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Feierliches Gedenken in Erinnerung an den Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion vor 85 Jahren

von Heike Cienskowski

Der Landesverband Thüringen des Deutschen Freidenker-Verbandes (DFV Thüringen) führte gemeinsam mit dem Rotfuchs-Förderverein am 21. Juni 2026 auf dem Ostfriedhof in Gera ein feierliches Gedenken in Erinnerung an den 22. Juni 1941, den Tag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion, durch. Als besonderen Gast konnte der Botschaftsrat der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, Herr Dr. Andrei Bagai begrüßt werden. Ebenso herzlich wurde Herr Dr. Arnold Schölzel – der Vorsitzende des Rotfuchs-Fördervereins von den Anwesenden begrüßt. Die Landesvorsitzende des DFV Thüringen ging in ihrer Begrüßungsrede auf den vertragsbrüchigen, als Unternehmen „Barbarossa“ getarnten Überfall, der von vornherein als Vernichtungskrieg geplant war, ein.  Es wurde Alfred Jodl – Chef des Wehrmachtsführungsstabes – mit den Worten, die er am 3. März 1941 als Befehl herausgab, „es sei von der Notwendigkeit auszugehen , alle Bolschewistenhäuptlinge und Kommissare sofort unschädlich zu machen“, zitiert, ebenso wie Hitlers auf einer Besprechung mit der Heeresführung am 17. März 1941 geäußertes Verlangen: „Die von Stalin eingesetzte Intelligenz muss vernichtet werden. Im Großrussischen Bereich ist die Anwendung brutalster Gewalt notwendig“. Alle unvorstellbare Brutalität der Wehrmachtsangehörigen, der SS, der Kollaborateure und Helfershelfer konnten den Widerstandswillen der Menschen der Sowjetunion nicht brechen. Sie wollten keine Sklaven sein und verteidigten ihr Heimatland im opferreichen Kampf bis zum Sieg.

Herr Dr. Bagai sprach zu allen Anwesenden über Frieden und ein friedvolles Miteinander und Nebeneinander. Er erinnerte an Zeiten der friedlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland und sprach die Hoffnung und Zuversicht aus, dass es wieder friedlichere Zeiten geben werde.

Für diese Worte des Friedens dankte die Landesvorsitzende dem Botschaftsrat aus tiefstem Herzen. Der Dank wurde vom Applaus der Anwesenden begleitet.

Dr. Arnold Schölzel ging in seiner Ansprache ausführlich und mit zahlreichen Belegen auf die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges ein. Auch ging Herr Dr. Schölzel auf die gegenwärtige internationale politische Situation ein. Er zeigte wie kriegsgefährlich die Politik in der EU ist.

Abschließend nannte die Landesvorsitzende Zahlen der Opfer, der befreiten Lager und geretteten Menschen im Vergleich der Herkunftsländer Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien, USA, um die gegenwärtige  Geschichtsverfälschung noch einmal deutlich vor Augen zu führen.

Die Gedenkfeier wurde musikalisch begleitet mit Ausschnitten aus der Leningrader Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die 1941/42 entstand und dem heldenhaften Widerstand der von der Wehrmacht belagerten Stadt Leningrad gewidmet ist.

An dem Gedenken nahmen ca. 70 Bürger aus unterschiedlichen Parteien und Organisationen sowie nicht Organisierte teil.

Gemeinsam mit dem Botschaftsrat der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin begaben sich Teilnehmer zu Gräbern der verstorbenen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen – damals genannt „Ostarbeiter“ und deren Kindern, die hier zu unmenschlichen Bedingungen schuften mussten und legten auch hier Blumen nieder.

Heike Cienskowski ist Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen des Deutschen Freidenker-Verbandes


Foto-Galerie

Alle Fotos: Andreas Cienskowski


Bild oben: Sowjetisches Ehrenmal auf dem Ostfriedhof Gera.
Foto: Andreas Cienskowski