{"id":12476,"date":"2022-03-16T23:55:42","date_gmt":"2022-03-16T22:55:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12476"},"modified":"2022-04-11T00:02:40","modified_gmt":"2022-04-10T22:02:40","slug":"manipulative-medien-das-unsichtbare-verbrechen-an-donezk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12476","title":{"rendered":"Manipulative Medien: Das unsichtbare Verbrechen an Donezk"},"content":{"rendered":"<p><strong>Man sollte glauben, dass der Abschuss einer Rakete ins Zentrum einer Stadt, dem \u00fcber ein Dutzend Menschen zum Opfer fallen, un\u00fcbersehbar ist. Aber die Menschen des Donbass sind f\u00fcr die deutschen Medien keine zivilen Opfer, denen man Aufmerksamkeit schenkt. <\/strong><\/p>\n<p><em>von <strong>Dagmar Henn<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Erstver\u00f6ffentlichung am 14.03.2022 auf <a href=\"https:\/\/rtde.site\/meinung\/133842-manipulative-medien-unsichtbare-verbrechen-an\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/p>\n<p>Der Krieg ist ein Nebel, in dem sich die Wahrheit nur schattenhaft sehen l\u00e4sst und der nur manchmal aufrei\u00dft und ein genaueres Bild erkennen l\u00e4sst. Weshalb man die meisten Meldungen erst einmal mit Vorsicht betrachten muss. Das gilt f\u00fcr die &#8222;kleinen&#8220; Ereignisse (wer hat wann auf was geschossen) ebenso wie f\u00fcr die &#8222;gro\u00dfen&#8220; (wo stehen wann welche Truppen).<\/p>\n<p>Allerdings gibt es einiges, das sich doch best\u00e4tigen l\u00e4sst. Wer in den vergangenen Jahren Aufnahmen gesehen hat, wie die Dokumentation von Beschuss f\u00fcr die OSZE erfolgte, wei\u00df das. Wenn irgendein Geschossrest im Boden steckte (und das tun sie meistens), wurde davon ein Foto gemacht, mit einem Kompass und einem gr\u00f6\u00dferen Blatt Papier, das die Richtung nach Norden anzeigte. Aus der Art des Geschosses, dem Neigungswinkel, der Reichweite und der Richtung l\u00e4sst sich zumindest bei ballistischen Geschossen klar reproduzieren, von wo sie abgefeuert wurden. Denn Ballistik ist reine Physik.<\/p>\n<p>Bei alten sowjetischen R\u00fcstungsg\u00fctern ist es zudem recht leicht, Informationen zu finden. Nicht nur, wenn zuf\u00e4llig ein St\u00fcck H\u00fclse mit der Kennzeichnungsnummer erhalten ist. Man kann die meisten Informationen sogar doppelt finden, in der russischen Wikipedia in der sowjetischen Version, in der deutschen in der der NATO.<\/p>\n<p>Eines der Objekte, die dabei aufgetaucht sind, hei\u00dft Totschka-U oder nach NATO-Klassifizierung SS-21 Scarab. Das ist eine taktische ballistische Rakete mit einer Reichweite von bis zu 120 Kilometern, die mit verschiedenen Gefechtsk\u00f6pfen ausger\u00fcstet werden kann \u2013 auch mit nuklearen. Diese Raketen, die in der russischen Armee l\u00e4ngst abgel\u00f6st wurden, finden sich laut deutscher Wikipedia noch immer im Bestand der ukrainischen Armee, mit 90 Startfahrzeugen (Stand Januar 2020).<\/p>\n<p>Die Totschka-U ist ein ziemlich schwerer Brocken. Die Rakete wiegt zwei Tonnen, sie ist 6,5 Meter lang, hat einen Durchmesser von 65 Zentimetern und tr\u00e4gt einen Gefechtskopf von fast einer halben Tonne Gewicht. Das, was von einer solchen Rakete \u00fcbrig bleibt, ob sie nun explodiert oder nicht, ist also fast nicht zu \u00fcbersehen. Und es ist keine Rakete, die man mal eben so aus Versehen abfeuert. Die Startfahrzeuge sind massige Lkw mit drei Achsen; schlie\u00dflich m\u00fcssen sie schwer genug sein, auch dann, wenn die Rakete in Abschussposition steht, ja, selbst in dem Moment, in dem sie startet, um nicht zu kippen.