{"id":11894,"date":"2021-12-28T22:45:57","date_gmt":"2021-12-28T21:45:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11894"},"modified":"2022-01-17T23:11:18","modified_gmt":"2022-01-17T22:11:18","slug":"angriffe-auf-den-gesellschaftlichen-zusammenhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11894","title":{"rendered":"Angriffe auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt"},"content":{"rendered":"<p>Aus:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11872\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 4-21<\/a>, Dezember 2021, S. 9-15, 80. Jahrgang<\/p>\n<p><em>von <strong>Matthias Burchardt<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die von links wie rechts gesch\u00fcrten \u201eIdenti\u00adt\u00e4tsillusionen\u201c zerst\u00f6ren das, was Gesellschaft ausmacht.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick scheinen Welten zwi\u00adschen dem v\u00f6lkischen Konzept der Identi\u00adt\u00e4ren Rechten und der Wertsch\u00e4tzung von Vielfalt in der linken Identit\u00e4tspolitik zu lie\u00adgen. Dennoch gibt es bedenkliche Gemein\u00adsamkeiten: Beide Identit\u00e4tsmodelle beuten legitime Bed\u00fcrfnisse von Menschen aus, um demokratische Gesellschaft zu untergraben. Franz\u00f6sische Modephilosophen wirken hier (un-)freiwillig als Helfershelfer der globalen Machteliten und auch die Genderprogramme tragen zur Spaltung der Gesellschaft bei. Unter der Illusion der Freiheit werden Bin\u00addungen zerst\u00f6rt und vereinzelte Menschen schutzlos der Kontrolle und Ausbeutung ausgeliefert.<\/p>\n<h5>Gerechtigkeit erw\u00e4chst aus solidarischen Gemeinschaften<\/h5>\n<p>Gerechtigkeit ist ein wesentlicher ethischer Anspruch, den wir an ein politisches Gemein\u00adwesen stellen. Dieser Anspruch betrifft in einer modernen Demokratie die gesetz\u00adgebende, die rechtsprechende und die aus\u00adf\u00fchrende Gewalt gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Doch \u00fcber das geschriebene Recht und seine Manifestation in den Organen und Abl\u00e4ufen des Staates hinaus, lebt eine poli\u00adtische Gemeinschaft auch von dem tieferen Bed\u00fcrfnis der Menschen nach gerechten Ver\u00adh\u00e4ltnissen und von ihrer F\u00e4higkeit und Bereit\u00adschaft, nicht nur egoistische Eigeninteressen durchzusetzen, sondern auch das Wohl der Anderen und das Gemeinwohl zu verfolgen.<\/p>\n<p>Es ist eine interessengeleitete Unterstellung der Eliten, dass erst die m\u00e4\u00dfigende und z\u00fcch\u00adtigende Macht eines Staates das Motiv der Gerechtigkeit ins Spiel bringt, ohne welches die Einzelnen sich im Krieg aller gegen alle bef\u00e4nden, da die Menschen in ihrem Wesen dumm und b\u00f6se seien. (Vgl. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk.)<\/p>\n<h5>Der Staat als Zuchtmeister?<\/h5>\n<p>Diese staatsphilosophische Annahme steht in der Tradition von Hobbes, der in seinem Werk \u203aLeviathan\u2039 die Gr\u00fcndung des Staates als Vergesellschaftung von egoistischen Ein\u00adzelk\u00e4mpfern unter der wohltuenden Repres\u00adsion einer allm\u00e4chtigen Regierung erz\u00e4hlt. So plausibel sich dieser \u00dcbergang von einem wilden Naturzustand, wo der Mensch des Menschen Wolf war, zu einer friedlichen, zivilisierten Zeit auch anh\u00f6rt, so proble\u00admatisch sind doch die Grundannahmen: Der Mensch sei in seinem Wesen Egoist und soziale Beziehungen h\u00e4tten implizit oder explizit immer den Charakter des Krie\u00adgerischen, da jeder ausschlie\u00dflich auf den eigenen Vorteil aus sei.