{"id":14408,"date":"2022-10-11T08:11:32","date_gmt":"2022-10-11T06:11:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14408"},"modified":"2022-10-26T01:00:07","modified_gmt":"2022-10-25T23:00:07","slug":"die-hintergruende-des-krieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=14408","title":{"rendered":"Die Hintergr\u00fcnde des Krieges"},"content":{"rendered":"<p><em>von <strong>Dagmar<\/strong> <strong>Henn<\/strong><\/em><\/p>\n<p><a id=\"top\"><\/a>Navigation:<br \/>\nTeil 1 \u2013 <a href=\"#t1\">Inflation, Schuldenkrise und Kolonialismus<\/a><br \/>\nTeil 2 \u2013 <a href=\"#t2\">Schattenbanken, Spekulation und Monopole<\/a><br \/>\nTeil 3 \u2013 <a href=\"#t3\">Monopole, Hunger und Staatsbankrotte<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h4 class=\"HeadLine-root HeadLine-type_2 \"><a id=\"t1\"><\/a>Teil 1 \u2013 Inflation, Schuldenkrise und Kolonialismus<\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 07.10.2022 auf <a href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.live\/wirtschaft\/150824-hintergrunde-krieges-i-inflation-schuldenkrise\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p><strong>In diesem Dreiteiler geht es, anhand aktueller Informationen aus dem neuesten UNCTAD-Bericht, um die \u00f6konomischen Hintergr\u00fcnde der globalen Krise. Die Inflation, unter der wir leiden, dient einem Zweck und wiederholt ein Machtspiel, das bereits in den 1980ern stattfand. <\/strong><\/p>\n<p>Der neu <a href=\"https:\/\/unctad.org\/meeting\/launch-trade-and-development-report-2022\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">erschienene<\/a> &#8222;Trade and Development Report&#8220; (TDR), \u00fcbersetzt Handels- und Entwicklungsbericht der Konferenz der Vereinten Nationen f\u00fcr Handel und Entwicklung (UNCTAD), ist ein \u00e4u\u00dferst spannendes Dokument. Auch wenn die Autoren die Auswirkungen der momentanen Entwicklungen an manchen Punkten weit untersch\u00e4tzen d\u00fcrften und man den Report an einigen Stellen erg\u00e4nzen muss und, wie bei diplomatischen Dokumenten \u00fcblich, die wichtigen Aussagen sehr vorsichtig formuliert wurden \u2013 es finden sich einige bedeutsame Belege darin. Mit seiner Hilfe kann man manche verdeckte Absicht erkennbar machen.<\/p>\n<p>Wichtig an diesem Papier ist dabei vor allem der globale Blick. Wie im vergangenen Jahr bei der Sicht auf die wirtschaftlichen Folgen der Coronama\u00dfnahmen wird selten dar\u00fcber berichtet, welche Auswirkungen au\u00dferhalb Europas oder der Kernl\u00e4nder des Westens auftreten \u2013 selbst wenn diese Folgen gravierend sind. &#8222;Wie im letztj\u00e4hrigen Bericht beschrieben, verursachte die Pandemie in den Entwicklungsl\u00e4ndern gr\u00f6\u00dfere wirtschaftliche Sch\u00e4den als die Finanzmarktkrise.&#8220; Das war die Phase nach dem Krisen-H\u00f6hepunkt im September 2008, als im Gefolge einer Reihe von Bankzusammenbr\u00fcchen oder beinahe Pleiten der globale Handel f\u00fcr einen Zeitraum von drei Monaten fast v\u00f6llig zum Stillstand kam.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Mit 46 Entwicklungsl\u00e4ndern, die bereits durch die hohen Kosten f\u00fcr Nahrung, Brennstoffe und Kredite finanziellem Druck ausgesetzt sind und einer doppelt so hohen Zahl, die zumindest eine dieser Bedrohungen erlebt, ist die M\u00f6glichkeit einer weit ausgedehnten Schuldenkrise der Entwicklungsl\u00e4nder sehr real und weckt schmerzhafte Erinnerungen an die 1980er.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die damalige Schuldenkrise entwickelte sich prim\u00e4r in den lateinamerikanischen L\u00e4ndern. Im August 1982 erkl\u00e4rte Mexiko, seine Schulden nicht mehr tilgen zu k\u00f6nnen. Nachdem es unm\u00f6glich geworden war, die Gl\u00e4ubiger die Verluste tragen zu lassen, folgten darauf f\u00fcr Lateinamerika zehn verlorene Jahre, gepr\u00e4gt von IWF-Auflagen, hoher Inflation und \u00f6konomischem Stillstand. Tats\u00e4chlich gerettet wurden dadurch die Kreditgeber! Schon diese Krise hatte das Potenzial, reihenweise Banken zusammenbrechen zu lassen.<\/p>\n<p>Die Schuldenlast war aber so angewachsen, weil durch die Etablierung des Petrodollar-Systems und durch die Hochzinsphase in den USA, die dort die Inflation bek\u00e4mpfen sollte, der Dollar im Verh\u00e4ltnis zu den einheimischen W\u00e4hrungen stark gestiegen war. Das ist ein Szenario, das man im Hinterkopf behalten muss, wenn es um die gegenw\u00e4rtige Entwicklung geht.<\/p>\n<p>Diese Krise war zum einen eine erfolgreiche Abw\u00e4lzung eines eigentlich aus der US-\u00d6konomie stammenden Problems auf Lateinamerika, zum anderen bahnte sie den Weg, die L\u00e4nder f\u00fcr weitere Jahrzehnte an die Struktur aus Weltbank und IWF zu ketten und damit wirtschaftlich in Abh\u00e4ngigkeit zu halten.<\/p>\n<p>In den USA lag im Jahr 1980 die Inflation bei bis zu 15 Prozent, und die Fed (US-Zentralbank-System) erh\u00f6hte, um diese Inflation zu beenden, die Zinsen in den USA auf bis zu 20 Prozent (eine Geldpolitik, die heute wirklich die Inflation kontrollieren wollte, m\u00fcsste den damaligen Zinssatz noch \u00fcbertreffen). Das f\u00fchrte dort zu einer Rezession und zu hoher Arbeitslosigkeit. Aber die Folgen f\u00fcr Lateinamerika waren noch weitaus gravierender, weil die US-amerikanischen Zinsen auch dort die Zinsen nach oben trieben. Und was in den USA der Einstieg in den Abstieg der Arbeiterschaft war (die L\u00f6hne erreichten real nie wieder die Werte wie vor dieser Phase), f\u00fchrte dort zu manifestem Elend.<\/p>\n<p>So \u00e4hnlich wirkt sich auch heute bereits die Kombination aus Pandemie-Ma\u00dfnahmen und steigenden Rohstoffpreisen aus. F\u00fcr Juni 2022 benennt der Bericht 69 L\u00e4nder mit einer zweistelligen Inflation, im Jahr davor waren es nur 23 Staaten. Abgesehen von einem Land, dessen Inflationswerte tats\u00e4chlich niedriger liegen als im Bericht angegeben (Russland), hat sich seit Juni die Zahl der L\u00e4nder mit zweistelliger Inflation deutlich erh\u00f6ht \u2013 schlie\u00dflich liegt sie inzwischen selbst in Deutschland bei 10 Prozent.