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42. Kongress der Weltunion der Freidenker (Genf, 10./11. Mai 2008)
Pressemitteilung vom 13. Mai 2008
Die Weltunion der Freidenker lud an Pfingsten 2008 zu ihrem 42. Kongress nach Genf ein. Die Veranstaltung im Salle Ellenberger des Zentralpostamtes der Stadt wurde durch den Präsidenten der Weltunion Louis Roger eröffnet. Grußworte hielten der Präsident der Sektion Genf sowie die Präsidentin der Freidenkervereinigung der Schweiz.
Schwerpunkt der Beratungen des Kongresses waren die Aufgaben der Freidenker angesichts des anwachsenden religiösen Fundamentalismus und der völkerrechtswidrigen Kriege. Mehr…
Aufstehen statt niederknien
Erklärung zum katholischen „Weltjugendtag“ in Köln August 2005
von Klaus Hartmann, Vizepräsident der Weltunion der Freidenker
“Weltjugendtag” heißt die fromme Heerschau dieser Tage in Köln, der Name jedoch ist Anmaßung: Obwohl Hunderttausende erwartet werden, die “Weltjugend” ist das nicht – es ist ebenso wenig das Treffen von Atheisten wie von Buddhisten, Muslimen oder Hindus, Juden oder orthodoxen Christen.
Zumindest der Form nach geht die Katholische Kirche mit der Zeit: Event ist angesagt, eine Pop-, Polit- und Glaubensshow wird inszeniert, und wie in der üblichen kommerziellen Event-”Kultur” droht Seichtigkeit die Inhalte zu verdrängen, ernsthafte Anliegen und Fragen unterzubuttern. Wer der Kirche nichts Gutes wünscht, kann das Spektakel mit einer gewissen Schadenfreude sehen.
Jedoch: nicht jeder Anreisende wird nur auf Glamour, Wellness, Frömmelei und Massenpsychose versessen sein. Manche werden sich darunter befinden, die sich gegen Sozialabbau wehren wollen, gegen Armut und Kälte und Entsolidarisierung, die für Abrüstung und gegen Krieg streiten wollen, für Völkerfreundschaft und eine gerechte Welt.
Wenn wir Freidenker die Frage aufwerfen, von wem, zu wessen Nutzen die Propagandashow veranstaltet wird, wollen wir zeigen, dass der Vatikan der völlig falsche Verein ist, um Humanität und Gerechtigkeit zu erreichen. Der Vatikan ist eine kriminelle Organisation, von Anfang an, nicht nur mal vorübergehend im Mittelalter, sondern bis zum jüngsten Tag. Mehr…
Weltunion der Freidenker verurteilt Krieg gegen den Irak
Presse-Mitteilung vom 18. März 2003
Am vergangenen Wochenende tagte in Prag der Weltkongress der Freidenker. Prag war letztmalig 1936 Tagungsort des Kongresses, kurz bevor mit der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch die deutschen Faschisten das unmittelbare Vorspiel des 2. Weltkriegs begann. Der Internationale Rat der Weltunion wählte ein neues Executivbüro mit Prof. Dr. Jacques Prépin (Versailles) als Präsidenten und Klaus Hartmann (Offenbach) als Vizepräsidenten.
Unter dem Motto „Fundamentalismus und Irrationalismus - Bedrohung von Frieden, Laizität und Demokratie“ wurden verschiedene religiöse und weltliche Spielarten der Zerstörung der Vernunft beleuchtet. Mehr…
Kosovo: Schluss mit dem Terror – UN-Resolution 1244 endlich verwirklichen!
30. August 2000
An:
Vereinte Nationen
Generalsekretär
Mitglieder des Sicherheitsrates
Mitglieder der Vollversammlung
Sehr geehrter Herr Generalsekretär!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wiederholt haben wir uns in den vergangenen Monaten an Sie und andere internationale Organisationen wie die OSCE gewandt mit der Bitte, die katastrophale Entwicklung in der unter UN-Verwaltung stehenden südserbischen Provinz Kosovo und Metohija zu stoppen und im Sinne der UN-Resolution 1244 tätig zu werden.
Wir gingen davon aus, dass diese Resolution geeignet sei, den rechtlosen Zustand zu beenden, den die völkerrechtswidrige Aggression der NATO geschaffen hatte, und die Vereinten Nationen wieder in ihr Recht setzt. Die bisherigen Ereignisse sprechen eine andere Sprache. Mehr…
17. Februar 2000 – 400. Jahrestag der Ermordung von Giordano Bruno auf dem Campo dé Fiori in Rom
Ansprache von Klaus Hartmann, Präsident der Weltunion der Freidenker,
19. Februar 2000
Liebe Freundinnen und Freunde des Freien Denkens,
Bürgerinnen und Bürger von Rom!
Ich begrüße Euch im Namen der Weltunion der Freidenker zu unserer gemeinsamen Kundgebung aus Anlass des 400. Jahrestages der Ermordung von Giordano Bruno.
Wenn sich die Freidenker Italiens und anderer Länder auf dem Campo dé Fiori in Rom versammeln, dann tun sie dies, um eines großen Menschen zu gedenken und um an ein großes Verbrechen zu erinnern.
Wir gedenken Giordano Brunos und seiner epochalen Verdienste um die Philosophie und die Freiheit des Denkens.
Wir erinnern an das große Verbrechen des Vatikan, der diesen Menschen hier auf diesem Platz vor 400 Jahren brutal ermorden ließ.