<\/p>\n<p>Staatliche Gemeinschaft w\u00e4re demnach eine notwendige Zwangsform, welche die solit\u00e4ren Egoisten miteinander vers\u00f6hnt. Die\u00adser Ansatz verkennt aber die anthropologische Einsicht, dass der Mensch nicht nur Einzel\u00adner, sondern immer auch ein Sozialwesen ist, dass er immer schon Gemeinschaften ent\u00adstammt und in diesen existiert. Das hei\u00dft, die Frage nach gerechten Verh\u00e4ltnissen f\u00fcr alle wird nicht erst durch staatliche Verfassungen hervorgebracht, sondern diese Verfassungen antworten auf das vorausliegende elementare Gerechtigkeits\u00adbed\u00fcrfnis der sozialen Gemein\u00adschaften.<\/p>\n<p>Mehr noch: Sollten sich die Eliten oder In\u00adstitutionen anma\u00dfen, ihre Macht blo\u00df f\u00fcr die eigenen Interessen und nicht dem Allge\u00admeinwohl gem\u00e4\u00df zu nutzen, kann das tiefere Gerechtigkeitsgef\u00fchl der Menschen zu einer politischen Emp\u00f6rung f\u00fchren und entspre\u00adchenden Druck auf die Regierenden auf\u00adbauen. Hannah Arendt weist in ihrem Essay \u00fcber \u203aMacht und Gewalt\u2039 darauf hin, dass es nicht die Verletzung der Egoismen ist, die politisches Engagement hervorbringt, son\u00addern die Verletzung des Gerechtigkeitsgef\u00fchls von Betroffenen wie Nicht-Betroffenen.<\/p>\n<p>Aus gutem Grund verbindet das Motto der Franz\u00f6sischen Revolution \u203aLibert\u00e9, Egalit\u00e9, Fraternit\u00e9\u2039 deshalb die Freiheit und die Gleichheit mit dem Moment der Br\u00fcder\u00adlichkeit, also einer vorpolitischen Gemein\u00adsamkeit, aus der Mitempfinden, Gerechtigkeit und Solidarit\u00e4t folgen. W\u00fcrde die Demokratie nur aus Freien und Gleichen bestehen, k\u00f6nnte eine Mehrheit mit gleichen Interessen gna\u00addenlos auf Kosten einer Minderheit regieren. Es ist das Moment der Br\u00fcderlichkeit, das dem Einzelnen den Gerechtigkeitssinn und den demokratischen Prozessen die Ver\u00adpflichtung auf das Allgemeinwohl und den Schutz der Minderheit einschreibt.<\/p>\n<p>Ohne die R\u00fcckbindung an elementare Br\u00fcderlichkeit und den Gerechtigkeitsauftrag verkommt der demokratische Staat zu einer kalten Mehrheitsmaschine, wo die Zufrie\u00addenstellung einer Mehrheit zu Lasten der Minderheit als Gerechtigkeit ausgegeben wird.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige politische Lage tr\u00e4gt Momente dieser politischen Verfallsform: Eine als \u203aModernisierungsverlierer\u2039 diffamier\u00adte Gruppe von Menschen ohne Perspektive und ohne eigene Stimme im politischen Diskurs macht zumindest auf dem Weg der Wahlurnen auf sich aufmerksam und sp\u00fclt zur Best\u00fcrzung und \u00dcberraschung der propagandistisch eingelullten Mehrheit (vgl.: Rainer Mausfeld, Warum schweigen die L\u00e4mmer?) Figuren mit unklarer Agenda in Parlamente und h\u00f6chste Regierungs\u00e4mter.<\/p>\n<h5>Entsolidarisierung und die Stunde der Rattenf\u00e4nger<\/h5>\n<p>Fatal ist in diesem Zusammenhang, dass der \u00f6ffentliche Diskurs dies nicht zum Anlass nimmt, ernsthaft nach den N\u00f6ten dieser Gruppen und den urs\u00e4chlichen sozialen Ver\u00adwerfungen zu fragen, sondern in einer per\u00adfiden Verdrehung dient genau das Kreuz in der Wahlkabine dazu, die Sorgen und Be\u00add\u00fcrfnisse dieser Menschen als illegitim und sie selbst als unerw\u00fcnschte Figuren im politi\u00adschen Raum darzustellen, eben weil sie bspw. AfD-W\u00e4hler sind, womit sie sich ja scheinbar selbst disqualifizieren.<\/p>\n<p>Diese Gerechtigkeitsproblematik, die aus einem blinden Fleck der demokratischen Parteien herr\u00fchrt, ist aber nun gerade der N\u00e4hrboden f\u00fcr populistische Angebote von rechts, die durch gezielte sprachliche Provo\u00adkationen davon profitieren, dass bren\u00adnende sozialpolitische Fragen im politischen Raum tabuisiert oder mit einem propa\u00adgandistischen Spin versehen werden.