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Der Anstieg der Inflation Ende letzten Jahres strafte die Hoffnungen L\u00fcgen, dass es sich um eine kurzlebige Unbequemlichkeit handeln w\u00fcrde. Die Belege deuten jedoch nicht darauf hin, dass dieser Anstieg durch eine weitere Lockerung der Fiskalpolitik [damit sind die Rettungspakete in den Industriel\u00e4ndern w\u00e4hrend der Lockdowns gemeint] oder Lohndruck entstand, sondern stattdessen vor allem aus Kostensteigerungen entspringt, vor allem f\u00fcr Energie, und einer z\u00f6gerlichen Angebotsreaktion, die durch eine lange Geschichte eines schwachen Investitionswachstums ausgel\u00f6st wurde. Diese wurden durch preisbestimmende Unternehmen in hoch konzentrierten M\u00e4rkten verst\u00e4rkt, die ihre Gewinnziele bei zwei raren Gelegenheiten hochsetzten \u2013 im Jahr 2021 beim Anstieg der Nachfrage durch die globale Erholung, und im Jahr 2022 beim Anstieg spekulativen Handels, der aus einer Welle globaler Sorge um die Verf\u00fcgbarkeit bestimmter Energiequellen entsprang, ohne dass sich insgesamt Angebot und Nachfrage wesentlich ge\u00e4ndert h\u00e4tten.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcbersetzt hei\u00dft das, Konzerne mit marktbeherrschender Stellung haben die Gelegenheit genutzt, ihre Preise massiv zu erh\u00f6hen. Das ist \u00fcbrigens auch im Zuge der Impfkampagnen geschehen. Und der Preisanstieg bei den Energiequellen, also Erd\u00f6l, Erdgas und so weiter, ist vor allem, das f\u00fchrt dieser Bericht noch genauer aus, Produkt der Spekulation.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Unter diesen Umst\u00e4nden hat eine fortgesetzte verknappende Geldpolitik \u2013 durch steigende Zentralbanks\u00e4tze und die Normalisierung ihrer Bilanzen \u2013 wenig direkte Auswirkungen auf die im Angebot liegenden Quellen der Inflation und wird stattdessen indirekt daf\u00fcr sorgen, die Inflationserwartungen weiter zu verankern, indem die Nachfrage nach Investitionen weiter verringert und jedem beginnenden Druck des Arbeitsmarktes zuvorgekommen wird.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diesen Absatz muss man ein wenig \u00fcbersetzen. Die Zinserh\u00f6hungen verst\u00e4rken die ohnehin vorhandene Rezession und f\u00fchren dadurch dazu, dass die zum Inflationsausgleich n\u00f6tigen Lohnerh\u00f6hungen nicht durchgesetzt werden k\u00f6nnen. Was die Nachfrage weiter senkt und die Rezession verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Leider ist der dritte Teil des Berichts noch nicht ver\u00f6ffentlicht, in dem das Thema des &#8222;schwachen Investitionswachstums&#8220; behandelt wird. Die Investitionsrate in der realen Produktion ist jedenfalls sp\u00e4testens seit der Krise 2008 extrem niedrig, so niedrig, dass im Grunde nicht einmal mehr die Ersatzinvestitionen gedeckt sind, zumindest in der Eurozone. Staatliche Investitionen sind, daran wird man sich in Deutschland noch erinnern, dank Schuldenbremse auch unterblieben, wovon der schlechte Zustand der Infrastruktur Zeugnis ablegt.<\/p>\n<p>Die ganzen Rettungspakete, die in den reichen L\u00e4ndern zu Coronazeiten geschn\u00fcrt wurden oder auch jetzt wieder geschn\u00fcrt werden, um die Explosion der Energiekosten abzufangen, sind Geldausgaben, die keine realen Werte erzeugen und daher auch g\u00fcnstigenfalls mit dem ausgegebenen Betrag, im ung\u00fcnstigen Fall aber mit weit weniger zum Inlandsprodukt beitragen, w\u00e4hrend wirkliche Investitionen sich immer mit einem Faktor \u00fcber 1 abbilden. Ich kann nur vermuten, dass die Aussagen im dritten Teil des Berichts \u00e4hnlich lauten werden.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Da die finanziellen Verstrickungen seit der globalen Finanzkrise zunehmend global geworden sind, stellen komplexe, nicht vorhergesehene Schocks, einschlie\u00dflich Ausbr\u00fcchen von finanzieller Panik oder extremer Preisvolatilit\u00e4t, oder eine Kombination externer Ausl\u00f6ser eine gegenw\u00e4rtige Gefahr da. Monet\u00e4re Verknappung erzeugt zus\u00e4tzliche Risiken f\u00fcr die reale Wirtschaft und den Finanzsektor: Bei der hohen Fremdfinanzierung nicht finanzieller Unternehmen w\u00fcrden steigende Kreditkosten einen steilen Anstieg in notleidenden Krediten verursachen und eine Kaskade von Pleiten ausl\u00f6sen. Da direkte Kontrollen von Preisen und Handelsspannen als politisch inakzeptabel ausgeschlossen sind, und wenn die Geldpolitik sich als unf\u00e4hig erweist, die Inflation schnell zu stabilisieren, k\u00f6nnten die Regierungen zu zus\u00e4tzlichen Sparma\u00dfnahmen greifen. Das w\u00fcrde nur dazu beitragen, eine sch\u00e4rfere globale Rezession herbeizuf\u00fchren.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist ein typischer Fall diplomatischer H\u00f6flichkeit. F\u00fcr kurze Zeit gab es nach der Krise im Jahr 2008 eine Debatte, man m\u00fcsse die Banken wieder unter Kontrolle bringen, Schattenbanken beseitigen, daf\u00fcr sorgen, dass hohe Hebel (kreditfinanzierte Gesch\u00e4fte mit wenig Eigenkapital) begrenzt und die tief miteinander verflochtene Finanzwirtschaft entflochten werden m\u00fcsse. Geschehen ist das Gegenteil, was die UNCTAD sehr diskret andeutet. Wenn man die S\u00e4tze aufmerksam liest, kann man auch sehen, dass sie eigentlich genau das &#8222;politisch Unakzeptable&#8220; f\u00fcr geboten h\u00e4lt \u2013 eben die Kontrolle von Preisen und Handelsspannen.<\/p>\n<p>Zinserh\u00f6hungen in den Vereinigten Staaten um ein Prozent, f\u00fchrt der Bericht weiter aus, verringern das Inlandsprodukt in den entwickelten L\u00e4ndern nach drei Jahren um 0,5 Prozent, in den Entwicklungsl\u00e4ndern aber um 0,8 Prozent. Das muss man nur in Bezug setzen zu den Zinsen in den USA im Jahr 1980, und es ist klar, warum die lateinamerikanischen L\u00e4nder dadurch in solche Probleme gerieten. &#8222;Drastischere Erh\u00f6hungen um 2 oder 3 Prozent w\u00fcrden daher die bereits schwache wirtschaftliche Erholung in den Wirtschaften der Schwellenl\u00e4nder um weitere 1,6 bis 2,4 Prozent senken.