{"id":12232,"date":"2022-02-20T10:22:35","date_gmt":"2022-02-20T09:22:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12232"},"modified":"2022-04-10T23:58:37","modified_gmt":"2022-04-10T21:58:37","slug":"deutsche-welle-jagt-antisemitismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12232","title":{"rendered":"Deutsche Welle jagt &#8222;Antisemitismus&#8220;"},"content":{"rendered":"<h5>#FreedomOfSpeech \u2013 Warum verfolgen Journalisten andere Journalisten?<\/h5>\n<p><em><strong>Wie eine mediale Diffamierungskampagne Existenzen zerst\u00f6rt.<\/strong> <\/em><\/p>\n<p><em>Die Deutsche Welle (DW) hat f\u00fcnf Mitarbeiter der arabischen Redaktion entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, sich privat in \u201esozialen Medien\u201c \u201eanti-semitisch\u201c und \u201eisrael-feindlich\u201c ge\u00e4u\u00dfert zu haben. Die \u00c4u\u00dferungen liegen bis zu 10 Jahre zur\u00fcck und wurden teilweise vor Jahren gel\u00f6scht, doch der Reporter MB von der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/deutsche-welle-antisemitismus-israel-1.5476895?reduced=true\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a> fand Mittel und Wege, um die gel\u00f6schten Meinungen der arabischen Journalisten wieder herzustellen. Dann ver\u00f6ffentlichte MB in der S\u00fcddeutschen Zeitung am 30. November 2021 seinen Artikel \u201eEin Sender schaut weg\u201c, in dem die ausgew\u00e4hlten Journalisten angeklagt und diffamiert wurden. Der Deutschen Welle warf MB vor, nichts gegen die Journalisten unternommen zu haben. Andere Medien legten nach, der Stein gegen die Deutsche Welle und deren arabische Redaktion kam ins Rollen. <\/em><\/p>\n<p><em>Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 17.02.2022 auf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80947\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nachdenkseiten.de<\/a><\/span><br \/>\n<span id=\"more-80947\"><\/span><br \/>\n\u201eWie die Deutsche Welle Israel-Hass in Jordanien f\u00f6rdert\u201c titelte am 3.12.2021 das US-amerikanische Magazin Vice-Online und beschuldigte den jordanischen Fernsehsender Roya TV, \u201eAnti-Semitismus\u201c und \u201eIsrael-Feindlichkeit\u201c zu verbreiten. Wenige Tage sp\u00e4ter legte Vice-Online am 7.12.2021 nach mit der Behauptung, dass auch der libanesische Sender Al Jadeed TV Hass gegen Israel sch\u00fcre. Die BILD-Zeitung schloss sich an und titelte \u201eDeutsche Welle verteidigt antisemitischen Sender\u201c im Westjordanland. Gemeint war der pal\u00e4stinensische Sender Maan News, der wie Roya TV und Al Jadeed seit Jahren zu so genannten Kooperationspartnern der Deutschen Welle in der arabischen Welt geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Peter Limbourg, der Intendant der Deutschen Welle, leitete eine externe Untersuchung der Vorw\u00fcrfe ein. Die betroffenen Journalisten wurden vom Dienst suspendiert. Die Kooperation mit Roya TV (Jordanien), Al Jadeed TV (Libanon) und Maan News (Westjordanland) wurde ausgesetzt oder soll ausgesetzt werden.<\/p>\n<p>Mit der Untersuchung wurde das Ehepaar Beatrice und <a href=\"https:\/\/www.mind-prevention.com\/ahmad-mansour\">Ahmed Mansour<\/a> beauftragt, die das Institut \u201eMIND-Prevention\u201c leiten. Ahmed Mansour ist als \u201ef\u00fchrender Islamismus-Experte\u201c im deutschen Funk und Fernsehen bekannt und wird in einem SZ-Artikel (Selbstkritik und Rausschmiss, 8.2.2022) als \u201escharfer K\u00e4mpfer gegen Islamismus und Antisemitismus\u201c gew\u00fcrdigt. Als weiteres Mitglied der Untersuchungskommission wurde die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger benannt, die heute als Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen t\u00e4tig ist.<\/p>\n<h5>Die S\u00e4uberung<\/h5>\n<p>Ihren <a href=\"https:\/\/static.dw.com\/downloads\/60689318\/dwprfberichtantisemitismusvorwrfe20220207.pdf\">Untersuchungsbericht<\/a> legten die drei Ermittler am 6. Februar 2022 bei einer digitalen Pressekonferenz vor. Eine Auswahl der Tweets und Facebook-Eintragungen, die Gegenstand der \u00f6ffentlichen Kampagne wurden, sind dort anonymisiert und teilweise mit Daten versehen nachzulesen.