<\/p>\n<p>Neben den konkreten prek\u00e4ren Lebens\u00adlagen wird den \u203aModernisierungsverlierern\u2039 vor allem ihr Bed\u00fcrfnis nach \u00f6konomischer Sicherheit, sozialer Geborgenheit, regionaler und kultureller Beheimatung zum Verh\u00e4ng\u00adnis: Die postmoderne offene Gesellschaft fordert den entwurzelten und kreativen Selbstunternehmer, der die Unverbindlichkeit als Ungebundenheit genie\u00dft und beruflich flexibel zwischen Standorten nomadisiert. Oder er arbeitet via Internet \u2013 dank inter\u00adkultureller Kompetenz \u2013 mehrsprachig in multinationalen Projektteams, zusammenge\u00adspannt durch den global harmonisierten Workflow in der universellen Grammatik des neoliberalen Projektmanagements. Sein poli\u00adtisches Engagement vollzieht sich intellektuell und symbolisch kanalisiert und in seinem Konsumverhalten wei\u00df er Hedonismus mit politischer Korrektheit zu verbinden.<\/p>\n<p>Der Modernisierungsverlierer dagegen raucht, isst Fleisch, spricht politisch inkorrekt und versteht nicht, warum nach vielen Jahren der Austerit\u00e4tspolitik, Verfall der \u00f6ffentlichen Infrastruktur, dem Verk\u00fcmmern des Sozial\u00adstaates und Entsolidarisierung ausgerechnet Banken gerettet oder Kriege gef\u00fchrt werden m\u00fcssen und warum pl\u00f6tzlich Willkommens\u00adkultur herrscht und Milliarden f\u00fcr die Integration f\u00fcr Fl\u00fcchtlingen da sein sollen.<\/p>\n<h5>Ideologische Lockangebote von rechts<\/h5>\n<p>Ein Orientierungsangebot in den Zeiten radikaler Unsicherheit bietet das rechte Konzept des V\u00f6lkischen. Dieses setzt bei dem zutiefst menschlichen Bed\u00fcrfnis nach Zuge\u00adh\u00f6rigkeit zu einer sinnstiftenden Gemein\u00adschaft an, aber wendet es ins Ideologische und Instrumentelle. Das hei\u00dft, das Moment der Br\u00fcderlichkeit, welches Gemeinsinn, Soli\u00addarit\u00e4t und Gerechtigkeit gew\u00e4hrleisten k\u00f6nn\u00adte, dient blo\u00df dazu, Menschen zu k\u00f6dern, um sie f\u00fcr den eigenen Willen zur Macht zu missbrauchen. AfD verfolgt hinter der Fassa\u00adde der R\u00fcckbesinnung auf nationale Gemein\u00adschaften letztlich eine zutiefst neoliberale Agenda, deren sozialpolitische Folgen zu\u00adlasten der eigenen Klientel gehen w\u00fcrden. Dies ist nicht zuletzt im Gespr\u00e4ch von Sahra Wagenknecht mit Frauke Petry sehr deutlich geworden.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n<h5>Terror der Identit\u00e4t<\/h5>\n<p>Der ideologische Begriff des Volkes, wie ihn etwa auch die sogenannte Identit\u00e4re Bewegung verwendet, ist politisch wie theo\u00adretisch in mehrfacher Hinsicht problematisch. Das Problem liegt weniger in der typi\u00adsierenden Verwendung des Konzepts, wie man es ja \u2013 durchaus humorvoll \u2013 auch auf landsmannschaftliche Herk\u00fcnfte bezieht: Rheinl\u00e4ndern, Schwaben, Bayern und anderen werden oft Klischees zugesprochen, die dann als Ausgangspunkt von Gespr\u00e4chen herhalten k\u00f6nnen und schlie\u00dflich durch die jeweilige Person best\u00e4tigt oder widerlegt werden.<\/p>\n<p>Philosophisch gesprochen handelt es sich hierbei um einen hermeneutischen Prozess, also um ein Verstehen, das von einem bewusst unscharfen Vorverst\u00e4ndnis ausgeht und sich auf Vertiefungen und Differenzierungen freut. Problematisch ist die Behauptung einer v\u00f6lkischen Identit\u00e4t, etwa eines Wesens des Deutschen, insbesondere dann, wenn es mit Abwertungen gegen\u00fcber anderen Nationen und deren Vertretern verbunden wird. Die Vorstellung eines unver\u00e4nderlichen und ein\u00addeutigen Nationalcharakters, der in allen B\u00fcr\u00adgern am Werke sei, ignoriert die Geschicht\u00adlichkeit und Vielgestaltigkeit politischer Ge\u00admeinschaften. Nationen sind nicht vom Himmel gefallen, sondern sind eine histo\u00adrische Folge kriegerischer Konflikte oder politischer Gr\u00fcndungsakte, denen stets etwas Zuf\u00e4lliges innewohnt.