der st\u00e4dtischen Woh\u00adnungsgesellschaft in Quarmbeck verant\u00adwortlich zeichnen. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der st\u00e4dtischen Wohnungsgesellschaft hatte im Jahr 2016 schon sinngem\u00e4\u00df verk\u00fcndet<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>, dass das alles \u201emit den Menschen nichts zu tun hat\u201c. Der Mensch spielt keine Rolle, er ist nur Spielball machtpolitischer Interessen. Und nun auch Spielball polizeilicher \u00dcbungen, was ebenfalls mit dergleichen Interessen zu tun hat, denn wo k\u00e4men wir hin, wenn das Volk hierzulande mitbekommt, wie seine M\u00f6glichkeiten immer weiter beschnitten wer\u00adden. Die Menschen als Spielball politischen Seins, als Ausdruck spezifischer \u00f6konomi\u00adscher Interessen.<\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re es sicher auch anders gegangen. Quedlinburg geh\u00f6rt zum Welterbe, da \u00a0m\u00fcssten sich doch M\u00f6glichkeiten finden, auch f\u00fcr ein Wohngebiet wie Quarmbeck. So k\u00f6nnten die Wohnungen international ange\u00adboten und preiswert an K\u00fcnstler vermietet werden, denn wo ist so viel kulturelles Erbe so geballt zu finden, wie in Quedlinburg?<\/p>\n<p>Architektonische Spuren finden sich z. B. aus der Zeit der Pr\u00e4romanik bis in die Gegenwart. Von der daran festzu\u00admachenden Geschichte ganz zu schweigen, Welterbe eben! Da w\u00e4ren Arbeit, k\u00fcnstlerisch-kul\u00adtureller Aus\u00adtausch und vieles mehr m\u00f6glich, aller\u00addings m\u00f6chte davon die in Quedlin\u00adburg regierende Einfalt nichts wissen: Hauptsache das Sch\u00fctzenhaus in Quarmbeck, Ausdruck der Hochkultur kleinb\u00fcrgerlichen Seins, bleibt erhal\u00adten.<\/p>\n<p>Auch hat es einmal anders ausge\u00adsehen, als um das Jahr 2000 herum nach Alternativen und Entwicklungs\u00adm\u00f6glichkeiten f\u00fcr diesen Ortsteil ge\u00adsucht wurde. Da gab es ein Struk\u00adtur- und Entwicklungskonzept f\u00fcr diesen Ortsteil, es wurde beraten, die Bewoh\u00adner des Ortsteils mit einbezogen und Vorschl\u00e4ge erarbeitet. Von diesem Projekt hatte ich bis dato nur geh\u00f6rt und einige Seiten der damals erstellten Unterlagen gesehen. Allerdings fand ich vor einiger Zeit einen prall gef\u00fcllten Briefumschlag im Briefkasten, welcher diese Unterlagen enthielt und einen interessanten Einblick in die damali\u00adgen Bestrebungen gew\u00e4hrte.<\/p>\n<p>Als dann allerdings der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der st\u00e4dtischen Wohnungsgesellschaft in den Ruhestand ging und von der Stadt ein neuer bestellt wurde, wurde dieses Vorhaben aufgegeben und kurze Zeit sp\u00e4ter ein Zuzugsstopp verh\u00e4ngt. Es wurde begonnen, das Viertel zu entv\u00f6lkern und f\u00fcr den Abriss vorzubereiten. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass gro\u00dfe Teile der Woh\u00adnungen in den 1990iger Jahren noch teil- oder komplettsaniert wurden.<\/p>\n<p>Auch ist die Entwicklung der Bev\u00f6lkerung des Ortsteils interessant, im erw\u00e4hnten Entwicklungskonzept finden sich auf Seite 6 entsprechende Aussagen. Es werden die Zahlen der Stadt Quedlinburg und des Ortsteils genannt. Diese unterlagen im Laufe der Zeit erheblichen Schwankungen, aller\u00addings ist f\u00fcr die Stadt seit 1990 ein kon\u00adtinuierlicher R\u00fcckgang der Bev\u00f6lkerung zu verzeichnen, in Quarmbeck verh\u00e4lt es sich bis 2000 etwas anders. 1990 hatte die Stadt 27.870 Einwohner, in Quarmbeck waren es 569, im Jahr 2000 hatte die Stadt noch 24.057 Einwohner und davon lebten in Quarmbeck 784, 1997 waren es sogar 920.