{"id":12211,"date":"2022-02-19T01:38:35","date_gmt":"2022-02-19T00:38:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12211"},"modified":"2022-03-05T00:02:42","modified_gmt":"2022-03-04T23:02:42","slug":"die-westliche-politik-der-staerke-bedroht-frieden-und-sicherheit-fuer-alle-voelker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=12211","title":{"rendered":"Die westliche &#8222;Politik der St\u00e4rke&#8220; bedroht Frieden und Sicherheit f\u00fcr alle V\u00f6lker"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Kapitalismus ist nicht in der Lage, seine innere Widerspr\u00fcchlichkeit und Krisen zu bew\u00e4ltigen. Um das System zu erhalten, betreiben die USA und die NATO seine Expansion. Sie setzen dabei auf eine &#8222;Politik der St\u00e4rke&#8220;. Und das ist eine grundlegende Ursache f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Aggressionspolitik. <\/strong><\/p>\n<p><em>eine Analyse von\u00a0<strong>Prof. Dr. Anton Latzo<\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Erstver\u00f6ffentlichung am 15.02.2022 auf <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/131504-sicherheit-und-frieden-sind-voraussetzung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RT DE<\/a><\/span><\/p>\n<p>Die Entwicklung der internationalen Beziehungen in den vergangenen Jahrzehnten und auch die aktuellen Auseinandersetzungen zeigen, dass die USA und ihre treuen Verb\u00fcndeten eine undifferenzierte, sich haupts\u00e4chlich in den Denkkategorien der \u00f6konomischen und milit\u00e4rischen Erpressung, der geistig-kulturellen und politischen Destabilisierung und des frontalen Angriffs bewegende &#8222;Politik der St\u00e4rke&#8220; bevorzugen.<\/p>\n<p>Diese wurde seit den 1960er Jahren auf der Grundlage von John F. Kennedys Politik der &#8222;Zusammenarbeit und des Konflikts&#8220; durch wesentlich verst\u00e4rkter und systematischer Einbeziehung nichtmilit\u00e4rischer Kampfformen, also weitgehender \u00f6konomischer, ideologischer und politisch-psychologischer Mittel und Methoden, erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>In diesem Rahmen erfolgte die Profilierung der NATO aus einem &#8222;Milit\u00e4rb\u00fcndnis zur Eind\u00e4mmung des Kommunismus in eine &#8218;Br\u00fccke&#8216; zur Verbindung mit den L\u00e4ndern Ostmitteleuropas und der Sowjetunion&#8220;, wie der US-Vor&#8220;denker&#8220; Robert Strausz-Hup\u00e9 erkl\u00e4rte. &#8222;\u00dcber diese &#8218;Br\u00fccke&#8216; soll der Handels- und Kulturaustausch in immer st\u00e4rkerem Ma\u00dfe flie\u00dfen. Dieser wird die kommunistischen Gesellschaften &#8218;aufbrechen'&#8220;, so Strausz-Hup\u00e9 im Gleichklang mit Kissinger, Brzezi\u0144ski\u00a0u. a. Der ehemalige US-Senator Thomas J. Dodd forderte: &#8222;Notwendig ist eine Umwandlung oder &#8218;Erschlie\u00dfung&#8216; der kommunistischen Gesellschaft. Der Schl\u00fcssel zur Hinhaltetaktik ist die NATO.&#8220;<\/p>\n<h5>Neue Ziele<\/h5>\n<p>Die &#8222;kommunistische Gesellschaft&#8220; in Osteuropa und auch die Sowjetunion bestehen zwar nicht mehr. Mit ihrer Beseitigung auf genannter Grundlage wurde aber offensichtlich nur ein Zwischenziel der internationalen Reaktion, besonders der USA, erreicht. Russland als geopolitischer Faktor und mit seinen Reicht\u00fcmern ist \u2013 nach den Pl\u00e4nen, die Brzezi\u0144ski, Kissinger und Co. erarbeitet haben \u2013 noch nicht zu Ende aufgeteilt. Und vor allem China entwickelt sich nicht nach den Vorstellungen der Denkfabriken und der dahinterstehenden Kr\u00e4fte. Im Gegenteil.<\/p>\n<p>Gleichzeitig best\u00e4tigt sich immer wieder, dass der Kapitalismus nicht in der Lage ist, seine innere Widerspr\u00fcchlichkeit und die damit zusammenh\u00e4ngenden Krisen zu bew\u00e4ltigen. Er vergr\u00f6\u00dfert die Armut, die Unsicherheit und die Kriegsgefahr in der Welt. Seine Vertreter wollen aber trotzdem seine Erhaltung und betreiben aktiv seine Expansion. Und das ist eine grundlegende Ursache f\u00fcr Aggressionspolitik.