<\/p>\n<p>Dabei kann es sein, dass kulturelle Gemein\u00adsamkeiten, religi\u00f6se \u00dcberzeugungen oder eine geteilte Sprache ein Bindeglied bilden, muss es aber nicht. Wer also eine v\u00f6lkische Iden\u00adtit\u00e4t behauptet, homogenisiert das Vielge\u00adstaltige und Un\u00e4hnliche. Ich m\u00f6chte dies den Terror der Identit\u00e4t nennen, die Gleich\u00admacherei durch Zerst\u00f6rung oder Aussonde\u00adrung des Abweichenden. Verbrecherisch am deutschen Nationalsozialismus ist insofern weniger die Bezugnahme auf das Volk als einer Gemeinschaft als vielmehr die ideo\u00adlogische Aufladung dieser vorpolitischen Sph\u00e4re mit Konzepten von Nationalcharakter und Rassenlehre im Sinne eines Terrors der Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Grundgesetz der Bundes\u00adrepublik das Volk als Souver\u00e4n und Subjekt postuliert: \u203aAlle Staatsgewalt geht vom Volke aus.\u2039, sah es bei den Nationalsozialisten genau umgekehrt aus: Das Volk ist Objekt, Projekt und Produkt gewaltt\u00e4tiger Formungen durch eine Machtclique in einem autorit\u00e4ren Staats\u00adapparat: Holocaust, Eugenik, Euthanasie, Vertreibung, Verfemung, Zensur, B\u00fccherver\u00adbrennungen, Propaganda, Gleichschaltung von Wissenschaft, Medien und Kultur, waren biopolitische und sozialtechnologische Instru\u00admente zur Herstellung von Homogenit\u00e4t durch Tilgung von Vielheit.<\/p>\n<p>Dabei lag die Definitionshoheit dessen, was diese Identit\u00e4t ausmachte, gerade nicht beim Volk, sondern in den H\u00e4nden der Ideologen. Identit\u00e4t, im Sinne von Einheitlichkeit, wurde nicht in der bestehenden politischen Gemein\u00adschaft aufgesucht, sondern gnadenlos inter\u00adessengeleitet konstruiert. Damit ist ein wei\u00adteres Problem verbunden: Die Erschleichung einer Legitimation durch die Behauptung, ein Sprachrohr des Volkswillens zu sein.<\/p>\n<p>Populisten erheben sich mit markigen Wor\u00adten zu Anw\u00e4lten der Ausgegrenzten und spre\u00adchen dann als Auguren vermeintlich \u203aim Namen des Volkes\u2039. Anders aber als ein Rich\u00adter tun sie dies nicht aus einer demokratisch kontrollierten und legitimierten Amtsrolle heraus, sondern in einer \u00fcbergriffigen Verein\u00adnahmung, welche gar nicht mehr an einem vielstimmigen demokratischen Aushand\u00adlungsprozess interessiert ist.<\/p>\n<p>Gegen Kritik immunisiert man sich dann dadurch, dass man demokratischen Gegen\u00adrednern unterstellt, sie seien \u203aVolksverr\u00e4ter\u2039. Damit aber erweist sich das v\u00f6lkische Kon\u00adzept als gewaltsam homogenisierte Identit\u00e4t, als ein Machtmittel der Wenigen gegen die Vielen.<\/p>\n<h5>Identit\u00e4tspolitik und der Terror der Differenz<\/h5>\n<p>Eine andere Strategie zur Brechung der Macht der Vielen besteht im Terror der Differenz. Divide et impera! Teile \u2013 oder besser: spalte! &#8211; und herrsche! Da die Macht der Vielen aus ihrer Br\u00fcderlichkeit erw\u00e4chst und zu einem einvernehmlichen Handeln f\u00fchren kann, h\u00e4t\u00adten die Machteliten dem wenig entgegenzu\u00adsetzen. Deshalb s\u00e4en sie Zwietracht und sch\u00fc\u00adren Konflikte zwischen den Unterworfenen, damit diese nicht zueinander finden, um gemeinsam ihre demokratischen Anspr\u00fcche durchzusetzen. Geheimdienste, Stiftungen und Think Tanks setzen systematisch auf die Kraft der <a href=\"http:\/\/www.reutlinger-friedensgruppe.de\/Neuordnung%20Naher%20Osten.htm\">Zersetzung<\/a>.<\/p>\n<p>Im geostrategischen Interesse etwa werden regionale Konflikt zwischen ethnischen und religi\u00f6sen Gruppen forciert, um in wider\u00adspenstigen Staaten einen \u203aRegime Change\u2039 herbeizuf\u00fchren, damit der Zugriff auf Rohstoffe und die Errichtung von Milit\u00e4r\u00adbasen m\u00f6glich wird. Die milit\u00e4rischen Ein\u00adgriffe lassen sich der heimischen \u00d6ffent\u00adlichkeit sogar moralisierend als \u203ahumanit\u00e4re Kriege\u2039 verkaufen. Nicht selten hinterlassen solche Interventionen dann statt der ver\u00adsprochenen Demokratien \u203afailed states\u2039, ge\u00adscheiterte Staaten, in denen trotz etablierter Institutionen kein Gemeinwesen zustande kommt, das diese Strukturen tr\u00e4gt und mit Sinn erf\u00fcllen kann.