<\/p>\n<p>Zwar hatte der Ortsteil wieder Einwohner verloren, allerdings entsprach dies in etwa dem st\u00e4dtischen Durchschnitt. Aus diesem Grund wurde ein umfassendes Konzept in Angriff genommen, was allerdings sp\u00e4ter ein\u00adgestampft wurde. Dass nach Verh\u00e4ngung des Zuzugstopps die Einwohnerentwicklung r\u00fcckl\u00e4ufig sein w\u00fcrde, d\u00fcrfte den Verant\u00adwortlichen klar gewesen sein, dieser Ortsteil sollte nun nicht mehr aufgewertet, sondern f\u00fcr den Abriss vorbereitet werden.<\/p>\n<p>Quedlinburg hat weiter Einwohner ver\u00adloren, heute wohnen in der Kernstadt um die 21.000 Menschen, mit Gernrode und Bad Suderode hatte Quedlinburg 2016 24.411 Ein\u00adwohner, also setzt sich dieser Abw\u00e4rtstrend fort, was auch mit der Politik in dieser Stadt zu tun hat.<\/p>\n<p>Zwar fabuliert der eine und andere Politiker von einem Industriegebiet,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> welches zu planen ist und die Karawane der blinden Investoren anlocken soll, allerdings sind dieses Wunsch\u00adtr\u00e4ume, wenn die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung betrachtet wird.<\/p>\n<p>Das Pfund, mit dem Quedlinburg wuchern kann, wird von diesen Politikern eher stief\u00adm\u00fctterlich behandelt und mit kulturellem und sozialem Kahlschlag in dieser Stadt bedacht.<\/p>\n<p>Allgemeine neoliberale Heilslehren werden gepredigt und den Vorgaben wirtschaftlicher Egozentrik gefolgt. Dabei wird nicht davor zur\u00fcckgeschreckt, Arbeitspl\u00e4tze weiterhin zu vernichten, wie vor einigen Jahren mit der Schlie\u00dfung des Kurzentrums in Bad Suderode geschehen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Nach einigem hin und her wurde dieses privatisiert, wobei seit dem auch nichts weiter passiert ist, au\u00dfer dass gelegentlich verk\u00fcndet wurde, dass etwas passieren solle.<\/p>\n<p>Also statt auf Tourismus, Kultur, Natur und Gesundheit zu setzen, werden alte Rezepte ausgebuddelt, mit neuem Lack versehen und den Menschen als erstrebens\u00adwerte Alternative gepriesen. Dazu werden Gutachten erstellt, Projekte entwickelt, Land\u00adschaft versiegelt, kulturelle Einrichtungen geschleift und \u00f6ffentliche Mittel mit vollen H\u00e4nden zum Fenster rausgeworfen. Dabei wird genau darauf geachtet, wer vor dem Fenster steht und seine H\u00e4nde aufh\u00e4lt!<\/p>\n<p>Die Menschen in dieser Stadt spielen keine, oder eine untergeordnete Rolle, sie haben zu dienen und sich dem politischen Gebaren zu f\u00fcgen. Leider erkennen die meisten Menschen erst, dass sie Spielball verschiedener Inter\u00adessen sind, dass ihnen die Hose l\u00e4ngst runtergezogen wurde, wenn ihnen die rosarote Brille von der Nase gerutscht ist.<\/p>\n<p>Eine Meisterleistung b\u00fcrgerlicher Ideologie ist es, den Menschen, welche die ihnen zugeteilte Arschkarte gezogen haben, einzu\u00adreden, dass es der Joker sei, welchen sie auf der Hand haben. So werden die meisten erst wach, wenn es l\u00e4ngst zu sp\u00e4t ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Thomas Loch ist gelernter Maschinen- und Anlagenmonteur, arbeitet als Reisebegleiter in Quedlinburg und ist stellvertretender Landes\u00advorsitzender der Freidenker in Sachsen-Anhalt<\/em><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Kleines Politisches W\u00f6rterbuch, Dietz Verlag Berlin 1986, Seite 1088<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2018\/05\/quarmbeck.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2018\/05\/quarmbeck.