<\/p>\n<p>Warum erz\u00e4hle ich das alles? Am Montag fand in Donezk ein Angriff mit einer Totschka-U statt, dem mindestens 20 Zivilisten zum Opfer fielen. Ich sage das so eindeutig, weil ausreichend Material vorliegt, was f\u00fcr eine Beweisf\u00fchrung ben\u00f6tigt wird. Es gibt mehrere Videoaufnahmen, nicht nur von den Folgen des Angriffs, sondern sogar vom Moment des Angriffs selbst (durch die Kameras einer Bankfiliale) sowie Aufnahmen, die das Ausma\u00df des betroffenen Gebiets zeigen und sogar zwei Teile der Rakete selbst, einer mit lesbarem Aufdruck 9M79-1 (zugegeben, die 1 ist nicht lesbar, aber es gibt nur eine Version, in der auf die 79 ein Bindestrich folgt, das ist die 79-1). Die Sch\u00e4den, die die Rakete hinterlassen hat, belegen, welcher Gefechtskopf im Einsatz war. Es gibt sogar eine weitere Aufnahme, auf der der Gefechtskopf mit einigen nicht explodierten Teilen Submunition zu sehen ist. Es handelt sich um den Gefechtskopf mit der Bezeichnung 9N123K. Wer will, kann all das im Internet nachvollziehen.<\/p>\n<p>Jedes der 50 darin enthaltenen Bombletts verteilt 316 Fragmente, die als gl\u00fchende Tropfen von Metall mit hoher Geschwindigkeit herausgeschossen werden. Jeder einzelne dieser Tropfen hat eine h\u00f6here kinetische Energie als eine Gewehrkugel. Hoch genug, um ganze Gliedma\u00dfen abzurei\u00dfen.<\/p>\n<p>Man muss sich die Videos mit den Folgen nicht ansehen. Es gibt sie von mehreren Filmern in ausreichender Menge. Und diese Rakete ging im Zentrum der Stadt nieder, in Sichtweite der Regionalverwaltung; auch das zeigen die Videos. Nat\u00fcrlich war dieses Material nicht sofort verf\u00fcgbar, also nicht zu dem Zeitpunkt, als die ersten Meldungen \u00fcber die Nachrichtenagenturen gingen. Aber zwei, drei Stunden danach bestand f\u00fcr jeden die M\u00f6glichkeit, die Information zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Noch zwei Details, ehe ich auf die Berichterstattung eingehe: Erstens lautete die Information aus Donezk, die Rakete sei abgefangen worden und nur teilweise explodiert, und zweitens, die Verwendung solcher Munition in Wohngebieten ist ein Kriegsverbrechen. Letzteres ist eine von niemandem bestreitbare Tatsache.<\/p>\n<p>Die <em>Tagesschau<\/em> meldete den Vorfall am Montag um 10:58 Uhr mit der Schlagzeile &#8222;Separatisten: Tote in Donezk durch Raketentr\u00fcmmer&#8220;. Das ist ein kleiner, aber gemeiner Trick. Zum Vergleich eine andere Schlagzeile, einige Stunden sp\u00e4ter: &#8222;Ukraine: Vier Tote bei Angriff auf Trinkwasserstation.&#8220; Technisch k\u00f6nnte sich die <em>Tagesschau<\/em> herausreden, sie habe in beiden F\u00e4llen die Quelle der Information angegeben und damit eine gleiche Distanz gewahrt. Faktisch wird die zweite Variante von den meisten Lesern als Ortsangabe wahrgenommen, nicht als Bezeichnung einer Quelle. Im weiteren Text hei\u00dft es: &#8222;In der ostukrainischen Gro\u00dfstadt Donezk sind nach Angeben der prorussischen Separatisten mindestens 20 Menschen durch Tr\u00fcmmer einer ukrainischen Rakete get\u00f6tet worden.&#8220; Die weiteren Angaben erfolgen alle in der indirekten Rede, also mit maximal m\u00f6glicher Distanz: &#8222;Unter den Opfern seien Kinder.&#8220;<\/p>\n<p>Gut, das ist eine fr\u00fche Meldung, da kann man das nachvollziehen. Interessant ist, wenn man die Formulierung betrachtet, die bei der anderen Meldung zum Einsatz kommt: &#8222;Nach einem Bombenangriff auf eine Pumpstation in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw ist nach Betreiberangaben die Trinkwasserversorgung ausgefallen.&#8220; Hier k\u00f6nnte sich die <em>Tagesschau<\/em> darauf berufen, ja &#8222;nach Betreiberangaben&#8220; geschrieben zu haben, aber der Satz steht im Indikativ und der Betreiber wird erst am Satzende erw\u00e4hnt. Dies signalisiert, der Bombenangriff sei auf jeden Fall real, selbst wenn der Ausfall der Trinkwasserversorgung nicht stimmen sollte.