<\/p>\n<p>Das erhellt schlagartig, welche Rolle die NATO und die anderen imperialistischen B\u00fcndnisse noch zu spielen haben, um die Expansion \u00fcber Eurasien zu vollenden, damit die ganze Welt nach dem Bilde des Kapitals gestaltet werden kann! Dazu werden Osteuropa und die ehemaligen Sowjetrepubliken als Aufmarschgebiet missbraucht. Das Konzept der Politik der St\u00e4rke soll durch &#8222;Abschreckung und Dialog&#8220; verwirklicht werden.<\/p>\n<p>Die &#8222;Politik der St\u00e4rke&#8220; hat also niemals aufgeh\u00f6rt. Sie bestimmt im Grunde und zunehmend\u00a0 auch das Verhalten der NATO-M\u00e4chte untereinander. In der Hauptsache richtet sie sich nicht nur gegen China und Russland, sondern gegen alle Staaten, die gleiche Sicherheit und friedliche und gleichberechtigte Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil anstreben.<\/p>\n<p>China und Russland stehen dabei im Mittelpunkt. Ihnen gegen\u00fcber will man nicht friedliche Koexistenz zum Wohle der V\u00f6lker und des Friedens, sondern Konkurrenz, besser gesagt Ausschaltung des Konkurrenten. Sie investieren nicht nur in den milit\u00e4risch-industriellen Komplex, sondern auch in die Entwicklung von Forschung und Entwicklung, in die Entwicklung neuer Konzeptionen und Methoden, neuer Taktiken und neuer Varianten, neuer Instrumente und Institutionen f\u00fcr die F\u00fchrung des antikommunistischen Kampfes, den Kennedy als den &#8222;neuen und h\u00e4rteren Kampf&#8220; zwischen den antagonistischen Gesellschaftsordnungen (Systemen) bezeichnete. Das bestimmt bis heute den Hauptinhalt der internationalen Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Die USA und ihre Verb\u00fcndeten erheben sich zur letzten Instanz, die \u00fcber Stagnation und damit Verfall oder Entwicklung der menschlichen Gesellschaft entscheiden will. Ende des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderts glaubten sie, dem Ziel sehr nahe zu sein. Regierende und Anh\u00e4nger des Kapitals aller L\u00e4nder proklamierten sogar das &#8222;Ende der Geschichte&#8220;.<\/p>\n<h5>Politik der St\u00e4rke<\/h5>\n<p>Diese Auffassung von Politik, die auch in fr\u00fcheren Jahrhunderten verfolgt wurde, haben die Vertreter des Humanismus schon immer abgelehnt. Sie stie\u00dfen aber stets auf diejenigen, die ihre Sicherheit mit ST\u00c4RKE verbunden haben, St\u00e4rke, die sie durch Aneignung der Ergebnisse fremder Arbeit und fremden Eigentums angeh\u00e4uft haben.<\/p>\n<p>Die ST\u00c4RKE wurde zum Fundament des Rechts und der Gerechtigkeit \u2013 im Inneren und nach au\u00dfen \u2013 erkl\u00e4rt. St\u00e4rke bestimmte Moral, Recht und Politik \u2013 und bestimmt sie bis in die heutige Zeit. Der Krieg wurde zum legitimen Mittel, politische Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Damit wurde der Anspruch auf und die Aus\u00fcbung von Macht im Inneren gerechtfertigt. Die Theorie und Praxis der Politik der St\u00e4rke dienten zugleich als Grundlage f\u00fcr die Mobilisierung der Kr\u00e4fte und Mittel, die man zur Vereitelung von Angriffen von au\u00dfen und f\u00fcr den Aufbau des Widerstands dagegen brauchte. Das bezog sich einerseits auf die Mobilisierung der inneren menschlichen und materiellen Ressourcen und andererseits auf den Abschluss von Vereinbarungen mit anderen M\u00e4chten zur Bildung von Allianzen gegen Konkurrenten, zur Koordinierung der Verteidigung gegen dritte Staaten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sicherheit zu sorgen, bedeutete und bedeutet also f\u00fcr einen kapitalistischen Staat, eine solche Konstellation von Kr\u00e4ften und Bedingungen herbeizuf\u00fchren, die ihn davor sch\u00fctzen, Objekt eines Angriffs zu sein, die den Erfolg eines Angriffs vereiteln und den eigenen Angriff zur Sicherung h\u00f6chster Monopolprofite durch Anwendung \u00f6konomischer und politischer Herrschaft und Gewalt als legal erm\u00f6glichen und absichern.