<\/p>\n<p>Als Variante des Soft-Terrors erscheint die Fragmentierung von Gesellschaften in identit\u00e4tspolitisch bewirtschaftete Gruppen. Dies ist insofern perfide, weil sich der spaltende Machtwille hinter Wissenschaft\u00adlichkeit und Moralismus verbergen kann, und damit das Gerechtigkeitsbed\u00fcrfnis der Men\u00adschen ebenso ausbeutet, wie die v\u00f6lkische Ideologie den Gemeinschaftssinn.<\/p>\n<p>Unter den strategischen Vokabeln von \u201eVielfalt\u201c, \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c oder \u201eDiversity\u201c wird im sozial-kulturellen Bereich das Trennende und die Trennung kultiviert. Den meist wohlmeinenden Akteuren wird damit ein sezierender Blick eingepflanzt und ein Sprachkorsett auferlegt, dem sie sich einer\u00adseits unterwerfen m\u00fcssen, das ihnen ande\u00adrerseits aber die M\u00f6glichkeit gibt, selbst andere zu unterwerfen.<\/p>\n<p>Der programmatische Hintergrund dieser Machtpraxis wurde insbesondere von franz\u00f6\u00adsischen Modephilosophen des Poststruktura\u00adlismus geliefert. Im Namen von \u201eDiskurs\u00adtheorie\u201c und \u201eDekonstruktion\u201c wurde von diesen nicht nur die Philosophiegeschichte abgearbeitet (und gewisserma\u00dfen entsorgt), sondern auch jegliche Voraussetzungen f\u00fcr linke Widerstandspolitik und einen humani\u00adstischen Gegenentwurf zum Bestehenden zerlegt. Modelle von Wahrheit, Aufkl\u00e4rung, Gerechtigkeit, Vernunft, Emanzipation, Kri\u00adtik, Ethik, Menschenrechte und sogar die F\u00e4higkeit des Menschen als Person oder Gemeinschaft Urheber von politischen Ver\u00e4n\u00adderungen sein zu k\u00f6nnen, werden radikal bestritten. F\u00fcr Michel Foucault etwa sind dies keine unumst\u00f6\u00dflichen Konzepte, sondern blo\u00df zuf\u00e4lliger Ausdruck von anonymen Machtdiskursen, die den Menschen steuerten, ohne vom Menschen gesteuert zu sein.<\/p>\n<p>So hilfreich diese Analysen sein m\u00f6gen, um die verborgenen Interessen hinter wohl\u00adklingenden Begriffsfassaden auszumachen, so <strong><em>vernichtend sind die Kernthesen: Es gibt keine Wahrheit. Es gibt keine Vernunft. Es gibt kein Subjekt. Es gibt keinen Menschen. Es gibt keine Aufkl\u00e4rung. Es gibt keine Dialektik. Es gibt keine Geschichte, die wir zum Guten wenden k\u00f6nnen. Wir alle sind blo\u00df Marionetten, die von der unsichtbaren Hand des Diskurses gespielt werden.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>So abstrus diese Thesen f\u00fcr Au\u00dfenstehende klingen m\u00f6gen, f\u00fcr die Wissenschaftlerge\u00adneration, die momentan die geistes- und sozialwissenschaftlichen Lehrst\u00fchle besetzt, haben sie \u2013 trotz der Behauptung, es g\u00e4be keine Wahrheit \u2013 unumst\u00f6\u00dfliche Geltung. Inwieweit die breite und tiefe Wirkung dieser Programme auch eine Folge von interessierter Wissenschaftspropaganda durch Geheim\u00addienste und Konzerne\u00a0<a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/gesellschaft\/47494-postmoderne-und-cia-eine-liebesgeschichte-poststrukturalistische-denker\/\">ist<\/a>, w\u00e4re eigens zu un\u00adtersuchen. In Summe jedenfalls ist damit der Boden f\u00fcr den Siegeszug des Neoliberalismus bereitet worden. Bernd Stegemann bringt es im \u203aGespenst des Populismus\u2039 auf den Punkt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong><em>\u201eDie Linken sitzen offensichtlich in einem Kerker, den das postmoderne Denken f\u00fcr sie gebaut hat. Ob die Dekonstruktion linken Den\u00adkens in der Realit\u00e4t tats\u00e4chlich so planvoll ablief, wie der franz\u00f6sische Soziologe Didier Eribon in seinem Buch \u201eD\u2019une r\u00e9volution conservatrice\u201c