<\/p>\n<p>Aber sehen wir doch mal, was die <em>Tagesschau<\/em> macht, als sich die Informationslage l\u00e4ngst gebessert hatte, sprich, die Videos bereits zu sehen waren: &#8222;Ukraine weist russischen Bericht \u00fcber Angriff auf Donezk zur\u00fcck.&#8220; Aha. Nun, das ist ihr gutes Recht, auch wenn die Videos und Fotos etwas anderes erz\u00e4hlen. Nur, all diese M\u00f6glichkeiten der Information interessieren die <em>Tagesschau<\/em> \u00fcberhaupt nicht. Den Absatz muss man zur G\u00e4nze genie\u00dfen:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Die Ukraine weist den Vorwurf des russischen Verteidigungsministeriums zur\u00fcck, wonach 20 Menschen beim Einschlag einer ukrainischen Rakete in der \u00f6stlichen Stadt Donezk get\u00f6tet worden sein. &#8218;Es handelt sich eindeutig um eine russische Rakete oder eine andere Munition&#8216;, sagte ein ukrainischer Milit\u00e4rsprecher. &#8218;Es ist sinnlos, \u00fcberhaupt dar\u00fcber zu reden.&#8216; Die prorussischen Separatisten in der Region warfen zuvor der Regierung in Kiew vor, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. Belege legte das russische Verteidigungsministerium nicht vor. Die Angaben lassen sich von unabh\u00e4ngiger Seite nicht \u00fcberpr\u00fcfen.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der erste Satz ist so konstruiert, dass er im Grunde noch weiter geht als die Aussage seitens der Ukraine, die nur behauptet, es sei keine ukrainische Rakete gewesen. Er zieht sogar in Zweifel, dass tats\u00e4chlich zwanzig Menschen ums Leben kamen. Andernfalls m\u00fcsste er lauten: &#8222;wonach die 20 in der \u00f6stlichen Stadt Donezk get\u00f6teten Menschen beim Einschlag einer ukrainischen Rakete get\u00f6tet wurden,&#8220; oder so \u00e4hnlich. Wieder etwas, das streng genommen nicht dasteht, aber beim Leser hervorgerufen wird.<\/p>\n<p>Dann folgt die Behauptung seitens der Ukraine, es sei &#8222;eine russische Rakete oder eine andere Munition&#8220;. Die vorhandenen \u00dcberreste widerlegen diese Behauptung. Es ist eine Totschka-U mit einem 9N123K-Gefechtskopf. Statt aber die Erkl\u00e4rung des ukrainischen Milit\u00e4rsprechers anhand des inzwischen vorliegenden Materials auf ihren Wahrheitsgehalt zu \u00fcberpr\u00fcfen, wird sogar sein n\u00e4chster Satz, &#8222;Es ist sinnlos, \u00fcberhaupt dar\u00fcber zu reden,&#8220; als w\u00f6rtliches Zitat ohne jede Distanz wiedergegeben. Und dann: &#8222;Die prorussischen Separatisten in der Region warfen zuvor der Regierung in Kiew vor, ein Kriegsverbrechen begangen zu haben.&#8220; Das klingt sehr vage. Die konkrete Aussage war, dass der Einsatz einer Totschka-U mit Streumunition in Wohngebieten ein Kriegsverbrechen sei. Das ist konkret und zutreffend, w\u00e4hrend die <em>ARD<\/em> daraus einen unklaren Vorwurf macht. Und zuletzt: &#8222;Belege legte das russische Verteidigungsministerium nicht vor. Die Angaben lassen sich von unabh\u00e4ngiger Seite nicht \u00fcberpr\u00fcfen.&#8220; Sie lassen sich eben doch \u00fcberpr\u00fcfen, aber die <em>Tagesschau<\/em> hat daran kein Interesse und redet sich damit heraus, das russische Verteidigungsministerium habe sie nicht mundgerecht aufbereitet serviert.