<\/p>\n<p>In verschiedenen historischen Zeitabschnitten waren die Anstrengungen der jeweils Regierenden von den jeweils vorherrschenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen bestimmt. Unter Bedingungen privaten Eigentums wurde aber die einzeln oder kollektiv zur &#8222;Verteidigung&#8220; und Konsolidierung der Sicherheit aufgebaute St\u00e4rke in der Regel in eine Plattform der Aggression und des Krieges umgewandelt.<\/p>\n<p>Diese gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse hatten auch zur Folge, dass als Formel f\u00fcr die Vermeidung von Gewaltanwendung das Konzept des Gleichgewichts der Kr\u00e4fte entwickelt wurde.<\/p>\n<h5>Friedliche Koexistenz ist m\u00f6glich<\/h5>\n<p>Mit der Ver\u00e4nderung des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses zwischen Warschauer Vertragsorganisation (WVO) und NATO ist es in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts gelungen, auf der Grundlage der Vorschl\u00e4ge der WVO einen Prozess der politischen Entspannung einzuleiten, der zur KSZE und zu den ihr folgenden Schritten f\u00fchrte und die Hoffnung auf Dauerhaftigkeit aufkeimen lie\u00df.<\/p>\n<p>In Vorbereitung und w\u00e4hrend der Konferenz wurde erfolgreich um die Frage der Sicherheit und damit um einen umfassenden Prinzipienkatalog gerungen. In dessen Folge konnte ein Sicherheitsbegriff sowie eine breite Palette der Zusammenarbeit erarbeitet werden. Differenzen gab es auch, zum Beispiel in der Frage der Gewichtung der einzelnen &#8222;K\u00f6rbe&#8220;. Trotzdem war kein Teilnehmer bereit und in der Lage, die Verantwortung f\u00fcr ein Scheitern der Konferenz zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das Zustandekommen und der Verlauf der KSZE erbrachten den Beweis, dass es m\u00f6glich ist, einen Kompromiss zu schlie\u00dfen, der dem Frieden und der Sicherheit der V\u00f6lker dient und eine konstruktive Zusammenarbeit der Staaten erm\u00f6glicht. Die KSZE war eine Abmachung, bei der alle beteiligten Seiten gegeben und erhalten haben.<\/p>\n<h5>Hegemonie ist angesagt<\/h5>\n<p>Aber schon kurz nach der Konferenz nahmen die Auseinandersetzungen um den weiteren KSZE-Prozess zu. US-Pr\u00e4sident G. Ford schaltete in seinem letzten Amtsjahr von der Losung &#8222;Frieden durch Entspannung&#8220; auf die \u00fcberholte Formel von &#8222;Frieden durch St\u00e4rke&#8220; um, die sp\u00e4testens im Atomzeitalter aufgeh\u00f6rt hatte, Leitlinie einer wirkungsvollen Politik zu sein. Pr\u00e4sident J. Carter r\u00e4umte der &#8222;Durchsetzung der Menschenrechte&#8220; in der Welt Priorit\u00e4t ein, was die negativen Wirkungen in den internationalen Beziehungen weiter steigerte. Pr\u00e4sident Reagan setzte dann voll auf die Politik der St\u00e4rke und auf den R\u00fcstungswettlauf. Das bewirkte zwar nicht die Au\u00dferkraftsetzung des KSZE-Prozesses, schloss aber eine Fortsetzung, eine Wiederholung eines solchen Ereignisses aus.<\/p>\n<p>Immer mehr praktizierten die USA eine Au\u00dfenpolitik, die dadurch gekennzeichnet war, dass in einer Zeit (Atomzeitalter), in der der Krieg aufh\u00f6rte, ein Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele zu sein, die USA sich auf modernste Waffenarten, aber zugleich auf eine \u00fcberholte politische Philosophie st\u00fctzten, die die &#8222;eigene&#8220; nationale Sicherheit nicht unbedingt mit den Erfordernissen der internationalen Sicherheit verbunden hat. F\u00fcr sie spielt noch immer die Vorstellung eine Rolle,\u00a0die die nationale Sicherheit mehr oder minder mit einem Sieg im Kriegsfall verbindet. Politik in der Gegenwart erfordert aber, dass nationale Sicherheit unter den Bedingungen des Atomzeitalters mit der internationalen Sicherheit, mit der globalen Sicherheit verkn\u00fcpft wird!