beschrieben hat oder nicht, seine Zuspitzung bringt die Dimension des Problems auf den Punkt: \u2018In den Achtzigern haben linke Neo\u00adkonservative mit Investorengeld Konferenzen organisiert, Seminare gegeben und mediale Debatten angezettelt mit dem Ziel, die Grenze zwischen rechts und links zu verwischen. Das war eine konzertierte Kampagne. Sie wollten all das abschaffen, worauf sich linkes Denken gr\u00fcndet: den Begriff der Klasse, die soziale Deter\u00admination, die Ausbeutung der Arbeitskraft etc. Heute sehen wir, dass sie zum gr\u00f6\u00dften Teil erfolgreich waren.\u2018\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<h5>Genderismus<\/h5>\n<p>Exemplarisch soll im Folgenden der Soft-Terror der Differenz am Beispiel des Gender-Programms verdeutlicht werden. Ausgangs\u00adpunkt ist eine durchaus zutreffende Fest\u00adstellung, jene n\u00e4mlich, dass Geschlecht im sozialen Raum nicht allein durch biologische Befunde erkl\u00e4rt werden kann. So gibt es gesellschaftlich formulierte und historisch wandelbare Geschlechterrollen, die \u2013 wenn auch nicht ausschlie\u00dflich \u2013 Ausdruck von Macht sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Sinne des oben dargelegten Terrors der Identit\u00e4t k\u00f6nnen sie auf den Einzelnen re\u00adpressiv wirken. Der Pr\u00e4-Gender-Feminismus formulierte daraus ein Emanzipationspro\u00adgramm, das soziale Zuschreibungen und Vor\u00adschriften zur\u00fcckwies und den Frauen damit die Deutungs- und Gestaltungshoheit \u00fcber ihre Weiblichkeit zur\u00fcckgab.<\/p>\n<p>Der Genderismus aber radikalisiert diesen Ansatz im Dunstkreis der Postmoderne, indem das Geschlecht komplett als Produkt gesellschaftlicher Konstruktionen betrachtet wird. Damit verl\u00e4sst er den Bereich der Theo\u00adrie, also der Erkenntnis, dessen was der Fall ist, und wird zu einem gesellschaftspolitischen Programm, das etwa die Erkenntnisse der Biologie und anderer Wissenschaften ins\u00adgesamt f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt, wenn es um Geschlechterfragen geht. Dabei w\u00e4re eine Integration der Ans\u00e4tze, also die Realit\u00e4t und Sozialit\u00e4t des Geschlechtes, relativ schnell zu leisten, wenn man von gesellschaftlichen In\u00adterpretation anhand nat\u00fcrlicher Grundlagen spr\u00e4che. Diese Leugnung einer geschlecht\u00adlichen Existenz, die man zwar deuten, aber nicht selbst erschaffen kann, hat weitrei\u00adchende Konsequenzen.<\/p>\n<p>Wenn Geschlecht keinen Anhaltspunkt mehr im Sein der Menschen hat, sondern nur gesellschaftlich produziert wird, kann es be\u00adliebig ausgestaltet und pluralisiert werden. Die einschl\u00e4gigen Geschlechter des Gender\u00adismus gehen in die Tausende und sind letztlich nur begrenzt durch die Anzahl der Menschen auf der Erde.<\/p>\n<p>Die \u00dcberf\u00fchrung der Geschlechtlichkeit in die virtuelle Welt sozialer Zeichen f\u00fchrt zu einer Entfremdung von der leiblichen Realit\u00e4t des eigenen Geschlechts, das ja nicht nur bio\u00adlogischer Befund ist, sondern auch eine Weise, wie wir dem anderen und uns selbst begegnen.<\/p>\n<p>Die biologische Dualit\u00e4t von Mann und Frau, die selbst im Tierreich Zwischenformen und homosexuelle Beziehungen kennt, tr\u00e4gt anthropologisch gewendet immer eine Be\u00adziehungsqualit\u00e4t in sich. Als einzelne Person bin ich geschlechtlich auf den erotischen Anderen und die generationale Gemeinschaft verwiesen. Die \u203aBr\u00fcderlichkeit\u2039 der Aufkl\u00e4\u00adrung spielt metaphorisch mit der Verwandt\u00adschaft der Menschen einer Generation, die ihre Existenz allesamt nicht einer sozialen Konstruktion, sondern dem realen Ge\u00adschlechtsverkehr ihrer Eltern verdanken. Durch den Genderismus werden im Namen einer vermeintlichen Freiheit die sozialen Bindungen zerschlagen und wird den Men\u00adschen der R\u00fcckhalt gegen den Zugriff von Macht und Ausbeutung entzogen.