Geschichtsrevisionismus: Krieg gegen Russland und zionistischer Völkermord
von Klaus Hartmann
Rede bei der Konferenz der Weltunion der Freidenker am 16.08.2025 in Györ
Aus: „FREIDENKER“ Nr. 3-26, September 2026, S. 20-29, 85. Jahrgang
Wir beschäftigen uns schon längere Zeit mit dem Thema Geschichtsrevisionismus. Im März 2024 sagte ich bei der Konferenz in Belgrad u.a.:
„Geostrategische Planspiele, die auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückgehen und bis zu Hitler gesponnen wurden, basierten auf der Prämisse: „Wer die Ukraine hat, kann Russland zwingen“ und „Russland kann ohne die Ukraine keine europäische Macht sein“. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Politik der USA darauf ausgerichtet, die Zusammenarbeit zwischen Russland und Westeuropa zu untergraben.“[1]
Und ein Jahr zuvor bei unserer Konferenz in Frankfurt am Main:
„Das Ende des 2. Weltkriegs wird oft als „Wendepunkt für die ganze Welt“ deklariert, wobei es den einen als Befreiung, den anderen als Niederlage galt. In diesem Jahr 2023 sind die Stimmen jener besonders vernehmbar geworden, die zwar nicht die Befreiung vom Faschismus als solchem öffentlich bedauern, die aber insbesondere der Sowjetunion ihre Befreiungstat verübeln.
In vielen Städten, allen voran in der deutschen Hauptstadt Berlin, waren antifaschistische Symbole wie das St. Georgsband verboten, sogar die sowjetische Fahne und die Fahne des Sieges, die Fahne der Russischen Föderation – aber selbstverständlich nicht die ukrainische Fahne. Fahnen des Kriegsverbündeten werden natürlich hochgehalten, Jugendliche mit russischen Fahnen am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow wurden lt. rbb24 von Polizisten gejagt und zur Strecke gebracht.“[2]
2025, zum 80. Jahrestag der Befreiung, war im Treptower Park sogar das Abspielen und Singen des Liedes „Der Heilige Krieg“ ausdrücklich verboten – ein Lied, an dem eigentlich nur Hitler-Anhänger Anstoß nehmen können. Es erweckt den Eindruck, dass man der Sowjetunion nicht für die Befreiung dankbar ist, sondern ganz im Gegenteil, ihr die Befreiung übelnimmt. In Hannover wurden Teilnehmer des Gedenkens von der Polizei des Platzes verwiesen, weil sie das historische Foto des Sowjetsoldaten zeigten, der die Flagge mit Hammer und Sichel 1945 auf dem Berliner Reichstag hisste.
Bei Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag der Befreiung waren Vertreter der Russischen Föderation und Belarus von der deutschen Bundesregierung „unerwünscht“, und, wie eine als „Handreichung“ deklarierte Order aus dem Außenministerium nahelegte, ggf. per „Hausrecht“ zu entfernen.[3]
Wir verwiesen auf die skandalösen geschichtsrevisionistischen Vorfälle in der Ukraine, die doch laut den Brüsseler und Berliner Politdarstellern „unsere Demokratie“ und „unsere europäischen Werte“ verteidigt: Abriss der Denkmäler für die Befreier vom Faschismus, die Nazi-Kollaborateure werden zu Nationalhelden erklärt. Und Zeitenwende-Scholz und v. d. Leyen, Präsidentin der EU-Korruption, brechen am Ende ihrer Reden in den ukrainischen Faschisten-Gruß aus: „Heil der Ukraine!“
Der Imperialismus, wie er sich um die NATO materialisiert, kämpft gegen den Verlust seiner Hegemonie. Gegen seinen Hegemonieverlust orientiert der US Imperialismus in erster Linie auf den Kampf, die zunehmende Aggression gegen China – seit Obama über Biden bis Trump.
Nürnberger Urteile aufheben?
Die westlichen Politiker leiden nicht an Vergesslichkeit, sie wollen die Geschichte umschreiben, wenn wie z.B. mit der Resolution des EU-Parlaments von 2019 versucht wurde, die Schuld für den 2. Weltkrieg außer Nazi-Deutschland gleichermaßen der Sowjetunion zuzuweisen, was bedeutet: das Urteil des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher aus den Angeln zu heben und zu revidieren. Es bedeutet die Gleichsetzung von Henkern und Opfern.