<\/p>\n<p>Zumindest \u00fcber die russischen Nachrichtenagenturen gibt es auch reichlich Fotos von diesem Angriff, der einer der schwersten auf die Stadt Donezk in den acht Jahren des B\u00fcrgerkriegs ist. Auff\u00e4llig ist hier: Kein einziges deutsches Medium zeigt auch nur eines dieser Bilder. Das war im Jahr 2014 \u00fcbrigens genauso. Stattdessen zeigen sie ein Haus in Kiew, das eindeutig von russischer Seite beschossen worden sein soll, obwohl daf\u00fcr keinerlei Beleg geliefert wird, w\u00e4hrend der Beleg f\u00fcr Donezk sehr simpel ist: Weder die Donbassmilizen noch die russische Armee besitzen Totschka-U-Raketen. Die einen, weil sie bisher keine erbeutet haben, die anderen, weil sie f\u00fcr neuere Modelle au\u00dfer Dienst gestellt wurden. Aber keine Bilder der Opfer in Donezk.<\/p>\n<p>Die sehr konkrete Information, man habe diese Rakete abgeschossen und ihre Tr\u00fcmmer seien in der Innenstadt niedergegangen, wird genutzt, um die ganze Information unglaubw\u00fcrdig zu machen. Denn dass ein Teil der Bombletts dabei explodiert ist, wird unterschlagen. \u00dcbrig bleibt (<em>ntv<\/em>): &#8222;Ostukrainische Separatisten erkl\u00e4ren, dass sie eine von Ukrainern abgeschossene Rakete \u00fcber Donezk abgefangen haben. Deren Tr\u00fcmmerteile seien in der Innenstadt niedergegangen. Es gebe Tote und Verletzte. Zur Zahl der Opfer gibt es unterschiedliche Angaben.&#8220; Logisch, wenn man sich nur Raketentr\u00fcmmer vorstellt und keine Bombletts, dann klingen die in der Folge berichteten 20 Toten unglaubw\u00fcrdig, oder? Die h\u00e4tten ja dann ganz nah beieinander stehen m\u00fcssen. Tats\u00e4chlich reicht die Wirkung der Splitter den Videos zu Folge mindestens hundert Meter die Stra\u00dfe hinunter.<\/p>\n<p>Weiter mit <em>ntv<\/em>: &#8222;Separatisten-Anf\u00fchrer Puschilin sagte im russischen Fernsehen, die abgeschossene Rakete habe Streumunition enthalten. &#8222;Wenn sie nicht abgeschossen worden w\u00e4re, h\u00e4tte es noch mehr Opfer gegeben,&#8220; so Puschilin. Seinen Angaben zu Folge wurden Wartende an einer Bushaltestelle und an einem Automaten von den Raketentr\u00fcmmern getroffen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie gesagt, ein Teil der Bombletts ist explodiert, aber nicht alle. Das mag die Wirkung eines sp\u00e4ten Abschusses, kann aber auch das Resultat einer schlechten Z\u00fcndung sein; schlie\u00dflich ist auch der Gefechtskopf \u00fcber 30 Jahre alt und wurde wahrscheinlich nicht optimal gelagert. Wenn irgendein Teil der Aussage nicht belegbar ist, dann die Frage eines Abschusses.<\/p>\n<p>Aber das Lesen von Texten erzeugt Bilder im Kopf des Lesers, und diese Bilder lassen sich manipulieren. Wenn man in diesem Fall von Tr\u00fcmmern spricht und nicht von Schrapnellen oder Splittern, dann haben die erzeugten Bilder mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun. Wobei der Vorwurf nicht Puschilin zu machen ist; er h\u00e4lt sich nur an die russische Gewohnheit, mit den technischen Details genau zu sein. Es ist die Verwendung dieser Details im Text, die sie in ihr Gegenteil verkehrt und aus der Genauigkeit, die die Glaubw\u00fcrdigkeit der Aussage erh\u00f6hen soll, etwas macht, das ihre Glaubw\u00fcrdigkeit vermindert.<\/p>\n<p>Abgerundet wird die Berichterstattung bei <em>ntv<\/em> dann mit folgendem Absatz: &#8222;Russland hat der Ukraine immer wieder vorgeworfen, absichtlich Zivilisten und Wohngebiete im Donbass anzugreifen. Moskau behauptet, in Kiew h\u00e4tten &#8218;Nazis&#8216; die Kontrolle, die einen &#8218;Genozid&#8216; an der russischen Minderheit in der Ostukraine ver\u00fcbten. Daf\u00fcr gibt es keine Belege.