<\/p>\n<p>Erneut Stegemann:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong><em>\u201eAuch die Linken fallen noch immer auf den Zirkelschluss der postmodernen Freiheit herein: Das Kapital arbeitet an der Verfl\u00fcssigung aller Verh\u00e4ltnisse, um m\u00f6glichst ungehinderten Zu\u00adgang zu M\u00e4rkten und Ressourcen zu haben, und zugleich entsteht die Globalisierung als ein Pro\u00adjekt des grenzenlosen Kapitals. Nun kommt eine Theorie aus den Geisteswissenschaften dazu und beschreibt die Globalisierung nicht als \u00f6konomi\u00adsches Projekt, sondern als willkommene Dekon\u00adstruktion aller Bindungen \u2013 wie Identit\u00e4t, Na\u00adtion, Geschlecht oder Ethnie \u2013 und verleiht damit der Deregulierung des Kapitals die h\u00f6he\u00adren Weihen einer globalen Freiheitsbewegung.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zum einen wird das st\u00e4rkende Moment einer menschheitlichen Verwandtschaft ge\u00adtilgt, zum anderen werden im Gegenzug un\u00adz\u00e4hlige Mikrokonflikte als Ersatzschaupl\u00e4tze zur Erringung von \u201eGerechtigkeit\u201c ge\u00adschaffen. Welche politische Bedeutung hat zum Beispiel die folgende <a href=\"http:\/\/www.smh.com.au\/business\/the-economy\/the-gay-pay-gap-men-earn-less-but-women-earn-more-20150227-13qmxk.html\">Meldung<\/a>: Lesbi\u00adsche Frauen verdienen nach einer austra\u00adlischen Studie um 13 Prozent mehr als heterosexuelle Frauen?<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Statt die Prozentzahlen des Einkommens der Gendertypen zu registrieren, zu ver\u00adgleichen und ggf. zu korrigieren, st\u00fcnde doch eigentlich die Frage auf der Tagesordnung, welche verheerenden Folgen der Neo\u00adliberalismus global und lokal anrichtet, und wie ungerecht sich Macht und Wohlstand auf einen geringen Prozentsatz der Weltbe\u00adv\u00f6lkerung konzentrieren.<\/p>\n<p>Je st\u00e4rker die wenigen M\u00e4chtigen die Vielen aber in Mikrokonflikte verstricken und gegeneinander ausspielen, durch Sprach\u00adpolitik in der Artikulation steuern und in jeder nur denkbaren Hinsicht \u201eUnterschiede\u201c zwischen den Unterworfenen hervorbringen, umso mehr verschwindet das Solidarit\u00e4ts- und Gerechtigkeitsmotiv des Gemeinsamen.<\/p>\n<p>Der Genderismus bewirkt eine nachhaltige Irritation der politischen Gemeinschaft in Denken, Handeln und Sprechen. Die be\u00adziehungsstiftende und st\u00e4rkende Kraft der geschlechtlichen Existenz wird durch Verun\u00adsicherung und Misstrauen vergiftet, die Bindung an Gemeinsames aufgel\u00f6st und die Menschen werden zu orientierungslosen Genderpartikeln isolisiert.<\/p>\n<h5>Fazit<\/h5>\n<p>Welche Folgerungen sind aus diesen Abw\u00e4gungen zu ziehen? Es ist deutlich, dass an beiden Seiten der Achse von Identit\u00e4t und Differenz politische Gef\u00e4hrdungen lauern. Das demokratische Gemeinwesen und seine B\u00fcrger leben von der produktiven Dialektik zwischen Gemeinschaft und Individuum, von Identit\u00e4t und Differenz. Der Frankfurter Politikwissenschaftler Andreas N\u00f6lke hat seiner Analyse \u203aGrundlinien einer linkspopu\u00adl\u00e4ren Position\u2039 eine \u203aRepr\u00e4sentationsl\u00fccke\u2039 im deutschen Parteiensystem ausgemacht und sieht die \u203aNotwendigkeit einer linkspopul\u00e4ren Gruppierung\u2039. Der mehrfach zitierte Bernd Stegemann m\u00f6chte diesen blinden Fleck der Linken durch eine Wiedergewinnung des Klassenkonzeptes f\u00fcllen.<\/p>\n<p>In welcher Form auch immer: Es sollte dringend nach einer vertretbaren Form des altbekannten Br\u00fcderlichkeitsmotivs als Horizont und Bedingung von Gerechtigkeit gesucht werden, damit weder der Terror der Identit\u00e4t noch derjenige der Differenz die Herrschaft der Wenigen \u00fcber die Vielen zementiert.