Die EU und Großbritannien wissen, dass ihre Dominanz in Europa ein schwaches Russland, für die eigenen Weltmachtansprüche möglichst ein halbkoloniales Russland als Hinterland und Rohstoffquelle erfordert. Vor allem Deutschland, Frankreich, Polen und Britannien setzen deshalb auf die Fortsetzung des Krieges mit Russland, ja sogar auf dessen Eskalation.
Eine Studie von RAND, des größten militärischen US-Thinktanks, kommt zu dem Ergebnis, dass die einst unangefochtene militärische Überlegenheit der USA schwindet. Das ist aber kein Signal für ein friedliches, leises Abtreten aus Einsicht, gefordert wird ein „Überdenken der Verteidigungsstrategie, um die von den USA geführte internationale Ordnung (Dominanz) zu bewahren.“[4]
Der NATO-Stellvertreterkrieg gegen Russland und der Aufmarsch gegen China, die Kriegshysterie in Berlin, Brüssel und London, begleitet von einer beispiellosen Aufrüstungs- und Verschuldungsorgie sowie Plänen zur Stationierung modernisierter US-Atomwaffen und -Mittelstreckenraketen, zeigen nicht in Richtung Frieden.
Der Kriegsvorbereitung dient auch die Kriminalisierung internationaler Solidarität. Die EU hat deshalb inzwischen sogar Sanktionen gegen ihre eigenen Bürger Alina Lipp und Thomas Röper erlassen, gegen die sie sich nicht rechtlich zur Wehr setzen können, weil ihnen die Einreise und der Zugang zu Finanzmitteln verboten ist.
Deutsche Ermittlungsbehörden haben die im Minsk-II-Abkommen genannten Völkerrechtssubjekte der beiden Volksrepubliken im Donbass zu terroristischen Vereinigungen erklärt, und auf dieser Grundlage Haftbefehle gegen zwei Freidenker erlassen, die sich seit Jahren für die Lieferung humanitärer Hilfe engagiert haben.
Keine Opposition gegen Kriegskurs zulässig
Die Nachdenkseiten kommentierten:
Die letzten Haftbefehle und Hausdurchsuchungen bei Aktivisten des humanitären Vereins „Friedensbrücke – Kriegsopferhilfe“ sind der jüngste Höhepunkt der Repressionen gegen Menschen, die sich öffentlich gegen die herrschende Meinung zum Ukraine-Krieg stellen. Der Vorwurf des Straftatbestands „Unterstützung einer Terrororganisation“ in diesem Zusammenhang nach den Paragraphen 129 a und b Strafgesetzbuch (StGB) ist eine neue Qualität in der Tendenz, völkerrechtliche und demokratische Grundsätze der deutschen Justiz abzubauen.
(…) Es geht darum, dass keine mediale Opposition gegen den Kriegskurs zugelassen wird. (…) politisch motivierte Strafverfahren werden immer häufiger auf Grundlage eines bestimmten historischen Narrativs geführt – nämlich dem, welches auf die bezweckte Urteilsbegründung passt. (…) In Zukunft wird es deshalb wichtig sein, sich gegen solche Angriffe auf demokratische Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit zur Wehr zu setzen. Dafür muss sich, auch juristisch, gegen die zunehmende Willkür der deutschen Strafverfolgungsbehörden verteidigt werden.[5]
Psychologische Kriegsvorbereitung
Wir sehen Rassismus wieder in Aktion: Die Staatsbürgerschaft scheint ein Makel zu sein – der russische Pass ist zur kulturellen Hypothek geworden.
Anna Netrebko durfte in Berlin, New York oder Zürich nicht mehr auftreten. Der Stardirigent Waleri Gergijew wurde bei den Münchner Philharmonikern entlassen, er erhielt Auftrittsverbote in der Carnegie Hall und bei den Wiener Philharmonikern, beim Rotterdamer Philharmonischen Orchester wurde ihm der Titel des Ehrendirigenten aberkannt, nach Protesten wurde im Sommer 2025 auch ein Auftrittsverbot in Neapel verhängt.
Die französische Philosophin Catherine Clément warnte vor einem „zivilisatorischen Rückfall“. Es sei gefährlich, wenn die Staatsangehörigkeit wieder über soziale Teilhabe entscheide – und das unabhängig von individueller Verantwortung.
Während russische Athleten persönliche Bekenntnisse ablegen müssen, wird von israelischen Staatsbürgern keine Distanzierung von Netanjahus Gaza-Offensive eingefordert – obwohl dort täglich Kinder sterben.
