{"id":11892,"date":"2021-12-28T22:45:15","date_gmt":"2021-12-28T21:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11892"},"modified":"2022-01-17T23:11:45","modified_gmt":"2022-01-17T22:11:45","slug":"identitaet-und-klassenidentitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11892","title":{"rendered":"Identit\u00e4t und Klassenidentit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Aus:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11872\">\u201eFREIDENKER\u201c Nr. 4-21<\/a>, Dezember 2021, S. 3-8, 80. Jahrgang<\/p>\n<p><em>von <strong>Pablo Graubner<\/strong> <\/em><\/p>\n<p>Kaum ein Begriff wurde in sozial\u00adwissen\u00adschaftlichen und politischen Debatten der letzten Jahre so h\u00e4ufig gebraucht wie der Identit\u00e4tsbegriff. Dabei ist der Begriff als solcher gar nicht einfach zu fassen, hat er sich doch historisch entwickelt und ist \u2013 wie es f\u00fcr die meisten Begriffe der Fall ist, die in gesellschaftspolitischen Debatten gebraucht werden, \u2013 nur im Kontext einer politischen wie philosophischen Weltanschauung zu ver\u00adstehen. Sp\u00e4testens mit der andauernden Debatte um \u203aIdentit\u00e4tspolitik\u2039 und \u203aPopu\u00adlismus\u2039, die in den USA, in Frankreich, aber auch in Deutschland gef\u00fchrt wird, hat der Begriff der \u203aIdentit\u00e4t\u2039 auch au\u00dferhalb der Universit\u00e4ten an politischer Brisanz gewon\u00adnen.<\/p>\n<p>Im Folgenden werden wir daher zun\u00e4chst versuchen, uns dem Identit\u00e4tsbegriff anzu\u00adn\u00e4hern. \u203aDen\u2039 Begriff von Identit\u00e4t gibt es in Anbetracht der Vielzahl an Bedeutungs\u00adkontexten freilich nicht, wir fragen daher vielmehr in gebotener K\u00fcrze nach den geistesgeschichtlichen Wurzeln und einem kleinsten gemeinsamen Nenner, um dann eine Beziehung zur materialistischen Philo\u00adsophie von Karl Marx und Friedrich Engels herzustellen. Auf dieser Grundlage wollen wir danach verstehen, in welcher weltanschau\u00adlichen Gemengelage der Begriff \u203aIdentit\u00e4t\u2039 verwendet wird.<\/p>\n<p>Der Marxismus verstand sich immer als eine Weltanschauung, die das Beste der Auf\u00adkl\u00e4rung, der Geistesgeschichte des progres\u00adsiven B\u00fcrgertums in sich bewahrt und aufgehoben hat. In der sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen Ge\u00adsellschaft entwickelt die \u203aMainstream\u2039-Philo\u00adsophie jedoch eine kritische Distanz zu ihrer eigenen Geschichte, die nichts anderes ist, als eine regressive Tendenz. Ihre praktische Konsequenz besteht in einer Politik, die indi\u00adviduelle \u203aIdentit\u00e4t\u2039 auf einen Sockel erhebt, von der Lebenswirklichkeit einer \u203aKlassen\u00adidentit\u00e4t\u2039 aber nichts mehr wissen will.<\/p>\n<h5>Ann\u00e4herung an den Identit\u00e4tsbegriff<\/h5>\n<p>Die Urspr\u00fcnge des heutigen Identit\u00e4tsbegriffs liegen im Aufstieg der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Er bewegt sich im Kontext der Begriffe \u203aIndividuum\u2039 und \u203aPerson\u2039 (im Sinne von Pers\u00f6nlichkeit) und damit im Spannungsfeld verschiedener sozial\u00adwissenschaftlicher, soziologischer, psycholo\u00adgischer und philosophischer Ans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Aus geistesgeschichtlicher Sicht stecken in dem Begriff die Errungenschaften des neu\u00adzeitlichen Denkens, das Menschenbild des Humanismus und der Aufkl\u00e4rung, die in Opposition zum dogmatischen Denken der Kirche entstanden. \u00bbMit Thesen derart, dass der Mensch aus sich alles machen kann, wenn er es nur will, und deshalb auch selbst den