<\/p>\n<p>Die Arabisch-Redaktion der DW wurde vom Vorwurf des \u201estrukturellen Antisemitismus und antisemitischer Tendenzen in der Berichterstattung\u201c <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/deutsche-welle-pr%C3%A4sentation-des-untersuchungsberichts-zu-antisemitismus-vorw%C3%BCrfen\/a-60689238\">freigesprochen<\/a>. Allerdings habe es \u201eVers\u00e4umnisse und Fehler gegeben, etwa beim Recruiting, bei journalistischen Recherchen und bei der Auswahl von G\u00e4sten f\u00fcr Sendungen.\u201c Die Vorw\u00fcrfe in dem SZ-Artikel des Reporters MB wurden als \u201ezutreffend\u201c best\u00e4tigt, die Suspendierung der Betroffenen sei \u201egerechtfertigt\u201c gewesen. Allen Redaktionen sollten \u201eausf\u00fchrliche Guidelines mit Definitionen und Erl\u00e4uterungen zu Antisemitismus, Israelhass und Abgrenzung zu berechtigter Israelkritik an die Hand\u201c gegeben werden.<\/p>\n<p>Intendant Limbourg bedankte sich bei den Ermittlern und erkl\u00e4rte: \u201eMeinungsfreiheit ist niemals eine Rechtfertigung f\u00fcr Antisemitismus, Israelhass und Leugnung des Holocaust\u201c. Die DW werde \u201eklare, auch personelle Konsequenzen ziehen\u201c und habe in einem 10-Punktekatalog einen <a href=\"https:\/\/static.dw.com\/downloads\/60689317\/dwmassnahmenplan20220207.pdf\">Ma\u00dfnahmenplan<\/a> erstellt.<\/p>\n<p>Dieser enth\u00e4lt u.a. \u201eeine pr\u00e4zise Antisemitismus-Definition\u201c, die \u201edie Anerkennung des Existenzrecht Israels und die Ablehnung von Leugnung und Verharmlosung des Holocaust\u201c einschlie\u00dft. In der Chefredaktion werde zuk\u00fcnftig ein Kompetenzteam die Themenfelder \u201eAntisemitismus, Existenzrecht Israels und Verantwortung gegen\u00fcber der deutschen Geschichte\u201c st\u00e4rker einbinden, so Limbourg weiter. Das DW-Korrespondentenb\u00fcro in Jerusalem solle personell aufgestockt werden.<\/p>\n<p>Den f\u00fcnf Beschuldigten \u2013 drei Journalisten und zwei Journalistinnen \u2013 war kurz vor der \u00f6ffentlichen Vorstellung des Untersuchungsberichts telefonisch ihre K\u00fcndigung \u2013 Originalton: Einleitung eines Trennungsverfahrens \u2013 mitgeteilt worden. Der Leiter der arabischen Redaktion, Nasser Sharrouf, bot seinen R\u00fccktritt an, was die Deutsche Welle annahm. Libanesische Medien berichteten unter Berufung auf interne DW-Quellen, der R\u00fccktritt sei aus Protest gegen die Entlassungen zu verstehen. Besonders vor dem Hintergrund, dass allein die Verwaltung die Entlassungen beschlossen habe, ohne R\u00fccksprache mit der Redaktionsleitung. Gegen acht weitere Mitarbeiter wurden ebenfalls \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren eingeleitet. Zwei von ihnen, beides deutsch-pal\u00e4stinensische Journalisten, wurden libanesischen Medien zufolge inzwischen ebenfalls entlassen. Auch der Nachrichtendirektor der arabischen Redaktion trat von seinem Posten zur\u00fcck.<\/p>\n<h5>Die Untersuchung<\/h5>\n<p>Der 56-seitige Untersuchungsbericht beschreibt das Vorgehen. Allen Gespr\u00e4chspartnern sei \u201eVertraulichkeit\u201c zugesichert worden, weshalb keine Namen genannt w\u00fcrden. Die SZ habe f\u00fcr die Untersuchung \u201eScreenshots der Posts und Tweets nicht zur Verf\u00fcgung gestellt\u201c, doch \u201edurch intensive Recherchen, anonyme Zusendungen und unter Nutzung der Kommentarspalten\u201c sei es gelungen, die Aussagen zu rekonstruieren. Zus\u00e4tzlich wurden die \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Accounts durchsucht und teilweise \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume get\u00e4tigte Aussagen, Likes anderer Artikel, positive Zeichen der Unterst\u00fctzung anderer Aussagen gefunden. Man habe also \u201eeine Gesamtbetrachtung, teilweise \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum\u201c vorgenommen. Die schriftlich abgegebenen Stellungnahmen h\u00e4tten teilweise die Haltung des\/r Mitarbeiters\/in zus\u00e4tzlich untermauert.