Mit Stigmatisierung und kollektiver Ächtung einer ganzen Nation entlang ethnischer oder nationaler Zugehörigkeit begann die frühe Phase der Judenverfolgung in Nazi-Deutschland. In der frühen NS-Zeit gab es Ausschlüsse, die nicht auf einer Tat, sondern auf Zugehörigkeit basierten. Der jüdische Violinist wurde nicht ausgeschlossen, weil er schlecht spielte, sondern weil er Jude war. Heute wird nicht der Pianist ausgeladen, der falsch spielt, sondern jener, der den falschen Pass trägt – oder den falschen Vornamen. Für eine Disqualifikation genügt es, russisch zu sein.
Es gibt Listen, Einreiseverbote, Ausschlusskriterien und Sippenhaft aufgrund von Herkunft und eine breite gesellschaftliche Akzeptanz dieser Praxis. Wer sie kritisiert, gilt als „Putin-Versteher“.
Verwahrloster Journalismus
„Tausende neue Panzer rollen gegen Putin“, so die gleichgeschalteten Münchner Merkur und Frankfurter Rundschau am 09.07.2025.[6]
„Der heiße dritte Weltkrieg ist also offensichtlich ausgebrochen. Panzer marsch!“, vermuten die Nachdenkseiten. Sie kommentieren: „Die Überschriften erwecken den Eindruck, dass bereits Tausende Panzer gegen Russland ‚rollen‘ oder von deutscher Seite die Absicht besteht, die Panzer gegen Russland rollen zu lassen. Wie muten derlei Schlagzeilen wohl in den Augen Russlands an, das im Zweiten Weltkrieg viele Millionen Tote zu beklagen hatte?
Die „Zeitenwende“ hat uns bereits „Sondervermögen“ genannte Kriegskredite und die von einem sozialdemokratischen Minister geforderte „Kriegstüchtigkeit eingebracht“. Während die Deindustrialisierung voranschreitet, ist der einzig boomende Wirtschaftszweig die Rüstungsindustrie. Sie kann sich bei der NATO bedanken, die nun von den Mitgliedsstaaten die Investition von 5 % des BIP für Hochrüstung und Krieg fordert.
Die sogenannte „Nukleare Teilhabe“ in der NATO bedeutet die Lagerung von US-Atomwaffen, u.a. in Deutschland auf dem Fliegerhorst Büchel. Der wird aktuell umgebaut und für die von der Bundeswehr bestellten 35 US-Kampfjets vom Typ F-35 angepasst. Statt Kosten von ursprünglich 1,2 Milliarden Euro dafür werden inzwischen 800 Millionen mehr veranschlagt.[7]
Die Flugzeuge sind dafür gedacht, im Kriegsfall US-amerikanische Atombomben zu transportieren und abzuwerfen, was Bundeswehrpiloten bereits seit Jahren trainieren.
„Kriegstüchtig“
Nach Worten des Bundeskanzlers Merz strebt Deutschland danach, die „führende Militärmacht Europas“ zu werden. Das war es schon einmal. In der Vergangenheit hat die Aufrüstung dieses Landes zu Weltkriegen geführt. Die Kriegstüchtigkeit soll bis 2029 erreicht werden.
Im GRÜNBUCH ZMZ 4.0, „Zivil-Militärische Zusammenarbeit 4.0 im militärischen Krisenfall“, veröffentlicht am 30.01.2025 vom Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit e.V. (ZOES), einer „Denkfabrik zur Gestaltung der zukünftigen Entwicklungen der Öffentlichen Sicherheit in Deutschland“, wird minutiös beschrieben, wie der Krieg gegen Russland im Jahr 2030 eskaliert werden soll: Ausgehend von dem jährlich stattfindenden Manöver „Zapad“ der russischen und belarussischen Truppen sollen NATO-Truppen massiv an die russischen Grenzen verlegt, Alarmstufen angehoben und Konsultationen nach Art. 5 des NATO-Vertrags durchgeführt werden.[8]
Die „EU-Denkfabrik“ European Union Institute for Security Studies (EUISS) in Paris plädiert, die EU muss Russland aktiv „entmachten“, indem sie seine Fähigkeit, europäische Interessen zu untergraben, abbaut. Die Schlussfolgerung ist klar: Europa ist nicht machtlos, aber es hat seine vielfältigen Stärken noch nicht in entschlossenes Handeln umgesetzt. Um Russland zu entmachten, muss die EU in Kategorien der Macht denken und handeln – und den Mut haben, sie einzusetzen.[9]
Die Orientierung knüpft an das Strategiedokument der US-„Denkfabrik“ Rand Corporation aus dem Jahr 2019 an, das das Ziel ausgab: „Extending Russia – competing from advantageous ground“ („Russland überdehnen – Wettbewerb aus einer günstigen Position“).[10]
Spiel mit dem atomaren Feuer
Die Ukraine hat sich ihrer „Aktion Spinnennetz“ gerühmt, aber kaum ein Medium hat berichtet, welche Eskalation sich dahinter verbirgt. Angegriffen wurden atomwaffenfähige strategische Bomber – Teil der Triade, des sog. „Gleichgewichts des Schreckens“.
