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44. Kongress der Freidenker-Weltunion Drucken E-Mail

Vom 24. bis 26. Mai 2013 tagte in Mannheim der 44. Kongress der Weltunion der Freidenker. Der Baden-Württembergische Freidenker-Vorsitzende Ian Bailey begrüßte die Delegierten auf ‚heimischem Boden' im Bürgerhaus-Neckarstadt-West.

Im Mittelpunkt der Tagung stand das Verhältnis des Freien Denkens zur Politik: Der Vorstellung, die Freidenker sollten sich auf Themen der Religions- und Kirchenkritik beschränken, hielt Klaus Hartmann in seinem Referat entgegen: „Freidenker kämpften immer gegen die Privilegien der Kirche, und wenn der Papst als verschworener Gegner der Befreiungstheologie scheinheilig gegen „Gier und Gewalt" predigt, werden wir ihm nicht das Feld überlassen, und selbst nur noch über die jungfräuliche Empfängnis, den Weihnachtsmann oder über pädophile Priester reden."
Klaus Hartmann erinnerte an das Verbot der Freidenker vor 80 Jahren, wenige Wochen nach Machtantritt der Faschisten in Deutschland. Der Verbandsvorsitzende Max Sievers wurde wegen seiner antifaschistischen Widerstandsarbeit 1944 nach Hochverratsprozess und Todesurteil von Freislers „Volksgerichtshof" mit dem Fallbeil ermordet. Sein Vermächtnis und das der Freidenkerin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner sind für die Freidenkerbewegung Verpflichtung, gegen Faschismus und Krieg aufzustehen.
Vladimir Krsljanin (Belgrad) beschrieb in seinem Referat „Das Freie Denken im Zeitalter der Kriege und Revolutionen" den gegenwärtigen Weltherrschaftskrieg der Oligarchie gegen die Menschheit, nach Bedeutung und Ausmaß mit den Weltkriegen vergleichbar, für den der NATO-Krieg gegen Jugoslawien Modell stand. Die Weltwirtschaftskrise zeige allerdings, „dass die Oligarchie dabei ist, die Schlacht zu verlieren, und keine Chance zur Verwirklichung ihrer Weltherrschaft hat".

Im dritten Hauptreferat über „den Kampf der Weltanschauungen" plädierte Klaus von Raussendorff (Bonn) dafür, mit der dialektisch-materialistischen Methode Grundbegriffe wie Demokratie, Recht, Menschenrechte, Internationalismus der Deutungshegemonie der Kultur der Herrschenden zu entwinden und einen Inhalt im Sinne einer Kultur der Volksmassen zurückzugeben.
Während der Tagung wurde über internationale Schauplätze des Kampfes gegen Klerikalismus und Reaktion berichtet, so aktuell in Frankreich, wo Rechtsextreme und katholische Kirche gegen die sogenannten „Homo-Ehe" mobil machen.
Die Delegierten beschlossen u.a. eine Resolution zum „Menschenrecht auf Wasser", gegen die Privatisierung und Patentierung menschlicher Lebensgrundlagen. In einer weiteren Entschließung wird die westliche Doppelmoral im Umgang mit dem Islam und islamistischen Kämpfern kritisiert (s.u.).
Der Internationale Rat der Weltunion wählte ein siebenköpfiges Exekutivbüro mit Vertreter(inne)n aus Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Serbien. Der bisherige Präsident Louis Roger (Brest) ist nun Ehrenpräsident, Klaus Hartmann wurde zum Präsidenten und Thierry Kopernik (Strasbourg) zu Vizepräsidenten gewählt. Generalsekretär ist Klaus von Raussendorff (Bonn) und Cathrin Schütz (Frankfurt am Main) ist zuständig für Information und Kommunikation. Weitere Büromitglieder sind Peter Berger (Zürich), Vladimir Kršljanin (Belgrad) und Dr. Roman Roscher (Wien).
Zum Abschluss des Wochenendes stand eine freidenkerische Stadtführung in Heidelberg auf dem Programm, bei der Vera Glitscher besonders auf das Wirken des Philosophen Ludwig Feuerbach in der Stadt einging.