Sinn seines Lebens bestimmen kann, zielten die Humanisten direkt auf die kanonischen Regeln f\u00fcr den Gehorsam des Menschen ge\u00adgen\u00fcber der dogmatischen Lehre der Kirche. In dieser Hinsicht l\u00f6ste der Humanismus das fromme Mittelalter endg\u00fcltig ab. Was sp\u00e4ter in der Aufkl\u00e4rung als \u203aAusgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit\u2039 (Kant) verk\u00fcndet wurde \u2013 hier liegen die Wurzeln\u00ab<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>In \u203aIdentit\u00e4t\u2039 steckt das lateinische Wort \u203aidem\u2039 (zu Deutsch: derselbe oder dasselbe), das nahelegt, dass es sich bei dem Bezeich\u00adneten um etwas Kontinuierliches und Best\u00e4ndiges handelt. Und als kontinuierlich erscheint nat\u00fcrlich die Identit\u00e4t einer Person insofern, als dass dem denkenden Menschen das eigene Selbst im Denken immer als Einheit erscheint. Die \u203aeigene Identit\u00e4t\u2039 kann daher auch gelesen werden als \u203amit sich selbst identisch sein\u2039 \u2013 was auf einen reflexiven Begriff hindeutet. Man k\u00f6nnte sagen, \u203aIden\u00adtit\u00e4t\u2039 ist nicht einfach gegeben, sondern wird durch den Vergleich mit anderen Individuen, durch das Absetzen von Anderen gebildet. Die Kulturanthropologin Ina-Maria Greverus sprach von \u203aSich Erkennen, Erkannt- und An\u00aderkanntwerden\u2039, an anderer Stelle unter\u00adstreicht der Begriff \u203aIdentit\u00e4tsarbeit\u2039 diesen aktiven Aspekt bei der Ausbildung einer Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Eine spezifisch marxistische Debatte zum Identit\u00e4tsbegriff gibt es nicht direkt. Das Verh\u00e4ltnis von Individuum und Gesellschaft und die Entwicklung einer eigenen Pers\u00f6n\u00adlichkeit wird vielmehr im Rahmen von marxistischen Pers\u00f6nlichkeitstheorien ent\u00adwickelt, f\u00fcr die das Grundkonzept der <em>Praxis<\/em> ma\u00dfgeblich ist, d.h. die praktisch-sinnliche, historisch und gesellschaftlich vermittelte gegenst\u00e4ndliche T\u00e4tigkeit der Menschen<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>: Im Gegensatz zum deutschen Idealismus mit seinem abstrakten Idealbild eines Indivi\u00adduums bzw. autonomen Subjekts, fasst der Marxismus die Handlungen des Subjekts in den Bedingungen und Inhalten des wirklichen Lebens auf.<\/p>\n<p>Karl Marx und Friedrich Engels haben das in ihrer Schl\u00fcsselschrift des historischen Materialismus zum Ausdruck gebracht, \u203aDie deutsche Ideologie\u2039 von 1845\/46: \u00bbDie Bedingungen, unter denen die Individuen (&#8230;) miteinander verkehren, sind zu ihrer Individualit\u00e4t geh\u00f6rige Bedingungen, nichts \u00c4u\u00dferliches f\u00fcr sie, Bedingungen, unter denen diese bestimmten, unter bestimm\u00adten Verh\u00e4ltnissen existierenden Individuen allein ihr materielles Leben und was damit zusammenh\u00e4ngt produzieren k\u00f6nnen, sind also die Bedingungen ihrer Selbstbet\u00e4tigung und werden von dieser Selbstbet\u00e4tigung produziert\u00ab (MEW 03, 71f.).<\/p>\n<p>Identit\u00e4t in einem marxistischen Sinne, so kann man vorl\u00e4ufig zusammenfassen, ist ein Teil der Pers\u00f6nlichkeit und damit des Bewusstseins des Menschen, das durch dessen Praxis subjektiv ausgebildet wird. Das fortschrittliche Erbe der Aufkl\u00e4rung ist hierin eingeschlossen, jedoch erweitert um die Ein\u00adsicht, dass auch das Bewusstsein grunds\u00e4tz\u00adliche historische Determinanten hat, die in den Produktionsverh\u00e4ltnissen der Gesell\u00adschaft begr\u00fcndet liegen und die in der Praxis subjektiv angeeignet werden.