<\/p>\n<p>Gleichzeitig wurde trotz &#8222;\u00dcbers\u00e4ttigung&#8220; des Planeten mit nuklearen und konventionellen Massenvernichtungsmitteln durch die USA, NATO und Verb\u00fcndete das Auf- und Wettr\u00fcsten intensiv fortgesetzt und auch damit die globale Sicherheit mehr und mehr unterh\u00f6hlt, weil es u.a. Waffenarten hervorbringt, die seitens anderer Staaten immer weniger kontrollierbar oder \u00fcberpr\u00fcfbar sind. Unter solchen Bedingungen kann die internationale Sicherheit und auch die nationale Sicherheit nicht stabil sein.<\/p>\n<p>Im sogenannten Atomzeitalter ist auch die jahrhundertealte Vorstellung (der USA), dass sich &#8222;eigene&#8220; nationale Sicherheit nicht mit der nationalen Sicherheit anderer V\u00f6lker verbinden l\u00e4sst, \u00fcberholt. Sie ist aber nicht aus der politischen Logik des amerikanischen Imperialismus verbannt worden. Daf\u00fcr stehen die Interventionshandlungen der USA vom Persischen Golf bis zur Karibik und nach S\u00fcdostasien und Afghanistan, die immer mit der &#8222;Sorge&#8220; um die nationale Sicherheit der USA begr\u00fcndet wurden. Die USA verletzen bis heute die nationale Sicherheit anderer L\u00e4nder, indem sie sich auf Interessen der eigenen nationalen Sicherheit berufen.<\/p>\n<p>Dabei ist in der Zwischenzeit erwiesen, dass unter den Bedingungen des Atomzeitalters internationale Konfliktsituationen nicht mit milit\u00e4rischer Gewalt entschieden werden k\u00f6nnen. Die legitimen nationalen Interessen k\u00f6nnen unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen nur auf der Grundlage eines sicheren Gleichgewichts gew\u00e4hrleistet werden, das nicht auf einseitiger Nachr\u00fcstung, sondern auf gegenseitigem Abbau des Wettr\u00fcstens begr\u00fcndet ist, wobei das Prinzip der gleichen Sicherheit eingehalten werden muss.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich besteht eine weitere Grunderkenntnis des Zeitalters darin, dass Verzicht auf Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung eine unerl\u00e4ssliche Bedingung f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Sicherheit im regionalen und globalen Rahmen ist.<\/p>\n<p>Die Politik der USA und der NATO war seit den 1980er Jahren allen diesen Erkenntnissen entgegengesetzt. Hegemonie war angesagt. Die amerikanische Politik wurde schon Anfang der 1990er Jahre von den Kernthesen des &#8222;No Rivals-&#8222;Plans, der im Auftrag von US-Verteidigungsminister Dick Cheney und unter Aufsicht von Paul Wolfowitz erarbeitet und Anfang 1992 ver\u00f6ffentlicht wurde, bestimmt.<\/p>\n<p>Die Kernthesen, die nicht nur die au\u00dfenpolitischen und milit\u00e4rstrategischen Ziele der USA enthalten, sondern auch f\u00fcr deren NATO-Verb\u00fcndeten Orientierung gaben, besagen: &#8222;Unser Ziel ist, den (Wieder-)Aufstieg eines neuen Rivalen zu verh\u00fcten, sei es auf dem Gebiet der fr\u00fcheren Sowjetunion oder anderswo, der eine Bedrohung der Gr\u00f6\u00dfenordnung darstellt, wie fr\u00fcher die Sowjetunion. Das ist eine beherrschende \u00dcberlegung, die der neuen Verteidigungsstrategie f\u00fcr die Region zugrunde liegt. Dies erfordert, dass wir versuchen m\u00fcssen zu verh\u00fcten, dass irgendeine feindliche Macht eine Region dominiert, deren Ressourcen \u2013 unter gefestigter Kontrolle \u2013 ausreichen w\u00fcrden, eine Weltmachtposition zu schaffen. Zu diesen Regionen geh\u00f6ren Westeuropa, Ostasien, die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion und S\u00fcdwestasien.