Doch dieses Gedenken und Erinnern läßt uns zugleich unseren Blick auf die Gegenwart richten, auf die Bedingungen und auf die Feinde des Freien Denkens heute.
Giordano Bruno hat mit seinem konsequenten Denken des Begriffs der Unendlichkeit in der Tat Bahnbrechendes für die Entwicklung einer Weltanschauung auf wissenschaftlicher Grundlage geleistet. Die Kirche hat diese Gefahr für ihr Dogmengebäude und ihre Macht absolut richtig eingeschätzt. Mehr…
Die Weltzivilisation verteidigen! (Erklärung zum NATO-Krieg gegen Jugoslawien)
Weltunion der Freidenker
Am 5. Juni 1999 war der Deutsche Freidenker-Verband München Gastgeber der Weltunion der Freidenker, die ihren Sitz in Paris hat. Der Internationale Rat, das „Parlament“ der Weltunion kam im Münchner Freidenker-Zentrum zusammen, und beschloß die folgende Erklärung zum NATO-Krieg gegen Jugoslawien.
Angesichts des Krieges der NATO gegen Jugoslawien erklärt die Weltunion der Freidenker:
Der Krieg gegen Jugoslawien ist ein Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen und hat dem Völkerrecht unermeßlichen Schaden zugefügt. Er stellt nach der UN-Resolution Nr. 130 vom 14.12.1974 eine Aggression und nach der Resolution Nr 75 (I) vom 11.12.1946 ein Verbrechen nach dem Völkerrecht dar.
Dieser Krieg hat darüber hinaus mit der Zerstörung ziviler Ziele und der Infrastruktur für das Leben der Zivilbevölkerung, dem Einsatz nuklearer Munition und der großflächigen Verlegung von Landminen durch Streubomben eklatant gegen das Kriegsvölkerrecht verstossen.
Dieser Krieg markiert den Versuch, das Völkerrecht, das nach der Befreiung vom Faschismus 1945 auf Grundlage der Übereinstimmung der Anti-Hitler-Koalition entstanden ist und die gültige Weltordnung begründet hat, dieses Völkerrecht, das die Souveränität und Gleichheit aller Staaten garantiert, durch einen rechtlosen Zustand zu ersetzen. Mehr…
Für ein neues Jahrtausend der Laizität und der Emanzipation
Erklärung des Weltkongresses 1998 der Freidenker in Luxemburg
Von ihrem Luxemburger Kongreß 1998 erklärt die Weltunion der Freidenker:
An der Schwelle zum neuen Jahrtausend unserer Zeitrechnung stehen die Menschen weltweit vor neuen Herausforderungen. Diese Herausforderungen haben sich in vielen Bereichen zu Überlebensfragen zugespitzt, es geht um nicht weniger als das Überleben der Menschheit als Gattung auf diesem Planeten. Die Menschheit lebt in einer Zeitenwende mit weitreichenden Folgen für das gesellschaftliche und individuelle Leben. Vielfach ist das Bewußtsein für diese Problemlage nicht oder nur ungenügend vorbereitet. In der Tradition der Aufklärung stellen sich die Freidenker den qualitativen Veränderungen der Wirklichkeit und ihren geistigen, weltanschaulichen und ethischen Konsequenzen.
An der Schwelle zum neuen Jahrtausend ist die Kriegsgefahr nicht gesunken, die Zahl bewaffneter Konflikte nimmt zu, die Gefahr der Selbstauslöschung der Menschheit durch Atom- und andere Massenvernichtungswaffen bleibt akut. Die führenden Staaten der selbstproklamierten “Neuen Weltordnung” nehmen sich das Recht, ihren Zugang zu strategischen Rohstoffen und ihre Verfügungsgewalt darüber militärisch zu sichern, und dafür weltweit militärisch zu intervenieren. Führende Vertreter der etablierten Religionen treten allgemein für den Frieden ein, konkret jedoch segnen sie im Gegensatz zu den Friedensüberzeugungen ihrer Anhänger die Waffen, schüren Intoleranz, verstärken die Aggressionen und heiligen die Kriegsziele. Mehr…
Perspektiven des Freidenkertums (Rotterdamer Erklärung 1974)
Weltunion der Freidenker
In Anwendung der Erklärung von 1904 auf die heutige Weltlage und auf die künftige Freidenkerarbeit erklärt die Weltunion der Freidenker:
I. Im letzten Drittel des XX. Jahrhunderts steht die Menschheit mitten in der tiefsten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Umwälzung ihrer Geschichte. Großartige Fortschritte in Forschung, Technik und Gesellschaftswissenschaften beweisen die fast unbegrenzten Fähigkeiten und Möglichkeiten der Menschen. Tiefgreifende Veränderungen und Erschütterungen gesellschaftlicher Strukturen und Machtverhältnisse als Ergebnis menschlichen Handelns haben Millionen zu bewussten Baumeistern ihres eigenen Lebens gemacht. Täglich werden neue Millionen in diesen Prozess des bewussten Kampfes um die Zukunft hineingezogen. Zunächst spontan, dann immer mehr fundiert und wissenschaftlich gesichert, erkennen Menschenmassen ihre eigene Kraft, ihre Fähigkeiten und ihre Möglichkeiten. Sie liefern täglich Beweise für einen neuen Humanismus der Tat. Unter den Hammerschlägen neuer Entwicklungen und Perspektiven verlieren Aberglaube, Mystizismus, spekulatives Denken und Hoffnungen immer mehr ihre Daseinsberechtigung.
Trotzdem ist die Entwicklung der Menschheit kein Selbstlauf. Mehr…