<\/p>\n<h5>Postmoderne \u203aKrise der Identit\u00e4t\u2039<\/h5>\n<p>Den Menschen als ein Individuum zu sehen, das nicht blo\u00df ein Ausdruck seines Standes oder ewiger Universalien ist, sondern ein Wesen, das sich selbst wahrnimmt, urteilt und sich mit Natur und Gesellschaft austauscht, sind Errungenschaften von Renaissance, Humanismus, Reformation und Aufkl\u00e4rung. Individualit\u00e4t und Identit\u00e4t haben allerdings f\u00fcr die aufstrebende Bourgeoisie in den fr\u00fchen b\u00fcrgerlichen Gesellschaften, die in Ausein\u00adandersetzung mit der feudalen St\u00e4ndege\u00adsellschaft und dem Dogmatismus der Kirche stand, eine andere Bedeutung als f\u00fcr die sp\u00e4tb\u00fcrgerliche Philosophie. Denn die Bour\u00adgeoisie hat zwar die abstrakte bzw. rechtliche Gleichsetzung aller B\u00fcrger erreicht, uner\u00adreicht ist jedoch die soziale Gleichstellung aller Angeh\u00f6rigen der b\u00fcrgerlichen Gesell\u00adschaft.<\/p>\n<p>Hierin besteht der epochale Widerspruch des Kapitalismus: Einerseits zeichnet er sich durch \u00bbrapide Zunahme an wissenschaft\u00adlichem Wissen und technischen F\u00e4higkeiten\u00ab und \u00bbquantitative Steigerung des jeweilig gegenw\u00e4rtigen Zivilisationsstandes\u00ab seit der Neuzeit aus, was durchaus affirmativ als \u203aModern\u2039 und kulturell als \u203aModerne\u2039 widergespiegelt wurde<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Andererseits zwingen die negativen Seiten des kapitalistischen Akkumulationsprozesses und der b\u00fcrgerlich-demokratischen Traditionen die b\u00fcrgerliche Philosophie, sich gegen sich selbst, die eigene \u203aModerne\u2039, kritisch abzusetzen, um an\u00adschlie\u00dfend immer wieder in neuen Entw\u00fcrfen von Gesellschaft \u2013 der \u203aRisikogesellschaft\u2039, \u203aPostmoderne\u2039 oder \u203aZweite Moderne\u2039 \u2013 auf ihren eigenen Boden zur\u00fcckzukommen.<\/p>\n<p>So auch beim Identit\u00e4tsbegriff. Die Autoren Rolf Eickelpasch und Claudia Rademacher schreiben dazu in ihrem Beitrag \u203aIdentit\u00e4t\u2039 der soziologischen Themenreihe, dass \u00bbdie ge\u00adsellschaftlichen Umbr\u00fcche der letzten Jahr\u00adzehnte, in deren Verlauf die Identit\u00e4tsbildung der Menschen krisenhaft aus traditionalen Vorgaben und Lebensmustern herausw\u00e4chst\u00ab in den Sozialwissenschaften eine hektische Debatte ausgel\u00f6st habe.<\/p>\n<p>\u00bbRasch und auf breiter Front setzte sich die Einsicht durch, dass die \u203amoderne\u2039 Leitidee eines \u203aautonomen\u2039, selbstbestimmten, einheit\u00adlichen, koh\u00e4renten Subjekts, das seit dem Deutschen Idealismus im Zentrum philo\u00adsophischer Weltentw\u00fcrfe steht und noch den \u203aklassischen\u2039 Identit\u00e4tstheorien in den Sozial\u00adwissenschaften zugrunde liegt, sich weit\u00adgehend von den realen Alltagserfahrungen und Identit\u00e4tsbildungsprozessen der Men\u00adschen in einer \u00bbzerrissenen Welt des Sozialen\u00ab entfernt hat\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Die Zerrissenheit des Subjekts \u2013 gemeint ist in diesem Fall die innere Zerrissenheit einer Person, eines Individuums \u2013 spiegelt dem\u00adnach die mit \u00bbEnttraditionalisierung, Indivi\u00addualisierung, Pluralisierung und Entgren\u00adzung\u00ab einhergehenden Ver\u00e4nderungen wider. \u00bbErh\u00f6hte Mobilit\u00e4tserfordernisse des ent\u00adwickelten Kapitalismus, die Dynamik des Arbeitsmarktes, wachsende Bildungsabh\u00e4n\u00adgigkeiten, die \u203aDurchmarktung\u2039 aller Lebens\u00adbereiche und ein durchschnittlich hohes Ni\u00adveau der Existenzsicherung