Das dürfte ohne Hilfe der NATO nicht gegangen sein und ist ein Spiel mit dem Feuer. Wenn die Ukraine dies ohne Zustimmung der USA beziehungsweise der NATO getan hat, dann ist sie unkalkulierbar. Wenn sie es mit Zustimmung der USA beziehungsweise. der NATO getan hat, dann wurde ausprobiert, ob Russland atomar zurückschlägt. Am Tag vor den Verhandlungen in Istanbul ein klares Zeichen: Der Krieg geht weiter und man spielt mit dem Feuer des Atomkrieges.
Der deutsche Generalmajor Christian Freuding hat diesem Angriff „Respekt und Anerkennung“ gezollt, und damit klargemacht: Militär, Geheimdienste, Bundesregierung, Rüstungsindustrie drohen uns ins Verderben zu führen. Der Mann ist Leiter des Sonderstabes Ukraine im deutschen Verteidigungsministerium, und am 8. Mai 2025, dem 80. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, posierte er mit Oleg Romanov, einem hochrangigen Kommandeur des nazistischen Azow-Regiments. Zu dem Angriff, dem dieser Generalmajor „Respekt und Anerkennung“ zollte, gehörte auch der Terrorangriff auf die zivile Eisenbahninfrastruktur, mit 7 Toten und 100 Verletzten – was Freuding ausdrücklich in seine Bewunderung einschloss.[11]
Das ist für Kriegsminister Pistorius allerdings kein Grund zur Entlassung, sondern im Gegenteil zur Beförderung: Er machte Generalmajor Freuding zum neuen Inspekteur des Heeres.[12]
Vernichtungsabsicht
Die Financial Times berichtet von einem Interview mit Boris Pistorius: „Er betonte, dass deutsche Truppen, die jahrelang eine Kultur der militärischen Zurückhaltung als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs pflegten, bereit wären, im Falle eines Angriffs Moskaus auf einen Nato-Mitgliedstaat russische Soldaten zu töten.“
Markus Klöckner von den Nachdenkseiten kommentierte: „Mittlerweile ist von Tag zu Tag zu beobachten, wie Deutschlands Regierung das Land immer weiter und tiefer in den Abgrund regiert. Die Russlandpolitik Deutschlands ist zu einem Monster mutiert – und das Monster wird größer.“[13]
Die russischen Historiker Trenin, Karaganow und Awakjanz schreiben unter „Von der passiven zur aktiven Abschreckung“:
„Der Übergang von einer gescheiterten Partnerschaft in eine neue Konfrontation und dann in eine offene Konfrontation lässt eine Rückkehr zum ursprünglichen Format des ‚Kalten Krieges’ nicht zu.“ „Die herrschenden Kreise Europas sind bereits mit politisch-moralischen und militärökonomischen Vorbereitungen für einen großen Krieg mit Russland beschäftigt.“[14]
Dmitri Trenin schrieb am 19.07.2025: Viele sprechen heute davon, dass die Menschheit auf einen „Dritten Weltkrieg“ zusteuert, und meinen damit, dass etwas Ähnliches wie im 20. Jahrhundert vor uns liegt. Der Krieg ändert jedoch ständig sein Aussehen.… In Wirklichkeit ist der Weltkrieg schon da, auch wenn es nicht jeder begriffen hat. Die Vorkriegszeit endete für Russland im Jahr 2014, für China im Jahr 2017 und für den Iran im Jahr 2023. Seitdem sind die Ausbreitung und die Intensität des modernen Krieges im Wachsen begriffen. Trotz seiner sich wandelnden Erscheinung ist die Ursache dieses Weltkriegs traditionell: die Verschiebung des Kräftegleichgewichts auf der Welt. Der Westen spürt, dass der Aufstieg neuer Machtzentren (vor allem Chinas) und die Wiedererstehung Russlands als Großmacht seine Vorherrschaft bedrohen, und hat eine Gegenoffensive gestartet.
