§ 218: Keinen Schein von den Scheinheiligen!

Beitrag von Klaus Hartmann
In Sorge gebeugt und mit einem Denken, das seinem Krummstab immer ähnlicher wird, hat sich der „Nachfolger Petri“(?) an seine deutschen „Brüder“ gewandt. Zur Sorge hat Karol Wojtyla alias Papst Gründe genug. Am 12. Januar 1998 erst verlor er, der den Geschlechtsakt nur zum Zwecke der Fortpflanzung gelten lassen will, seinen Kammerherrn Enrico Sini Luzi – mit einem Kerzenständer erschlagen während Sado-Maso-Spielen. Aber mehr noch sorgt sich der heilige Vater um das ungeborene (und ungezeugte!) „Leben“ – denn künstliche Geburtenkontrolle und Abtreibung seien „abscheuliche Verbrechen“, so „ER“ zuletzt am 22. Januar 1998 in Santa Clara auf Cuba. Daß den Papst nur edle Motive umtreiben, bestätigte er bei seiner Rückkehr nach Rom: Er äußerte die Hoffnung, daß seine Cuba-Reise ähnlich wirken werde, wie seine „Pilgerreise“ nach Polen 1979, die die „Wende“ einleitete.

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Schwerpunktthema Religionskritik

Die Voraussetzung aller Kritik ist die Religionskritik nach Meinung von Karl Marx. Diesen Teil des Satzes aus der Einleitung Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie unterschlagen des öfteren Diskussionspartner aus Kirchenkreisen: Sie zitieren nur den ersten Teil (unvollständig), die Kritik der Religion ist beendet, habe der Herr Marx schließlich verlautbart. Komplett heißt der Satz aber: „In Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.“ Wir haben keinerlei Anlaß, künftig auf die Kritik der Religion zu verzichten. Wir denken, Marx in der Weise richtig zu verstehen, daß die Religion kein Geheimnis mehr hat, daß sie vom wissenschaftlichen Standpunkt endgültig kritisiert ist, nichts mehr Neues kommen kann.

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Die Vernunft verteidigen – gegen Sekten, Aberglauben, religiösen Wahn

Der Bedarf an Heilsversprechen und Religiosität wächst in Krisenzeiten enorm, er ist Ergebnis von Orientierungsverlust und Abwesenheit von Sinn; klassisch gesprochen, der Geist geistloser Zustände. Auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und der Zukunft finden viele keine rationale Antwort mehr. Wo Ausgrenzung, Existenzbedrohung, soziale Erniedrigung zu einem massenhaften Phänomen wird, wachsen Perspektivlosigkeit und Zukunftsangst, nimmt die Empfänglichkeit für neue Heilsbringer und ihre Botschaften zu. Die private religiöse Sinnsuche außerhalb der Großkirchen ist eine Folge der gepriesenen Individualisierung, sprich der Vereinzelung, Entsolidarisierung, des Egoismus und Kampfes jede/r gegen jede/n, Resultat von Entfremdung und Selbstentfremdung, der erfahrenen Zerrissenheit der realen Welt.

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