f\u00fchren dazu, dass die Menschen aus den vertrauten Bindungen von Klasse, Beruf, Nachbarschaft, Familie und Geschlechterverh\u00e4ltnissen freigesetzt und in ihren Lebenswegen und Lebenslagen durcheinander gewirbelt werden\u00ab<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Die Individuen haben demnach ihre stabile Verortung in der Gesellschaft verloren \u2013 ihre individuelle Identit\u00e4t befindet sich in einer Krise. Ob damit allerdings die Lebenslage und das Bewusstsein der gro\u00dfen Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in der sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen Gesell\u00adschaft richtig beschrieben ist, darf bezweifelt werden. In einem gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfe trifft die Beschreibung auf die Lebensrealit\u00e4t neuer akademischen Mittelschichten zu, die auf internationale Arbeitsm\u00e4rkte orientieren und die zu den Globialisierungsgewinnern z\u00e4hlen k\u00f6nnen. Der klassische Mittelstand und das Industrieproletariat hingegen sind \u2013 die pre\u00adk\u00e4re Unterschicht vor Augen \u2013 als Globalisie\u00adrungsverlierer vor Allem von Abstiegser\u00adfahrungen gepr\u00e4gt<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Die Annahme einer \u00bbUnterminierung und Zersplitterung der gro\u00dfen kollektiven Zuge\u00adh\u00f6rigkeiten\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> ist daher wohl eher ein Ausdruck des sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen ideologischen \u203aMainstreams\u2039 als eine akkurate Abbildung der Wirklichkeit. Identit\u00e4tspolitik als eine \u00bbKonstruktion und Neukonstruktion von Identit\u00e4ten\u00ab<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> als Teil eines Kampfes um Anerkennung, den unterprivilegierte und entrechtete Gruppen f\u00fchren, reproduziert dabei einen Begriff von Politik und Gesell\u00adschaft, bei dem Klassenlagen und -bewusst\u00adsein, und damit auch die Frage nach \u203aKlassenidentit\u00e4t\u2039 in einer Vielfalt pluraler Perspektiven aufgel\u00f6st sind.<\/p>\n<p>Den Kampf um Anerkennung kennen auch Marx und Engels \u2013 allerdings sind ihre Kate\u00adgorien bzw. die Subjekte des Kampfes um Anerkennung die kollektiven Zugeh\u00f6rig\u00adkeiten, deren Zersplitterung der postmoderne Mainstream verk\u00fcndet: Unterprivilegierte Klassen und entrechtete V\u00f6lker. Anerken\u00adnung ist hier weiter gefasst als die blo\u00dfe Behebung materieller Not. Marx und Engels kn\u00fcpfen vielmehr an Hegel an, der darunter nicht etwa die Anerkennung der individuellen Identit\u00e4t eines Menschen verstand, sondern im Gegenteil die Anerkennung eines Individuums <em>als Menschen<\/em> zum Inhalt hat, als Angeh\u00f6riger der Gattung Mensch, der Inhalt des Kampfes also darin besteht, die Gleich\u00adwertigkeit aller Menschen herzustellen<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h5>Klassenidentit\u00e4t und Identit\u00e4tspolitik<\/h5>\n<p>Ein wichtiger Bezugspunkt f\u00fcr die Debatten zu \u203aIdentit\u00e4tspolitik\u2039 und \u203aPopulismus\u2039 ist die Milieustudie \u203aDie R\u00fcckkehr nach Reims\u2039 des franz\u00f6sischen Philosophen und Autoren Didier Eribon. Bereits 2009 in Frankreich und 2016 in Deutschland erschienen, schildert der Autor mit Blick auf seine eigene Biografie und auf sein Elternhaus den Wandel in der nordfranz\u00f6sischen Arbeiterschaft. \u00bbIn meiner Kindheit [\u2026] ist meine gesamte Familie \u203akommunistisch\u2039 gewesen\u00ab, schreibt Eribon, und er stellt die Frage, \u00bbwie konnte es dazu kommen, dass man in derselben Familie wenig sp\u00e4ter rechte oder rechtsextreme Parteien w\u00e4hlte und dies sogar manchmal als die \u203anat\u00fcrliche\u2039 Wahl empfand?