Für die USA und Europa ist dies nicht die letzte Schlacht, aber definitiv eine entschlossene. Der Westen ist nicht in der Lage, sich mit dem Verlust der globalen Hegemonie abzufinden. Dabei geht es nicht nur um Geopolitik. Die westliche Ideologie (politisch-ökonomisch ist es der Globalismus, soziokulturell der Posthumanismus) lehnt Vielfalt, nationale oder zivilisatorische Identität und Tradition organisch ab. Das Ende des Universalismus bedeutet für den modernen Westen eine Katastrophe – für nur regionalen Status ist er nicht bereit. Deshalb versucht er, seine beträchtlichen Ressourcen zu bündeln und sich auf seine erschütterte, aber immer noch vorhandene technologische Überlegenheit zu stützen, um diejenigen zu vernichten, die er zu Rivalen erklärt hat.
Von Vernichtungsabsicht zu sprechen ist keine Übertreibung…“[15]
Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, kommentiert: „Heute ist Europa faktisch völlig in einen Rausch aus Russophobie verfallen, und seine Militarisierung verläuft praktisch unkontrolliert. Es gibt dafür zahllose Belege. Man denke nur daran, wie die Präsidentin der Europäischen Kommission Pläne ankündigte, angeblich 800 Milliarden Euro für Verteidigungszwecke zu sammeln. In letzter Zeit fällt vor allem der deutsche Bundeskanzler mit entsprechenden Äußerungen auf: Er ruft zur Aufrüstung Deutschlands auf, bringt die allgemeine Wehrpflicht ins Gespräch und fordert – offenbar wie vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg – den Aufbau der stärksten regulären Armee Europas. Nicht nach steht ihm der Bundesverteidigungsminister, der es wagte, seine Bereitschaft zu erklären, russische Soldaten zu töten. Unweigerlich drängen sich historische Parallelen auf: Das heutige Deutschland – und überhaupt ganz Europa unter der gegenwärtigen Führung – degeneriert zu einer Art „Viertes Reich“.[16]
EU diktiert
Die brachiale Durchsetzung der ausschließlichen NATO-Propagandasicht richtet sich nicht nur gegen Bürger, Medien und Organisationen, die eine davon abweichende Sicht der Ereignisse vertreten. Von der Leyen und ihre EU-Korruption mischen sich auch massiv in die Souveränität anderer Staaten ein und hebeln das Wahlrecht der Bürger aus.
Als in Rumänien bei der Präsidentschaftswahl der „falsche“, also nicht EU-geneigte Kandidat in Führung lag, ließ die EU durch die ihr ergebene Regierung und diese wiederum durch ebensolche Gerichte die Wahl annullieren. [17]
Bei der Wahlwiederholung wurde dem aussichtsreichsten Kandidat eine erneute Kandidatur verboten. Nach dem bekannten Motto: „Haltet den Dieb!“ klagt die EU dann auch noch die „Russische Wahleinmischung“ an.[18]
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in der Republik Moldau hat die „prowestliche Staatschefin“ und v.d.Leyen-Freundin Maia Sandu gewonnen – „dank der Stimmen aus dem Ausland“. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, erklärte auf X, Sandu habe sich „für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und eine europäische Zukunft“ eingesetzt und „außergewöhnlichen Mut und Führungsstärke bewiesen“. Europa werde der Republik Moldau auf diesem Weg weiterhin zur Seite stehen.[19]
Das war als Drohung zu verstehen, denn im September 2025 sollte in Moldowa ein neues Parlament gewählt werden. Die NZZ am 05.08.2025: „Die Moldau rüstet sich vor der Parlamentswahl gegen russische Einflussnahme. Die prorussische Gouverneurin von Gagausien muss ins Gefängnis.“
In Gagausien, einer autonomen Region in Moldau mit eigener Sprache, Regierung und Universität, wurde die Regierungschefin Evghenia Gutul auf Sandus Geheiß verhaftet und wegen angeblicher russischer Wahlkampffinanzierung zu sieben Jahren Haft verurteilt.[20]
Wir erklären unsere Solidarität mit Evghenia Gutul und fordern ihre sofortige Freilassung!
Solidarität gegen den zionistischen Völkermord!