&#8220;<\/p>\n<p>Die Basler Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die auch &#8222;Zentralbank der Zentralbanken&#8220; genannt wird, hat schon entsprechende Hinweise an die Zentralbanken gegeben: &#8222;Angesichts des Ausma\u00dfes des inflation\u00e4ren Drucks, der sich im vergangenen Jahr entwickelt hat, werden die realen Leitzinss\u00e4tze deutlich steigen m\u00fcssen, um die Nachfrage zu d\u00e4mpfen.&#8220;<\/p>\n<p>Die UNCTAD kommentiert dies nicht gerade freundlich. &#8222;Diese Politikempfehlungen, zusammen mit Aufrufen zu Sparma\u00dfnahmen, um die Sorgen der Investoren durch eine Bereinigung der \u00f6ffentlichen Haushalte zu verringern, erinnern sehr an die vorherrschenden Politikempfehlungen der fr\u00fchen 1980er, und diese erwiesen sich als katastrophal, insbesondere f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder, in Hinsicht auf Wirtschaftswachstum, Ungleichheit und Armut.&#8220;<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte das auch anders formulieren: Zinserh\u00f6hungen in den Kernl\u00e4ndern des Westens sorgen daf\u00fcr, dass die Inflation, die dort bek\u00e4mpft wird, schlicht in die \u00e4rmeren L\u00e4nder exportiert wird. Was, wie man an der weiteren Entwicklung nach der lateinamerikanischen Schuldenkrise sehen kann, gleichzeitig eine g\u00fcnstige Gelegenheit bietet, diese L\u00e4nder dann wieder fester in ein koloniales Schuldverh\u00e4ltnis zu binden. F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung auf beiden Seiten ein leidvoller Prozess, auch wenn sich die Tiefe des ausgel\u00f6sten Elends unterscheidet, aber ein Rettungsanker f\u00fcr ein globales Wirtschaftssystem, das auf globaler Ausbeutung beruht.<\/p>\n<p>Allerdings ist die Lage heute grunds\u00e4tzlich anders als vor vierzig Jahren. Damals gab es f\u00fcr die L\u00e4nder, die unter dieser Hochzinspolitik litten, keine Alternative zum IWF, es hie\u00df &#8222;friss oder stirb&#8220;. Inzwischen sind aber die USA und die EU nicht mehr alleinige Akteure, und auch, wenn die Krise wieder einmal in diesen L\u00e4ndern gemacht wurde, hei\u00dft das nicht, dass sie davon diesmal eine Ernte einfahren werden. Genau das ist der Kernpunkt der gegenw\u00e4rtigen geopolitischen Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Inflation unterscheide sich, so der Bericht, in mehreren Punkten von jener der 1970er Jahre. Zum einen sei der Anteil der Energiekosten an den Produktpreisen seitdem stetig gesunken, zum anderen sei die Kerninflation (die nur langlebige G\u00fcter enth\u00e4lt) weit unter der Inflation bei Nahrungsmitteln und Energie. Au\u00dferdem sei durch den schwachen Organisationsgrad der Besch\u00e4ftigten unwahrscheinlich, dass der Wertverlust der L\u00f6hne durch Lohnerh\u00f6hungen aufgefangen w\u00fcrde, was eine Lohn-Preis-Spirale ausl\u00f6sen k\u00f6nnte, und der Schuldenstand sei sowohl bei Privatpersonen als auch bei Staaten deutlich h\u00f6her. Dabei w\u00e4ren die Schulden der Entwicklungsl\u00e4nder haupts\u00e4chlich in Fremdw\u00e4hrungen und kurzfristig, also besonders riskant.<\/p>\n<p>Der Schuldenstand aller, auch der westlichen Kernl\u00e4nder, ist heute wesentlich h\u00f6her als die 65 Prozent des Inlandsprodukts, die im Jahr 1980 den globalen Schnitt darstellten. In der Eurozone <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/163692\/umfrage\/staatsverschuldung-in-der-eu-in-prozent-des-bruttoinlandsprodukts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">liegt<\/a> der Durchschnitt zurzeit bei 87,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die heutigen Schuldenst\u00e4nde stellen eine extreme Belastung f\u00fcr die Staatshaushalte von Entwicklungsl\u00e4ndern dar. Weiter hinten im Bericht werden dazu Zahlen genannt. Der Extremfall ist Somalia, das 90 Prozent seines Staatshaushalts f\u00fcr die Bedienung der Verschuldung aufwenden muss (und unter anderem deswegen gerade wieder unter einer Hungersnot leidet). Bei einer ganzen Reihe von L\u00e4ndern liegt der Schuldendienst zwischen 30 und 40 Prozent der Staatseinnahmen.<\/p>\n<p>Die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte hat daf\u00fcr gesorgt, dass die Lohnquote weltweit gefallen ist. In den entwickelten L\u00e4ndern \u00fcbrigens weit st\u00e4rker als in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Das mag allerdings auch damit zu tun haben, dass die dort weitverbreitete l\u00e4ndliche Subsistenzwirtschaft, von der der \u00e4rmste Teil der Bev\u00f6lkerung lebt, eben kein Teil der Lohnquote ist, und diejenigen, die f\u00fcr Lohn besch\u00e4ftigt werden, schon in vergleichsweise sicheren Verh\u00e4ltnissen leben. Die gesunkene Lohnquote in den westlichen Kernl\u00e4ndern hat zwar daf\u00fcr gesorgt, dass durch diesen Transfer von Arbeitseinkommen zu Gewinneinkommen weiter Gewinne entstehen konnten, aber gleichzeitig das schon der &#8222;\u00d6lkrise&#8220; der beginnenden 1970er Jahre zugrunde liegende Problem von zu viel aufgeh\u00e4uftem Geld, das irgendwo gewinnbringend angelegt werden will, noch weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n<p><a href=\"#top\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2191 nach oben<\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h4><a id=\"t2\"><\/a>Teil 2 \u2013 Schattenbanken, Spekulation und Monopole<\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 08.10.2022 auf <a href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.live\/wirtschaft\/150827-hintergrunde-krieges-schattenbanken-spekulation-und\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p><strong>Als die gro\u00dfe Finanzmarktkrise 2008 die Welt erfasste, war viel die Rede davon, das spekulative Finanzsystem wieder unter Kontrolle zu bringen. Passiert ist das Gegenteil. Die Spekulation ist st\u00e4rker als je zuvor. Und ist noch gef\u00e4hrlicher als damals.