<\/p>\n<p>Man habe den f\u00fcnf in der SZ namentlich genannten Personen per E-Mail Gespr\u00e4che angeboten, ebenso der gesamten arabischen DW-Redaktion. Zwischen dem 17.12.21 und dem 25.1.22 seien 29 Einzelgespr\u00e4che per Videoschalte mit 32 der DW zugeh\u00f6rigen Personen gef\u00fchrt worden, die Dauer habe jeweils zwischen 30 Minuten und zwei Stunden betragen. Auch \u201emit Externen\u201c sei gesprochen worden, die relevante Perspektiven eingebracht h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Es folgt eine Auflistung ausgew\u00e4hlter \u00c4u\u00dferungen, die bis ins Jahr 2012 zur\u00fcckreichen. Der Kontext ist nicht ersichtlich. Die Untersuchung habe ein Bild ergeben, \u201edas den Vorwurf antisemitisch motivierter \u00dcberzeugungen rechtfertigt\u201c. Grundlage dieser Bewertung sei die internationale <a href=\"https:\/\/www.antisemitismusbeauftragter.de\/Webs\/BAS\/DE\/bekaempfung-antisemitismus\/ihra-definition\/ihra-definition-node.html\">\u201eIHRA\u2013Antisemitismus\u2013Definition\u201c<\/a>. Es k\u00f6nne nicht ausgeschlossen werden, \u201edass es auch k\u00fcnftig \u00e4hnliche oder vergleichbare Aussagen auf den privaten Social Media Accounts der suspendierten Mitarbeitenden geben k\u00f6nnte. Die ausgesprochenen Suspendierungen erscheinen danach gerechtfertigt.\u201c<\/p>\n<h5>Reaktionen deutscher Medien<\/h5>\n<p>In deutschen Medien wurde breit \u00fcber den Fall berichtet. Die von der SZ vorgelegten Vorw\u00fcrfe gegen die arabischen Journalisten wurden \u00fcbernommen, der \u201eRausschmiss\u201c (SZ, 8.2.2022) der arabischen Journalisten begr\u00fc\u00dft. Einigen gingen die Ma\u00dfnahmen nicht weit genug. Der SZ-Reporter MB, der mit seinem Bericht die Untersuchung ausgel\u00f6st hatte, schrieb, die Deutsche Welle habe eher \u201eein grundlegenderes Problem\u201c, als die entlassenen f\u00fcnf \u201ekrassen Einzelf\u00e4lle\u201c. SZ-Recherchen und \u201eexterne Beobachter\u201c h\u00e4tten ergeben, \u201edass die Leitung der arabischen Redaktion (\u2026.) nicht hart durchgriff.\u201c Obwohl w\u00e4hrend der Untersuchung immer mehr F\u00e4lle hinzugekommen seien, \u201ewollten die Pr\u00fcfer keinen systematischen Antisemitismus in der Redaktion feststellen\u201c. (Bezahlschranke: S\u00fcddeutsche Zeitung, Selbstkritik und Rausschmiss, 8.2.2022)<\/p>\n<p>Der Reporter SB warf in der Berliner Zeitung der Deutschen Welle vor, \u201eein gro\u00dfes Medienunternehmen wie die Deutsche Welle\u201c h\u00e4tte mit \u201einterner Expertise und Kontrolle\u201c das Verhalten der arabischen Journalisten stoppen m\u00fcssen. \u201eExterne Beratung h\u00e4tte daf\u00fcr nicht n\u00f6tig sein sollen.\u201c Der Leitung der arabischen DW-Redaktion mangele es \u201ean fachlichen und sozialen Kompetenzen\u201c und \u201eantisemitische Ausf\u00e4lle von arabischen Medienpartnern der DW in Jordanien wurden \u00fcbersehen. (\u2026) Die Spatzen hatten es l\u00e4ngst von den D\u00e4chern gepfiffen.\u201c SB kritisiert stellenweise den Untersuchungsbericht und merkt an, dass es tats\u00e4chlich in der Region viele verschiedene Meinungen gebe, \u00fcber die berichtet werden m\u00fcsste. Zudem sei es widerspr\u00fcchlich, wenn einerseits \u2013 im Konflikt mit Russland \u2013 gesagt werde, die Deutsche Welle sei kein Staatssender, andererseits aber von arabischen Mitarbeitern gefordert werde, sie m\u00fcssten die au\u00dfenpolitische Linie der Bundesregierung gegen\u00fcber Israel vertreten. Letztlich wolle die Deutsche Welle, die zudem mit Steuergeldern finanziert werde, sich reinwaschen und die Untersuchungskommission, die SB ebenso wie den Sender kritisiert, habe das geliefert. Alles in allem, so der Autor in seiner \u201ekritischen Analyse\u201c, w\u00fcrden \u201ehohle Phrasen\u201c und \u201everlogene Floskeln\u201c bem\u00fcht, mit denen schon \u201edie Deutschen in der Adenauerzeit ihren massenm\u00f6rderischen Antisemitismus vergessen machen wollten.