\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Eribon nimmt bei seiner Antwort insbesondere die Rolle der ehemaligen Linken in den Blick. \u00bbDie Idee der Unterdr\u00fcckung, einer strukturierenden Polarit\u00e4t zwischen Herrschenden und Beherrschten, verschwand aus dem Diskurs der offiziellen Linken [\u2026]. Das Beschw\u00f6ren des \u203aautonomen Subjekts\u2039 und die damit einhergehende Verabschiedung aller \u00dcberlegungen, die von der determi\u00adnierenden Kraft historischer und sozialer Gegebenheiten ausgehen, zielten darauf, die Idee, es g\u00e4be so etwas wie soziale Gruppen (\u203aKlassen\u2039), ein f\u00fcr alle Mal zu entsorgen. Im Namen der vermeintlich notwendigen \u203aIndividualisierung\u2039 (oder Entkollektivierung, Entsozialisierung), die das Arbeitsrecht, die sozialen Sicherungssysteme und allgemeiner die Mechanismen der gesellschaftlichen Solidarit\u00e4t und Umverteilung betraf, wurde im gleichen Zug der R\u00fcckbau des Wohl\u00adfahrtstaates legitimiert\u00ab<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Die Entsorgung des Klassenbegriffs war demnach eine der Voraussetzungen der neo\u00adliberalen Wende, die die ehemaligen Arbeiter\u00adparteien vollzogen haben. Mit der Wahl des Front National verteidigte die Arbeiterschaft hingegen, so Eribon, was von der \u203aKlassen\u00adidentit\u00e4t\u2039 noch geblieben war, gegen eine integrierte, institutionalisierte Linke, die sich aus den Eliteuniversit\u00e4ten des Landes rekru\u00adtierte, und die diese \u203aKlassenidentit\u00e4t\u2039 igno\u00adrierten und verachteten<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Nun ist Klassenidentit\u00e4t augenscheinlich nicht dasselbe wie eine Identit\u00e4t, die in den Kategorien von \u203aVolk\u2039 und \u203aNation\u2039 eines Front National denkt. Eribon selbst spricht eher von einer punktuellen Zuwendung, einer Art \u00bbpolitischen Notwehr der unteren Schichten\u00ab, die nicht notwendigerweise die \u00dcbernahme einer reaktion\u00e4ren Weltan\u00adschauung bedeute. Es handelt sich vielmehr um eine \u00bbAllianz sozialer Schichten, die sich zuvor feindlich gegen\u00fcbergestanden haben. [&#8230;] gro\u00dfe[r] Teile der prekarisierten und verwundbaren Unterschicht mit wohlhaben\u00adden, in S\u00fcdfrankreich lebenden Rentnern, ja sogar mit faschistischen Exmilit\u00e4rs und traditionalistischen Katholiken\u00ab.<\/p>\n<p>Eine Konstellation, die auch in Deutschland festgestellt werden kann. So sprach Alexander Gauland von seiner Partei als eine Allianz, die zwei heterogene Gruppen eingegangen seien: \u00bbZum einen die b\u00fcrgerliche Mittelschicht, zu der auch der wirtschaftliche Mittelstand geh\u00f6rt, der nicht einfach seine Unternehmen nach Indien verlagern kann, um dort besonders billig zu produzieren; zum anderen viele sogenannte einfache Menschen, deren Jobs oft miserabel bezahlt werden oder nicht mehr existieren, die ein Leben lang den Buckel krumm gemacht haben und heute von einer sch\u00e4bigen Rente leben m\u00fcssen. Das sind zugleich diejenigen, f\u00fcr die Heimat noch immer ein Wert an sich ist und die als Erste ihre Heimat verlieren, weil es ihr Milieu ist, in das die Einwanderer str\u00f6men. Sie k\u00f6nnen nicht einfach wegziehen und woanders Golf spielen\u00ab (FAZ, 06.10.2018).