<\/strong><\/p>\n<p>Der wichtigste Unterschied zwischen 1980 und heute liegt aber dem UNCTAD-Bericht zufolge im Schattenbankensystem. Schattenbanken sind Finanzdienstleister, die durch die Schaffung von Krediten Geld schaffen k\u00f6nnen, aber nicht der Kontrolle durch die Zentralbanken unterstehen. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Investmentfonds, Wertpapierh\u00e4ndler und Holdings. Auch die beiden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac, deren Kollaps die Krise 2008 einleitete, geh\u00f6ren zum Schattenbankensystem.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Dieses sich entwickelnde &#8222;Schattenbanken&#8220;-System, weitgehend von den Regierungen vor der Finanzkrise ignoriert (wenn nicht gar ermutigt), verringert die Wirksamkeit von Geldpolitik deutlich. \u00dcber ein Jahrzehnt sp\u00e4ter stellen die Schattenbanken erneut Gefahren f\u00fcr die finanzielle Stabilit\u00e4t dar, in entwickelten und Entwicklungsl\u00e4ndern gleicherma\u00dfen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Das Wachstum dieser Strukturen ging nach 2008 ungehindert weiter, und dies ist ein Beispiel f\u00fcr wichtige Zahlen, die der Bericht liefert.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Der Anteil globaler Finanzanlagen, die von Schattenbanken gehalten werden, wuchs global von 42 Prozent im Jahr 2008 auf beinahe 50 Prozent 2019. Im Jahr 2020 schufen Schattenbanken mehr als zwei Drittel aller Hypotheken in den USA; der Anteil an Unternehmenskrediten, die sie halten, ist beinahe so hoch wie jener der Banken. Und auch wenn w\u00e4hrend der Pandemie der Anteil des Schattenbanksektors an den gesamten globalen Finanzanlagen von 49,7 auf 48,3 Prozent im Jahr 2020 sank, kontrollierten die Schattenbanken 2021 226,6 Billionen US-Dollar von den Gesamtanlagen in H\u00f6he von 468,7 Billionen Dollar.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Warum sind Schattenbanken gef\u00e4hrlich? Man erinnert sich vielleicht noch daran, dass nach der Finanzkrise 2008 in der EU die Eigenkapitalanforderungen an Banken erh\u00f6ht wurden, in mehreren Schritten, \u00fcber Basel II und Basel III, was bei den Banken ein gro\u00dfes Jammern ausl\u00f6ste. Gleichzeitig gab es Versuche, die M\u00f6glichkeiten der Banken, Gesch\u00e4fte auf eigene Rechnung zu machen, einzuschr\u00e4nken (ohne gro\u00dfe Erfolge).<\/p>\n<p>Das Zauberwort in diesem Zusammenhang hei\u00dft &#8222;Hebel&#8220;. Der Hebel ist das Verh\u00e4ltnis zwischen vorhandenem Eigenkapital und verwendetem Fremdkapital bei einem bestimmten Gesch\u00e4ft. Sagen wir einmal, ich habe hundert Euro, ich nehme zu diesen hundert Euro einen Kredit von weiteren neunhundert Euro auf, zu einem regul\u00e4ren Zinssatz, bin dann besonders gut informiert und kaufe, sagen wir, BioNTech-Aktien am Tag, ehe die EU einen Impfstoffvertrag von hunderten Millionen verk\u00fcndet, verkaufe diese Aktien am n\u00e4chsten Tag wieder und streiche die Differenz abz\u00fcglich der f\u00fcr den Kredit zu zahlenden Zinsen ein. Wenn ich f\u00fcr das Geld statt der Aktien selbst Optionen auf diese Aktien kaufe, also das Recht, sie zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt f\u00fcr den Kurs des heutigen Tages zu erwerben, steigt die Summe, die ich dadurch bewege, weiter, weil ich f\u00fcr denselben Betrag das Zehn- bis Hundertfache an Aktien wandern lasse. Im Falle eines Kaufs von Optionen (das sind die sogenannten &#8222;Futures&#8220;) steigt mein Hebel ins Unermessliche.<\/p>\n<p>Das Problem beginnt dann, wenn ich mich irre. Wenn ich im Gewinnfall auf diese Weise aus meinen hundert Euro hunderttausend machen kann, sieht das im Verlustfall ganz anders aus. Denn meine Gl\u00e4ubiger (das ist im Fall eines Optionshandels nicht nur die Bank, die mir den Kredit gegeben hat, sondern auch die zuk\u00fcnftigen K\u00e4ufer der Aktien, die ich gar nicht besitze) finden bei mir nicht mehr als die hundert Euro, die ich urspr\u00fcnglich hatte, und das ist, im Verh\u00e4ltnis zum Volumen des Gesch\u00e4ftes, gar nichts.<\/p>\n<p>Abgesehen von der Frage, wieweit die Gewinne solcher gehebelten Gesch\u00e4fte noch irgendeine reale Grundlage haben k\u00f6nnen (wirkliche Produktion vertausendfacht sich eben nicht), ist absolut klar, dass die Verluste, wenn sie auftreten, kaskadenartig durch das ganze System ziehen. Das ist 2008 passiert, als alle, die Schattenbanken wie die Gesch\u00e4ftsbanken, massiv in b\u00fcndelweise weiterverkaufte, verpackte Hypotheken investiert hatten und dann in den USA die Hauspreise purzelten. Die Hebelung sorgte daf\u00fcr, dass eine an sich auf einen \u00f6konomischen Sektor begrenzte Entwicklung sich im gesamten Finanzsystem ausbreitete wie ein Steppenbrand. Deshalb war eine Begrenzung der Hebelung (exakt das stellt die Eigenkapitalanforderung dar) eine der Konsequenzen dieser Krise; aber sie erreichte nie das Schattenbankensystem.<\/p>\n<p>Deren Hauptgesch\u00e4ft ist vor allem sehr kurzfristige Anlage (teilweise in Sekunden bemessen, im sogenannten Hochfrequenzhandel) mit einem sehr gro\u00dfen Hebel. Sie investieren auch weniger in Aktien, sondern eher in Optionspapiere und Derivate. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 waren \u00fcbrigens solche Instrumente lange verboten; Optionen tauchten beispielsweise in Deutschland erst in den 1980ern wieder auf. Aber w\u00e4hrend nach 1929 tats\u00e4chlich dieser Spekulationsmarkt geschlossen wurde und es in den USA beispielsweise bis Anfang der 1970er Banken streng untersagt war, sich an Unternehmen zu beteiligen oder im eigenen Namen B\u00f6rsengesch\u00e4fte zu t\u00e4tigen, waren solche Regeln nach 2008 nicht durchsetzbar. Stattdessen wurden die Schulden, die bei den Banken gelandet waren, von den Staaten \u00fcbernommen und seitdem l\u00e4uft die Geldsch\u00f6pfung \u00fcber den R\u00fcckkauf von Staatsanleihen durch die Zentralbanken auf Hochtouren. Anders gesagt: Das Problem, das sich mit der Finanzmarktkrise 2008 zeigte, wurde nie gel\u00f6st, sondern nur auf Pump vertagt. Inzwischen kontrollieren Schattenbanken selbst in den Entwicklungsl\u00e4ndern 27 Prozent der Finanzanlagen.