\u201c (Bezahlschranke: Berliner Zeitung, Auf der Schmalspur des Diskursabfalls, 12.02.2022\u201c).<\/p>\n<h5>Die Betroffenen<\/h5>\n<p>Die Betroffenen oder \u201eBeschuldigten\u201c kamen in deutschen Medien nicht zu Wort. Libanesische und andere arabische Medien berichteten dagegen ausf\u00fchrlich \u00fcber das Vorgehen der DW gegen die Journalisten und sparten nicht mit Kritik. \u201eDie Demokratie des Henkers und die Freiheit des Opfers\u201c, titelte Al Akhbar (8.2.2022), eine libanesische Tageszeitung. Das Syndikat der Journalisten in Beirut verurteilte die Entscheidung der Deutschen Welle als \u201ewillk\u00fcrlich und unfair\u201c, wie es in An Nahar (8.2.2022) hie\u00df. Die beiden in Beirut arbeitenden Journalisten h\u00e4tten nie \u201egegen die Satzung und den Verhaltenskodex des Syndikats versto\u00dfen\u201c und seien \u201ef\u00fcr ihre Genauigkeit und Ehrlichkeit\u201c bekannt. Nie seien sie \u201evon den geltenden libanesischen Gesetzen\u201c abgewichen, \u201edie Israel als Feind betrachten und den Umgang mit ihm verbieten.\u201c<\/p>\n<p>Den Berichten zufolge handelt es sich bei den Journalisten um Basil Al-Aridi, seit 2019 Leiter des DW-B\u00fcros in Beirut, um Daoud Ibrahim, Ausbilder an der DW-Akademie, um Murhaf Mahmoud, Maram Salem (Shehatit) und Farah Maraqa. W\u00e4hrend dieser Artikel geschrieben wird, <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2022\/2\/15\/deutsche-welle-fires-two-more-arab-employees\">wurde bekannt<\/a>, dass auch den beiden deutsch-pal\u00e4stinensischen Journalisten Zahi Allawi und Yasser Abu Maileq gek\u00fcndigt wurde. Beide hatten seit 17 bzw. 12 Jahren f\u00fcr die Deutsche Welle gearbeitet.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit der Autorin sagte eine der Personen, das Vorgehen von DW und der Untersuchungskommission erinnerten an eine \u201eInquisition\u201c. Die Berichte in den deutschen Medien, in denen sie namentlich diffamiert worden waren, glichen einer \u201eHexenjagd\u201c. Fragen, die gestellt worden seien, seien von ihnen zwar beantwortet, aber nicht respektiert oder akzeptiert worden. Nur einiges, was den deutschen Autoren ins Konzept passte, sei \u201eaus dem Zusammenhang gerissen ver\u00f6ffentlicht\u201c worden. Die Bitte der Autorin um ein Interview wurde nach reiflicher \u00dcberlegung seitens der Person ausgeschlagen, weil \u201ejuristische Schritte\u201c gepr\u00fcft w\u00fcrden.<\/p>\n<h5>Aus dem Zusammenhang gerissen<\/h5>\n<p>Einer der Betroffenen, Daoud Ibrahim, der als Ausbilder bei der DW-Akademie in Beirut unter Vertrag stand und dem nun wegen \u201eAntisemitismus\u201c gek\u00fcndigt wurde, f\u00fchlte sich frei, dem libanesischen Nachrichtensender Al Mayadeen ein <a href=\"https:\/\/english.almayadeen.net\/news\/politics\/suspension-of-lebanese-journalist-proof-of-dws-free-speech-h\">Interview<\/a> zu geben.<\/p>\n<p>Er berichtete, dass ein deutscher Journalist ihn kontaktiert und auf einen Tweet angesprochen habe, den er vor 10 Jahren (2012) verfasst habe und in dem es um den Holocaust gegangen sei. Er habe geschrieben, \u201eDer Holocaust ist eine L\u00fcge#FreedomOfSpeech.\u201c Er habe dem Journalisten erkl\u00e4rt, dass er das \u201enach der Ver\u00f6ffentlichung von beleidigenden und satirischen Karikaturen\u201c geschrieben habe, \u201edie einen bestimmten Glauben verh\u00f6hnt und Extremismus gef\u00f6rdert\u201c h\u00e4tten. Damals seien solche Beleidigungen als \u201eMeinungsfreiheit\u201c gerechtfertigt worden. \u201eMit dem Tweet wollte ich thematisieren, ob eine Meinung \u00fcber den Holocaust auch unter diese Kategorie fallen w\u00fcrde\u201c, so Ibrahim. Er selber halte den Holocaust f\u00fcr erwiesen, aber \u201eich wollte ein bestimmtes Thema von einer bestimmten Perspektive problematisieren\u201c, zu einer bestimmten Zeit.