<\/p>\n<p><strong><em>Wir brauchen keinen Kampf der tausend Partikularinteressen gegeneinander. Wir brau\u00adchen eine Auseinandersetzung um das Oben und Unten in der Gesellschaft, um Arm und Reich und die Herrschaft der Wenigen \u00fcber die Vielen, die dringend auf dem M\u00fcllhaufen der Geschichte entsorgt geh\u00f6rt.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Matthias Burchardt, K\u00f6ln, ist Philosoph und Publizist<\/em><\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sahra-wagenknecht.de\/de\/article\/2432.streitgespr\u00e4ch-zwischen-sahra-wagenknecht-und-frauke-petry.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sahra-wagenknecht.de\/de\/article\/2432.streitgespr\u00e4ch-zwischen-sahra-wagenknecht-und-frauke-petry.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.smh.com.au\/business\/the-economy\/the-gay-pay-gap-men-earn-less-but-women-earn-more-20150227-13qmxk.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.smh.com.au\/business\/the-economy\/the-gay-pay-gap-men-earn-less-but-women-earn-more-20150227-13qmxk.html<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&amp;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" \/> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Freidenker_2021-04_Burchardt-AngriffeAufDenGesellschaftlichenZusammenhalt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Matthias Burchardt: Angriffe auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt<\/a>\u00a0(Auszug aus\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11872\">FREIDENKER 4-21<\/a>, ca. 308 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild oben: PEGIDA-Demo am 5. Januar 2015 in Dresden. Banner mit Slogan \u201eUnser Land \u2013 Unsere Werte\u201c der Identit\u00e4ren Bewegung\u00a0<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: blu-news.org &#8211;\u00a0<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 2.0<\/a>,<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=38000563\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=38000563<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Matthias Burchardt aus FREIDENKER 4-21<\/b><br \/>\nDie von links wie rechts gesch\u00fcrten \u201eIdenti\u00adt\u00e4tsillusionen\u201c zerst\u00f6ren das, was Gesellschaft ausmacht. Auf den ersten Blick scheinen Welten zwi\u00adschen dem v\u00f6lkischen Konzept der Identi\u00adt\u00e4ren Rechten und der Wertsch\u00e4tzung von Vielfalt in der linken Identit\u00e4tspolitik zu lie\u00adgen. Dennoch gibt es bedenkliche Gemein\u00adsamkeiten: Beide Identit\u00e4tsmodelle beuten legitime Bed\u00fcrfnisse von Menschen aus, um demokratische Gesellschaft zu untergraben. Franz\u00f6sische Modephilosophen wirken hier (un-)freiwillig als Helfershelfer der globalen Machteliten und auch die Genderprogramme tragen zur Spaltung der Gesellschaft bei. Unter der Illusion der Freiheit werden Bin\u00addungen zerst\u00f6rt und vereinzelte Menschen schutzlos der Kontrolle und Ausbeutung ausgeliefert.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":11897,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[1470,1475,1052,718,1467,344,1144,479],"class_list":["post-11894","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weltanschauung-philosophie","tag-entsolidarisierung","tag-gemeinschaft","tag-genderismus","tag-gerechtigkeit","tag-identitaet","tag-solidaritaet","tag-staat","tag-volk"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/PEGIDA_DEMO_DRESDEN_5_JAN_2015_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-35Q","jetpack-related-posts":[{"id":19546,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=19546","url_meta":{"origin":11894,"position":0},"title":"Das Trump-Attentat: Symptom des Zerfalls westlicher Gesellschaften","author":"Webredaktion","date":"19. 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