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Die gro\u00dfe Rolle des Schattenbanksektors bedeutet, dass Zentralbanken die Krediterweiterung in gro\u00dfen Teilen des Finanzsystems nur sehr beschr\u00e4nkt kontrollieren k\u00f6nnen. Das trifft noch verst\u00e4rkt f\u00fcr Zentralbanken in Entwicklungs\u00f6konomien zu, da sie ein zerbrechlicheres Finanzsystem haben, h\u00f6here Schulden in Fremdw\u00e4hrungen, und Schocks auf dem Rohstoffmarkt st\u00e4rker ausgesetzt sind. Tats\u00e4chlich haben viele von ihnen bereits Ende 2021 begonnen, die Zinss\u00e4tze zu erh\u00f6hen, aber der Inflationsdruck hat nicht abgenommen, und die finanziellen Verwundbarkeiten haben sich weiter aufgebaut.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die politischen Empfehlungen der UNCTAD stehen v\u00f6llig im Gegensatz zu den neoliberalen Glaubenss\u00e4tzen, die sich nach wie vor beispielsweise in dem \u00f6konomischen Erm\u00e4chtigungsgesetz der EU-Kommission, SMEI, verwirklicht finden.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Politiker sollten ernsthaft alternative Handlungsm\u00f6glichkeiten in Betracht ziehen, um die Inflation auf sozial w\u00fcnschbare Weise zu senken, einschlie\u00dflich strategischer Marktpreiskontrollen, besserer Regeln, um spekulativen Handel in Schl\u00fcsselm\u00e4rkten zu verringern, gezielte Einkommenshilfen f\u00fcr verwundbare Gruppen und Entschuldung.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn irgendjemand bei dem Stichwort Preiskontrolle an die Gaspreisbremse denkt, die die Bundesregierung mit Milliarden \u00f6ffentlicher Subventionen einf\u00fchren will, t\u00e4uscht er sich allerdings. Denn der erste erforderliche Schritt w\u00e4re, wie die UNCTAD das so nett formuliert, &#8222;spekulativen Handel in Schl\u00fcsselm\u00e4rkten zu verringern&#8220;, also schlicht, die von der EU eingef\u00fchrten Spotm\u00e4rkte f\u00fcr Gas und Strom aufzul\u00f6sen und zu langfristigen Vertr\u00e4gen zur\u00fcckzukehren. Was augenblicklich \u2013 nicht nur in Deutschland \u2013 geplant ist, bedeutet, die spekulativen Preise an diesen B\u00f6rsen unangetastet zu lassen, um sie dann f\u00fcr die Verbraucher mit staatlichem Geld auf eine ertr\u00e4glichere H\u00f6he (immer noch das Vierfache des letztj\u00e4hrigen Preises) herunter zu subventionieren. Was letztlich nichts anderes bedeutet, als dass dieses Geld bei den Spekulanten auf den Spotm\u00e4rkten landet.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wenn die monet\u00e4re Verknappung in den entwickelten \u00d6konomien sich im kommenden Jahr fortsetzt, ist eine globale Rezession jedoch wahrscheinlicher, und selbst wenn die Geldpolitik lockerer ist als in den 1980ern, wird sie fast unvermeidlich die m\u00f6gliche Wachstumsrate in Entwicklungs\u00f6konomien sch\u00e4digen. Der dauerhafte Schaden f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung in diesen L\u00e4ndern wird nicht nur betr\u00e4chtlich sein, er wird auch das Ziel, bis 2030 eine bessere Welt zu erreichen, am allerd\u00fcnnsten Faden h\u00e4ngen lassen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man kann sich durchaus fragen, wieweit ein solches Ziel jemals existiert hat, wenn man betrachtet, welche Folgen die &#8222;Klimapolitik&#8220; tats\u00e4chlich f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder hat. Wie das Modell Sri Lanka belegt hat, f\u00fchrt die Befolgung dieser Vorgaben unmittelbar in die Katastrophe. Das Verbot von Kunstd\u00fcnger hatte logischerweise eine Hungersnot zur Folge, und die Umstellung auf erneuerbare Energien brachte die Energieversorgung zum Zusammenbruch; gleichzeitig stieg die Verschuldung massiv&#8230; Genauso wie die Verbote der Entwicklung von fossilen Rohstoffvorkommen zeigt dieser Fall, dass der &#8222;Klimaschutz&#8220; ein Versuch ist, Abh\u00e4ngigkeit k\u00fcnstlich zu verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Trotzdem liefert der Bericht an vielen Stellen einen sehr deutlichen Blick auf den \u00f6konomischen Zustand. So wird das Verhalten gro\u00dfer globaler Konzerne nach 2008 beschrieben:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Dank ihrer Marktmacht, haben sie \u00f6fter Einkommen durch die Erzeugung von Mangel als durch die Herstellung von G\u00fctern oder Dienstleistungen generiert. Die Verbreitung solchen Verhaltens durch Wissensmonopole, Zusammenschl\u00fcsse und Aufk\u00e4ufe, Regierungsvertr\u00e4ge etc. wurde von systematischer Steuervermeidung begleitet, einschlie\u00dflich der Kanalisierung von Profiten durch Offshore-Steuerparadiese, das begleitende Wachstum illegaler Finanzstr\u00f6me und die weit verbreitete Nutzung gehebelter \u00dcbernahmen und Aktienr\u00fcckk\u00e4ufe. In vielen F\u00e4llen hat das zu einem Auseinanderklaffen zwischen gro\u00dfen, im Geld schwimmenden Konzernen und kleinen, an Geldnot leidenden Firmen gef\u00fchrt und einer gleichzeitigen Tendenz hin zu noch h\u00f6her konzentrierten M\u00e4rkten. Diese Tendenzen haben sich verfestigt und in einigen F\u00e4llen den bereits hohen Grad an Ungleichheit, der vor der Finanzkrise bestand, noch \u00fcbertroffen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch das muss man ein wenig \u00fcbersetzen. W\u00e4hrend die gro\u00dfen, globalen Konzerne gewaltige Mittel an sich zogen, fehlt am anderen Ende, bei kleinen oder neu gegr\u00fcndeten Firmen \u2013 die historisch gesehen oft innovativer sind \u2013 die M\u00f6glichkeit, \u00fcberhaupt Kapital zu bilden. Das wiederum, so die UNCTAD, verringert die m\u00f6gliche Wachstumsrate; auch, weil die verbliebenen Teilnehmer in diesen hoch konzentrierten M\u00e4rkten gar kein Interesse an einer Ausweitung des Angebots haben, sondern eher auf Knappheit setzen, weil das ihren Gewinn erh\u00f6ht. In den Entwicklungsl\u00e4ndern wurde dies durch die vom IWF vorgegebenen Liberalisierungen und die dadurch verursachte Verhinderung industrieller Entwicklung noch versch\u00e4rft, so dass sich die Abh\u00e4ngigkeit von Rohstoffexporten als Devisenquelle erh\u00f6ht hat.