<\/p>\n<p>Die Deutsche Welle habe ihn nach der Ver\u00f6ffentlichung des SZ-Artikels \u201eEin Sender schaut weg\u201c aufgefordert, an einer internen Anh\u00f6rung teilzunehmen. \u201eIch tat das und hielt es f\u00fcr sehr wichtig, das Thema zu erkl\u00e4ren. Schlie\u00dflich bin ich Ausbilder im Bereich Konfliktjournalismus und ethischem Journalismus.\u201c Dann habe die Untersuchungskommission ihn zu einer Videoanh\u00f6rung aufgefordert. Ibrahim erkl\u00e4rte sich unter der Bedingung bereit, dass sein Anwalt teilnehmen und das Gespr\u00e4ch aufgezeichnet werde. Die Untersuchungskommission lehnte das ab und so habe man per E-Mail kommuniziert. Die meisten Fragen h\u00e4tten seine Arbeit f\u00fcr die DW-Akademie betroffen, berichtet der Journalist. Dann aber h\u00e4tten sie wissen wollen, \u201ewelche Haltung ich zum Existenzrecht Israels habe\u201c.<\/p>\n<p>Im Vertrag mit der Deutschen Welle werde gefordert, \u201edie Gesetze der L\u00e4nder zu achten, in denen wir arbeiten\u201c. Also habe er auf der Grundlage \u201edes libanesischen Rechts, den Entscheidungen der Arabischen Liga, dem Recht auf R\u00fcckkehr und dem Recht auf Selbstbestimmung\u201c geantwortet. Der Vorwurf des Antisemitismus treffe auf Libanesen nicht zu, weil \u201ewir urspr\u00fcnglich Semiten sind\u201c, so der Journalist weiter. Wenn jemand einen zehn Jahre alten Tweet untersuche, ohne den Zusammenhang und die zeitlichen Umst\u00e4nde zu beachten, dann werde daraus eine \u201efalsche und irref\u00fchrende Information\u201c.<\/p>\n<p>2012, als Daoud Ibrahim den Tweet schrieb, hatten Gerichte in Deutschland das Zeigen der umstrittenen Mohammed-Karikaturen, die erstmals 2005 in D\u00e4nemark ver\u00f6ffentlicht worden waren, als \u201efreie Meinungs\u00e4u\u00dferung\u201c <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/gerichte-erlauben-islamkritische-karikaturen\/a-15934791\">genehmigt<\/a>. Die franz\u00f6sische Satirezeitschrift Charlie Hebdo ver\u00f6ffentlichte im gleichen Jahr neue \u201eMohammed-Karikaturen\u201c, die wegen ihrer Islamfeindlichkeit zu zahlreichen Protesten f\u00fchrten. \u00dcber beides hatte die Deutsche Welle ausf\u00fchrlich <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/frankreich-mohammed-karikaturen-sorgen-f%C3%BCr-unruhe\/av-16251207\">berichtet<\/a>.<\/p>\n<h5>\u201eMeinungsfreiheit in Europa ist eine Illusion\u201c<\/h5>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2022\/2\/11\/career-assassination-dws-scapegoating-of-arab-employees\">schrieb<\/a> die Journalistin Maram Salem im Mai 2021 auf ihrem TikTok-Kanal. Der SZ-Reporter MB \u201efand\u201c den Tweet und hob ihn neben anderen, Jahre zur\u00fcckliegenden Eintragungen hervor, was nun zu ihrer K\u00fcndigung f\u00fchrte. Maram S. stammt aus den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten im Westjordanland und kam \u00fcber ein Praktikum zur DW, wo sie Anfang 2020 fest eingestellt wurde. Zensur habe es immer gegeben, erkl\u00e4rte sie gegen\u00fcber dem katarischen Nachrichtensender Al Jazeera.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir \u00fcber die Sache der Pal\u00e4stinenser reden wollen, gibt es sehr viele rote Linien. Wir m\u00fcssen letztendlich Umschreibungen benutzen, damit wir nicht gefeuert oder abgeschoben werden.\u201c Als im Mai 2021 die Ereignisse in Jerusalem und im Gazastreifen eskaliert seien, habe man ihr gesagt, sie k\u00f6nne nicht schreiben, \u201eIsrael t\u00f6tet Kinder\u201c, das sei \u201eantisemitisch\u201c. \u201eAuch wenn man \u00fcber die Menschenrechtsverletzungen von Israel schreibt, kann man beschuldigt werden, antisemitisch zu sein\u201c.<\/p>\n<p>Im April und Mai 2021 war es in zahlreichen St\u00e4dten Israels und in den besetzten Gebieten zu Auseinandersetzungen zwischen Pal\u00e4stinensern und israelischen Polizeibeh\u00f6rden und Siedlern <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/unruhen-ersch%C3%BCttern-tempelberg-in-jerusalem\/a-57468130\">gekommen<\/a>. Milit\u00e4rische Einheiten der Hamas im Gazastreifen hatten Raketen auf Israel abgefeuert. Ausl\u00f6ser waren u.a. die geplante Zerst\u00f6rung pal\u00e4stinensischer H\u00e4user im Jerusalemer Stadtteil Scheich Jarrah. Die Deutsche Welle berichtete.