Distanzieren, Diffamieren, Spalten – Zwei „Linke“ in ihrem Element

Zur „Erklärung“ von Thomas Lippmann und Andreas Höppner

Die Spitzenfunktionäre der sogenannten „Linken“ in Sachsen-Anhalt gaben eine „Erklärung“ zu unserer Veranstaltung mit der ehemaligen Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke ab:

„Die Einladung zur Veranstaltung des sogenannten Freidenker-Verbands mit Anette Groth offenbart eine unzutreffende, strukturell antisemitische Perspektive und stellt sich implizit hinter die antisemitische BDS-Bewegung. Sie arbeitet mit verschwörungsideologischen Mustern, wo sie das Benennen von Antisemitismus als Versuch anonymer Herrschender beschreibt, die Meinungsfreiheit einzuschränken…. Wir teilen die seit langem bekannte Positionierung von Annette Groth ausdrücklich nicht und widersprechen dieser und den Behauptungen der Einladung des »Freidenker-Verbands« entschieden.“

Diese Bewertung ist ein Paradebeispiel für „betreutes Denken“, denn die Einladung wird dem geneigten Publikum ebenso die „Positionierung“ der Referentin vorenthalten. Es könnte ja zu anderen Schlüssen kommen als die vordenkende Parteiobrigkeit. Ihrem Text stellen sie die Behauptung voran, sie würden etwas „erklären“, das Gegenteil ist richtig: in Wirklichkeit vernebeln sie. Und nachdem sie den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit zur eigenen Urteilsbildung vorenthalten, nennen sie den Veranstalter den „sogenannten Freidenker-Verband“. So scheint die Emanzipation nach ihrer Vorstellung zu funktionieren.

Wenn wir „sogenannten Linke“ schreiben, ist das zunächst eine Retourkusche für den „sogenannten Freidenker-Verband“. Es ist aber auch wohlverdient nach der antiemanzipatorischen Manipulation.

Tatsächlich haben die Freidenker zu einer Diskussion (Sonnabend, 13.10.2018, 10 Uhr, Jugendherberge Magdeburg, Leiterstraße 10) über die Frage eingeladen, ob wir zur Zeit eine „Umdefinition des Antisemitismus“ erleben, wie sie funktioniert und was der Zweck ist. Der Zweck: Kritik an der Politik Israels mundtot zu machen. Nicht durch „anonyme Herrschende“, sondern durch Merkel, die Springer-Presse und ihre Anhänger in der „Linken“, die sich hier geoutet haben.

„Die Ziele der Kampagne müssen als antizionistisch und antisemitisch eingestuft werden.“

Da lässt man also die Katze aus dem Sack: Wer den Zionismus kritisiert, soll als „antisemitisch“ diffamiert werden. Die kriegsverbrecherische und rassistische Politik der israelischen Regierung darf nicht kritisiert werden. Wer dies – gemeinsam mit vielen friedliebenden Israelis – tut, gegen den wird eine regelrechte Diffamierungskampagne gestartet. Ganz vorne dabei: Lippmann und Höppner. Das sind bestenfalls sogenannte „Linke“, eigentlich eine Schande für alle aufrechten Linken.

Unbeeindruckt von ihren Spaltungsversuchen werden wir gemeinsam mit der deutschen, der israelischen und internationalen Friedensbewegung weiterhin für einen gerechten Frieden in Palästina eintreten.

„Annette Groth spricht nicht in unserem Namen“, erfahren wir noch von unseren Helden Lippmann und Höppner. Da hat sie ja unverschämtes Glück gehabt.

 

Klaus Hartmann
Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes

 


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Bild: Engin_Akyurt, pixabay.com (CC0)