<\/p>\n<p>Die Menge des Geldes, das sich in den H\u00e4nden der Gro\u00dfkonzerne und Schattenbanken befindet, wurde w\u00e4hrend Corona noch einmal gewaltig erh\u00f6ht. Im Verlauf des Jahres 2020 haben die f\u00fchrenden Zentralbanken insgesamt 9 Billionen US-Dollar in die Finanzm\u00e4rkte gepumpt; &#8222;ann\u00e4hernd das Neunfache des Betrags, der Ende 2008 bis Ende 2009 injiziert wurde&#8220;. Auch das muss man umformulieren.<\/p>\n<p>2008 bis 2009 war Bankenrettung I; in den USA ging es dabei vor allem um den Versicherer AIG, in Deutschland vor allem um die Deutsche Bank, die jeweils mit Milliardenbetr\u00e4gen gest\u00fctzt wurden. Die &#8222;Eurokrise&#8220; war dann Bankenrettung II, weil die Staatsdefizite der Schuldnerl\u00e4nder das Ergebnis von weiteren Bankenrettungen waren (in Irland beispielsweise wieder einer Tochter der Deutschen Bank). W\u00e4hrend Corona lief folglich bereits Bankenrettung III, mit von Runde zu Runde steigenden Betr\u00e4gen, und die &#8222;Rettungspakete&#8220;, die augenblicklich in Europa geschn\u00fcrt werden, um die Gaspreise zu senken, und die letztlich in den Taschen der Spekulanten landen, k\u00f6nnen dann wohl als Bankenrettung IV gez\u00e4hlt werden. Denn das wirkliche Ziel dieser Pakete sind nicht die Haushalte, sondern die Energieversorger, die mit unz\u00e4hligen Milliarden von Optionen in der Kreide stehen und zusammenbrechen w\u00fcrden, woraufhin dann deren Banken&#8230; wir kennen das Spiel, es wird nur ein weiteres Mal wiederholt.<\/p>\n<p>Und auch die Corona-Runde, Bankenrettung III, hat das bestehende Problem nur weiter versch\u00e4rft.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Als die Unterst\u00fctzung der Zentralbanken ein Ansteigen auf den Aktienm\u00e4rkten ausl\u00f6ste, war dieser Boom in Richtung gro\u00dfer Unternehmen in ausgew\u00e4hlten Sektoren verzerrt, insbesondere High-Tech und Pharma, w\u00e4hrend viele in der alten \u00d6konomie weiter in Schwierigkeiten steckten, was die Polarisierung der vorhergegangenen Dekade weiter vorantrieb.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist normal in kapitalistischen Gesellschaften, dass Geld dorthin flie\u00dft, wo der h\u00f6chste Gewinn erzielt wird. Monopole oder Kartelle im Bereich High-Tech und Pharma versprechen da das Meiste, weil sie durch ihre Macht (die die Voraussetzung daf\u00fcr ist, sich dauerhaft Steuern entziehen zu k\u00f6nnen) und den extremen Abstand zwischen materiellem Wert ihrer Produkte und deren Preis die besten Gewinne versprechen. Die Konzentration ist so weit fortgeschritten, dass eine Innovation &#8222;von unten&#8220; nicht mehr m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Die Extraprofite insbesondere dieser Monopole, die alle miteinander auf &#8222;geistigem Eigentum&#8220; beruhen, also auf Markennamen, Patenten etc., sind aber v\u00f6llig abh\u00e4ngig davon, sie auch durchsetzen zu k\u00f6nnen. In den L\u00e4ndern, in denen sie die \u00d6konomie dominieren, also den Kernl\u00e4ndern des Westens, ist das kein Problem. Aber im gr\u00f6\u00dferen Rest der Welt gibt es nur zwei Faktoren, die das sichern k\u00f6nnen: entweder \u00fcberw\u00e4ltigende \u00f6konomische oder milit\u00e4rische Macht. Der Westen verliert gerade beides. Und der UNCTAD-Bericht belegt, dass s\u00e4mtliche Ma\u00dfnahmen, die krisenbek\u00e4mpfend wirken sollten, tats\u00e4chlich dieses Problem immer weiter versch\u00e4rft haben. Der Mangel an realen Investitionen und die immer extremere Verlagerung hin zu diesen Monopolen hat der wirklichen Produktion gewisserma\u00dfen die F\u00fc\u00dfe unter dem Leib weggezogen.<\/p>\n<p><a href=\"#top\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2191 nach oben<\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><a id=\"t3\"><\/a><strong>Teil 3 \u2013 Monopole, Hunger und Staatsbankrotte<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 09.10.2022 auf <a href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.live\/wirtschaft\/150838-hintergrunde-krieges-monopole-hunger-und\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p><strong>Die Inflation, die fast weltweit ansteigt, ist, das belegt die UNCTAD, zu mindestens der H\u00e4lfte das Ergebnis von Monopolen. Sie l\u00f6st eine Not aus, die dazu zwingen soll, unter die Knute des IWF zur\u00fcckzukehren. Das Spiel mit Staatsbankrotten und Elend k\u00f6nnte diesmal aber scheitern.<\/strong><\/p>\n<p>Die Wachstumsprognosen, die die Konferenz der Vereinten Nationen f\u00fcr Handel und Entwicklung (UNCTAD) f\u00fcr das kommende Jahr vorlegt, liegen zwar unter denen, die zum Beispiel die EZB macht, aber sie sind, wenn man die wirklichen Folgen der Sanktionspolitik betrachtet, zumindest f\u00fcr Europa unrealistisch g\u00fcnstig, weil sie den Einbruch in der realen Produktion untersch\u00e4tzen. Das liegt nat\u00fcrlich auch daran, dass sie die verheerenden Konsequenzen der Klimapolitik auf dem Energiesektor nicht benennen darf. Auch die Inflationsprognose d\u00fcrfte nicht stimmen \u2013 aber sie kann nat\u00fcrlich die neuesten &#8222;Rettungspakete&#8220; noch nicht beinhalten, die einen weiteren inflation\u00e4ren Schub verursachen d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Augenblicklich ist die Inflation unter den Schwellenl\u00e4ndern in der T\u00fcrkei mit \u00fcber 70 und in Argentinien mit \u00fcber 60 Prozent am