Auf dieser Webseite findet Ihr Beiträge zum Thema: Religions- und Kirchenkritik.
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Erklärung der Tagung des Verbandsvorstandes am 14. März 2010 in Magdeburg „Lasset die Kindlein zu mir kommen“:
Scheinheilige HirtenDer Deutsche Freidenker-Verband verurteilt in schärfster Form die massenhaften Vergehen und Straftaten, die von Würdenträgern insbesondere der Katholischen Kirche gegen junge Menschen begangen wurden. Erst durch Einzelbeispiele, die mehr oder weniger zufällig an die Öffentlichkeit kamen, wurde eine Lawine von Enthüllungen ins Rollen gebracht, die ein unerhörtes Ausmaß von Gewalt und sexuellem Missbrauch offenlegt. Diese sind seit Langem in kirchlichen Institutionen und klerikalen Bildungseinrichtungen an der Tagesordnung. Unter Missbrauch des Vertrauens von Eltern und Kindern wurde mit psychischem Druck und Angst vor Strafen die Hinnahme sexueller Nötigung und entwürdigender Demütigung erzwungen und zugleich die umfassende Aufklärung der Zustände unterbunden. Die für strafwürdige Handlungen Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir fordern die schonungslose Aufklärung jedes Einzelfalls unabhängig vom jeweiligen Zeitpunkt und einer eventuell eingetretenen strafrechtlichen Verjährung. Die Ermittlungen sind von Anfang an ausschließlich Aufgabe der zuständigen Staatsanwaltschaften. Die Praxis, zunächst „interne Untersuchungen“ anzustellen, und dann „gegebenenfalls“ die staatlichen Stellen zu informieren, ist genauso abwegig und inakzeptabel, wie wenn Banküberfälle zuerst durch die Bankräubervereinigung geprüft würden oder für Mordermittlungen zunächst die Mafia zuständig wäre.
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Der Freidenker Peter Wolter, Redakteuer der tageszeitung 'junge Welt', führte für die Weihnachtsausgabe der Zeitung ein Interview mit dem evangelischen Theologen Gerd Lüdemann: »Das Wort Lüge ist für die Bibel durchaus angemessen«
http://www.jungewelt.de/2009/12-24/054.php?sstr=Bibel
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Aus: "Freidenker" Nr. 1-09 März 2009 68. Jahrgang - Meldungen, Meinungen
Dass die katholische Kirche zu Jahresbeginn in aller Munde war, hat sie sich unter ihrem Oberhirten Ratzinger alias Papst Benedict XVI. redlich verdient. Das meiste Aufsehen erregte er damit, den Holocaustleugnern und Erzreaktionären der „Bruderschaft St. Pius X.“ (FSSPX) das Tor zur Kirche wieder zu öffnen. Nachdem der Vatikan vom Ausmaß der öffentlichen Erregung und Proteste offenbar überrascht war, begann ein halbherziges Zurückrudern und der Versuch von Erklärungen für den offenkundigen Fehltritt. „Falsch beraten“ sei er, der arme Ratzinger, womöglich habe er die geschichtsrevisionistischen Äußerungen seines Bruders Williamson gar nicht gekannt. Die österreichische Bischofskonferenz verlegte sich aufs Hoffen: „Wir hoffen, dass es gelingen wird, die unzureichenden Kommunikationsabläufe auch im Vatikan zu verbessern, damit der weltweite Dienst des Papstes nicht Schaden erleidet.“
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„Der allmächtige Gott ist die Projektion einer menschlichen Allmachtsphantasie an den Himmel ihrer allzumenschlichen Vorstellungen.“
Aus: Freidenker Nr. 1-08 März 2008 67. Jahrgang - Thema Ein Interview mit dem ev.-lutherischen Theologen Peter Franz
Redaktion Freidenker: Inwiefern ist das auf Konventionen beruhende christliche Gottesbild aus dem Text der Bibel ableitbar?
Peter Franz: Nach jüdisch-christlicher Überzeugung haben die Zehn Gebote im Rahmen unserer Religion einen hohen Stellenwert. Nicht etwa, weil sie auf alle denkbaren Fragen eine Antwort geben könnten, sondern weil sie eine gewisse systematisierte Zusammenfassung der Glaubensgrundlage von Juden und (der ihnen darin folgenden) Christen darstellen. Mit der Einführung der Gebote, besonders des Ersten Gebotes, kommen wir nun an einen besonderen neuralgischen Punkt, von dem aus sich vielleicht manche Fehlentwicklungen und Missverständnisse erklären lassen. Ich betone ausdrücklich, dass ich mit den folgenden Erörterungen meine eigene theologische Ansicht vertrete, die sich nicht unbedingt mit den in der Kirche üblichen oder vorherrschenden decken müssen. Meine These lautet nämlich – und darin befinde ich mich im Widerspruch zu einer auch heute noch allgemein anerkannten These –, dass man in der religionsgeschichtlichen Systematik nicht davon sprechen sollte, dass Judentum und Christentum in ihrem Kerngehalt monotheistische Religionen seien. Ich halte es für einen der gefährlichsten und folgenreichsten Irrtümer der Religionswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts, wenn sie von einer angeblichen „Höherentwicklung“ der Religion spricht: einer Entwicklung weg von einer Vielzahl niederer Erdgeister und Dämonen über verschiedene Zwischenstufen, etwa das griechische Pantheon oder den römischen Götterhimmel bis hin zu dem Einen Gott, der angeblich alles beherrscht und umfasst. Gott der Allmächtige, Allwissende und Alleslenkende, wie er leider auch heute weithin im Judentum, Christentum und im Islam geglaubt wird, halte ich für eine Projektion des Irrglaubens. Diesen Gott gibt es nicht, und wenn dieser Gott von Atheisten und Agnostikern geleugnet wird, dann will ich ebenfalls gern als Atheist gelten. Der allmächtige Gott, wie er leider auch heutzutage immer noch durchgängig in den christlichen Kirchen bekannt wird, ist die Projektion einer menschlichen Allmachtsphantasie an den Himmel ihrer allzumenschlichen Vorstellungen. Hier hat genau im Sinne Feuerbachs nicht Gott den Menschen, sondern der Mensch sich einen „Gott“ geschaffen. Und dass ein solcher Gott ein „Nichts“ ist, das weiß ich aus eben diesen Zehn Geboten der Tora, die gerade unter Christen zu den am wenigsten verstandenen und begriffenen Texten der Bibel gehören. Denn wie lautet das Erste Gebot wirklich nach dem Wortlaut des biblischen Textes?
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