&#8220;<\/p>\n<p>Da lehnt sich <em>ntv<\/em> weit aus dem Fenster, mit der Behauptung, weder f\u00fcr den Beschuss von Wohngebieten durch die ukrainische Armee noch f\u00fcr Nazis in Kiew oder einen Genozid im Donbass gebe es Belege. F\u00fcr den Beschuss von Wohngebieten ist schon der Angriff vom Montag ein Beleg, aber es gibt viele weitere, die gut archiviert bei der OSZE liegen. Acht Jahre lang. Aber lassen wir die Faktenlage mal beiseite und betrachten, welche Funktion dieser Absatz f\u00fcr diesen Text erf\u00fcllt. Nachdem durch den Trick mit den Raketentr\u00fcmmern schon der Vorfall selbst in Zweifel gezogen wurde, wird dadurch, dass er mit anderen Punkten kombiniert wird, die allesamt hier im Westen seit acht Jahren leidenschaftlich beschwiegen wurden, der letzte Rest Glaubw\u00fcrdigkeit zerst\u00f6rt. <em>Ntv<\/em> schafft es sogar ohne Verwendung des ukrainischen Dementis, die gesamte Nachricht gegen den Donbass zu wenden.<\/p>\n<p>\u00dcber die Opfer des Angriffs in Donezk wird auch in den kommenden Tagen nichts weiter bekannt werden. Keine Namen, keine Biografien, keine Bilder, keine trauernden Angeh\u00f6rigen. Keine Tr\u00e4nen vor der Kamera. Keine Kommentatoren, die sich emp\u00f6ren, wie schrecklich dieser Krieg sei. Keine Abgeordneten, die Solidarit\u00e4t beschw\u00f6ren. Die Berichterstattung, die ich aufgegriffen habe, ist die, die \u00fcberhaupt stattfindet. F\u00fcr viele bundesdeutsche Medien wird es diesen Angriff nie gegeben haben. Obwohl es sich tats\u00e4chlich um ein Kriegsverbrechen handelt, eines in einer acht Jahre anhaltenden Reihe solcher Verbrechen, wird es als solches in Deutschland nie wahrgenommen werden. Obwohl in diesem Fall, ganz im Gegensatz zu dem ausgiebig und mit einem enormen Quantum an Gef\u00fchl dargestellten vermeintlichen Angriff auf eine Entbindungsklinik in Mariupol, nicht nur Bilder von Opfern existieren, sondern Videos, die eine Einsch\u00e4tzung des betroffenen Bereichs erlauben und auch die Angriffswaffe eindeutig identifiziert und zugeordnet werden kann.<\/p>\n<p>Selten ist der Sachverhalt so klar wie bei diesem Beschuss. Schon allein, weil sich der Verlauf der Frontlinien t\u00e4glich \u00e4ndert, nur an dieser Stelle vor Donezk und Lugansk schon seit Jahren gleich ist. Es gibt also viele F\u00e4lle, in denen Irrt\u00fcmer m\u00f6glich oder gar unvermeidlich sind. Aber nicht bei dem Verbrechen, das am Montag an den Bewohnern der Stadt Donezk begangen wurde. Da ist der Sachverhalt klar. Dass die deutschen Medien ihn mit allen Mitteln in Nebel zu h\u00fcllen suchen, belegt nur ein weiteres Mal, dass sie Partei sind. Wie sie es immer waren, seit 2014.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dagmar Henn ist Mitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Link zur Erstver\u00f6ffentlichung: <a href=\"https:\/\/rtde.site\/meinung\/133842-manipulative-medien-unsichtbare-verbrechen-an\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/rtde.site\/meinung\/133842-manipulative-medien-unsichtbare-verbrechen-an\/<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: <span class=\"Cover-caption\"><span class=\"Cover-captionItem\">Donezk nach dem Raketenangriff am 14.03.2022<\/span><\/span><br \/>\nQuelle: <span class=\"Cover-imageSource\"><span class=\"Cover-captionItem\">Sputnik <\/span><span class=\"Cover-captionItem\">\u00a9 Maksim Blinov (\u00fcbernommen von RT DE)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Dagmar Henn<\/b><br \/>\nDer Krieg ist ein Nebel, in dem sich die Wahrheit nur schattenhaft sehen l\u00e4sst und der nur manchmal aufrei\u00dft und ein genaueres Bild erkennen l\u00e4sst. Weshalb man die meisten Meldungen erst einmal mit Vorsicht betrachten muss. Das gilt f\u00fcr die &#8222;kleinen&#8220; Ereignisse (wer hat wann auf was geschossen) ebenso wie f\u00fcr die &#8222;gro\u00dfen&#8220; (wo stehen wann welche Truppen). Allerdings gibt es einiges, das sich doch best\u00e4tigen l\u00e4sst. Wer in den vergangenen Jahren Aufnahmen gesehen hat, wie die Dokumentation von Beschuss f\u00fcr die OSZE erfolgte, wei\u00df das. 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