Gegen die Instrumentalisierung des religiösen Fanatismus für imperialistische Kriege

Die Weltunion der Freidenker klagt die westlichen Militärmächte und die NATO an, immer mehr völkerrechtswidrige Kriege für ihre Wirtschafts- und Herrschaftsinteressen zu führen.
Länder, die sich ihren geostrategischen und Ausbeutungsinteressen nicht unterordnen, werden dämonisiert, mit falschen Anklagen diffamiert, und mit bewaffneten Banden destabilisiert.
Im Widerspruch zur UN-Charta wird mit Regime-Changes und der Zerschlagung von Staaten eine Neue Weltordnung mit wenigen oligarchischen Kommandeuren und einer großen Zahl von Vasallen und Tributpflichtigen geschaffen.

Neben dem Schüren ethnischer Spannungen wird zunehmend die ‚religiösen Karte' gespielt, um Menschen und Völker aufeinanderzuhetzen und sie Stellvertreterkriege für die imperialistischen Auftraggeber führen zu lassen.

Die westlichen Mächte führen gemäß ihrer Propaganda Kriege angeblich „für Menschenrechte" oder die „Rechte der Frauen". Angeblich kämpfen sie „gegen Terror" oder eine „islamische Gefahr". Sie entfachen in ihren Heimatländern islamophobe Kampagnen, um die Unterstützung der Bevölkerung für ihre neokolonialen Kriege zu gewinnen. Damit fördern sie den Rassismus und untergraben das Zusammenleben. Aber die gleichen kriegführenden Regierungen haben überhaupt keine Probleme damit, sich mit dem reaktionärsten islamistischen Regimes und Organisationen zu verbünden, wenn es gegen ihre ausersehenen Feinde geht.

Gegen die sowjetfreundliche Regierung in Afghanistan wurde von westlichen Geheimdiensten mit der Hilfe Saudi-Arabiens Al Qaida gegründet. Unter Verweis auf die Terrorakte vom 11. September 2001 liefert diese westliche Gründung den Vorwand einer Intervention in Afghanistan.
Die gleichen islamistischen Kämpfer wurden unter westlichem Kommando in Marsch gesetzt, um Jugoslawien zu destabilisieren, und in Bosnien und im Kosovo den Vorwand für eine NATO-Aggression zu liefern.

Danach leisteten die islamistischen Krieger gute Dienste, um das laizistische Libyen Muammar al Gaddafis zu zerstören. Nachdem ein Teil dieser Söldner in Mali weiterkämpft, dient dies wiederum zum Vorwand einer weiteren neokolonialen Intervention in Zentralafrika.

Aktuell wollen die Westmächte das laizistische System in Syrien zerschlagen, und bedienen sich dazu der wahabitisch-salafistischen Terrorkämpfer, die vor allem von Saudi-Arabien, den Golf-Monarchien und der Erdogan-Regierung in der Türkei finanziert und ausgerüstet werden.

Dass die Demokratie- und Menschenrechtsstandards bei diesen Verbündeten oft schlechter sind als in den angegriffenen Ländern, stört die westlichen Kriegsherrn ebensowenig wie das Bündnis mit den reaktionärsten und mittelalterlichen Kräften im Islam.

Die Freidenker, einig in der Verurteilung von Rassismus, religiösem Fanatismus und imperialistischem Krieg, klagen diese Doppelmoral des Westens, den Missbrauch der Religion und das Schüren religiöser Spannungen durch die Kriegstreiber an.
Wir fordern die sofortige Beendigung der Aggression gegen Syrien, das Ende der Kriegsdrohungen gegen den Iran, den sofortigen Abzug aller NATO-Truppen aus Afghanistan, das Ende von Landraub, Apartheid und Besatzung in Palästina!

 


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