<\/p>\n<p>Maram Salem bezeichnete ihre K\u00fcndigung durch die Deutsche Welle als \u201eEnde ihrer Karriere\u201c (\u201ecareer assassination\u201c). \u201eEs ist ein schwerer Schlag gegen meinen Ruf als Journalistin\u201c, sagte sie Al Jazeera. \u201eIch habe keine Chance mehr, in irgendeiner internationalen Medienorganisation noch einen Job zu finden. Besonders schwer wird es f\u00fcr mich sein, in Deutschland noch Arbeit zu finden.\u201c<\/p>\n<p>Ihre Kollegin Farah Maraq, jordanische Pal\u00e4stinenserin, die seit 2017 beim Arabischen Fernsehprogramm der Deutschen Welle arbeitete, schrieb auf ihrer Medienseite: \u201eIn den Schlagzeilen zu stehen ohne die M\u00f6glichkeit zu haben, sich zu verteidigen \u2026. macht mich krank.\u201c In dem SZ-Artikel wurde ihr vorgehalten, 2014 (nicht f\u00fcr die DW) in einem Artikel Israel mit Krebs verglichen zu haben. Kurz darauf habe sie geschrieben, wenn der IS Israel vertreiben w\u00fcrde, w\u00fcrde sie sich anschlie\u00dfen wollen. Beides habe sie ironisch gemeint und beides sei in dem SZ-Artikel aus dem Zusammenhang gerissen worden, schrieb Maraq. Zu dem gleichen Ergebnis war bereits im Dezember 2021 die in der Schweiz ans\u00e4ssige Menschenrechtsorganisation Euro-Med Human Rights Monitor gekommen. Die Organisation hatte die bereits im Spiegel ver\u00f6ffentlichten Anschuldigungen entkr\u00e4ftet und nachgewiesen, dass ihre Worte \u201eabsichtlich falsch interpretiert und aus dem Zusammenhang gerissen\u201c waren. Obwohl sie in dem SZ-Artikel wiederholt worden waren, waren sie nicht Gegenstand der DW-Untersuchung.<\/p>\n<h5>Voreingenommen, fehlerhaft und gef\u00e4hrlich<\/h5>\n<p><a href=\"https:\/\/euromedmonitor.org\/en\/About\">Euro-Med Human Rights Monitor<\/a> kritisierte den unabh\u00e4ngigen Untersuchungsbericht der Deutschen Welle als \u201evoreingenommen, fehlerhaft und gef\u00e4hrlich\u201c. Man <a href=\"https:\/\/euromedmonitor.org\/en\/article\/4900\/DW-independent-probe-into-anti-semitism-is-biased,-flawed-and-dangerous\">habe<\/a> den Bericht sorgf\u00e4ltig gelesen und verschiedene Probleme gefunden, \u201e<em>die seine Ergebnisse in Frage stellen<\/em>\u201c. Man sei zu dem Schluss gekommen, \u201e<em>dass der Rahmen, die Analyse und die Empfehlungen des Berichts zahlreiche Hinweise auf eine Voreingenommenheit zugunsten Israels und gegen die Pal\u00e4stinenser enthalten.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Kritisiert wird, dass die Untersuchung auf einer umstrittenen Definition von Antisemitismus basiere. Dabei handelt es sich um die so genannte IHRA-Definition, die von der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken vertreten wird und die sich auch die Bundesregierung zu eigen gemacht hat. Diese Definition sei in die Kritik geraten, \u201eals Waffe eingesetzt zu werden, um pro-pal\u00e4stinensische \u00c4u\u00dferungen zu unterdr\u00fccken und legitime Kritik am israelischen Vorgehen und seiner Politik mit Antisemitismus gleichzusetzen\u201c, hei\u00dft es in der Stellungnahme von Euro-Med Human Rights Monitor. So w\u00fcrden beispielsweise Berichte \u00fcber die pal\u00e4stinensische Nakba, die Katastrophe der Vertreibung der Pal\u00e4stinenser aus ihrer Heimat 1947\/48 als \u201eantisemitisch\u201c eingestuft, weil sie angeblich das Existenzrecht Israels infrage stellten.<\/p>\n<p>Kritisiert wurde auch, dass den beschuldigten Journalisten keine M\u00f6glichkeit gegeben worden sei, sich zu verteidigen. Sonst h\u00e4tten sie die aus dem Zusammenhang gerissenen Vorw\u00fcrfe gegen sich entkr\u00e4ften k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5>Warum verfolgen Journalisten andere Journalisten?