h\u00f6chsten, gefolgt von Nigeria mit 18 Prozent. Auch hier sind es die Rohstoffpreise, die die Inflation antreiben. Der Rohstoffpreisindex des IWF, der einen globalen Mittelwert \u00fcber alle Rohstoffe darstellt, ist vom Jahr 2020 bis zum Jahr 2022 von 120 auf 190 gestiegen. Bei Nahrungsmitteln gab es im Verlauf dieser zwei Jahre einen Anstieg von 90 auf 130 (in beiden F\u00e4llen wurde der Index 2016 auf 100 gesetzt). Allerdings ist es von der W\u00e4hrung abh\u00e4ngig, in der solche K\u00e4ufe get\u00e4tigt werden, wie die Anstiege sich real umsetzen \u2013 im Augenblick erlebt die Eurozone das, was die Entwicklungsl\u00e4nder st\u00e4ndig erleben. W\u00e4hrend der \u00d6lpreis phasenweise sogar f\u00e4llt (bereits wegen des R\u00fcckgangs industrieller Produktion), steigt er real weiter, weil die Ware in Dollar gehandelt wird und der Dollar selbst im Verh\u00e4ltnis zum Euro deutlich gestiegen ist.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Allein die h\u00f6heren Nahrungspreise werden sch\u00e4tzungsweise im Jahr 2022 zus\u00e4tzliche 75 Millionen Menschen in extreme Armut st\u00fcrzen, zu den 95 Millionen, die das bereits waren. (\u2026) Oxfam warnt, dass h\u00f6here Nahrungs- und Energiepreise und anhaltende Krisenbedingungen die Zahl der Menschen in extremer Armut im Jahr 2022 um 263 Millionen erh\u00f6hen k\u00f6nnte.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Monopolprofite sind ein Hauptantreiber der Inflation. &#8222;Zwischen den Jahren 2020 und 2022 waren sch\u00e4tzungsweise 54 Prozent der durchschnittlichen Preissteigerungen im Nichtfinanzsektor der Vereinigten Staaten auf h\u00f6here Gewinnspannen zur\u00fcckzuf\u00fchren, verglichen mit nur 11 Prozent in den 40 Jahren davor. (\u2026) Prozyklische Handelsspannen waren ein entscheidender Faktor.&#8220; Anders formuliert, in all jenen M\u00e4rkten, in denen beherrschende Monopole existieren, haben diese die Gelegenheit genutzt, schlicht die Preise heraufzusetzen. Das betrifft nicht nur die USA oder andere westliche Kernl\u00e4nder, sondern ebenso die Entwicklungsl\u00e4nder, die darunter noch deutlich st\u00e4rker leiden.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge der UNCTAD klingen v\u00f6llig illusorisch. Eine Anti-Trust-Politik, die praktisch die Zerschlagung dieser Monopole bedeutet, h\u00f6here \u00f6ffentliche Investitionen, h\u00f6here Arbeitseinkommen, Wiedereinbindung der Zentralbanken in die Wirtschaftspolitik und ein neues Bretton Woods. Nichts davon ist im Westen politisch durchsetzbar. Im Gegenteil. Die Tendenz im Westen geht zu immer st\u00e4rkerem Gewicht der Spekulation.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Vor 2002 lag der Anteil nichtkommerzieller Spekulanten auf dem Markt f\u00fcr \u00d6lpreisoptionen bei 20 Prozent, im Jahr 2009 stieg er auf ann\u00e4hernd 50 Prozent. J\u00fcngere Sch\u00e4tzungen sehen ihn zwischen 70 und 80 Prozent. Alle gr\u00f6\u00dferen \u00d6lgesellschaften, f\u00fchrende Banken der USA und private Energiehandelsunternehmen, gef\u00fchrt von Vitol, Trafigura, Mercuria und Glencore sind am spekulativen Energiehandel beteiligt. Die Wirkung der exzessiven Spekulation ist eine \u00fcberw\u00e4ltigende Volatilit\u00e4t der \u00d6lpreise, die oft den Preis f\u00fcr ein Barrel Roh\u00f6l um 25 bis 30 Dollar \u00fcber das hinaus treiben, was die Marktgrundlagen ergeben. Auf die gleiche Weise hat die spekulative Aktivit\u00e4t von Hedgefonds, Investmentbanken und Pensionsfonds die Weizenpreise hochgetrieben.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Spekulation ist also kein Ger\u00fccht und keine Verschw\u00f6rungstheorie. Die finanziellen Faktoren haben einen ebenso starken Einfluss auf die Entwicklung der Rohstoffpreise wie die realen Ver\u00e4nderungen von Angebot und Nachfrage, quer durch das gesamte Rohstoffspektrum.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Das deutsche Forschungsinstitut ZEF fand heraus, dass der Anteil nichtkommerzieller H\u00e4ndler (Spekulanten), die lange Positionen in Hartweizen und Mais hielten, Anfang 2022 abrupt auf 50 Prozent stieg, eine Lage, die oft mit Preissteigerungen verbunden ist. Lighthouse Reports, eine NGO f\u00fcr investigativen Journalismus, berichtete, dass Investoren im April 2022 1,2 Milliarden in zwei gr\u00f6\u00dfere landwirtschaftliche Fonds pumpten, verglichen mit nur 197 Millionen im ganzen Jahr 2022.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Und es gibt noch ein weiteres Problem auf dem Getreidemarkt: &#8222;IPES-Food berichtet, dass die beste Kenntnis davon, wie viel Getreide zu einer bestimmten Zeit an jedem beliebigen Ort der Welt vorhanden ist, bei privaten Unternehmen zu finden ist, insbesondere bei dem &#8218;ABCD&#8216; der Getreideh\u00e4ndler: Archer Daniels Midlands, Bunge, Cargill und Louis Dreyfus. Da diese Firmen den globalen Getreidehandel zu 70 bis 90 Prozent beherrschen, d\u00fcrften ihre Reserven entsprechend gro\u00df sein. Und mit steigender Spekulation bei Rohstoffen, haben sie einen klaren Anreiz, ihre Reserven zur\u00fcckzuhalten, bis die Preise den Gipfel erreicht haben.&#8220;<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Im April 2022 waren sieben von zehn K\u00e4ufern von Vertr\u00e4gen in Weizen-Futures Investmentfirmen, Investmentfonds, andere Finanzinstitutionen und kommerzielle Unternehmen, die sich nicht dadurch absichern, sondern vom Preisanstieg profitieren wollten.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die von der EU etablierten k\u00fcnstlichen Gas- und Stromm\u00e4rkte leiden unter dem gleichen Problem. Nicht nur, dass die Spekulation auf diesen M\u00e4rkten die Preise noch weit \u00fcber das (ebenfalls k\u00fcnstlich, weil durch politische Entscheidungen) verknappte Angebot hinaustreibt, da auch die Versorger inzwischen weitgehend privatisiert sind, gibt es auch keine direkte M\u00f6glichkeit der Preiskontrolle mehr. &#8222;Jene [L\u00e4nder], die die Kontrolle \u00fcber die heimischen Energiegesellschaften und\/oder die Bildung derer Endverbraucherpreise gehalten haben, konnten auch die Verteilungswirkung auf die heimische Inflation unter Kontrolle halten.