&#8220; Es wird ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass diese Leitlinien die &#8222;grundlegend neue Situation&#8220; ber\u00fccksichtigen, &#8222;die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion geschaffen wurde&#8220;. So weit zum Konzept gegen\u00fcber &#8222;Gegnern&#8220;.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht man aber &#8222;Partner&#8220;. F\u00fcr das Verh\u00e4ltnis zwischen den USA und ihren B\u00fcndnispartnern wurde ausgef\u00fchrt:<\/p>\n<ol>\n<li>Die USA m\u00fcssen &#8222;die F\u00fchrungskraft an den Tag legen, die zur Errichtung und zum Schutz einer neuen Ordnung n\u00f6tig ist&#8220;. Es sollten die &#8222;potenziellen Konkurrenten davon \u00fcberzeugt werden, dass sie keine Rolle anstreben und keine aggressive Haltung zum Schutz ihrer legitimen Interessen einzunehmen brauchen&#8220;.<\/li>\n<li>Die USA m\u00fcssen &#8222;auf dem nichtmilit\u00e4rischen Gebiet den Interessen der fortgeschrittenen industrialisierten Staaten ausreichend Rechnung tragen, um sie davon abzuhalten, unsere F\u00fchrungsrolle anzuzweifeln oder zu versuchen, die etablierte politische und wirtschaftliche Ordnung umzust\u00fcrzen&#8220;.<\/li>\n<li>Obwohl es die Warschauer Vertragsorganisation nicht mehr gab, wurde die NATO auch in diesem Plan weiterhin als &#8222;Hauptinstrument der westlichen Verteidigung und Sicherheit und zugleich als Kanal US-amerikanischer Einflussnahme und Partizipation in den europ\u00e4ischen Sicherheitsfragen&#8220; eingestuft. Die USA &#8222;unterst\u00fctzen das Ziel der europ\u00e4ischen Integration&#8220;, hie\u00df es weiter, &#8222;aber wir m\u00fcssen das Aufkommen exklusiv europ\u00e4ischer Sicherheitsvereinbarungen, welche die NATO und insbesondere die integrierte Befehlsstruktur der Allianz untergraben k\u00f6nnten, zu verhindern suchen&#8220;.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das sind eindeutige Aussagen, die aber ebenso eindeutig diejenigen widerlegen, die vom Ende des &#8222;kalten Krieges&#8220; sprechen, f\u00fcr den ja, wie immer, Russland und seine Partner angeblich die Schuld tragen.<\/p>\n<p>Die tats\u00e4chlichen konzeptionellen und praktischen Schritte der Au\u00dfenpolitik zeigen, dass schon 1992 die alleinige Hegemonie das Handeln der USA bestimmte.<\/p>\n<p>In der Fortsetzung der &#8222;Politik der St\u00e4rke&#8220; und ihrer Ausdehnung auf die ehemaligen sozialistischen L\u00e4nder in Europa liegt die tats\u00e4chliche Ursache nicht nur f\u00fcr die Aggression gegen Jugoslawien und andere Staaten, sondern auch f\u00fcr die folgenden &#8222;bunten&#8220; und anderen &#8222;Revolutionen&#8220; in den ehemaligen Sowjetrepubliken und f\u00fcr die Anstrengungen, diese in eine Aufmarschbasis gegen Russland, die von der Ostsee \u00fcber das Schwarze Meer bis nach Zentralasien reicht \u2013 womit man ja auch bis an die Grenzen der VR China herankommt \u2013, umzuwandeln.<\/p>\n<p>Bemerkenswert: In diesem Plan der USA und damit der NATO wird breit \u00fcber die Sicherung der F\u00fchrungsrolle der USA nachgedacht. Die Fragen, wie man zur Sicherung des Friedens, zu Sicherheit f\u00fcr die V\u00f6lker und zu einer gedeihlichen, gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit der Staaten und V\u00f6lker kommen k\u00f6nnte, spielten und spielen keine Rolle. Die aggressive Politik der St\u00e4rke wurde nie aufgegeben. Sie wurde nur den neuen Bedingungen angepasst!<\/p>\n<p>Die NATO und die Handlungsr\u00e4ume f\u00fcr die aggressive Politik der Hegemonie und der Expansion der USA und ihrer Verb\u00fcndeten wurde betr\u00e4chtlich erweitert und zur realen Gefahr f\u00fcr den Bestand vor allem Russlands!