Endgültig zur Farce werden die Phrasen der deutschen Militaristen zu Ukraine und Völkerrecht angesichts des offiziellen Verhaltens gegenüber Israel. Es sei „Drecksarbeit“, die laut Kanzler Merz Israel derzeit für „uns“ macht, und für die „wir“ Waffen liefern.[21]
In Gaza hat die zionistische Terrorarmee alle 36 Hauptkrankenhäuser bombardiert und die meisten vollkommen zerstört Von den überlebenden Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal wurden Hunderte gewaltsam in anonyme Lager verschleppt, und sind seither spurlos verschwunden. Über 1.500 Mediziner wurden ermordet. Es sind offensichtlich gezielte Tötungen, um das Gesundheitssystem in Gaza im Rahmen eines Völkermords zu zerstören. Rainer Rupp: „Für die zionistischen Rassisten sind Palästinenser minderwertige Wesen, für die israelische Rechtsnormen nicht gelten.“
Sie lassen nur noch einen Bruchteil der lebensnotwendigen Lebensmittel und Medikamente nach Gaza hinein. Rainer Rupp sieht darin das erklärte Ziel, „die dort noch lebenden Menschen durch Hunger und Krankheit gefügig zu machen, damit sie sich nicht mehr gegen eine Zwangsvertreibung zur Wehr setzen. Israel benutzt Hunger und Krankheiten als Waffen zur gewaltsamen Reduzierung der Bevölkerung Gazas.“ Die medizinische Infrastruktur Gazas steht am Rande des Zusammenbruchs, während die zionistischen Terroristen ungestraft und unbehindert weitermachen. Diese Verbrechen werden in der Regel von den prozionistischen westlichen „Qualitätsmedien“ und Politikern sorgfältig ignoriert.
Der britische Arzt Nick Maynard berichtet von der künstlich erzeugten Hungersnot im Gazastreifen. Ihm selbst wurde bei der Überquerung der Grenze nach Gaza Babynahrung beschlagnahmt. Dadurch sterben zahlreiche Kinder in dem abgeriegelten Gebiet. In der Sendung The World mit Yalda Hakim erzählte er, dass er mehrere Ärzte getroffen hat, die Kartons mit Babymilchpulver in ihrem Gepäck hatten, und sie wurden alle von den israelischen Grenzschutzbeamten beschlagnahmt. „Nichts anderes wurde konfisziert, nur die Babymilchnahrung“, betonte Maynard. Auch die Ärzte seien am Hungern. Zwei Kollegen, die er seit Jahren kannte, hätten jeweils 20 und 30 Kilogramm abgenommen. Sie sähen nur noch wie menschliche Hüllen aus.
Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) kritisierte am 25.07.2025: „Der gezielte Einsatz von Hunger als Waffe durch die israelischen Behörden in Gaza hat ein beispielloses Ausmaß erreicht“. Nach Angaben der UN wurden seit der Übernahme der Hilfsleistungen durch die GHF mehr als 1.000 Menschen bei dem Versuch getötet, Nahrungsmittelhilfe zu erhalten. NRWA, die Hilfsorganisation der Stiftung für Gaza, hat das Programm scharf kritisiert. Generalkommissar Philippe Lazzarini sagte: „Das sogenannte GHF-Verteilungsprogramm ist eine sadistische Todesfalle. Scharfschützen eröffnen willkürlich das Feuer auf Menschenmengen, als hätten sie eine Lizenz zum Töten.“ „Israelische Streitkräfte und privates US-amerikanisches Sicherheitspersonal an den GHF-Verteilstellen haben gezielt Gewalt gegen hungernde Palästinenser und Palästinenserinnen verübt“, es seien „Orte orchestrierter Tötungen und Entmenschlichung“.[22]
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu führt „den Kampf gegen das Böse“ auch für Europa, auch für die USA. Karin Leukefeld schreibt: „Wer sich den israelischen Bombenkampagnen nicht beugt, wird vernichtet und vertrieben. Für Waffen, Geld, medialen und politischen Schutz sorgen die Paten Israels in Washington, London, Paris, Berlin und Brüssel. Ein weiteres Mittel der Kriegsführung ist die Ausschaltung politischer Gegner mit juristischen Mitteln, genannt auch ‚Lawfare‘. Mit medialer Unterstützung werden aggressive Kampagnen gegen die ‚Zielpersonen‘ eingeleitet, die geradezu eine Pogromstimmung erzeugen können.[23]
Ein namhaftes Opfer ist Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechte der Palästinenser. In Deutschland erhielt sie bereits Anfang 2025 Redeverbot von den Universitäten in München und Berlin, jetzt hat US-Außenminister Marco Rubio Sanktionen gegen sie verhängt. Sie sei „voreingenommen“, „böswillig“ und „für das Amt einer Sonderberichterstatterin ungeeignet“, sie verbreite „unverhohlenen Antisemitismus“, unterstütze Terrorismus und zeige „offene Verachtung für die Vereinigten Staaten, Israel und den Westen“.