<\/h5>\n<p>Was mag den SZ-Reporter MB dazu gebracht haben, arabische Kollegen und Kolleginnen auszuspionieren und zu diffamieren? Der Artikel \u201eEin Sender schaut weg\u201c liest sich wie ein polizeilicher Ermittlungsbericht, der einem Staatsanwalt vorgelegt werden soll. Die Frage geht auch an Reporter anderer Medien, wie dem Spiegel, dem Berliner Tagesspiegel oder der BILD-Zeitung, um einige Beispiele zu nennen, die sich mit diffamierenden Artikeln seit Jahren gegen andere Journalisten hervortun.<\/p>\n<p>Warum sollte ein Journalist auf die Idee kommen, Jahre zur\u00fcckliegende Tweets von anderen Journalisten, die zudem noch gel\u00f6scht waren, wieder herzustellen? MB \u2013 der heute im SZ-Feuilleton schreibt \u2013 war zuvor bei der SZ f\u00fcr den Nahen Osten zust\u00e4ndig. Dort gibt es wahrlich genug Material f\u00fcr Reportagen. Selbst das Thema eines angeblichen \u201eAntisemitismus\u201c in der arabischen Gesellschaft h\u00e4tte gut bearbeitet werden k\u00f6nnen, h\u00e4tte der Reporter die verschiedenen Standpunkte und Sichtweisen und vor allem die Geschichte recherchiert und die Konfliktlinien und Hintergr\u00fcnde herausgearbeitet.<\/p>\n<p>Doch darum ging es dem Reporter MB nicht. Seine einseitige Parteinahme f\u00fcr Israel ist offensichtlich. MB ging es nicht um Information und Aufkl\u00e4rung, ihm ging es um Anklage und Diffamierung. Beides allerdings hat in seri\u00f6sen journalistischen Texten nichts zu suchen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich ist auch, dass dem Reporter MB die Idee nicht selber kam, sondern dass sie ihm zugetragen wurde. In seinem Artikel erw\u00e4hnt MB \u201eHinweisgeber\u201c und \u201eLeser\u201c, die an den Ermittlungen und Gespr\u00e4chen mit der Deutschen Welle beteiligt gewesen seien. Vielleicht waren Idee, Recherche und Text also auch eine Teamarbeit und jemand hat dem SZ-Autor Akten und Material vorgelegt, die von einer anderen Stelle gesammelt worden waren? Vielleicht hat jemand gesagt: Schreib das mal. Der Untersuchungsbericht spricht von \u201eanonymen Zusendungen\u201c, wer k\u00f6nnte damit gemeint sein? Es k\u00f6nnte sein, dass die Tweets gar nicht von dem SZ-Reporter MB in m\u00fchevoller Recherchearbeit \u201ewiederhergestellt\u201c worden sein k\u00f6nnten. M\u00f6glicherweise hat ihm jemand dabei geholfen, jemand mit dem notwendigen technischen Know-How? Vielleicht wurde die private Kommunikation dieser f\u00fcnf Journalisten auch schon seit Jahren \u00fcberwacht und gespeichert? Wenn ja, von wem? Und mag der Reporter MB gewusst oder geahnt haben, woher die Informationen stammten, die er schlie\u00dflich \u2013 ohne rechts und links zu sehen \u2013 in eine Anklageschrift verwandelte?<\/p>\n<p>Ein Reporter mit Scheuklappen ist nicht in der Lage, die Realit\u00e4t zu erkennen. Daher konnte MB nicht berichten, dass \u201eAntisemitismus\u201c keine arabische, sondern eine zutiefst europ\u00e4ische Angelegenheit ist. Er wollte von den arabischen Kolleginnen und Kollegen nichts wissen \u00fcber deren Arbeit und ihre Arbeitsbedingungen. Die t\u00e4gliche Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser, die anhaltende Landnahme der syrischen Golanh\u00f6hen und der libanesischen Schebaa-Farmen, Hauszerst\u00f6rungen und die milit\u00e4rische Besatzung und Besiedlung der besetzten arabischen Gebiete, die Belagerung des Gaza-Streifens, die Kritik der Pal\u00e4stinenser und arabischer Gesellschaften an dem Herrschaftsgebaren von Israel und ihr Zorn \u00fcber Besatzung und Apartheid interessierte ihn nicht.<\/p>\n<h5>Der blinde Reporter<\/h5>\n<p>Und obwohl MB zum Team von Die Zeit und SZ geh\u00f6rte, das eine 2021 preisgekr\u00f6nte Recherche \u00fcber das \u201eProjekt Pegasus\u201c <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/reporterpreis-reporter-innenpreis-2021-1.5481841\">vorlegte<\/a>, interessierte es ihn auch nicht, dass Journalisten, Politiker und Menschenrechtler im Nahen Osten seit Jahren von der israelischen Spionage-Software Pegasus angegriffen und ausgesp\u00e4ht werden. Dar\u00fcber h\u00e4tte sich eine Reportage gelohnt.