<\/p>\n<h5>Eine Friedenskraft formiert sich<\/h5>\n<p>Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Bedingungen ist die Entwicklung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Russland und der VR China zu einem entscheidenden Faktor geworden, der Frieden und Sicherheit f\u00fcr die V\u00f6lker und Staaten gew\u00e4hrleistet und eine internationale Zusammenarbeit in Sicherheit und zum gegenseitigen Vorteil der Beteiligten erm\u00f6glicht. Zusammen spielen beide L\u00e4nder eine entscheidende stabilisierende Rolle in der gegenw\u00e4rtigen, alles andere als einfachen internationalen Situation. Sie werden immer mehr zu jener Kraft, die zur Demokratisierung der internationalen Beziehungen f\u00fchren kann, um diesem System einen gerechteren und integrativen Charakter zu verleihen. Gemeinsam sind sie, im B\u00fcndnis mit der Mehrheit der Staaten, in der Lage, die zentrale Koordinierungsrolle der Vereinten Nationen im Weltgeschehen zu st\u00e4rken und die weitere Erosion des internationalen Rechtssystems, das seine Grundlage in der UN-Charta findet, zu verhindern.<\/p>\n<p>Das sind die eigentlichen Fragen und Entwicklungen, die den Hintergrund der Auseinandersetzungen in und um die Ukraine, um die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, in Osteuropa sowie in Zentral- und S\u00fcdostasien bestimmen.<\/p>\n<p>Der Blick Russlands und Chinas ist dabei nicht prim\u00e4r geografisch bestimmt. Er ergibt sich aus den konkreten Erfordernissen, die aus den Herausforderungen auf dem Gebiet der internationalen Sicherheit erwachsen.<\/p>\n<p>Im Unterschied zum Konzept der USA und der NATO erkl\u00e4ren sie in ihrer gemeinsamen Erkl\u00e4rung vom Februar 2022, dass sie &#8222;von der Tatsache aus(gehen), dass die Schicksale der V\u00f6lker aller L\u00e4nder miteinander verbunden sind. Kein Staat kann und sollte seine Sicherheit isoliert von der Sicherheit der ganzen Welt und auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten gew\u00e4hrleisten&#8220;. Das ist der wahre Kern der aktuellen internationalen Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Prof. Dr. Anton Latzo ist Historiker und Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Link zur Erstver\u00f6ffentlichung: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/131504-sicherheit-und-frieden-sind-voraussetzung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.rt.com\/international\/131504-sicherheit-und-frieden-sind-voraussetzung\/<\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: <span class=\"mw-mmv-title\">Deutsche und niederl\u00e4ndische Panzer nach einer \u00dcbung im Juni 2017inLitauen<br \/>\nFoto: U.S. Army \/ Sgt. Shiloh Capers &#8211; Gemeinfrei<br \/>\n<\/span>Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=64878543\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=64878543<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Analyse von\u00a0Prof. Dr. Anton Latzo<\/b><br \/>\nDie Entwicklung der internationalen Beziehungen in den vergangenen Jahrzehnten und auch die aktuellen Auseinandersetzungen zeigen, dass die USA und ihre treuen Verb\u00fcndeten eine undifferenzierte, sich haupts\u00e4chlich in den Denkkategorien der \u00f6konomischen und milit\u00e4rischen Erpressung, der geistig-kulturellen und politischen Destabilisierung und des frontalen Angriffs bewegende &#8222;Politik der St\u00e4rke&#8220; bevorzugen.