Francesca Albaneses Reaktion: „Kein Kommentar zu Einschüchterungstechniken im Stil der Mafia. Ich bin damit beschäftigt, die (UN-) Mitgliedsstaaten an ihre Verpflichtung zu erinnern, Völkermord zu stoppen und zu bestrafen. Und diejenigen, die davon profitieren.“
In ihren Berichten dokumentiert sie Kriegsverbrechen in Gaza und im Westjordanland, wie im Bericht „Völkermord als koloniale Auslöschung“[24] oder „Die Transformation der israelischen Besatzungsökonomie in eine Ökonomie des Völkermords“.[25]
Der langjährige Haaretz-Korrespondent aus den besetzten palästinensischen Gebieten, Gideon Levy: Bei den Plänen der israelischen Regierung, eine sogenannte „humanitäre Stadt“ auf den Trümmern der südpalästinensischen Stadt Rafah zu errichten, von wo Palästinenser deportiert werden sollen, handele es sich um ein „Konzentrationslager“. „Es gäbe keine andere Möglichkeit, (diese Pläne) zu beschreiben, als dass dort ein Konzentrationslager errichtet werden soll“.[26] Es sei „wirklich schwer vorzustellen, dass das 80 Jahre nach dem Holocaust geschieht“. Verteidigungsminister Katz, der diese „verrückte und teuflische Idee entwickelt hat“, sei selbst ein Nachfahre von Überlebenden des Holocaust, so Levy. Die meisten Israelis hätten alle Menschlichkeit gegenüber Gaza verloren. Konzentrationslager in Gaza?! In Deutschland scheinbar kein Problem. Hier feiert man das deutsch-israelische Jubiläumsjahr. 60 Jahre israelisch-deutsche diplomatische Beziehungen, gemeinsame Werte und die „strategische Partnerschaft“ mit Israel, die „nur von den USA übertroffen“ wird.[27] Dazu passt die Meldung „Trotz der Hungersnot in Gaza bremst Deutschland bei EU-Israel-Sanktionen“.[28]
Der Journalist Jakob Reimann verlor gegen die Zionistische Influenzerin Karoline Preisler (FDP) vor dem Berliner Landgericht und muss seinen Post auf X löschen „Karoline Preisler (…) hat auch zu den massenhaften Vergewaltigungen palästinensischer Gefangener durch Soldaten was zu sagen: ‚selbst da, (sic) ist #Israel noch der menschlichere Akteur‘. Das ist die Radikalisierung der Mitte.“ Journalist Jakob Reimann nennt das Urteil einen „Angriff auf die Pressefreiheit“. „Während sich pro-israelische Akteure in den Medien extrem rassistisch äußern oder die Begehung von Kriegsverbrechen fordern können, sollen Stimmen, die diese Gewalt verurteilen, unterdrückt werden.“[29]
Die Komplizenschaft mit den Völkermördern führt wiederum zur massiven Beschneidung der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit:
- Verbot palästinasolidarischer Organisationen wie Samidoun
- Verbot von Transparenten und Losungen, wie „From the River to the Sea“,
- Einreise- und Auftrittsverbote, wie gegen die jüdische Psychoanalytikerin Iris Hefets, existenzbedrohende Sanktionen wie gegen Hüseyin Doğru.
Die Leitung der Uni Bremen untersagte der jüdischen Psychoanalytikerin einen Vortrag zum Thema Schweigen und Schuld – psychologische Mechanismen im Umgang mit dem Genozid in Gaza. Sie stammt aus Israel, lebt seit einigen Jahren in Berlin. Die Rektorin der Universität Jutta Günther begründete die Entscheidung damit, dass der „Verfassungsschutz“ die Organisation Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, deren zweite Vorsitzende Iris Hefets ist, als „gesichert extremistisch“ eingeschätzt habe.
Uli Gellermann zieht das Fazit, in Deutschland wolle man „den israelischen Mördern den Rücken decken“.