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mz-web.de\/aschersleben\/affaere-weitet-sich-aus-polizeischueler-sollen-mit-drogen-gehandelt-haben-29972660\">https:\/\/www.mz-web.de\/aschersleben\/affaere-weitet-sich-aus-polizeischueler-sollen-mit-drogen-gehandelt-haben-29972660<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mz-web.de\/sachsen-anhalt\/landespolitik\/sturz-nach-einbruch-tod-eines-polizeischuelers-beschaeftigt-den-innenausschuss-30115834\">https:\/\/www.mz-web.de\/sachsen-anhalt\/landespolitik\/sturz-nach-einbruch-tod-eines-polizeischuelers-beschaeftigt-den-innenausschuss-30115834<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>\u00a0<a href=\"http:\/\/kucaf.blogspot.com\/2016\/09\/der-geschaftsfuhrer-der-wowi-bringt-es.html\">http:\/\/kucaf.blogspot.com\/2016\/09\/der-geschaftsfuhrer-der-wowi-bringt-es.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2017\/02\/gestern-schon-im-internet-heute-in-der.html\">https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2017\/02\/gestern-schon-im-internet-heute-in-der.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2012\/11\/fur-investoren-schoner-gemacht-wurde.html\">https:\/\/kucaf.blogspot.com\/2012\/11\/fur-investoren-schoner-gemacht-wurde.html<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" 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href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Freidenker_2022-04_Loch-SozialesProblemInDerHistorischenAuseinandersetzung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas Loch: Ein soziales Problem in der historischen Auseinandersetzung<\/a>\u00a0(Auszug aus\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14877\">FREIDENKER 4-22<\/a>, ca. 435 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: Altstadtsanierung in der DDR: Moderne Wohnungen im Ma\u00dfstab der historischen Bebauung. <span class=\"mw-mmv-title\">Quedlinburg: Eckhaus Schmale Stra\u00dfe 1A. &#8222;Innerst\u00e4dtischer Ersatzneubau&#8220;, 1990.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: J\u00f6rg Blobelt, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 4.0<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=79699205\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=79699205<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Thomas Loch aus FREIDENKER 4-22<\/b><br \/>\nWohnen, ein Recht auf Wohnen, gar als ein Menschenrecht \u2013 um dieses ist es in der Gegenwart nicht gut bestellt, jedenfalls nicht hierzulande. Rechte werden heute gebogen, verwoben, entstellt, instrumentalisiert, sentimentalisiert, es wird an der Oberfl\u00e4che operiert, Rechte werden verk\u00fcndet, versprochen und gebro\u00adchen. Letztlich gibt es eine Wohnungspolitik, allerdings auch sie hat einem Zwecke zu dienen, im System das einst als Kapitalismus bezeichnet wurde, heute als Marktwirtschaft vorgef\u00fchrt wird und sich als Imperialismus entfaltet. Es geht um Profit und Profimaximierung, und so kommt die Wohnung in der Regel als Ware daher, welche gekauft, verkauft, gemie\u00adtet, vermietet, gepf\u00e4ndet, verschwendet wer\u00adden kann.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":14901,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[454,1688,444,441,563,1393,1219,1687,1394],"class_list":["post-14899","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeit-soziales","tag-ddr","tag-eigentum","tag-fortschritt","tag-kapitalismus","tag-menschenrechte","tag-mietendeckel","tag-profit","tag-sozialer-wohnungsbau","tag-wohnungspolitik"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Quedlinburg_Eckhaus_Schmale_Strasse_1A_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-3Sj","jetpack-related-posts":[{"id":14877,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14877","url_meta":{"origin":14899,"position":0},"title":"FREIDENKER Nr. 4-22 \u2013 Wohnen \u2013 Menschenrecht","author":"Webredaktion","date":"28. 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