<br \/>\nDiese wurde seit den 1960er Jahren auf der Grundlage von John F. Kennedys Politik der &#8222;Zusammenarbeit und des Konflikts&#8220; durch wesentlich verst\u00e4rkter und systematischer Einbeziehung nichtmilit\u00e4rischer Kampfformen, also weitgehender \u00f6konomischer, ideologischer und politisch-psychologischer Mittel und Methoden, erg\u00e4nzt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":12230,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[13,1162],"tags":[1061,413,335,1165,56,222,185],"class_list":["post-12211","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-antifaschismus-solidaritaet","category-geschichte","tag-atomwaffen","tag-china","tag-frieden","tag-kalter-krieg","tag-nato","tag-russland","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/NATO_Allies_bridge_the_Suwalki_Gap_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-3aX","jetpack-related-posts":[{"id":6128,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=6128","url_meta":{"origin":12211,"position":0},"title":"Aufruf zum Berliner Ostermarsch 2019","author":"Webredaktion","date":"2. 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April 2024","format":false,"excerpt":"Scholz ist das Problem, nicht die L\u00f6sung \u2013 Kanzler blitzt in China ab Beitrag von Gert Ewen Ungar Es gehe ihm um einen gerechten Frieden, behauptet Scholz, wenn er \u00fcber die Ukraine spricht. \"Gerechter Frieden f\u00fcr die Ukraine\" ist die neue rhetorische Verpackung f\u00fcr das immer gleiche Ziel: Der Ukraine\u2026","rel":"","context":"In &quot;Demokratie \u2013 Medien \u2013 Aufkl\u00e4rung&quot;","block_context":{"text":"Demokratie \u2013 Medien \u2013 Aufkl\u00e4rung","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=12"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Scholz_in_Slowenien_53612855283_Ausschnitt_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":20980,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=20980","url_meta":{"origin":12211,"position":2},"title":"&#8222;Der Ukraine zu einer Position der St\u00e4rke verhelfen&#8220; \u2013 Ewiggestriges aus dem Baerbock-Ministerium","author":"Webredaktion","date":"18. Februar 2025","format":false,"excerpt":"Beitrag von Gert Ewen Ungar Mit einem Griff zum Telefonh\u00f6rer brachte US-Pr\u00e4sident Donald Trump Bewegung in den festgefahrenen Ukraine-Konflikt. Bisher waren sie Standpunkte klar. 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Mai 2021","format":false,"excerpt":"Beitrag von Prof. Dr. Anton Latzo In den Medien ist immer wieder der Hinweis zu lesen, dass im letzten Jahr die Mobilit\u00e4t der Menschen in Europa wegen Corona drastisch eingeschr\u00e4nkt, der Flugverkehr lahmgelegt, Arbeitspl\u00e4tze beseitigt wurden. 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Weit \u00fcber tausend Menschen reihten sich unter der Losung \u201eFriedenst\u00fcchtig statt kriegss\u00fcchtig\u201c in Demonstrationsz\u00fcgen, ausgehend vom Kopernikusplatz und vom Rosa-Luxemburg-Platz sowie in\u2026","rel":"","context":"In &quot;Aktuelles&quot;","block_context":{"text":"Aktuelles","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?cat=574"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/om_nuernberg_2026_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/om_nuernberg_2026_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/om_nuernberg_2026_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/om_nuernberg_2026_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1&resize=700%2C400 2x"},"classes":[]},{"id":7440,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=7440","url_meta":{"origin":12211,"position":5},"title":"Russland und Serbien: Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil","author":"Webredaktion","date":"19. Januar 2020","format":false,"excerpt":"Beitrag von Prof. Dr. Anton Latzo Westliche Politiker, Medien, NGOs, Denkfabriken und ihre Fabrikanten betrachten Serbien und seine Politik vorwiegend unter dem Gesichtspunkt eines Beitritts oder Nichtbeitritts dieses Landes zur \"Europ\u00e4ischen Union\" (EU) und zur NATO. Russland wird dabei stets St\u00f6rfaktor gesehen, wenn nicht gar als B\u00f6sewicht dargestellt. 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