Frieden - Antifaschismus - SolidaritätVeranstaltungen in den DFV-Landesverbänden

Offenbach: Friedensaktion zu den US-Atombomben auf Japan 1945

Am 08. August 2026 veranstalteten die Freigeister Offenbach, der Freidenker-Kreisverband und der Flashmob-Singkreis eine Friedenskundgebung auf dem Offenbacher Stadthof zwischen Rathaus und Fußgängerzone Frankfurter Straße. Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm mit Gedichten, Liedern und Reden gegen den Krieg. Das Motto an der Rückwand des Pavillons lautete: „Die Toten der Weltkriege warnen: Nie wieder Krieg mit Russland!“

Wir veröffentlichen hiermit eine kleine Fotogalerie und die Rede von Klaus Hartmann.

Bildergalerie

alle Fotos: Freidenker Offenbach


Vor 81 Jahren: Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

Rede von Klaus Hartmann

gehalten am 08.08.2026 zur Friedenskundgebung auf dem Offenbacher Stadthof 

 

Das heutige Datum stellt uns wieder vor die Frage: Werden wir aus der Geschichte lernen?

Wir gedenken heute den Opfern der ersten Atombombenabwürfe vor 81 Jahren. Die US-Atombomben trafen am 6. und 9. August 1945 zivile Ziele, die Städte Hiroshima und Nagasaki. Sie töteten 140.000 bzw. 70.000 Menschen sofort. Zehntausende erkrankten und starben in den folgenden Jahrzehnten. Noch heute leiden Menschen unter den Folgen.

Eine Lehre aus diesem Drama wurde 1968 mit dem Atomwaffensperrvertrag gezogen, der die Weiterverbreitung von Kernwaffen verhindern soll. Die BRD unterzeichnete den Vertrag 1969, ratifizierte ihn aber erst 1975 – die DDR hatte den Vertrag bereits am 1. Juli 1968 unterzeichnet.

Trotz der deutschen Unterschrift halten die Bundesregierungen am Konzept der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ fest. Das bedeutet konkret: Auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel sind US-Atomwaffen gebunkert, die Bundeswehr kauft Kampfflugzeuge in den USA – 35 F-35-Kampfjets zum Preis von 10 Milliarden Euro, bezahlt aus den Sonder-Kriegskrediten der Bundesregierung. Mit diesen Kampfbombern trainieren Bundeswehrpiloten, die tödliche Fracht Richtung Osten zu fliegen und abzuwerfen.

Zwischen dem Atomwaffenstützpunkt Büchel (Eifel), dem US-Kriegsdrehkreuz Airbase Ramstein in der Pfalz liegt Wiesbaden mit der NATO-Kommandozentrale für den Ukrainekrieg, die größten Rechenzentren Deutschlands stehen in Frankfurt am Main. Wir im Rhein-Main-Gebiet sind die potenzielle Zielscheibe eines Gegenschlags.

Die USA, ihre Verbündeten und ihre Vasallen verfolgen seit langer Zeit ein Ziel: Rund um Russland und China einen Waffenring einschließlich Atombomben zu legen. Wie schon 1978 sprechen deutsche Regierungspolitiker davon, eine „Raketenlücke“ schließen zu müssen.

Das Kalkül der USA: einen Atomkrieg auf Europa begrenzt führbar zu machen. In den 80er Jahren hatten Millionen diese Gefahr erkannt und dagegen demonstriert. Heute hören wir wieder dieselben verantwortungslosen Aussagen.

2024 kündigten Vertreter der USA die Stationierung neuer US-Marschflugkörper in der BRD an, die auch atomare Sprengköpfe tragen können. Bundeskanzler Scholz war begeistert davon, dass Deutschland zur Zielscheibe eines Gegenschlages wird.

Von der angekündigten Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Deutschland rückten die USA Anfang 2026 wieder ab. An deren Stelle will die Bundesregierung nun bis zu 400 „Tomahawk“-Marschflugkörper kaufen, die auch Atomsprengköpfe transportieren können.

Die Politiker wollen uns den Irrsinn einreden, dass unsere Sicherheit in der Kriegsvorbereitung mit der Atommacht Russland liegt. Und sie fantasieren von einem „atomaren Schutzschirm“ über Europa – angesichts der Toten in Japan 1945 ein unvorstellbarer Zynismus. Wir brauchen eine Rückkehr zu Gesprächen, zur Diplomatie, zur Entspannungspolitik. Sicherheit in Europa gibt es nur als gleiche Sicherheit für alle.

Hiroshima und Nagasaki mahnen: Deutschland muss den Atomwaffensperrvertrag einhalten – keine „nukleare Teilhabe“, keine neuen Mittelstreckenraketen!

Klaus Hartmann ist Präsident der Weltunion der Freidenker und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes


Bild oben: Klaus Hartmann, Präsident der Weltunion der Freidenker und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes bei seiner Rede
Foto: Freidenker Offenbach