Die „klare Lehre aus der deutschen Geschichte lautete: ‚Nie wieder Völkermord!‘. Aber genau an diesem Genozid beteiligt sich Deutschland durch sein Stillhalten, sein Raushalten im Falle Gaza. Der SA-Opa von Kanzler Merz, wenn er sich auf dem Friedhof die Hände reiben könnte, käme aus dem Feixen gar nicht mehr raus: Statt den Opfern des israelischen Genozids zur Hilfe zu eilen, deckt der deutsche Kanzler den israelischen Mördern faktisch den Rücken. Die Deutschen waren Genozid-Experten und weigern sich heute, die richtige historische Lehre zu ziehen und den Palästinensern eine Überlebens-Chance zu schaffen.“
Lehren aus der Geschichte beherzigen müsste bedeuten, „sich bei den Vereinten Nationen für einen Einsatz zur Friedenserzwingung nach Kapitel VII der UN-Charta einzusetzen. Nur so kann Leben in Gaza gerettet werden.“[30]
Klaus Hartmann ist Präsident der Weltunion der Freidenker und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes
Quellen und Anmerkungen
[1] Rede vom 22. März 2024 beim Belgrad-Forum, https://www.libres-penseurs.net/von-der-aggression-gegen-jugoslawien-zum-nato-krieg-gegen-russland/
[2] https://www.libres-penseurs.net/zeitenwende-zwischen-krieg-und-frieden/
[3] https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/80-jahre-kriegsende-auswaertiges-amt-will-keine-vertreter-aus-russland-bei-gedenkfeier-li.2313544
[4] Rainer Rupp, 28. Mai 2025, https://www.rainerrupp.de/rand-studie-stellt-verlust-der-militaerischen-ueberlegenheit-der-usa-fest/
[5] https://www.nachdenkseiten.de/?p=136602
[6] https://www.merkur.de/politik/ruestungs-mega-deal-tausende-neue-panzer-rollen-gegen-putin-93819675.html
[7] https://www.focus.de/panorama/800-millionen-euro-umbau-von-militaerflugplatz-buechel-fuer-f-35-wird-teurer_f7eb6cc3-131b-4ee8-99c0-a5d1d9132e6f.html
[8] https://zoes-bund.de/publikationen/gruenbuch-zmz/
[9] https://www.iss.europa.eu/publications/chaillot-papers/unpowering-russia-how-eu-can-counter-and-undermine-kremlin?ref=apolut.net
[10] https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_reports/RR3000/RR3063/RAND_RR3063.pdf?ref=apolut.net
[11] https://rumble.com/v6umjdj-respekt-und-anerkennung-deutscher-general-lobt-ukrainische-angriffe-in-russ.html
[12] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/pistorius-vertrauter-aus-der-oberpfalz-wird-heeres-inspekteur,UpzZK3t, 05.07.2025
[13] https://www.nachdenkseiten.de/?p=136040
[14] Von der passiven zur aktiven Abschreckung Russlands neue Sicherheits- und Geopolitik Dmitrij Trenin, Sergej Awakjanz, Sergej Karaganow WeltTrends – Potsdamer Wissenschaftsverlag, Potsdam Juni 2025
[15] https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/der-dritte-weltkrieg-laeuft-bereits-nicht-jeder-hat-es-begriffen
[16] „50 Jahre Schlussakte von Helsinki: Erwartungen, Realität, Perspektiven“, Artikel in Rossijskaja Gaseta“, 1. August 2025, https://mid.ru/en/foreign_policy/news/2039053/?lang=de
[17] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/rumaenien-wahl-118.html
[18] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/rumaenien-georgescu-wahl-ausschluss-gericht-104.html
[19] https://www.agenzianova.com/de/news/Präsidentschaftswahlen-in-Moldawien-Sandu-erhält-ein-zweites-Mandat-und-sendet-ein-Signal-nach-Europa/
[20] https://www.nzz.ch/international/moldau-verurteilt-prorussische-politikerin-zu-sieben-jahren-haft-ld.1896453
[21] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-drecksarbeit-debatte-100.html
[22] 07.08.25, https://www.n-tv.de/politik/Arzte-ohne-Grenzen-kritisieren-Orte-orchestrierter-Toetungen-article25950407.html
[23] https://www.nachdenkseiten.de/?p=135981
[24] https://www.un.org/unispal/document/genocide-as-colonial-erasure-report-francesca-albanese-01oct24/
[25] https://www.un.org/unispal/document/a-hrc-59-23-from-economy-of-occupation-to-economy-of-genocide-report-special-rapporteur-francesca-albanese-palestine-2025/
[26] Levy im Interview mit dem katarischen NachrichtensenderAl Jazeera (11.07.2025)
[27] https://www.diplo.news/articles/deutsch-israelisches-jubilaumsjahr
[28] Der Spiegel, 30.07.2025
[29] https://www.unsere-zeit.de/wegen-zitat-verurteilt-4805857/
[30] https://www.rationalgalerie.de/home/genozid-gemeinsam-mit-deutschland
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Klaus Hartmann: „Für immer unser Feind und eine Gefahr“ (Auszug aus FREIDENKER 3-26, ca. 651 KB)
Bild oben: Russland-Nord, Erschießung von Partisanen (1941)
Foto: Bundesarchiv, Bild 101I-212-0221-06 / Thiede / CC BY-SA 3.0 de
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