<\/p>\n<p>Die Leiterin des B\u00fcros von Human Rights Watch (HRW) in Beirut, Lama Fakih, war im November 2021 von Apple \u00fcber einen \u201estaatlich beauftragten Angreifer\u201c <a href=\"https:\/\/www.al-monitor.com\/originals\/2022\/01\/human-rights-watch-staffer-hacked-pegasus-spyware#ixzz7L5iCGefh\">informiert worden<\/a>. \u00dcber eine digitale forensische Analyse fand Fakih heraus, dass zwei ihrer Telefone zwischen April und August 2021 f\u00fcnf Mal von Pegasus infiltriert worden waren. Ein Sicherheitslabor von Amnesty International, das von HRW hinzugezogen worden war, best\u00e4tigte den Angriff.<\/p>\n<p>Die Spionage-Software Pegasus wurde von der israelischen Firma NSO entwickelt und kann von au\u00dfen in einem Mobiltelefon installiert werden und den Inhalt des Mobiltelefons, die Kamera und das Mikrofon aussp\u00e4hen und an Auftraggeber weiterleiten. Regierungen setzten Pegasus ein, um gegen Terror und andere Verbrechen zu k\u00e4mpfen, hie\u00df es seitens der Firma NSO.<\/p>\n<p>Doch HRW erkl\u00e4rte , es sei bekannt, \u201edass Regierungen die Spionage-Software von NSO benutzen, um Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und andere, die auf Verbrechen hinweisen, auszuspionieren und zum Schweigen zu bringen.\u201c Lama Fakih aus dem HRW-B\u00fcro in Beirut <a href=\"https:\/\/newsvideo.su\/video\/16625396\">sagte<\/a> im Gespr\u00e4ch mit Afshin Rattansi, der die RT-Sendung \u201eGoing Underground\u201c moderiert, allein im Libanon seien in den vergangenen Jahren mindestens 300 Personen mit Pegasus von staatlichen Auftraggebern angegriffen worden, darunter \u201eJournalisten und hochrangige Politiker\u201c.<\/p>\n<p>\u201eAusspionieren und zum Schweigen bringen\u201d \u2013 das Ergebnis des SZ-Artikels \u201eEin Sender schaut weg\u201c ist das gleiche. Journalisten und Journalistinnen wurden vom Reporter MB ausgesp\u00e4ht, \u00f6ffentlich denunziert und verloren ihre Arbeit, die sie seit Jahren mit Hingabe, aus \u00dcberzeugung und auch unter Gefahren in den Kriegs- und Krisengebieten des Nahen Ostens nachgegangen waren. Sie wollten den Konflikt in ihrer Heimat der \u00d6ffentlichkeit erkl\u00e4ren, nun haben sie ihre Existenzen verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Karin Leukefeld ist freie Journalistin und Buchautorin<\/em><\/p>\n<p>Wir danken der Autorin f\u00fcr die Genehmigung zur Ver\u00f6ffentlichung ihres Artikels auf unserer Webseite.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle der Erstver\u00f6ffentlichung: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80947\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=80947<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: Collage von Ralf Lux unter Verwendung von:<br \/>\nGesicht: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/k%c3%bcnstler-portr%c3%a4t-person-kunst-mann-3852896\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">pixabay.com<\/a> \/ <a class=\"hover_opacity\" href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/orhanyunus18-7628115\/\">orhanyunus18<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/service\/license\/\">Pixabay License<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Von Karin Leukefeld<\/b><br \/>\nDie Deutsche Welle (DW) hat f\u00fcnf Mitarbeiter der arabischen Redaktion entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, sich privat in \u201esozialen Medien\u201c \u201eanti-semitisch\u201c und \u201eisrael-feindlich\u201c ge\u00e4u\u00dfert zu haben. Die \u00c4u\u00dferungen liegen bis zu 10 Jahre zur\u00fcck und wurden teilweise vor Jahren gel\u00f6scht, doch der Reporter MB von der S\u00fcddeutschen Zeitung fand Mittel und Wege, um die gel\u00f6schten Meinungen der arabischen Journalisten wieder herzustellen. &#8230; Der Deutschen Welle warf MB vor, nichts gegen die Journalisten unternommen zu haben. 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