<\/p>\n<p>Diese Spaltungslinie zwischen Globali\u00adsierungsgewinnern und -verlierern l\u00e4sst den Grundkonflikt zwischen Kapital und Arbeit nicht verschwinden, es ist vielmehr eine weitere Form, in der dieser Konflikt auf dem Entwicklungsniveau des monopolisier\u00adten, internationalisierten Sp\u00e4tkapitalismus zum Ausdruck kommt. Demagogisch gewen\u00addet kann diese Spaltungslinie von der poli\u00adtischen Rechten zur weiteren Delegitimierung der Gewerkschaften und der ehemaligen Arbei\u00adter\u00adparteien genutzt werden \u2013 was in der Kon\u00adse\u00adquenz zu einer sch\u00e4rferen sozialen Ungleichheit f\u00fchren wird, da die politische Rechte weiterhin die Interessen der Kapital\u00adeigent\u00fcmer vertritt. Inwieweit es hingegen der politischen Linken gelingen kann, ein Verst\u00e4ndnis von Klassenidentit\u00e4t wieder\u00adzugewinnen, die eine emphatische Bejahung des Kampfes um Anerkennung der unter\u00adprivilegierten Klassen beinhaltet, ist offen.<\/p>\n<h5>Fazit<\/h5>\n<p>In diesem Beitrag haben wir versucht, uns den Begriffen \u203aIdentit\u00e4t\u2039 und \u203aKlassenidenti\u00adt\u00e4t\u2039 anzun\u00e4hern. W\u00e4hrend die besondere Be\u00addeutung der Aufkl\u00e4rung darin bestand, den m\u00fcndigen Menschen in den Mittelpunkt der Welt zu r\u00fccken, erscheint derselbe in der sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen Welt nur noch subjekti\u00advistisch zersplittert.<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche Praxis der Individuen auf Basis der Produktionsverh\u00e4ltnisse als historische Determinanten individueller Iden\u00adtit\u00e4t bleiben darin unerkennbar. Der Kampf um Anerkennung subjektiv konstruierter Indi\u00advidualit\u00e4t im Rahmen einer \u203aIdentit\u00e4tspolitik\u2039 ist ein Bestandteil der neoliberalen Wende ehemaliger Arbeiterparteien, die durch die Anerkennung von \u203aKlassenidentit\u00e4t\u2039 \u00fcber\u00adwunden werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Pablo Graubner, Wetzlar, ist Referent f\u00fcr Weltanschauungsfragen im Bundesvorstand des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Abels, Heinz: Identit\u00e4t. Springer Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, 2016, S.72.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Lucien S\u00e8ve: Stichwort Pers\u00f6nlichkeit. In: Europ\u00e4ische Enzyklop\u00e4die zu Philosophie und Wissenschaften, Felix Meiner Verlag, 1990, S.654.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0Holz, Hans Heinz: Irrationalismus \u2013 Moderne \u2013 Postmoderne. In: Gescheiterte Moderne? Zur Ideologiekritik des Postmodernismus. Neue Impulse Verlag, 2002, S.84.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Eickelpasch, Rolf und Rademacher, Claudia: Identit\u00e4t. Transcript Verlag, 2004. S.9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> A.a.O., S.9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Reckwitz, Andreas: Die viergeteilte Gesellschaft <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunknova.de\/beitrag\/klasse-und-schicht-der-soziologe-andreas-reckwitz-ueber-ober--mittel--und-unterschicht\">https:\/\/www.deutschlandfunknova.de\/beitrag\/klasse-und-schicht-der-soziologe-andreas-reckwitz-ueber-ober&#8211;mittel&#8211;und-unterschicht<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Eickelpasch\/Rademacher, a.a.O., S.12<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> vgl. Losurdo, Domenico: Der Klassenkampf oder die Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten?, PapyRossa Verlag, 2016, S.121f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Eribon, Didier: R\u00fcckkehr nach Reims. Edition Suhrkamp SV, 2016, S.117.