&#8220; Die Liberalisierung bei\u00dft in diesem Falle also gleich zweimal.<\/p>\n<p>Die Folgen der Entwicklung f\u00fcr die \u00d6konomie in der EU, insbesondere in Deutschland, betrachten wir ja regelm\u00e4\u00dfig. Das, gekoppelt mit den Zinserh\u00f6hungen der Fed (US-Zentralbank-System), f\u00fchrt zu einem stetig sinkenden Kurs des Euro. Das verteuert insbesondere Energieimporte weiter, f\u00fcr die Vereinigten Staaten eine M\u00f6glichkeit, die eigene Inflation abzuw\u00e4lzen. Aber die Nachteile f\u00fcr Europa sind bei Weitem nicht so verheerend wie die Folgen f\u00fcr jene L\u00e4nder, deren Schulden in Fremdw\u00e4hrungen, und da eben wieder prim\u00e4r in Dollar, nominiert sind.<\/p>\n<p>Die beiden Produkte, deren Preise besonders stark steigen, Nahrung und Energiequellen, sind gleichzeitig solche, deren Erwerb man nicht einfach lassen kann. Menschen verhungern ohne Nahrung. Es ist also eine Situation entstanden, in der die \u00e4rmeren L\u00e4nder die Waren, deren Preise explodieren, kaufen m\u00fcssen, und sei es auf Kredit. Gleichzeitig steigt der Dollarkurs und damit die Schuldenlast. Das Ergebnis kann, das sagt auch die UNCTAD, eine ganze Welle von Staatsbankrotten sein. Was sie nicht sagt, ist, dass das genau dem Muster der 1980er Jahre entspricht, als Lateinamerika rekolonisiert wurde.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, es ist ein besonders b\u00f6sartiges Pokerspiel. Und in diesem Zusammenhang machen die Sanktionspakete Sinn, denn sie f\u00f6rdern die Entwicklung einer solchen Staatsbankrottkrise in den Entwicklungsl\u00e4ndern, von denen bereits einige auf Sonderziehungsrechte des IWF zur\u00fcckgegriffen haben. Die Klimapolitik, die Inflation und die Sanktionspakete bilden ein B\u00fcndel, das zusammengenommen einen Versuch darstellt, gro\u00dfe Teile der Welt wieder in die v\u00f6llige \u00f6konomische Abh\u00e4ngigkeit zur\u00fcckzusto\u00dfen und an einer eigenst\u00e4ndigen Entwicklung zu hindern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die betroffenen L\u00e4nder w\u00e4re das eine Katastrophe. Menschen, die an Hunger sterben, irgendwo in Afrika oder Asien, tauchen nat\u00fcrlich nicht so prominent in den westlichen Medien auf, wie gerade die Ukrainer. Aber ein Erfolg dieses Versuchs w\u00fcrde Millionen das Leben kosten.<\/p>\n<p>Wie zentral dabei die Sanktionen sind, l\u00e4sst der UNCTAD-Bericht in einer kurzen Bemerkung erkennen: &#8222;Die Freigabe von 180 Millionen Barrel aus den strategischen Erd\u00f6lreserven der Vereinigten Staaten [die allerdings mit dem Ziel erfolgte, die US-W\u00e4hler milde zu stimmen, D.H.] sowie die Bereitschaft von Indien und China, russische \u00d6lexporte anzunehmen, erwies sich als ausreichend, um sicherzustellen, dass sich das globale \u00d6langebot nicht weiter verknappte.&#8220; Anders gesagt, h\u00e4tten die USA ihren Willen durchsetzen k\u00f6nnen und China und Indien h\u00e4tten sich den Sanktionen angeschlossen, dann w\u00e4ren die \u00d6lpreise noch weiter gestiegen, und die Folgen f\u00fcr von Importen abh\u00e4ngige Entwicklungsl\u00e4nder w\u00e4ren noch gravierender.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck gibt es gegen diese Entwicklung, die man durchaus als einen Generalangriff auf den Globalen S\u00fcden werten kann, eine deutliche Opposition. Der Erfolg dieses \u00f6konomischen Raubzugs ist die eigentliche Beute, um die der Westen gerade auf dem Boden der Ukraine k\u00e4mpft. Die Sanktionen sind Teil dieses Raubzugs, und Russland und China erweisen sich als die Gegner, die seinen Erfolg verhindern k\u00f6nnen. Es geht nicht nur um das \u00dcberleben Russlands als staatliche Einheit, oder darum, die russischen Ressourcen nicht unter die Kontrolle der westlichen Oligarchie gelangen zu lassen, es geht um das \u00dcberleben der unz\u00e4hligen Millionen, die einer gigantischen Reinszenierung der Lateinamerika-Krise der 1980er Jahre zum Opfer fallen w\u00fcrden. Und letztlich darum, die Menschheit von der Macht dieser westlichen Oligarchie zu befreien, die inzwischen jeden Versuch einer weiteren Entwicklung, nicht nur in den L\u00e4ndern des S\u00fcdens, sondern auch im Westen selbst, in der Wiege erstickt.<\/p>\n<p><a href=\"#top\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u2191 nach oben<\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dagmar Henn ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/illustrations\/dollar-geld-geld-verdienen-internet-1968710\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">pixabay.com<\/a> \/ <a class=\"hover_opacity\" href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/geralt-9301\/\">geralt<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/service\/license\/\">Pixabay License<\/a> \/\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Dagmar Henn in drei Teilen<\/b><br \/>\nIn diesem Dreiteiler geht es, anhand aktueller Informationen aus dem neuesten UNCTAD-Bericht, um die \u00f6konomischen Hintergr\u00fcnde der globalen Krise. Die Inflation, unter der wir leiden, dient einem Zweck und wiederholt ein Machtspiel, das bereits in den 1980ern stattfand.<br \/>\nAls die gro\u00dfe Finanzmarktkrise 2008 die Welt erfasste, war viel die Rede davon, das spekulative Finanzsystem wieder unter Kontrolle zu bringen. Passiert ist das Gegenteil. Die Spekulation ist st\u00e4rker als je zuvor. Und ist noch gef\u00e4hrlicher als damals.<br \/>\nDie Inflation, die fast weltweit ansteigt, ist, das belegt die UNCTAD, zu mindestens der H\u00e4lfte das Ergebnis von Monopolen. Sie l\u00f6st eine Not aus, die dazu zwingen soll, unter die Knute des IWF zur\u00fcckzukehren. 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