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> A.a.O., S.120f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> A.a.O., S.123.<\/p>\n<hr \/>\n<h5>Download<\/h5>\n<p>Der Artikel kann auch als PDF-Dokument angesehen und heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" class=\"alignnone size-full wp-image-1076\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?resize=32%2C32&amp;ssl=1\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"32\" data-attachment-id=\"1076\" data-permalink=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?attachment_id=1076\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"32,32\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"pdf_icon\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/pdf_icon-2.png?fit=32%2C32&amp;ssl=1\" \/> <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Freidenker_2021-04_Graubner_IdentitaetUndKlassenidentitaet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pablo Graubner: Identit\u00e4t und Klassenidentit\u00e4t<\/a> (Auszug aus <a href=\"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=11872\">FREIDENKER 4-21<\/a>, ca. 335 KB)<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Bild: Mosaik <b><\/b>\u201eDer Weg der Roten Fahne\u201c am Dresdner Kulturpalast (Ausschnitt)<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Foto: Fyona A. Hall\u00e9 &#8211; <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CC BY-SA 3.0<\/a> <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=26937484\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=26937484<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beitrag von Pablo Graubner aus FREIDENKER 4-21<\/b><br \/>\nKaum ein Begriff wurde in sozial\u00adwissen\u00adschaftlichen und politischen Debatten der letzten Jahre so h\u00e4ufig gebraucht wie der Identit\u00e4tsbegriff. Dabei ist der Begriff als solcher gar nicht einfach zu fassen, hat er sich doch historisch entwickelt und ist \u2013 wie es f\u00fcr die meisten Begriffe der Fall ist, die in gesellschaftspolitischen Debatten gebraucht werden, \u2013 nur im Kontext einer politischen wie philosophischen Weltanschauung zu ver\u00adstehen. Sp\u00e4testens mit der andauernden Debatte um \u203aIdentit\u00e4tspolitik\u2039 und \u203aPopu\u00adlismus\u2039, die in den USA, in Frankreich, aber auch in Deutschland gef\u00fchrt wird, hat der Begriff der \u203aIdentit\u00e4t\u2039 auch au\u00dferhalb der Universit\u00e4ten an politischer Brisanz gewon\u00adnen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":11899,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"colormag_page_container_layout":"default_layout","colormag_page_sidebar_layout":"default_layout","advanced_seo_description":"","jetpack_seo_html_title":"","jetpack_seo_noindex":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[16],"tags":[883,1467,1468,1319,1469,1474,479],"class_list":["post-11892","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weltanschauung-philosophie","tag-gesellschaft","tag-identitaet","tag-individuum","tag-klassengesellschaft","tag-klassenidentitaet","tag-kollektiv","tag-volk"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Kulturpalast_Dresden-Mosaik_version_a_800x450.jpg?fit=800%2C450&ssl=1","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9stpK-35O","jetpack-related-posts":[{"id":17283,"url":"https:\/\/www.freidenker.org\/?p=17283","url_meta":{"origin":11892,"position":0},"title":"Die seltsame Welt des Robert Habeck: Ich, Robert, Kaiser und Gott","author":"Webredaktion","date":"19. 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